Man kann nur hoffen, dass andere LVs jetzt nicht auf Veränderungen verzichten, da sie Angst haben, dass ihnen ähnliches widerfährt.
Man kann am RK sicher kritisieren, dass es sich weit unter seinem Wert verkauft. Im RD-Vertrag ist z.B. eine Freiwilligenquoute eingeplant (30% am RTW-C glaube ich?), die viele ländliche Dienststellen schon lange nicht mehr einhalten können. Qualifizierte Krankentransporte kosten auch ähnlich viel wie eine Taxifahrt.
Die Topographie ist zum speibm - da hast du recht. in 95% der Einsätze geht sich die „Hilfsfrist“ von 20 Minuten aber aus, sogar 15 Minuten sind meistens kein Problem - sofern die Leitstelle mitdenkt und der RTW Wiesmath für RTW Einsätze zurückgehalten wird (was großteils funktioniert). Zumindest in der südlichen Buckligen Welt, Sprich Kirchschlag, Hollenthon, Wiesmath, Aspang.
Seit es in Kirchschlag den RTW-C gibt, dieser ist zumindest Tagsüber zu 85-90% mit NKV besetzt, haben sich die Notarzt-Einsätze drastisch verringert. Im Gesamtjahr 2025 hatte ich in Kirchschlag als NKV 9 Notarzteinsätze - Eine Nachforderung, 4 Anforderungen durch LSZ Burgenland (die in NÖ kein NA-Einsätze gewesen wären). Von den 9 NA-Einsätzen wurde der NA bei 5 Einsätzen storniert.
Im Vergleich, vor der Änderung der Ausrückordnung und Besetzung des RTW-C hatte ich im Durchschnitt 6-8 NA-Einsätze pro Monat.
Von Kolleg:innen in Aspang, Neunkirchen und WN hört man ähnliche Verringerungen der NA-Einsätze. Das NEF Aspang hatte (bin mir nicht mehr sicher welcher Monat es war, glaube Mai) eine durchschnittliche Ausfahrtenstatistik von 1,4 Fahrten pro 24 Std. - inkl. Stornos durch RD vor Ort.
Meiner Meinung nach macht eine Streichung solcher NA-Stützpunkte schon Sinn, wenn eine durchgängige Versorgung durch NKV inkl. TNA Unterstützung und echten RTWs (also zumindest Monitoring, Crafter wäre schön aber kein Muss) garantiert ist.
Kann ich definitiv so unterstreichen!
Solange es eine Flächendeckende RTW-C Abdeckung gibt (Und das auch im tiefsten Gemüse) spricht ja nichts dagegen. Jedoch muss man halt auch das Personal haben um dies 24h zu garantieren.
Ich fahre an einem halb-ländlichen Nef und es is wirklich nur mehr anstrengend. Also anstrengend, weil man nichts mehr macht. Ich führe aus interesse privat eine kleine Statistik wie oft ich alarmiert werde, Naca Score und Stornos auf Anfahrt und ob begleitet oder nicht.
Stand 2025: 20 Nef Dienste, 12 Ausfahrten, davon 6 Stornos auf Anfahrt. Von den restlichen 6 wurde bei genau 2 Einsätzen ein Medikament gegeben (meine ich), welches nur ein Nef mit hat (nicht zwingend notwendig) und dann an den Rtw/Ktw übergeben. Begleitet haben wir nur einmal (Pensionistin als NA die JEDEN Einsatz begleitet, notwendig wars nicht). 1x Todesfeststellung war auch noch dabei. Kein einziger Einsatz war eine Nachforderung. Jeder halbwegs spannende Einsatz für einen NA in der Gegend wird ohnehin sofort und nur an den Heli disponiert (der ist aber jedes mal gefühlt frei wenn was passiert).
Ich kann dein private Statistik von der anderen Seite bestätigen. Ich fahr hauptsächlich RTW-C und hatte dieses Jahr einen unspektakulären NEF-Einsatz. Auf der anderen Seite auch 4 indizierte NA-Einsätze welche aber immer von einem Heli bespielt wurde.
Ich kann mich dem nur anschließen. Habe dieses Jahr um die 25 NEF Dienste gehabt. Davon hatten wir grob geschätzt 12 Patientenkontakte. Wovon aber genau 3 Fälle durch uns, als NEF, weitere Maßnahmen benötigten. Diese Maßnahmen hätte aber auch der RTW mit einem NKV/NKI alleine abarbeiten können.
Alles wo man wirklich einen Notarzt benötigt, hat bei uns sowieso sofort der Hubschrauber bekommen. Was in meinen Augen auch Sinn macht, wenn man bedenkt dass das Polytrauma möglichst zügig in den Maximalversorger gehört.
Ohne in eurem LV tätig zu sein könnte man dann ja fast meinen, dass die Reduktion von NEFs ja dann den Vorteil hätte, dass die übrig bleibenden NEFs wieder mehr Fahrten und Routine haben, was ja auch extrem wichtig ist. Wenn man bedenkt das manche Notärzte dann 2 NEF Dienste im Monat machen, und in denen aber nix passiert, stelle ich mir schon die Frage ob die dann performen wenns wirklich mal eng wird…
ganz ehrlich: ja so wär es, die Sättigung an NEFs in machen Regionen ist einfach zu hoch gemessen an den tatsächlichen Einsatzzahlen wo ein NEF wirklich benötigt wird. Und es gibt tatsächlich Regionen, wo man beinahe 365/24/7 einen (oder mehrere) RTW-C mit NKI/NKV auch hat (zu 90-95%). Es kommt ja nicht von irgendwo, dass man die NEFs einsparen möchte. Und wenn dan einmal ein guter Einsatz für ein NEF kommt fliegt auch sofort der Heli. Nicht selten hat der dann den Brustschmerzen RD-10D4 5min vom Nef entfernt abgestaubt, um festzustellen, das es eine Hyperventilation war (letzte Woche). Was finde ich bei dem Schritt der Umstellung noch wichtig wäre ist: RTW-C müssen entsprechend zurückgehalten werden und sollten strickt von KTR gesperrt werden (nicht disponierbar außer auf Anfrage der Mannschaft). 2 meiner NEF Einsätze wo ich auch dort war, waren ALS gelb wo der RTW-C gerade Heimtransporte oder Dialysen gefahren ist und ein weiter entfernter „normaler“ RTW ankam. Beide hätte ein C mit NFS/NKV bestens alleine hinbekommen.
Und ja, ich bin mit Notärzten gefahren, die haben seit Monaten keinen einzigen Notarztpflichtigen Patienten gesehen (mit ca. 3 Diensten pro Monat).
Wie oft kommt das mit den KTR am RTWC vor? Oder ist das extrem abhängig von der Region? Ich hatte auf unserer, doch sehr urbanen DS noch kein einzigen KTR am RTWC.
Sehr Regionabhängig. Ich bin bei einer Gastdienststelle, da hab ich mal miterlebt das der RTW-C (1x NKI aus San1, NKV als Fahrer, RS als San2) 5! KTR in Folge an einem Vormittag gefahren ist, auch generell immer wieder ein KTR dabei (beinahe täglich). Bei meiner Heimatdienststelle eher die Ausnahme, kommt aber auch manchmal vor, besonders Sonntags.
Extrem abhängig von Region und Dispo. In Kirchschlag maximal Transporte von Kirchschlag nach Kirchschlag, sonst Heimtransporte die auf dem Weg zurück liegen.
O&A-Codes natürlich regelmäßig, wenn alle anderen unterwegs sind.
Kann ähnliches aus Vorarlberg berichten. Obwohl wir zwar leider nicht so schnell sind in Komprtenzerweiterungen für Sanis merk auch ich deutlich weniger ausfahrten wenn ich NEF fahr als z.B. noch vor Covid.
Zwar ists nicht so extrem wie bei euch das wir keinen Notarztpflichtigen Patienten sehen würden, aber das hängt vermutlich sehr viel mit dem Einsatzgebiet zusammen (mehr Einwohner, Tourismus, Autobahnen etc.)
Meine Dienste am NEF 2025:
- 13 NEF-Dienste
- 45 Ausfahrten
- 34 Patientenkontakte
- 19 Begleitungen
- 3,41 NACA-Schnitt insgesamt
Auf welchem NEF fahrst du wenn ich fragen darf?
Will das auch
Gibt’s den Artikel auch ohne Paywall?
1.1.25-1.8.25:
26 NEF Dienste
51 Ausfahrten davon
18 Storno und 5 Übergaben (die Naca 7 Belassungen sind da auch dabei)
28x transportiert
Irgendwie kann ich es verstehen, wenn NEF Standorte aufgelassen werden. Bei durchschnittlich 2 Ausfahrten pro Tag ist das tatsächlich eher frustran.
Was mich am Meisten irritiert, ist dass NFS auf diesen NEFs ausgebildet werden und die Stunden als Praktikum gewertet werden. Man vergleiche einen durchschnittlichen Dienst am NEF Wien oder RTW Wien, was zu Praktika verwendet wird. - Die Leute haben in 25 Diensten ca. 200 Patientenkontakte.
Das sind 4 Jahre auf so einem niedrig Frequentierten NEF.
Wenn man nur reine Kontakte zählt, dann ja. Das ist aber nicht zielführend weil da in Wien auch viel nicht indiziertes dabei ist.
Deswegen zählen in NÖ auch nur Einsätze ab mind NACA 3 und es gibt neben dem reinen Stundenlimit auch mind Anzahl an Einsätzen.
Und ja, ich habe meinen NFS in WIen gemacht, weiss also wovon ich spreche.