Naja, diesen „viel größeren Problemen“ begegnet man auch dadurch, dass man andere Gesundheitsberufe erweitert. Im Moment sind ja die Sanis Teil des Problems, weil sie alle Hilfesuchenden ins Spital karren und dort zur Überlastung beitragen. Mit einem neuen SanG könnten sie Teil der Lösung werden und den extramuralen Bereich stärken.
Womit ich wieder zum eigentlichen Punkt komme.
Mal abgesehen vom Berufsschutz, der wirklich komme sollte, kann das SAN-G in der jetzigen Form schon eine Menge.
Man sieht das auch in Wien, wo die MA70 den rechtlichen Rahmen massiv dehnt und einen guten Job macht.
Auch das Vortriagieren von Patienten in der Präklinik ist etwas was man bundesweit einführen sollte. In Wien fährt nicht jede Omi mit Meteorismus ins KH. In Oberösterreich hingegen schon.
Das hat viel mit der Ausbildung und vor allem den Ländern und Trägern zu tun. Ein RK OÖ hat einfach null Interesse an einem System wie in Wien. Es wäre teurer und schwieriger zu managen. Und man würde einfach viel weniger Geld verdienen. - Also bleibt alles beim Alten, weils halt so bequem ist.
Damit hast du völlig recht. Man kann auch eine jahrelange Ausbildung machen, die es offiziell anerkannt gar nicht gibt (oder in viel kleinerer Form), und dann Spitzenleistungen erbringen. Bloß fehlt die Anerkennung für das, was man dann alles kann. Und mit der fehlenden Anerkennung gehen verschiedene Nachteile einher.
Ich kann als NKI mit 15 Jahren Erfahrung und kontinuierlicher selbständiger Fortbildung ungefähr das gleiche, wie ein ALS-Paramedic aus UK oder Australien. Nur wird mir das niemand glauben, weil wenn ich ein Zeugnis wo vorlegen muss, dann bleiben ~ 900 Stunden über. Und das muss sich mit dem neuen SanG ändern. Am Papier können österreichische Sanis deutlich weniger als in der Praxis. Und das benachteiligt sie.
Auch wenn viele das überraschen mag. Aber auch in Wien wird sehr viel, was absolut nichts fürs KH ist hospitalisiert. Diese Vortriage in der Präklinik funktioniert halt nur bei den RTWs. Die Notaufnahmen leiden auch enorm darunter.
Deshalb hoffen wir in OÖ so sehr auf diese SanG Reform - damit das RKOÖ endlich gezwungen wird nachzubessern. Leider scheint eine Qualitätsteigerung der flächendeckenden Notfallrettung in OÖ beim RK ohne „Zwang“ dies nicht möglich zu sein… Also ja, ich sehe das auch ganz genau so, dass das SanG viel hergibt.
Es ist nicht alles Gold was glänzt. In Wien werden die NFS immer jünger und unerfahrener, das merkt man.
Die kurze Ausbildung kann diese Defizite nicht wett machen. Da gehören die Stunden und Praktika massiv erhöht. Zudem fehlt die Vorbereitung auf die eigentliche
Arbeit, die sozialen Indikationen, niederschwellige Pflegerische- Beratungstätigkeiten, Troubleshooting, Entscheidungskompetenz, CRM usw. das bildet die SanAV dzt garnicht ab.
Also es ist ein Trugschluss zu glauben, das eine SanG Kosmetik ausreichen würde und das derzeitige schon passt wenn man’s nur umsetzt. Tut es nicht.
Ja das Stimmt, aber dennoch ist der Unterschied in Qualität gegenüber dem, was beispielsweise in OÖ abgeht enorm.
Die SanAV sieht den „RTW“- NFS eigentlich gar nicht vor. Die AV muss definitiv geändert werden. Da muss es mehr geben. Aber das SAN-G wird leider nur kosmetik bekommen. Das RotPlus in einigen sehr mächtigen Bundesländern macht jetzt schon enormen Druck, dass sich da nur nicht zu viel ändert.
Ich hoffe, dass sich das überhaupt noch ausgeht. Wird langsam tatsächlich eng.
Sollte das wirklich stimmen, wovon ich nicht ausgehe: Den größten politischen Einfluss hat NÖ solange die ÖVP am Ruder ist und da tut sich ja sehr viel aktuell im RD beim „RotPlus“, somit hebelt das deine Aussage direkt wieder aus.
Nein. Das RK NÖ ist bei weitem nicht der größte LV. Da sind vorher OÖ und Stmk. S ist zwar klein aber ebenfalls ein Bollwerk des Konservatismus. Und von dort kommt auch der massivste Gegendruck in Richtung ÖVP.
NÖ ist ein Sonderfall, da es die Notruf NÖ gibt und hier kein Monopol existiert. Die Verstrickungen zwischen Landespolitik und Rettungswesen sind in NÖ weit weniger groß als beispielsweise in OÖ, wo es einen ÖVP Klubobmann im Nationalrat (und Bezirksstellenleiter) oder einen RK Präsidenten (ehem Landesrat für Gesundheitswesen) gibt.
Generell ist zu sagen, je mehr Monopol, desto mehr Gegenwind. Je mehr Wettbewerb, desto weniger.
Ja, auf dem Niveau „andere haben Fachärzte für Notfallmedizin“ kommt dann „wir haben eh ein Reförmchen und 80h NA Ausbildung.“ Eine massive Verbesserung zu vorher ist es - das geb ich unumwunden zu - ob wir damit sehr viel vorgerutscht sind im „Ranking“ wage ich trotzdem zu bezweifeln. Davon abgesehen kommt die Vernetzung der Frage zu den Sanitätern bereits in der Frage nicht vor und fehlt dementsprechend auch in der Antwort.
Also das ist ja eine grundlegend schlechte Anfrage mit Fragen bei denen die Antwort im Voraus klar ist.
Und der Fauxpas mit den Notfallmedizinern. Ich nehme an auch hier ging es um die Notfallsanitäter. Zum Fremdschämen diese Anfrage.
Aber wie woanders gesagt nochmal die Bestätigung vom Gesundheitsminister zur Evaluierung durch die GÖG.
Er hat gut geantwortet. Vieles liegt halt beim Land.
Dass es einen „Notfallsanitätermangel“ gibt, sehe ich allerdings auch nicht.
Mangel bedeutet, dass es mehr Stellen als Bewerber gibt. Es gibt in Österreich eigentlich überall einen eklatanten Überhang an NFS gegenüber offenen Stellen.
Speziell in Wien will eigentlich keine ORG mehr NFS aufnehmen (ausser die MA70) weil es keine RTW Plätze für Sie gibt.
Und ausser in W, NÖ und T und Vlbg. ist die Besetzung eines Rettungsmittels mit 2 Rettungssanitätern ausreichend. Die Landesgesetze sind halt so.
Würde das Landesgesetz so, wie in Wien aussehen, wo klar definiert ist, wie ein RTW zu besetzen ist, wäre die Situation eine andere. Aber so ein durchdachtes Gesetz hat halt nur Wien und ev. NÖ. Und genau die Länder, wo man NFS samt Kompetenzen auf RTWs brauchen würde mauern zusammen mit dem Platzhirsch eisern. Da wirds keine Änderungen geben.
Wenn jemand eine Org weiss, welche NFS sucht, (die es sicherlich im tiefsten NÖ auch geben wird ) dann sagt mir das und ich lasse mich eines besseren belehren. Aber grosso modo sitzen auf den RTWs und NEFs genügend NFS. Auf NEFs kleben diese sogar förmlich. Aktuell gibts sogar als Freiwilliger nur mehr ganz schwer eine Stelle am NEF / RTW. Egal wie man ausgebildet ist.
Ist halt auch davon abhängig, wie man den NFS Mangel definiert.
In Relation zu Planstellen mags schon sein, dass es mehr Personal als Stellen gibt. Das ist aber dann auch eine rein (organisations-)politisches Thema und verfehlt die eigentliche Fragestellung: Nämlich, ob genug NFS vorhanden sind, um alle Patienten, die von höher qualifiziertem Personal profitieren würden, auch durch solches versorgen zu lassen.
Wenn man das jetzt, also außerhalb des Kontext einiger vorgestriger Landesrettungsgesetze betrachet, gibt es definitiv in vielen Bezirken einen massiven NFS Mangel. Wobei wir uns da denk ich eh einig sind…
Beim WRK kann man als freiwilliger NFS NUR an Wochenenden und NUR in der Nacht, wenn überhaupt fahren. Das NFR HA Dienstrad ist immer voll.
Der ABD-Insel ist tatsächlich oft unbesetzt. Allerdings ist der Weg zum ASB auf den RTW fast aussichtslos, da man nur eigenes Personal will. Leider ist auch das Vergütungsschema in Wien für die NFR nicht wirklich kostendeckend. Bei 122,50 pro Einsatz darfst Du nix verspritzen und kein Material verbrauchen, sonst wird der Einsatz ein Negativbeispiel. Deshalb wollen die Organisationen eigentlich keine RTWs besetzen. Es lohnt sich nicht. NKTW hingegen schon. Das geht ganz gut.
Der Malta1 ist wirklich immer zu haben. Aber Malteser zu werden, da muss schon ein Adelstitel her
Ebenso bei den Johnnys. Da kommst nur schwer rein und noch schwerer auf den RTW.
Die Frage war eher im Bezug auf die Hauptamtlichkeit. Es werden keine NFS gesucht. Nirgends. Nichtmal die 70er machen heuer eine Ausschreibung, denn es gibt zu wenige freie Dienstposten, wie man hört.
Also ich weiß ja nicht was dir daran gefällt, dass die Zusatzausbildungen vom Landeshauptmann abgesegnet werden müssen. Wir haben schon genug fleckerteppich in Österreich.
Und was die Disponenten angeht steht in dem Papier „NFS oder NFS mit Zusatzkompetenzen“. Somit ist der NFS Mindestqualifikation.
Es werden spannende Teilthemen angesprochen, und wie sie in Niederösterreich umgesetzt werden sollen.
Leider wird dezidiert bereits davon gesprochen, dass das dreijährige Berufsbild als freiwillige Option kommen soll, und dass der Zugang zum Rettungsdienst weiterhin niederschwellig sein muss.
Die beabsichtigte Trennung von Rettungs- und Krankentransport ist anscheinend schon beschlossene Sache.