Spekulationen: Wo kommen die NEF hin?

Diese wald-und wiesen… sind ja die Ärzte, die genau auf den Stützpunkte fahren die jetzt zugesperrt werden sollen.
Da verlieren sie ja leicht verdientes Einkommen.

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Kein Bericht ohne das “…das ist ja nur ein x-Wochen Crashkurs…” Argument.

Ich vestehe dass die gesetzlich angegeben Mindestausbildungsdauer eine hübsche Zahl ist die herumschmeißen kann, aber müssten wir uns nicht eine andere Frage stellen?

“Machen unsere Notfallsanitäter nach dem Erlangen ihrer Berechtigung das, was auch andere Paramedics machen?”

Ich glaube, dass das was unsere NotfallsanitäterInnen (NKV&NKI in NÖ) wirklich können vergleichbar mit umliegenden Ländern ist.

Jetzt gibt es dann halt noch die Sanis die die Mindesaus- und Fortbildungsstunden gradgenau einhlten. Dann siehts halt grauslich aus…

Ich glaube die Argumente von beiden Seiten gehen ein bisschen an der Realität vorbei.

Notärzte haben im D/A/CH Raum traditionell primär die “einfachen” Notfallmedizinischen Aufgaben übernommen, die in anderen Systemen an Sanitäter delegiert wurden (Zugänge, Schmerzbehandlung, ACS-Therapie, Monitoring, …). Dafür war die NA-Ausbildung primär ausgelegt und auch gut geeignet. Das es bei komplexeren Eingriffen wie Notfallnarkosen und Polytraumeversorgung durch die kurze Zusatzusbildung große Unterschiede im Outcome gab, wissen wir (anekdotisch) leider auch.

Mittlerweile geht der Trend in allen Systemen aber dazu über Fachärzte mit einschlägiger Spezialisierung (+/- Sanitäter mit Spezialausbildung) als Critical-Care resource an den Notfallort zu bringen um komplexe Zeitkritische Eingriffe noch vor dem Abtransport durchzuführen. Das ist einerseits die logische Konsequenz aus den zunehmenden Möglichkeiten und Spezialisierung der Medizin. Andererseits können wir es uns einfach nicht mehr Leisten Ärzte zu jedem Patienten zu schicken, der eventuell irgendeine Therapie abseits von Basismaßnahmen braucht.

Lange Rede kurzer Sinn: die Standards müssen bei allen Beteiligten erhöht werden. Dreijährige Ausbildung für Sanitäter, Facharzt für Notfallmedizin statt Allgemeinmediziner mit Zusatzausbildung. Über einzelne NEF-Stützpunkte und die Kompetenz von Berufsgruppen zu diskutieren ist mMn. einfach Sinnlos.

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Sehr gut beschrieben.

Und dort wo wir jetzt Überschneidungspunkte zwischen NFS und Notärzte in den “einfachen” notfallmedizinischen Aufgaben haben dort ist auch das Konfliktfeld. Dort ist auch zu erkennen, dass gut ausgebildete NFS am nofallmedizinischen Puls der Zeit (aktuelle Leitlinien kennen und anwenden) bei immer mehr Einsätzen mit den nebenberuflichen Notärzten ein Problem in der Patientenversorgung haben.

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Was ja auch der BVRD zuletzt recht plakativ auf Instagram so dargestellt hat.

Es zeigt sich immer wieder, dass in der Aussage „Getroffene Hunde bellen am lautesten“ doch ein bissl Wahrheit steckt.

Ich bin gespannt, ob es in Zukunft bei einer kleineren Anzahl an NEFs endlich zwingende Einstiegsvoraussetzungen (zusätzlich zum NA-Diplom) und eine Qualitätskontrolle bei den Notärzten geben wird. Die Notarztrefresher gemäß § 40 Abs 7 ÄrzteG dürften diese Funktion ja offensichtlich nicht ausreichend erfüllen. Vorgeschrieben sind min. 16 Einheiten je min. 45 min relevante Fortbildung innerhalb von 3 Jahren und keine Prüfung/Rezert/etc. (und die für ärztliche Tätigkeit zusätzlich notwendigen DFP Punkte-Weiterbildungen usw. müssen keine RD Relevanz haben) Da ist sogar unser SanG deutlich restriktiver mit den 16h Fortbildung + Rezert innerhalb von 2 Jahren. (Und wir alle wissen, wie einfach man das erledigt).

Vorbild könnte man sich ja z.B. beim ÖAMTC nehmen, wo die NÄ mittlerweile ein Assessment bestehen und nachher auch regelmäßig praktische Fortbildungen besuchen müssen. (Natürlich ist der Bewerberpool ein größerer für weniger Plätze, aber bei weniger NEFs wird sich das wohl auch am Boden ändern)

Derzeit ist halt beim ärztlichen Personal das Problem, dass sich keiner was sagen traut, weil “der/die springt mir ja so oft ein” oder “die/der ist ja eh so nett” und es halt absolut keinen äußeren Druck gibt, irgendwelche Qualitätsziele zu erreichen, hauptsache das NEF ist einfach/schnell besetzt und angemeldet. (Die Argumentation ist natürlich beim nicht ärztlichen Personal sehr ähnlich, aber da sieht man in den letzten Jahren m. E. bei vielen Standorten eine deutliche Verbesserung auf den RTWs.)

Daher gibt es ja auf den NEFs auch “hauptberufliche” Notärzte, die von NEF zu NEF fahren und trotzdem keine ansatzweise Leitliniengerechte Patientenversorgung zusammenbringen. Laufende Beschwerden vom RD-Personal als auch von den übernehmenden KHs werden halt einfach ignoriert.

Und zumindest in meiner Gegend gibt es durchaus nicht wenige, motivierte und gute NotfallmedizinerInnen, die mittlerweile sehr frustriert sind, weil sie in ihrem KH als kompetentes Personal vom NEF z.B. auf die Intensiv abgezogen werden und draußen fährt dafür dauerhaft einer der “problematischen” Kollegen. Und auf Honorar-NEFs werden die Plätze mittels 36h Diensten von Personal, welches zur Not Arzt ist, teilweise 1 Jahr im Voraus aufgefüllt und jeder mit noch nicht bekannten Dienstplan kann höchstens als Lückenfüller einen unbeliebten Dienst nehmen. Denke das könnte uns in Zukunft noch zu einem Problem werden, wenn es da nicht ein Umdenken gibt und das NEF weiterhin nur “besetzt” wird und nicht die Qualität im Vordergrund steht.

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NÖN: Gmünd, Mistelbach & Co.: Widerstand gegen Gesundheitsplan 2040+ wächst

ORF - Am Schauplatz Kampf ums Krankenhaus.
Thematisiert KH Bad Aussee, KH Gmünd und NA Waidhofen Ybbs

Meine persönliche Meinung zu den Beiträgen:

Proteste der KH Schließungen verstehe ich zumindest teilweise, eigentlich war zb in Mistelbach die Stroke Unit schon noch vorgesehen laut ursprünglichen Plan. Zusätzlich die Sorgen neben den Anfahrtszeiten, die vollen Ambulanzen und dass die schon jetzt ewig langen OP Wartezeiten noch schlechter werden.

Protest aus Waidhofen sieht nur das Problem der Finanzierung, nicht NA Mangel oder Änderungen der Ausrückordnung. Gerade das mit dem Thema Sparen hat man finde ich von seiten Politik auch anfangs etwas falsch kommuniziert. Ist natürlich auch die Frage wann der Beitrag gedreht wurde, aber gerade da gab es ja jetzt auch die Besetzungsprobleme und Umstellungen.

Dr. Gruschlbauer Hausarzt aus Waidhofen hat schon NA Mangel auch erwähnt, gleichzeitig sieht er aber noch Notwendigkeit einen Stemi/ACS aus der Ordi mit NA immer begleiten zu lassen. Gerade so hoffentlich antherapierte Fälle aus der Ordi sind genau eben keine NA Indikation wenn nicht im Schock finde ich.

Dr. Fohringer hat auch wegen NA Mangel und Weiterentwicklungen wieder pro NFS mit Telemedizin gesprochen

Im Beitrag kommen First Responder vor die nicht Sanis sind wenn ich das richtig verstanden habe. Das ist mir neu, aber warum auch nicht. Gerade Bereich FR hat noch viel Potential in meinen Augen.

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Wieso darf herr Kozlowsky eigentlich seine NAW-Lüge in allen Medien verbreiten?
Der erste Notarztwagen Österreichs (sowie einer der ersten in Europa) existierte in der VOEST bereits in den 50ern, der erste öffentliche meines Wissens nach in Linz 1974.

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Sogar der Nachbar NAW-Mistelbach war vorher da.

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Er sprach ja vom ersten “funktionierenden” NAW - und der war wohl ganz klar in GF. :winking_face_with_tongue:

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So hat jedes Bundesland seine Rettungsdienst -Sagen :wink: Hier im Burgenland erzählen sie, ein Herr Beham aus Oberwart oder so hat quasi im Alleingang den modernen Rettungsdienst erfunden. :wink:

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Und bei uns existiert seit eh und je die Geschichte dass ein T6 Hochdach mit Pulsoxy und Laiendefi ein “RTW” ist :face_with_spiral_eyes:

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