Spekulationen: Wo kommen die NEF hin?

Nach dazu erlitt er seinen MCI (den ich ihm wahrlich nicht gönne) beim Melker Osterlauf - das Melker NEF bleibt ja eh erhalten. Wenn dieser Fall das Paradebeispiel für den Erhalt aller Stützpunkte im Bezirk darstellt, dann hab ich jetzt endgültig keine Zweifel mehr, dass die Mittel, die man für den Betrieb dieser Stützpunkte aufwendet, vielleicht anderswo besser aufgehoben wären.

Die Zahlen sind fürs erste Halbjahr, somit eine Alarmierung (ich bin mir sicher sie haben Alarmierungen und nicht Patientenkontakte ausgewertet) alle 1-2 Tage im Durchschnitt. Rechtfertigt den Erhalt deswegen aber auch noch nicht wirklich.

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  1. Kann meiner Erfahrung nach der Durchschnitts-NKV ein EKG nicht ordentlich interpretieren.
  2. Hat ein Hinterwandinfarkt keine Mortalität von 95?! Prozent, (ich hab jetzt keine genauen Zahlen nachgeschaut aber für die Größenordnung reicht es) quer durch die Bank haben Infarkte eine 30 Tage Mortalität von circa 3-8% je nach Gefäß und eine 2 Jahres Mortalität 6-15%

Nach meiner Erfahrung erkenne NKV sehr gut einen STEMI. Bei unterschieldichen OMI Mustern sind wir noch nicht so weit (diverse Kardiologen die noch immer mm zählen übrigens auch nicht), dafür gitb es aber den TNA. Ich muss die absolute EKG Kompetenz nicht mit einen Auto vor Ort bringen, da gibt es 2026 schon andere Möglichkeiten. Ein „do hots wos im EKG“ erkennen die NKV sehr gut, und eher zu viel/oft als zu wenig (wenn ich mit mehreren TNAs spreche).

Die 95% waren auf die Aussage im Artikel bezogen und die damit verbundene Qualität und Sachlichkeit des Inhaltes und eine von mir nicht an diese Runde gestellte Frage. Das das nicht die Mortalität eines Herzinfarktes ist, ist mir durchaus bekannt :slight_smile:

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Solange es reicht für „schaut nicht normal/gesund aus, ich hol mir Expertise vom Tele-NA“ muss der NKV auch nicht den Hinterwandinfarkt am EKG ganz alleine diagnostizieren können. Und ich hoffe, dass gerade die NFS(-NKV), die sich nicht sicher sind in der EKG-Diagnostik entsprechend Hilfe holen.

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Um das Geld, das alleine ein NEF-Stützpunkt kostet, kann man vermutlich einen Tele-NA-Betrieb finanzieren und zusätzlich jedem NFS in NÖ ordentlich EKG-Interpretation beibringen …

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Und wenn wir nur jedem RTW aufs Ipad einmal PM Cardio installieren hätten wir schon mehr erreicht zum Preis von deutlich weniger als ein NEF.

Aber dafür müsste man systemisch denken und nicht in RTW/RD Vertrag und NEF Vertrag.

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Das mag sein, ich finde trotzdem nicht dass man an der notärztlichen Versorgung der Bevölkerung sparen sollte. Wenn ein Patient einen Notarzt braucht, dann braucht er einen Notarzt und keinen NKV. Der NKV mit TNA kann einfach nicht das selbe Niveau an Versorgung bieten und ich denke dass die dortige Bevölkerung nicht weniger Anrecht auf einen Notarzt hat, nur weil sie in einem Bezirk mit weniger Einwohnern leben als z.B. St.Pölten und somit das NEF pro Einsatz teurer ist. Entweder macht man Notfallmedizin richtig oder gar nicht mMn. Und das heißt für mich Notärzte mit einschlägigem Facharzt, ordentlich ausgebildete Sanitäter BSc+ und Zusatzlösungen wie TNA, PMCardio, FISU, Single Responder, etc. Und nicht dass zu einem kritisch kranken Patienten ein NÖ RTW-C mit 5 „echten“ Ausfahrten die Woche und kaum Einsatzerfahrung geschickt wird, mit einem TNA auf Kurzwahl der dann den Karren aus dem Dreck ziehen soll, wenn der RTW-C wie erwartet recht schnell aus multifaktoriellen Gründen an sein Limit kommt.

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Die Bevölkerung profitiert durchaus davon, wenn ein Notarzt kommt, der Erfahrung mitbringt. Woher soll der die haben, wenn sein NEF nur alle 1-2 Tage ausfährt? Angenommen 6 24er pro Monat macht im Durchschnitt 3 Einsätze pro Monat pro Notarzt, davon vermutlich die hälfte Stornos. So kommst auf einen Kritischen Patienten im halben Jahr wenn man großzügig rechnet. Wie soll man so auch nur halbwegs seine Routine aufrecht halten?? „Entweder macht man Notfallmedizin richtig oder gar nicht“ - also am besten gar nicht an solchen Stützpunkten…

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Am NEF Persenbeug fahren Honorarärzte? Die fahren ja nicht nur dort? Insofern verstehe ich nicht inwiefern das ein valides Argument sein soll. Zumal die meisten dieser Ärzte sowieso im KH ausreichend in ihrem tagtäglichen Arbeitsleben mit Notfall- oder Intensivmedizin zu tun haben. Also was die Ausfahrtszahlen des NEF mit der Kompetenz der Notärzte zu tun hat erschließt sich mir nicht? Rund um Wien gibt es einige ausfahrtsarme Stützpunkte auf denen viele Wiener Notärzte fahren und die haben z.B. ausreichend Routine auch wenn sie nicht z.B. in Favoriten sondern in Purkersdorf oder Klosterneuburg fahren.

Die Sanis haben dort dann in Folge dessen ja plus minus genauso viel Routine, also selbst wenn wir in einer Fantasiewelt davon ausgehen würden dass die Notärzte dort nur jedes halbe Jahr einen kritischen Patienten sehen würden. Dann wäre es ja eigentlich Wahnsinn einen Vollzeit HA der jedes Viertel Jahr (doppelte Stunden) einen solchen Patienten im besten Fall sieht, alleine auf die Menschheit loszulassen mit einem Zehntel der Ausbildung. Deine Argumentation macht nicht nur keinen Sinn, sondern entkräftet sogar deinen eigenen Standpunkt.

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Ich würde dem Einwohnerargument entgegnen, dass die Menschen die schwächere Infrastruktur am Land doch auch in anderen Dingen bewusst in Kauf nehmen und dafür halt am Land wohnen dürfen. Natürlich wünsch ich jedem Menschen seinen Maximalversorger ums Eck, aber das spielts halt nicht. Und in Zeiten des Sparzwanges müssen wir halt echt schauen, wo unser Geld sinnvoll angelegt ist - und das ist es sicher nicht beim NEF, das 2mal in 24h ausfährt um eine Leitung zu legen „weil ma eh grad da sind“.

Das Leben in den Ballungsräumen von NÖ ist maßgeblich teurer und nicht für jedermann leistbar und somit leiden solche „ärmeren“ Bevölkerungsgruppe vermehrt unter eben jener schwachen Infrastruktur, was das ganze nicht fairer macht. Viele Menschen können sich nicht aussuchen wo sie leben.

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Auf dem NEF fährt u.a. ein hauptberuflicher Homöopath.

Gerade auf den Honorar-NEFs trifft man immer wieder auf die „großen“ Notfallmediziner, die teilweise Vollzeit als Notarzt auf allen Honorarstützpunkten Ost-Österreichs fahren und trotzdem nicht die geforderte Leistung bringen. Es gilt halt besser besetzt als abgemeldet.

Nicht nur einmal hat z.B. ein NKV einer NÄ das offensichtliche STEMI-EKG und die ACS-Versorgung erklären müssen.

Durch die Standortkürzungen und das Alterslimit sollte es zumindest in nächster Zeit etwas besser werden aber an fixen Auswahlkriterien und Qualitätskontrolle fehlt es noch immer.

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Eine einzelne Erfahrung sagt halt wenig darüber aus, wie es insgesamt aussieht. Nur weil man selbst etwas anders erlebt hat, widerlegt das noch keine Statistik. Dafür bräuchte man deutlich mehr Fälle und nicht nur ein einzelnes Beispiel.

Selbiges gilt auch hierfür, wobei ich auch stark am Wahrheitsgehalt zweifle und das eher in Richtung RD-Urban Legend schiebe. Analog wäre dazu dass ein Lehrling dem Kfz-Meister erklären musste wie man den Blinker eines handelsüblichen PKW aktiviert. Viel leichter wird es nicht.

Von welcher Statstik sprichst du? Im Einzugsgebiet von zwei Honorarstützpunkten kann ich die Qualitätaprobleme bestätigen. Davor schützt auch ein Titel nicht. Leider ist das ACS Beispiel nicht aus der Luft gegriffen und ich könnte noch viele weitere ergänzen wo NA nicht die Leitlinien kannten, die NFS aber.

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Meta-Analyse 2025, 23 Studien und 332.726 Patienten: notärztlich geführte Teams waren mit geringerer Mortalität assoziiert

In dieser Meta-Analyse wurden 14 Studien mit insgesamt 126.829 Reanimationen verglichen. Bei notärztlich geführter Reanimation wurde bei 36,2 Prozent der Patienten ein ROSC erreicht, bei paramedizinisch geführter Reanimation bei 23,4 Prozent. Bis zur Entlassung überlebten 15,1 Prozent gegenüber 8,4 Prozent.

In dieser Registerstudie wurden 21.165 außerklinische Herz-Kreislauf-Stillstände untersucht. Mit ärztlicher Beteiligung überlebten 10,8 Prozent mindestens 30 Tage, ohne ärztliche Beteiligung waren es 8,1 Prozent.

Diese Studie aus Oslo verglich 977 Reanimationen. Einen ROSC erreichten 34 Prozent mit notärztlicher Beteiligung und 33 Prozent bei Versorgung durch Paramedics. Bis zur Krankenhausentlassung überlebten 13 Prozent gegenüber 11 Prozent. Die Unterschiede waren statistisch nicht signifikant.

Und da werden Notärzte aber mit studierten Paramedics verglichen. Weit weg von 830 Stunden NKV. Mit anekdotischen Einzelfällen auf die Gesamtpopulation der Notfallmediziner zu schließen ist unwissenschaftlich. Notärzte erzielen im Durchschnitt bessere Ergebnisse als Nicht-Notärzte, da ändern auch ein paar schwindlige Einzelfälle nichts dran. Meine These ist das würden wir diese Studien anhand von Österreich wiederholen wäre es eine reine Katastrophe. Unser Rettungssystem ist auf dem Rücken einiger weniger idealistischer Notärzte errichtet. Klar gibt es einige wenige TOP NKIs die die österreichischen Limits maximal ausreizen à la MA70, JUH, einzelne ASBÖ-Gruppen etc. die tolle Arbeit leisten. Aber vor der breiten Masse an Hobbyrettern und schwindligen Hauptberuflichen retten uns meiner Ansicht nach primär die Notärzte.

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Tja das mqg ja alles für Notfallmediziner gelten und bestreite ich auch gar nicht dass dieser einen Unterschied macht. Aber davon rede ich nicht sondern vom Praktiker mit einem Dienst im Monat, der sein Notarztdiplom noch in Schilling bezahlt hat, auf dem Stand von damals arbeitet und leider nach dem Motto „ich Arzt du nix“ auch nicht auf die Sani hört. Das sind dann aber in meinen Augen auch keine Notfallmediziner. Aber die steigen halt leider auch noch immer aus dem NEF aus, zum Glück aber zunehmend weniger. So selbstkritisch darf man dem eigenen Berufsstand gegenüber schon sein.

Ein weiteres, kulturelles Problem in Österreich, ist das starke Hierarchiegefälle in den Teams was die Fehlerresilienz schwächt, zu einer schlechten Fehlerkultur führt und Patienten gefährdet. Ich persönlich möchte zum Beispiel mit niemandem zusammenarbeiten müssen der mich abschätzig als Hobbyretter oder schwindeligen Hauptberuflichen sieht und glaubt nur er könne den Patienten retten.

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Also leisten deiner Meinung nach alle anderen außer MA 70, JUH und einzelne ASBs keine gute Arbeit und jeder Patient den sie sehen stirbt weils schwindliche hauptberufliche sind oder Hobbyretter? Ganz ehrlich, diese Ansicht is zum speiben. Es gibt sowohl im ärztlichen Umfeld kompetente und nicht kompetente Personen als auch im Umfeld der Sanitäter:innen. Unabhängig von Organisation oder Angestelltenverhältnis. Ich kenne auch 70er wo du dir denkst „bitte wie bist du nur NFS geworden“, genauso kenne ich ehrenamitliche RKler wo du dir denkst „wenn ichs nicht wüsste könnts auch a Dr. sein“… Die Diskussion ob RD ehrenamltich oder HB oder bezahlt mit dem Gold aus dem Topf am Ende des Regenboges können wir uns sparen… Und nein, ich fühle mich nicht persönlich angegriffen, ich finde nur die Ausdrucksweise katastrophal :frowning:

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Nein, das folgt aus meiner Aussage schlicht nicht. Wenn ich schreibe, dass MA70, JUH und einzelne ASBÖ-Gruppen gute Arbeit leisten, behaupte ich damit weder, dass alle anderen schlecht arbeiten, noch dass bei ihnen „jeder Patient stirbt“. Diese Zuspitzung hast du meiner Aussage hinzugefügt.

Mein eigentlicher Punkt war, dass Ausbildung, Kompetenzen und Versorgungsqualität im österreichischen Rettungsdienst sehr heterogen sind und das System vielerorts stark von Notärzten abhängig ist. Natürlich gibt es in jeder Organisation sowie unter Hauptberuflichen, Ehrenamtlichen und Ärzten sowohl sehr kompetente als auch weniger kompetente Personen. Einzelne persönliche Erfahrungen belegen aber in keine Richtung, wie gut eine gesamte Berufsgruppe oder Organisation arbeitet. Dass meine Formulierung sehr scharf war, kann man kritisieren, aber bitte nicht auf Basis von Aussagen, die ich so nicht getroffen habe.