SanG Reform

Ehrliche Frage: Hast du dir überhaupt die Kommentare hier durchgelesen? Jeder hier will eine bessere San-Ausbildung, aber das muss auch (so wie alles andere auch) gut begründet sein. Mit eindeutigen Falschaussagen und fragwürdigen Eventualitäten um sich zu werfen, ist der Sache auf jeden Fall nicht dienlich.

Was zählt, ist dass man die Bevölkerung überzeugt. Mit fraglichen Kostenersparnissen wird man da meiner Meinung nach nicht weit kommen.

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Es ist absurd welche Summen jeden Tag für unnötige Akutlabore auf den NFAs aus dem Fenster geworfen werden (müssen). Da sind die Personalkosten ein Fliegenschiss im Vergleich, Größenordnung 800-1200€ (soweit ich mich recht erinnere, je nachdem was man alles dabei haben möchte). Aber den Ärzten bleibt leider nichts anderes übrig, hoch lebe die Sicherheitsmedizin. :joy:

Was spricht für dich gegen einen DGKP/Med.Studi/Assi der alle erforderlichen Ausbildungen durchlaufen hat und sich ehrenamtlich im RD engagieren möchte.

(Richtige „Hobbyretter“ ohne medizinischen Bezug sehe ich persönlich auch sehr kritisch, besonders als NFS+, aber warum schließt du persönlich diese Berufsgruppen aus? Ich habe im Schnitt mit solchen Kollegen auf einer fachlichen Ebene bessere Erfahrungen gemacht, als mit reinen Hauptberuflichen. Klar gibt es überall Ausreißer nach oben und unten, aber ich spreche rein vom von mir bisher wahrgenommenen Durchschnitt.)

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Die Frage ist, bleibt den Ärzten wirklich nichts über, oder hat sich da einfach was eingeschlichen und verselbständigt, was so extrem gar nicht sein müsste?

Denn es gibt sie nach wie vor, die gestandenen Oberärzte und Oberärztinnen, die die Hälfte der Patienten gleich mal zum Hausarzt verweisen.

Und die ertrinken auch nicht in Schadenersatzklagen.

Und was ich auch nicht verstehe, warum funktioniert es beim Hausarzt aber im KH nicht. Beim Hausarzt gibt es auch (fast) kein Akutlabor, kein Röntgen und kein Konsil. Trotzdem werden 99% der Patienten in häusliche Pflege entlassen. ( Und sterben dann nicht reihenweise) Warum nimm ich einem 25 jährigen mit grippalem Infekt überhaupt Blut ab oder schreibe ein EKG?

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Weil man die Möglichkeit hat. Klar es gibt wie du richtig sagst auch noch Oberärzte die keine (extreme) Sicherheitsmedizin machen. Das funktioniert halt so lange bis was passiert. Dann kommt im Nachhinein irgendein neunmalkluger Gutachter daher und sagt: „hätte man Diagnostik XYZ gemacht hätte man Diagnose XYZ auch stellen können und Resultat XYZ hätte abgewendet werden können.“ Egal wie absurd unwahrscheinlich es im Vorhinein war. Dann haftet der Arzt. Das Risiko gehen die meisten nicht ein. Kann ich auch nachvollziehen um ehrlich zu sein.

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Natürlich sollte man hier unterscheiden, ist leider fraglich wie und ob es möglich ist alle verschiedenstes Gesundheitsdienstleister zu vernetzen. Leider funktioniert das „Erfolgskonzept 1450“ nur am Papier. Auch hier herrscht Absicherungspolitik - zu etlichen Problemchen (Hautausschlag, Halskratzen, Fieber) werden erst recht KTW/RTW zum drüberschaun geschickt - somit gleiche Problematik wie eh und je nur noch ein Player zusätzlich involviert. Zieht sich der RTW dann zusätzlich noch eine ACN hinzu um Medikamente zu verschreiben bis zum HA Besuch dann braucht es schon 3 verschiedene Stellen. Ich denke in 3 Jahren NFS Ausbildung kann man die meisten Labalien doch gut unterbekommen, um hier auch als Troubleeshooter zu agieren. In meinen Kreisen sind Belassungen oder Transporte mit RTW zum Hausarzt nicht üblich - auch hier die Haftungsfrage, meine Organisation unterstützt hierzu leider nicht mit SOP‘s. Somit bleibt die Endverantwortung in meiner Ehrenamtlichen Tätigkeit für die ich nicht gernr einsperren geh.

Ich bin DGKP und Nkv und in verschiedensten Fahrzeugkategorien unterwegs (z.T. gewesen), würde es bessere Rahmenbedingungen geben wäre die Arbeit als NFS sicher ein Traumjob.

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Ja aber warum ist da trotzdem so ein komplett anderes Mindset in Punkto Absicherung, als bei einem Hausarzt? Also wenn ich jetzt mit Brustschmerzen, Fieber und Husten zum Hausarzt geh, bekomm ich ein Schmerzmittel, Hustensaft und eine Krankschreibung.

Im Spital bekomm ich Lungenröntgen, EKG und Labor inkl. Herzenzyme.

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Ein Hausarzt gibt dir ein Rezept und sagt, “wenns trotzdem net besser wird, rufens die Rettung und fahren ins KH”
Im Krankenhaus einmal was übersehen…….

Seit dem ich selbst im KH arbeite.. ist es absurd mit was die Leute teilweise in die NFA kommen, dazu dann auch noch der Rettungsdienst (zumindest in einigen Bundesländern) nicht belassen darf

Reduziert und gelenkt werden müssen die NFA Besuche (aufgenommen wird eh nur was wirklich absolut nötig ist, die Bettensituation ist ja auch nicht besser), und das geht nur teilweise mit dem RD, es gehört eine Ambulanzgebühr her mMn. Doch das wird zu Off Topic

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Kurz nach der Pressekonferenz sind sie da, die Zeitungsartikel:

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Ich verstehe die Diskussion um die Argumentation mit den Einsparungen.

Man muss sich aber bewusst machen, dass es mediale Aufmerksamkeit generiert, und die braucht man damit sich in dem Thema etwas tut. Ich glaub nicht dass diese Zahlen zu 100% ernst gemeint sind, sondern eher ein sehr großzügig interpretierter “best case”. Auch die möglichen Rollen in der der Sanitäter hier dargestellt wird.

Wirkt auf uns, die sich in dem Thema auskennen, eher befremdlich. Ist aber leider so, dass Politik und Medien halt so funktionieren. Und das Spiel kann man mitspielen und Druck erzeugen (was jetzt anscheinend gemacht wird), oder man fällt durch den Rost wie die letzten 10 Jahre.

Man bekommt nicht das was man verdient, sondern das was man verhandelt.

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Ein Beitrag wurde in ein existierendes Thema verschoben: Anerkennung Deutscher RS (Plus) und Praktika

Kann jemand bitte den Inhalt posten…?

Grundsätzlich d’accord.

Man läuft bei solchen Strategien aber immer Gefahr, dass sich der Verhandlungsgegner (hier: Ministerium als Geldgeber) auskennt und man damit jede Glaubwürdigkeit verspielt. Im blödesten Fall lanciert das Ministerium auch noch validere volkswirtschaftliche Analysen und alles ist vorbei. Nicht nur ist der Druck weg, man kann sich als “Bundesverband” damit auch für alle Ewigkeiten brausen gehen. Die Tür zum Minister bleibt zu und man muss sich Kommentare wie diesen Reform gefordert - Wie Notfallsanitäter Spitäler entlasten könnten | krone.at gefallen lassen.

Ist doch im echten Leben nicht anders. Wenn ich keine Ahnung hab, fall ich auf die “1500% Rendite”-Spots auf Tiktok rein. Wenn ich mich aber nur ein bissi auskenn, ist die Werbung sehr schnell weggeklickt.

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Ich hätte das aus dem Vortrag als “vermeidbare stationäre Aufenthalte von Pflegeheim-Patient*innen” verstanden, die ja sowieso in einer stationären Einrichtung sind, d.h. der Gap zwischen “zuhause” und “im KH” nicht so hoch ist, aber das KH trotzdem viel mehr kostet.

Ein Beispiel o.ä. wäre aber trotzdem hilfreich :thinking:

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Wo ich ja in der Logik nicht ganz mitkomme ist folgendes: Jetzt setzen wir unseren Bachelor NFS auf jeder ALS Einheit ein und schicken diese nur noch zu hochpriorisierte Einsätze - alles gut, das ist für mein Verständnis Sinn und Zweck der Übung. Meiner Erfahrung nach sind die Patienten die NICHT in ein Krankenhaus gehören aber selten auf solchen Rettungsmitteln anzutreffen sondern viel mehr auf den BLS Einheiten unseres Landes bei den niedrig priorisierten Calls. Was ist nun die Aufgabe des Bachelor NFS? Hochqualifizierte Versorgung komplexer Krankheitsbilder oder schicken wir diese dann so wie in Deutschland als Gemeindenotfallsanitäter oder wie die 1000 Pilotprojekte heißen die dort laufen herum und wickeln Aufgaben des HAND ab bzw. welche die die ACN perfekt betreuen kann? Entweder ich hab hier grundlegend was nicht verstanden oder die Katze beißt sich hier in den Schweif…

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Es wird seit ich Dienste mache immer das selbe gesagt. Ja besseres Equipment, ja bessere Ausbildung blablabla. Passiert ist garnix bis wenig. Ich mach mir nicht mehr sehr viele Hoffnungen. Es wird sich erst was ändern wenn das System kollabiert.

Ich finde die gesamte Situation und Diskussion ganz spannend! Auch dass Sanitäter bzw. das SanG mehr Aufmerksamkeit in den Medien erhält finde ich im Endeffekt gut.
Alles in allem stehen die Chancen auf eine Veränderung in den nächsten Jahren nicht ganz so schlecht wie sonst.

Trotzdem vermisse ich ein wenig das Thema Gehalt in der ganzen Diskussion. Erweiterte Kompetenzen und Ausbildung sind super - aber es wird dauernd nur über das sparen geredet und nicht darüber, dass sich das auch finanziell für die Sanis widerspiegeln muss.

Ich verstehe, dass man sich mit dem Thema bei den meisten Stakeholdern keine Freunde macht, aber es wäre schade wenn es dann unter den Tisch fällt.

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In den Slides von AK und BVRD wurden nur die Ausbildungskosten von 4000 NFSneu bis 2036 als Gesamtkosten gegengerechnet.

Von Gehaltskosten steht da nix, also muss der NFSneu nach Bsc Studium halt fürs Gehalt eines jetzigen NFS NKx hackeln.

Kannst nicht erfinden solche “Businesspläne”.

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Die Idee mit der 3-jährigen Ausbildung auf FH-Niveau mit dem Kernpunkt Durchlässigkeit in andere Gesundheitsberufe, was vor allem in Richtung NFA abzielt, geht aber jedenfalls in die Richtung der Gehaltsstruktur der DGKP.

Dass man das nun nicht in solche Zahlen-Präsentationen mit aufnimmt ist halt einfach Taktik. Man will den Gap zwischen Kosten und mutmaßlichen Einsparungen so groß wie möglich erscheinen lassen und ja nicht den Eindruck erwecken, dass der Dipl.NFS Mehrkosten abseits der Ausbildung verursachen wird.

Ob diese Taktik, inklusive der Phantasie-Zahlen im Einsparungspotential, so schlau ist, wage ich aber zu bezweifeln. Alle beteiligten Akteure werden in heutigen Zeiten alles genau durchrechnen und evaluieren. Wenn dann aufkommt, dass der selbst ernannte Berufsverband keine reellen Zahlen anbietet, mutmaßlich vielleicht sogar bewusst, dann ist eben dieser vielleicht relativ schnell weg vom Verhandlungstisch.

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