BVRD.at startet weitere Social Media Kampagne
Neue Ausbildungsstufe für Sanitäter:innen notwendig - BVRD
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Neue Ausbildungsstufe für Sanitäter:innen notwendig | BVRD.at - Bundesverband Rettungsdienst
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Das ÖRK startet eine offizielle Petition:
Der RK-Vorschlag wäre der Untergang des Abendlandes…! Hoffentlich wird dieser nicht umgesetzt!
Wär ja schön wenn die (RK) Sanis endlich mal laut werden - gerade in NÖ werden fast wöchentlich die Kompetenzen und Anforderungen erweitert ohne jegliche Ausbildungsverbesserung oder Gehaltsverbesserung. Jetzt der traurige, fast lächerliche Vorschlag das überaltete Ausbildungskonzept als Neue überarbeitete Ausbildungsverordnung zu verkaufen. Hauptsache der EA Mitarbeiter kommt nicht zu kurz, und darf sich wieder darüber freuen ein weiteres Medikament ohne NA verabreichen zu dürfen. Ein Brustschuss gegenüber engagierten beruflichen Mitarbeitern die den Sanitätsberuf gerne ausführen.
Ich stimme fast gänzlich zu, keine Ausbildungsveränderung ist aber nicht ganz richtig. Die Ausbildung in NÖ wird ständig an die neuen Anforderungen angepasst. Gerade jetzt auch mit dem NFS Refresher Kurs für langjährige NFS, um auf die neue Aufgabe trainiert zu werden ist ein richtiger Schritt.
Natürlich ist das too Little too Late aber eben auch nicht Nix.
Aber ich finde, du sprichst etwas relevantes an: Die Anforderungen steigen halbjährlich, die Arbeit wird komplexer, die Verantwortung vollumfänglicher. Im Börserl merke ich davon genau gar nichts. Ich würde am KTW als RS mit mehr aussteigen, weil ich da zumindest mit Trinkgeld rechnen kann. Die Bezahlung steht in keiner Relation zur Verantwortung, allein schon, weil ich im Prinzip eine Berufshaftpflicht und Rechtsschutzversicherung brauche, weil ich in Österreich als NFS so wenig Schutz habe.
Der ÖRK Vorschlag könnte/sollte natürlich weiter gehen, großer Vorteil er kostet kaum mehr Geld und bildet etwas mehr die aktuelle Realität ab. Das reduziert zumindest das Problem, wer soll große Änderungen bezahlen?
Nur weil man ein BSc Paramedic Studium gesetzlich ermöglicht in einem bundsweiten SanG, bedeutet dies nicht automatisch toll bezahlte Stellen. Die Frage ist auch wie viele Paramedics benötigt es dann pro Bundesland/Region? Gibt es vielleicht auch Bundesländer die nicht bereit sind für Paramedics zu bezahlen? Wer zahlt die Zeit der Ausbildung? Wird ein BSc Paramedic viel besser bezahlt wie ein NKI heute? Warum verdient ein BSc DGKP gleich viel wie ein DGKP ohne BSc? Würde das RK/ASB bei Neuverhandlungen Paramedics einfordern oder zwecks Machterhalt lieber bestehende Verträge verlängern?
Ich bin auch pro besser bezahlte Stellen, Qualitätsmanagement und Studien auf FH. Wenn ich mir aber aktuell anschaue, dass RKNÖ fast pleite war im Ende 2025, aktuell RKNÖ/ASBNÖ nicht wissen wie sie mit den Spritkosten umgehen und man im KH Bereich Stationen und Betten zudreht, sehe ich keine Bereitschaft X hundertausende € mehr zu investieren.
Naja, wenn sich innerhalb von 5 Jahren mein Kompetenz und Verantwortungsbereich so rapide verändert muss es sich für die Mitarbeiter auch finanziell und ausbildungstechnisch verbessern - und das tut es nicht. Wenn ich als Anästhesiepfleger nichtmehr bei der Narkose assistiere sondern in Zukunft Narkosen eigenverantwortlich durchführen soll erwarte ich mir auch eine Ausbildungs- und Gehaltsverbesserung. Genau das passiert hier im RD - innerhalb von wenigen Jahren übernehmen wir (bisher) notärztliche Tätigkeiten - ohne Aufschrei der Betroffenen. Egal ob verpfl. beruflicher NKI mit vernünftigen Berufsschutz, BSc oder Dipl. NFS, irgendwas muss sich tun und wir Sanis müssen uns dafür einsetzen.
Gute Analyse. Nächster Schritt: Was tun!
Der Zulauf zum BVRD hält sich sehr in Grenzen und dass ein Betriebsrat genau diese Argumente gebracht hätte, hab ich leider auch nicht mitgekriegt…
Der BVRD könnte sich schon jetzt dafür einsetzen nur er hat sich thematisch in das Thema SanG neu und Akademisierung verbissen. Langfristig muss man das sicher weiter verfolgen doch die Realität verändert sich ebenfalls ständig weiter, siehe fortlaufende Kompetenzetweiterung.
Die sich nun öffnende Schere zwischen Kompetenz/Verantwortung zu Ausbildung/Bezahlung greifen sie nicht sichtbar auf. Warum?
Nun da kann ich nur vermuten. Vielleicht auch weil sie befürchten es könnte das Ziel der Akademisierung und dem SanG neu in Frage stellen. Wenn schon jetzt LVs zeigen was mit den bestehen Rahmenbedingungen geht, warum braucht es da noch einen NFS Bsc?
Zum Thema Ausbildung. Bei der Erweiterung der Kompetenzen auch die notwendige Ausbildung anzubieten ist schon eine Bringschuld der Organisation.
Das Bezahlungsthema krankt im Rettungsdienst auch sicher immer daran, dass der Weg nahezu immer von einer freiwilligen Tätigkeit (Hobby) in einen Beruf umgewandelt wird. Ich möchte wirklich niemanden einen ordentlichen Lohn absprechen und denke auch, dass eine Erhöhung mit steigender Verantwortung wirklich nur fair wäre. Bei gleichbleibender Bezahlung werden jedoch trotzdem immer wieder sich genügend Leute finden, die die Sache machen weil der Großteil Idealisten sind, die selbige Verantwortung meist vorher ohne Bezahlung getragen haben. Der einzige Weg für mehr Lohn kann somit nur über eine Interessensvertretung / Gewerkschaft erfolgen, da auch der Markt sehr reglementiert ist und es zumeist kaum Konkurrenz gibt, die einen Wettbewerb um Personal fördern würde und somit auch die Konditionen.
Die aktuelle Wirtschaftslage kann keine Entschuldigung sein, lange überflüssiges Geld in die Modernisierung des Systems zu stecken.
Von einem neuen SanG ist schon seit vor Corona die Rede, wenn die Regierungen das Thema immer vor sich herschieben, ist das nicht unser Problem.
Mir ist klar, dass es darauf hinauslaufen wird. Aber es wäre absolut nicht tragbar, schon in der Forderung auf wirtschaftliche Faktoren Rücksicht zu nehmen, auf Kosten der Qualität.
Ich denke, dass die Versorgung in den Augen eines normalen Bürgers und normalen Politikers gut bis sehr gut funktioniert. Es liegen keine handfesten Daten vor, dass Patienten in Österreich aufgrund mangelhafter präklinischer Versorgung häufiger sterben als in anderen EU-Ländern. (Eventuell ein Hebel an der unsere Lobby etwas ändern könnte)
Aus den Gründen gibt es wenig Ambition das System schnell zu ändern, vor allem, wenn das neue System kostenintensiver ist, als das bestehende System.
Ich würde mir auch bessere Ausstattung, solide Ausbildung und Berufsschutz wünschen, doch die Probleme sehen vor allem nur wir, nicht die Mehrheit der Wähler, somit gibt es wenig Drang der Politik das schnell zu ändern.
Diese Daten wird es auch nicht geben. Österreich hat aufgrund der absurd hohen Notarztdichte eine exzellente präklinische Versorgung. Um das wirklich Vergleichen zu können müsstest du ab sofort alle NEFs und die meisten NAHs unbesetzt lassen, das ganze ein Jahr laufen lassen und dann mit anderen Ländern ohne ärztliches Personal in der Notfallrettung vergleichen. Ich wage zu behaupten, dass die Ergebnisse eine Katastrophe wäre im Vergleich zb zu GB oder der Schweiz.
Es wird nie einen realistischen Anreiz für die Politik geben das System zu ändern, wenn die Notärzte weiterhin die Problematiken des Regelrettungsdienstes kaschieren. Der Auftrag der Politiker an die HiOrgs ist ein billiger Rettungsdienst (außer evtl. in Wien) und den wird man mit einem Dipl. NFS, einem Notarztsystem und einer Professionalisierung nicht haben. So realistisch muss man sein, da kann der BVRD noch so sehr mit vagen Zahlen um sich werfen.
Genau an dem wird eine grundlegende SanG Reform zusätzlich noch scheitern. Ich glaube die folgende Fragen kennt jeder: „Sie sind der Notarzt?“, bzw. „Kommt der Notarzt auch?“ Die Menschen wissen, dass eine höher qualifizierte Kraft kommt sobald es notwendig ist (oder auch nicht). Das Sanitätspersonal wird nur als Gehilfen wahrgenommen und das wird sich meiner Meinung nach ohne Emanzipation vom Notarztsystem nicht so schnell ändern.
Was soll das bringen? Wir haben KEIN Paramadic System, das hat das SanG schon vor über 20Jahren festgelegt. Also bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
Wollen wir ein Paramedic System oder an einem notarztgestützen System festhalten? Denke das sollte man grundlegend mal entscheiden bevor man mit einem SanG weiter macht.
Ein notarztgestütztes System ist auch kein Widerspruch zu einer Professionalisierung des nicht-ärztlichen Personals. Es gibt mehr als nur Schwarz und Weiss.
Ich habe mich darauf bezogen, dass ein Vorposter meinte, dass es keine Daten zu einer eventuell schlechteren präklinischen Versorgung in Österreich gibt. Wir vergessen aber oft, dass die präklinische Versorgung in Österreich auf einem unglaublichen hohen Level ist, eben weil gerade zu jedem zweiten Einsatz ein Notarzt fährt. So eine Studie würde wahrscheinlich eher ein besseres Outcome in Österreich beweisen. Ohne den Faktor NA aus der Gleichung zu nehmen, lassen sich die unterschiedlichen Systeme nicht vergleichen.
Das würde ich so absolut ausgedrückt respektvoll in Frage stellen.
Der Faktor NA ist ein wesentlicher Teil des Systems. Du kannst nicht aus einem NA basierten System den NA entfernen und es mit einem Paramedic System (in dem es auch NA gibt, wenn deutlich weniger und anderem Fokus) vergleichen.
Ich denke der Weg ist ohnehin schon vorgezeichnet und manche Rettungsdienstorganisationen in Österreich gehen in schon pro-aktiver als Andere.
Das nicht-ärztliche Personal wird immer mehr bisherige NA Indikationen übernehmen und eigenverantwortlich Versorgen. NA Ressourcen werden weniger und sich stärker spezialisieren und dort eingesetzt wo es wirklich einen Unterschied macht und ich die Expertise vor Ort brauche.
Diesen Umstand muss ein neues SanG inkl Berufsausbildung abbilden.
Ich glaube dass so ein generalisierter Vergleich bei uns auch deplatziert wäre, da ein NKI nicht gleich NKI in Ö ist. Da ist die Kompetenz meines Erlebens nach recht fluktuierend, weil verschiedene Bundesländer, weil DGKP oder Med. Student, weil verschiedene Orgas mit verschiedenen Ansichten was ein NKI tun und lassen darf, weil Hobbyretter. Geht in beide Richtungen dass der Durchschnitts NKI der keine Ambitionen hat sich weiterzubilden, da nicht brillieren wird liegt finde ich auf der Hand.
Aber vergleicht man einen „guten“ NKI mit einem deutschen NotSan glaube ich nicht dass wir in der Performance hinten nach liegen (vgl. etliche Folgen Achtung Kontrolle in denen deutsches Rettungspersonal unterirdische Leistungen vor laufender Kamera vollbracht haben, hab da bisher noch nichts akzeptables gefunden, man belehre mich gerne eines besseren. Da hat die MA70 in ihren Folgen eine deutlich bessere Figur abgeliefert.) Bei Schweiz und GB tu ich mir da schon schwerer weil ich da recht wenig Erfahrungswerte habe. Kommt halt vermutlich drauf an welche Metrik man vergleicht, im Hausarzt-Ersatz spielen ist der GB Paramedic sicher vorne. Eine ähnlich gute ALS Performance bekommen wahrscheinlich beide hin.
Ein halbwegs guter NKI steht einem deutschen NotSan um nichts nach. Durch meine Lehr-Prüfungstätigkeit habe ich da im in und Ausland einen Einblick bekommen. Wobei ich in AT vll keinen guten Blick auf die große Masse an NFS habe. Da scheint es regional beängstigende Unterschiede zu geben.
Auch den durchschnittlichen Paramedic sollte man nicht überschätzen nur weil er ein Paramedic ist und studiert hat. Auch mit dem kann ein guter Notfallsanitäter mithalten. Im UK ist der Uni Zugang eher niederschwellig, das Studium enthält viele Ausbildungsinhalte, (auch viele nicht direkt RD relevante), die ich mir hier wünschen würde + einer längeren Zeit im KH Praktikum und am Fahrzeug als Student, aber nach 3 Jahren ist die Ausbildung vorbei. Da gibt’s recht wenig Vorlaufzeit fur die Tätigkeit am RTW. Mit 22 bist du fertig und sitzt am Fahrzeug. Kontrolle und Fortbildung oder Rezertifizierung gibt’s auch keine oder weniger. Sollten sie keine Advanced Paramedics werden, sieht du sie auch in keiner Ausbildung mehr. Und erst auf dem Level wird’s dann spannend was Skills und Kompetenzen angeht.
Bei uns sind die regionalen Unterschiede ein Problem. Würden alle wie die Ma70 ausbilden und rezertifizieren, hätten wir als Sanitäter ein anderes Standing und eine bessere Basis für unsere Forderungen. Und brauchten uns vor den Nachbarländern nicht verstecken.
In der Bevölkerung habe ich in Wien nicht mehr den Eindruck, dass ständig hinterfragt wird, ob du Arzt bist oder nicht, oder der Arzt noch kommt. Mittlerweile kann ein Notfallsanitäter sogar anstatt einem Notarzt nachgefordert werden. Da gibt’s 0 Probleme, solange der Patient das bekommt das er benötigt, ist ihm egal von wem. So mein Eindruck.
Das in manchen Regionen die Notärzte scheinbar kein Problem damit haben zu jedem Wehwehchen zu fahren wundert mich, aber soll auch kein Hindernis für ein neues SanG sein. Es geht auch nicht um die Abschaffung des Notarztes, das sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben, deswegen hinken die angesprochenen Vergleiche auch. Es geht darum den Anforderungen in Zukunft gerecht zu werden, alternde Bevölkerung, volle Ambulanzen, (Not)Ärztemangel usw…
Ein neues SanG wird am Föderalismus und den alten weißen Männern in Politik und RK scheitern, nicht mehr nicht weniger. Da Budgetdefizit sehe ich weniger als Problem und die Bevölkerung auch nicht.