Gibts doch schon lange (auf diversen Stützpunkten).
In Waidhofen speziell liegts aber am Umgang mit dem Personal und an sonst nichts ![]()
Bis Ende März 2026 Hybrid (LGA und Freiberuflich)
April 2026 bis zur Schließung 2027 rein mit freiberuflichen NÄ
„Künftig gibt es nebenberufliche Notfallsanitäter statt bestens ausgebildete Notärzte.“
…sagt der nebenberufliche Notarzt, der eigentlich Hausarzt ist.
Will jetzt kein NÖN-Abo abschliessen, aber ich verstehe nicht warum man sich immer so unnötig gegeneinander ausspielen muss.
Ich liebe es immer wieder, wenn sich Hausärzte als Notärzte titulieren und nicht einmal ansatzweise an die Leistung eines richtigen Notarztes, sprich Anästhesisten/Intensivmediziner, auch nur ansatzweise herankommen
Sind dann die gleichen ärztlichen Kollegen, die Venen nur mit Butterfly stechen, beim ACS Nitrospray ballern und für die ABC ein Alarm ist.
Arzt aus Auersthal legt sich mit Ärztekammer und Notruf NÖ an
Allgemeinmediziner Peter Kozlowsky aus Auersthal kritisiert das Vorgehen seiner eigenen Ärztekammer und des Notrufs NÖ in puncto Notfallversorgung: „Künftig gibt es nebenberufliche Notfallsanitäter statt bestens ausgebildete Notärzte.“
Peter Kozlowsky ist langjähriger Allgemeinmediziner in Auersthal. Jetzt rechnet der streitlustige Doktor, der in der Vergangenheit schon öfters Entwicklungen im Gesundheitsbereich, die seiner Meinung nach falsch liefen, an den Pranger stellte, mit der aktuellen und geplanten Notfallversorgung in NÖ ab. Dabei kritisiert er vor allem das Verhalten seiner eigenen Ärztekammer und jenes der landeseigenen Notruf NÖ GmbH.
„Spitäler werden geschlossen bzw. umfunktioniert. Elf von 32 Notarztstützpunkten werden geschlossen. Niederösterreichische Patienten werden in Wiener Krankenhäusern ausgesperrt. Die Notfallversorgung wurde fast völlig vom Roten Kreuz und dem Notruf NÖ übernommen. Die Ärztekammer als Vertretung der Mediziner hat jede Bedeutung und Mitspracherecht – eigentlich Mitsprachepflicht – verloren, wurde also ausgebremst“, poltert Kozlowsky.
Und weiter: „Der Chef von Notruf NÖ erklärte mehrmals großmundig, respektlos und überheblich, dass häufig Augenärzte und Gynäkologen ohne spezielle Ausbildung als Notärzte unterwegs waren.“ Als Initiator des ersten funktionierenden Notarztwagens in Österreich (Gänserndorf) müsse Kozlowsky dies energisch zurückweisen: „Jeder aktive Notarzt hat und hatte eine entsprechende Ausbildung. Unverständlich, dass es auf so eine unkorrekte Aussage keine Reaktion der Kammer gab.“
„Neue Notfallsanitäter üben diese Tätigkeit nur gelegentlich aus“
Was den Auersthaler Mediziner weiters ärgert: „Der Notruf-NÖ-Chef erklärt, dass durch den Einsatz von Notfallsanitätern mit einer mehrwöchigen Spezialausbildung eine bessere medizinische Versorgung in NÖ garantiert wird.“ Damit werde fälschlich das Gefühl vermittelt, dass hier „scheinbar bestens qualifizierte hauptberufliche Paramedics mit vierjähriger Ausbildung“ künftig bei Notfällen eintreffen: „Nicht erwähnt wird, dass viele der neuen Notfallsanitäter diese Tätigkeit nur gelegentlich, weil nebenberuflich, mit kaum Erfahrung ausüben.“Kozlowsky versteht nicht, warum der Notruf NÖ in einer medizinisch so angespannten Situation nicht auf die 800 niedergelassenen Ärzte – viele mit Notarztausbildung – zurückgreift: „Bevor man den lokalen Mediziner verständigt, holt man lieber den teuren Hubschrauber – zahlen muss ohnehin die Krankenkasse. Pech halt, wenn das Wetter nicht passt. Aber der Sanitäter wird’s dann schon richten.“
Für den Auersthaler ist es bedauerlich, dass es keine vernünftige Zusammenarbeit mehr zwischen Ärzteschaft, dem Roten Kreuz und der Leitstelle (Notruf NÖ) für die optimale Versorgung von Patienten gibt: „Dafür ist jetzt die Zeit der Selbstdarsteller angebrochen!“ Kozlowsky kritisiert auch die jüngste Einigung bei der Blaulichtgenehmigung: „Während Sanitäter und Zivildiener zu Notfällen problemlos mit Blaulicht fahren können, ist der bestens ausgebildete Arzt und Notarzt vor Ort einer unglaublichen Bürokratie ausgesetzt.“
Die betroffenen Mediziner werden sich ernsthaft überlegen, ob sie künftig zu Notfällen ausrücken, betont Kozlowsky: „Zusätzlich werden sie sich fragen, wieso ihre Interessensvertretung bei dieser Regelung zustimmen konnte. Wir da draußen sind gern Helfende, aber keine Bittsteller!“
Die NÖN bat natürlich Notruf NÖ um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen – leider ohne Reaktion. Kooperativer zeigte sich hingegen die Ärztekammer. „Bei der Blaulichtgenehmigung handelt es sich um eine Verordnung des Landes, die keiner Zustimmung der Ärztekammer für NÖ bedarf. Dennoch sehen wir die aktuelle Regelung in vielen Bereichen positiv“, erklärt Präsident Harald Schlögel gegenüber der NÖN.
Und weiter: „Alle Ärztinnen und Ärzte, die sich regelmäßig am Wochenend- und Feiertagsdienst beteiligen und dort mit einem privaten Fahrzeug ihren Dienst absolvieren, können unkompliziert ein Blaulicht beantragen.“ Ein Vergleich mit Sanitätern oder Zivildienern ergebe keinen Sinn, da diese nicht mit ihren Privatautos Dienste durchführen, sagt Schlögel.
Ärztekammer richtet freiwilligen Notfallbereitschaftsdienst ein
Alle Ärztinnen und Ärzte, die sich aktiv im First-Responder-System engagieren, können ebenfalls ein Blaulicht beantragen und bekommen dieses unter klar definierten Voraussetzungen, um einer rechtssicheren Lösung zu entsprechen. Dies sei ein wichtiger Schritt in Zeiten rückläufiger Notarztstützpunkte: „Als Ärztekammer werden wir dafür einen freiwilligen Notfallbereitschaftsdienst einrichten. Notruf NÖ übernimmt künftig die Alarmierung der ärztlichen First-Responder.“Um den hohen Qualitätsstandards zu entsprechen, sei die Verwendung von Blaulicht und Folgetonhorn ausschließlich bei Gefahr in Verzug für Fahrten im Rahmen des rund um die Uhr verfügbaren Notfallbereitschaftsdienstes zulässig, betont der Ärztekammer-Präsident: „Mit der neuen Regelung wurde eine praxistaugliche und rechtssichere Grundlage geschaffen, die den Anforderungen sowohl der ärztlichen Notfallhilfe als auch der Verkehrssicherheit gerecht wird.“
Schlögel begrüße diese Einigung als wichtigen Schritt zur Stärkung des First-Responder-Systems und zur Verbesserung der medizinischen Erstversorgung in Niederösterreich: „Sie ermöglicht engagierten Ärztinnen und Ärzten, im Ernstfall noch schneller, koordinierter und sicherer Hilfe zu leisten.“
Hoffe, die NÖN steinigt mich jetzt nicht…
„Das Zeitalter der Selbstdarsteller“
Sagt der Bro, der sich für sowas bei der NÖN meldet und ein Blaulicht für sein Privatauto hat. Und über die „entsprechende Ausbildung“ für Notärzte brauchen wir nicht zu reden…
Da könnte ja der Eindruck entstehen, zu jedem Notarzteinsatz würde ein Facharzt für Notfallmedizin mit 5 Jähriger Weiterbildung kommen. ![]()
Sich über die NFS wegen der kurzen Ausbildungszeit zu beschweren und im selben Atemzug behaupten das Augenärzte Notfallmedizin beherrschen weil Sie eine Woche auf dem NEF verbracht haben kann man sich eigentlich auch nicht ausdenken.
Und um die scheinbare Arroganz des Dr. Fohringer anzusprechen: Er spricht an, was sich in Österreich niemand sagen traut, weil wir in diesem Land von Titeln und Seniorität mehr halten als von Qualität.
Wo Notarzt draufsteht ist nicht überall Notarzt drinnen. Das darf man nicht laut sagen, aber wer am Land fährt, kennt gelegentlich Situationen, in denen ein Storno-NEF beim kritischen Patienten mit anschließendem Load and Go eigentlich die bessere Strategie ist, wenn man in den Dienstplan geschaut hat und weiß, welcher Druide zu einem unterwegs ist.
Das sind deshalb keine schlechten Ärzte! Das sei auch einmal festgehalten! Aber eben keine Notfallmediziner. Es würde sich auch kein Gynäkologe nach einer Woche Praktikum im Neuro-OP als Neurochirurg bezeichnen. Notfallmedizin verdient endlich den Umfang einer eigenen Fachdisziplin und wir sind im DACH Raum damit noch in den 50er Jahren.
WICHTIG: Das heißt nicht, dass alle Sanis deswegen so super sind und wir nichts verbessern müssen. Das österreichische Rettungswesen ist krank und ich bin es leid zu hören, dass die Ärzte davon befreit sind!
Wir müssen ALLE für mehr Qualität kämpfen. Und das mache ich nicht, wenn ich mich in einem Regionalblatt medienwirksam aufpudele.
Spannend auch, dass er sich als “Initiator des ersten funktionierenden Notarztwagens in Österreich” bezeichnet - lt. Medienberichten ging der NAW Gänserndorf 1988 in Dienst, da gab es andere schon eine ganze Zeit lang…
„Neue Notfallsanitäter Notärzte üben diese Tätigkeit nur gelegentlich aus“
Was den Auersthaler Mediziner weiters ärgert: „Der Notruf-NÖ-Chef erklärt, dass durch den Einsatz von Notfallsanitätern Notärzten mit einer mehrwöchigen Spezialausbildung eine bessere medizinische Versorgung in NÖ garantiert wird.“ Damit werde fälschlich das Gefühl vermittelt, dass hier „scheinbar bestens qualifizierte hauptberufliche Paramedics Fachärzte für Notfallmedizin mit vierjähriger Ausbildung“ künftig bei Notfällen eintreffen: „Nicht erwähnt wird, dass viele der neuen Notfallsanitäter Notärzte diese Tätigkeit nur gelegentlich, weil nebenberuflich, mit kaum Erfahrung ausüben.“
FTFY!
Mich schockiert dieser Beitrag enorm. Wie kann man so wenig selbst reflektiert sein.
Ich weiß, diesen Berüchtigen 1-Wochen-Notarzt-Kurs gibt es eh nicht mehr in dem Format. Trotzdem sollten die sich - wie eh jz schon öfter erwähnt - selbst auch an der Nase fassen.
Um BTT zu kommen: Ich finde auch nicht alle NEF-Schließungen toll. Aber das da von den Ärzten oft so ein Wirbel kommt verstehe ich nicht. Da geht es wahrscheinlich nur um gekränkte Egos.
Es entzieht sich nicht meinem Amüsement, dass zuerst so eine Aussage kommt und dann die ganze Zeit in die selbe Kerbe geschlagen wird. Tut das wirklich Not? Könnten wir nicht einfach demonstrieren dass wir besser sind als solche billigen Aussagen?
Man kann aber auch nicht alles so stehen lassen was von einem Hausarzt kommt, der vor Jahrzenten irgendwann mal eine einwöchige Fortbildung genossen hat, nur weil er laut ist. Der betreibt Notfallrettung mindestens genauso als Hobby, wie er es anderen unterstellt.
Und er betreibt nur einen sehr schmalen Bereich der Notfallmedizin. In Deutschland hat das früher Rettungsmedizin geheißen.
Das is ein Querschnitt aus Hausarzt und vorgelagerter Intensivmedizin. Für den ersten Teil brauchst keine Ärzte und das andere kann nur ein Bruchteil der Notärzte in hoher Qualität leisten.
Ich lass dir deine Meinung eh, meine ist halt, dass man sich nicht wegen jedem Rülpser auf das Niveau des Rülpsenden begeben muss. Nachdem man selbst noch den Rülpser kritisiert hat. In einem Bereich, in dem wir unter uns sind und der Rülpsende das nie lesen wird. Und damit erst das erreicht hat, was er wollte, nämlich Reichweite. Aber you do you.
Die viel zitierte und geforderte Professionalität ist halt nicht nur, möglichst viele oarge Maßnahmen mit dem Patienten aufzuführen. Professionalisierung bedarf nunmal auch einer professionellen Sprache. Stimmt, die hat der Herr Doktor missen lassen. Aber ich war halt noch nie der Fan davon, schlechtes Verhalten mit schlechtem Verhalten zu argumentieren.
„Das wird nun auch so kommen: Das Rote Kreuz kümmert sich ab nun um die Besetzung des Notarztes gemeinsam mit der Landesgesundheitsagentur (LGA). „Von Ende März 2026 bis zum 31. März 2027 betreibt dann das Rote Kreuz Niederösterreich den Notarztstützpunkt in eigener Verantwortung“ betont Landesrettungskommandant Wolfgang Frühwirt, dass man über die Weihnachtsfeiertage alle Vorbereitungen mit den Teams des Roten Kreuzes getroffen habe.“
Mangels NÖN Plus (vielleicht kann es wieder jemand den ganzen Text posten) kann ich nicht den kompletten Artikel bewerten.
Generell finde ich es aber gut, dass sich NFS nun auch medial behaupten und nicht wie früher einfach nur kuschen. Zeigt von mehr Selbstvertrauen und einem anderen Selbstverständnis der eigenen Rolle. Sicher auch ein Effekt der Kompetenzerweiterungen in NÖ.
Hier der komplette Artikel:
Streit um Notfallversorgung: Sanitäter kontert Aussagen von Arzt
Für Aufsehen sorgte der NÖN-Bericht über den Auersthaler Allgemeinmediziner Peter Kozlowsky, der die geplanten Änderungen in der Notfallversorgung scharf kritisierte. Jetzt kontert ein Sanitäter: „Ein hauptberuflicher Notfallsanitäter ist agiler als ein nebenberuflicher Notarzt.“
Der umtriebige Mediziner Peter Kozlowsky aus Auersthal, er hatte einst den ersten funktionierenden Notarztwagen in Österreich initiiert, trat mit seinem Rundumschlag gegen seine eigene Ärztekammer und den „Notruf NÖ" (die NÖN berichtete) eine Lawine los: An die 500 Bürger gaben dem verdienten Arzt auf Facebook recht, nachdem er vor einer Zukunft ohne Notärzte gewarnt hatte.
Kurz zusammengefasst: Das Land plant, zahlreiche Notarztstützpunkte in NÖ aufzulassen, darunter auch jenen in Groß-Enzersdorf. Im Gegenzug sollen manche Sanitäter speziell ausgebildet werden, die dann den Notarzt ersetzen. Das Land rechtfertigt seinen Schritt mit dem Argument, dass immer weniger Notärzte zur Verfügung stehen. Die Gegner dieses Plans wiederum sprechen von Einsparungsmaßnahmen – Sanitäter seinen schließlich kostengünstiger als studierte Mediziner.
Auch Kozlowsky hält von dem Vorhaben nichts: Ein nebenberuflicher Sanitäter könne nie einen hauptberuflichen erfahrenen Mediziner ersetzen – schon gar nicht, wenn dieser über eine Notarztausbildung verfügt. Man brauche sich nur selbst die Frage stellen: „„Wenn Sie in der Nacht einen Infarkt haben, wollen Sie lieber von einem Notarzt mit jahrelanger Erfahrung und guten Sanitätern versorgt werden oder von einem Sanitäter mit Zusatzausbildung?“
„Notarzt braucht dort 30 bis 40 Minuten zum Einsatzort“
Während ein Großteil der Bevölkerung als Antwort vermutlich den Arzt nennt, bricht Jakob K. (Name der Redaktion bekannt) eine Lanze für den „Sani“ – nicht nur deshalb, weil er selbst einer ist: „Ich arbeite seit zehn Jahren ehrenamtlich im Rettungsdienst in NÖ, seit einigen Jahren als Notfallsanitäter.“ Er erklärt, dass die meisten seiner Kollegen eine Reduktion der Notarztstandorte skeptisch sehen: „Viele Stützpunkte, die wegfallen sollen, befinden sich in der Peripherie. Dort ist das Einsatzaufkommen zwar tatsächlich geringer, allerdings muss dann bei den wenigen kritischen Einsätzen, die einen Notarzt erforderlich machen, mit einer Eintreffzeit des Mediziners von 30 bis 40 Minuten gerechnet werden. Sofern überhaupt einer verfügbar ist.“
Es gebe mittlerweile viele Krankheitsbilder, die Notfallsanitäter selbst versorgen können: „Aber glauben Sie mir – kein Sanitäter ist bei komplexen Krankheitsbildern oder schweren Traumata gerne auf sich allein gestellt. Wir brauchen Notärzte. Es liegt nicht im Interesse von uns, diese zu ersetzen.“ Es sei aber verständlich, dass der Ärztemangel auf die eine oder andere weise kompensiert werden müsse.
Viele Patienten, für die in der Vergangenheit ein Notarzt erforderlich war, können heute mit einer erweiterten Medikamentenliste, auf die Sanitäter zurückgreifen können, durch einen sogenannten RTW-C (umfangreich ausgerüsteten Rettungstransportwagen) versorgt und in ein Krankenhaus gebracht werden: „Für Sanitäter war dies ein erster Schritt in Richtung Professionalisierung, für das Land NÖ offenbar eine Möglichkeit, Notarztstandorte abzubauen und mehr Verantwortung auf Sanitäter abzuwälzen.“
Die Aussagen von Kozlowsky will Jakob K. nicht so stehen lassen: „Sie erwecken bei mir den Eindruck, als ob Sanitäter keine qualitative Patientenversorgung durchführen könnten.“ Was aber keinesfalls der Realität entspreche. Der Großteil der Notfallsanitäter sei auch hauptberuflich tätig. Und moderne Sanitäter würden agil mit Hilfe von internationalen Leitlinien auf dem aktuellsten Stand der Wissenschaft arbeiten: „Im Gegensatz dazu arbeiten oft Notärzte, die seit Langem ein Notarztdiplom besitzen, eher nach Gefühl oder weil etwas immer schon so gemacht wurde.“
Bis vor einigen Jahren habe das Notarztdiplom auf einem 40-stündigen Kurs basiert: „Ein Studium der Allgemeinmedizin und dieser Kurs bereitet Ärzte nur bedingt auf maximalinvasive Maßnahmen vor, für die echte Profis dann wirklich notwendig sind.“ Der Sanitäter nennt als Beispiele Thoraxdrainagen, Versorgung von Polytrauma, Reanimationen, Thorakotomien sowie komplexe kardiologische Krankheiten, die sofortige Maßnahmen erfordern.
Diese echten Profis finde man eher im Bereich Anästhesie und Intensivmedizin. „Dr. Kozlowsky, ein Allgemeinmediziner mit einem Notarztkurs, der vermutlich mehrere Jahrzehnte in der Vergangenheit liegt, macht in Wahrheit genau das, was er Sanitätern vorwirft – er ist gelegentlich Notarzt, weil er dies nebenberuflich tut“, meint Jakob K.
Kozlowsky: „Das zeigt von wenig Kenntnissen über die Ausbildung von Notärzten“
Ein Vorwurf, den Kozlowsky nicht auf sich sitzen lässt: „Wenn ein Sanitäter die ärztliche Leistung bei einem Notfall damit abqualifiziert, dass die meisten Notärzte ohnedies nur aus dem Bauch heraus medizinische Entscheidungen treffen, so zeigt dies zwar von einem für mich erschreckenden Selbstbewusstsein, aber leider von wenig Kenntnissen über die Ausbildung von Notärzten und deren Bedeutung.“
Die Aussage von Jakob K. mache den Auersthaler betroffen: „Ärzte treffen ihre Entscheidungen auf Basis eines langen Studiums, einer langjährigen Spitalsausbildung und einer oft schon jahrzehntelangen Erfahrung in der Praxis oder im Krankenhaus.“ Zusätzlich müssen sie engmaschige verpflichtende Notarzt-Fortbildungen absolvieren: „Dies ist dem Herrn Sanitäter scheinbar unbekannt.“
Für Kozlowsky steht fest: Durch viele internationale Studien sei bewiesen worden, dass eine Notfallversorgung dann am sichersten und erfolgreichsten ist, wenn ein Arzt oder Notarzt mit einem gut ausgebildeten Sanitäter als Team zusammenarbeitet. „Wenn es einen Mangel an Notärzten gibt, ist das Land gefordert, mehr Anästhesisten auszubilden und zum Notarztdienst zu verpflichten.“
Der Mediziner abschließend: „Wenn man tatsächlich ärztliche Kompetenz an Sanitäter weitergeben muss, dann braucht man auch eine kostenintensive professionelle vierjährige Ausbildung auf Paramedic-Niveau. Mit mehrwöchigen Kursen wird man das Ziel nicht erreichen.“ Und mit einer nebenberuflichen Arbeit – wie sie auch Jakob K. ausübt – werde das Ganze ebenfalls nicht funktionieren: „Nach meiner Kenntnis sind ca. die Hälfte der Notfallsanitäter in NÖ nebenberuflich tätig.“
Es ist immer wieder verblüffend, wie anders führende Notfallmediziner des Landes (Thal, Fohringer, Schreiner, Grassmann und co.) über Notfallsanitäter und deren Fähigkeiten sprechen im Vergleich zu den Wald-und-Wiesen-1-Honorardienst-im-Monat Notärzten.