Passiert in der Steiermark überhaupt noch irgendwas?

Gibt es in der Steiermark keinerlei Standardisierung was Ausrüstung, Fahrzeugtypen und Ausrückordnung angeht? Wann man hier mitliest könnte man meinen jede Ortsstelle ist ein komplett eigener Rettungsdienst mit eigener Leitstelle. Aus dem Burgenland oder Niederösterreich kenn ich das so nicht. Da ist ein RTWC ein RTW C. Von Amstetten bis Jennersdorf. Es gibt eine einheitliche Checkliste für das ganze Bundesland. Und auch auf welchen Fahrzeugtyp welches Personal sitzt, und wie diese Fahrzeuge disponiert werden ist im ganzen Bundesland einheitlich .

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Es gibt eine Mindestausrüstung - diese dürfte relativ ähnlich einem OÖ SEW / NÖ KTW (?) sein nur mit extra NKV Tasche. Zusätzliches Material ist prinzipiell nicht vorgesehen aber möglich. In wie weit dies offiziell ist und vom LV genehmigt - und was eher unter der Hand von Seitens OS / Bezirk gemacht wird kann ich nicht sagen

Ok danke für die Info. Gibt es sowas wie eine landesweite Ausrückordnung? Gibt bei euch der LV solche Dinge nicht zentral vor? Was ich so herauslese, dann ist das ja von Ortschaft zu Ortschaft komplett unterschiedlich.Können sich die Bezirke aussuchen, wie die Fahrzeuge disponiert werden?

Nope. Alles was 144 hereinkommt macht prinzipiell der RTW. Geschickt wird der RTW der am nächsten ist - ist es eine Dienststlle mit mehreren Fahrzeugen wird der RTW geschickt, welcher am längsten steht (unabhängig der Besatzung RS/NKV).

Die Sonderregelungen die ich vorher genannt habe sind intern gereglt und alles andere als offiziell und daher auch teilweise umstritten.

Die zwei Jumbos in Graz haben z.b. auch eine Sonderregelung.

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Was heißt intern? Mit der Leitstelle abgesprochen? Habe die dann für jede Ortsstelle eigene Fahrzeugvorschläge im System?

Naja abgesprochen… es wurde auf der Dienststelle so beschlossen und wenn der „Notfall RTW“ einen Krankentransport bekommt und ein „normaler“ RTW ist frei, ruft der NKV den Dispo an, dass die Fahrt umdisponiert werden soll. Somit hat sich es eingebürgert das der Notfall RTW tatsächlich nur Blaulichteinsätze fährt und KTP nur dann wenn absolut nicht anders möglich.

Da es aber eben keine offizielle bzw schriftliche Anordnung gibt und dies rein auf Eigeninitiative ergriffen wurde funktioniert dies nicht immer zu 100%. Manchmal weiss der Dispo darüber nicht bescheid weil er sonst für ein anderes Gebiet ist / teilweise ist es manchen NKV‘s egal das sie einen KTP fahren.

Aber ja, wie gesagt. An jeder OS anders und offiziell fährt immer der, der am längsten steht. Egal ob RS oder NKV

Wenn halt die Bezirke sich auch entsprechend mal zu Wort melden würden , hätten wir aber auch a einfacheres Leben.

Es gibt ja explizit Wünsche aus manchen Bezirken, dass NKV-Fahrzeuge Einsätze A und B freigehalten werden sollen. Nur machen es halt nicht alle Bezirksstellen so….

Ich bin tatsächlich gerade über den grad der Autonomie erstaunt, den RK Dienststellen in der Steiermark haben. Weiß wer ob es das sonst noch wo in Österreich so ausgeprägt gibt? Ich wusste bis jetzt tatsächlich nicht, dass sich die einzelnen Dienststellen mit der Leitstelle ausmachen können wie sie disponiert werden wollen. Kenne ich auch sonst nirgends wenn ich ehrlich bin.

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Für gewisse Einsatzstichworte gibt es eigene landesweite Ausrückordnungen, ja. Diese werden aber beliebig von den Bezirksstellen angehoben, das heißt die Vorgaben vom LV werden als Mindeststandard interpretiert. Da aber in der Steiermark es (noch) nicht vorgesehen ist Einsatzmittel wirklich zu trennen (RTW-C/RTW/KTW), wird immer nur vom RTW gesprochen, worin auch theoretisch der Jumbo inkludiert ist. Für Graz-Stadt gibt es aber aufgrund des Medizinercorps eine angepasste Ausrückordnung, die eben die Jumbos berücksichtigt. Das machen dann eben auch andere Bezirksstellen so.

Ergo ja, die Bezirksstellen haben in der Steiermark extrem viel Autonomie und meines Wissens tut sich der LV selber oft schwer damit umzugehen. Meines Erachtens eine organisatorische Katastrophe, da es somit extrem schwierig wird einheitliche Standards durchzusetzen. Vor allem wenn jetzt jede OS sich selber einen Monitor à la C3 kauft und dies vom LV eigentlich noch gar nicht vorgesehen ist, gibt es einfach noch keine adaptierten landesweite Ausrückordnungen.

Es fehlt meines Erachtens einfach eine beinharte Ausstattungsvorschrift für jeden Fahrzeugtyp die umgesetzt werden MUSS. Damit hätte man eigentlich das Problem wieder erledigt, weil man wieder klar definierte Fahrzeugtypen hat und somit eine klare einheitliche Ausrückordnung definieren kann. Im Moment gibt es für die RTWs halt nur eine Mindestausstattungsliste, welche es schwierig macht einheitlich zu disponieren.

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Wie funktioniert das dann, wenn Ressourcen Einsätze außerhalb des eigenen Bezirksstellengebiets fahren? Das muss ja ein völliges Chaos sein dann.

Das wird einerseits so gut wie möglich vermieden und andererseits richtet sich die Leitstelle so weit ich weiß nach der bezirksinternen Ausrückordnung. Da wird dann einfach nur zwischen RTW, BKTW, NEF und KDO unterschieden. Ergo das Material + das Personal spielt keine Rolle. Einzige Ausnahme sind die Jumbos, für die nicht vorgesehen ist, dass sie Graz-Stadt verlassen.

Edit:

Kurzes fiktives Beispiel zum Verständnis:
Brandeinsatz = 1 KDO, 1 NA, 3 RTW die landesweit vorgegeben sind. Jetzt kann der Bezirk diese adaptieren auf z.B. 1 KDO, 1 NA und 5 RTW, wovon 1 RTW ein Jumbo sein muss.

Im Endeffekt kannst als NKV besetzer RTW direkt am EO vorbeifahren, am Funk hören wie dort ein RTW einen Jumbo oder NEF nachfordert, aber nichts frei ist und was anderes nicht in Frage kommt, weil der Disponent in einem anderen System nachschauen müsste ob da ein NKV am RTW sitzt ( so hab ich das zumindest verstanden, dass es fürn Dispo nicht einfach ist).

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Dieses Wirrwarr an Ausrückordnungen und bezirksinternen Eigenheiten halte ich eigentlich für ein viel schlimmeres Problem, als das Thema ob es auf jedem Auto einen C3 gibt. Nur zum Verständnis: Wie viele Leitstellen gibt es in der Stmk?

Ganz so isses dann auch ned…

Wenn ein NKV besetzter RTW (Welchen man ohne Probleme markieren könnte) an einem EO als schnellstes Mittel vorbeifährt , wird dieser auch disponiert. Die Ausrede “Man muss im anderen System nachschauen” ist ein Blödsinn. Im ICross (Intranet) kann ich jeden Mitarbeiter in nicht mal 10 Sekunden nachschlagen und seine Qualifikation abrufen (Bzw. auch Direkt im System mit einem Mausklick).

Einen Jumbo nachfordern ist übrigens nicht lege artis , da bei einem Rettungsmittel vor Ort immer der NA entsandt wird.

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Wurde mir halt Mal so erklärt, dass das System das nicht ad hoc sieht wer drauf ist und man halt nachschauen muss.

Danke für die Erläuterung :slight_smile:

Das war glaube ich die längste Zeit so aber seit 1 Jahr steht neben den Namen zB NFS oder NKV wenn ich das richtig verstanden habe.

Ich habe auch das Gefühl, dass ich für einige Fahrten schon vorgezogen disponiert wurde. Im letzten Dienst wurde ich zum laufenden Krampf geschickt und nicht die Kollegen die schon länger frei waren.

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Das wäre doch Mal eine Information die man den Leuten auch sagen könnte, so als Info aus der Leitstelle. Hört sich vernünftig an!

Sollte eigentlich auch so Usus sein.

Im Endeffekt isses Dispo abhängig (Da jeder Bezirk wie gesagt da eigenständig entscheiden kann). Aber wenn ich sitzte schaue ich auch , dass NKV-Fahrzeuge bei B1 und A-Codes vorgeschickt werden.

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Es gibt genau eine Leitstelle, die RLS in Graz. Allerdings wird dort meist in Regionen/Bezirken disponiert, dementsprechend kennen die Dispos natürlich “ihre” Regionen relativ gut, und disponieren oftmals schon von sich aus mit priorisierung, zB eben wenn möglich NKV zum Notfall. Dadurch öffnet man natürlich auch die Tür für diverse Individuallösungen, so wie es auch vor der Zusammenlegung von allen Bezirksleitstellen zur zentralen Rettungsleitstelle möglich war. Ein hypothetisches Beispiel, ich könnte am Beginn von meinem Nachtdienst in die Leitstelle anrufen, mit dem Dispo nett tratschen, weil man sich eh persönlich kennt nachdem er immer meine Region disponiert, und ihn dann bitten: “Bitte schick mich heut Nacht vorwiegend zu KTP, und den NKV-RTW schick primär zu RD-Einsätzen.” Und sofern Einsatztaktisch nichts dagegen spricht, würden solche Wünsche auch durchaus berücksichtigt werden. Also es geht garnicht nur um ortsstelleneigene Regelungen, es kommt durchaus auch vor dass einzelne Dienstmannschaften untereinander Abmachungen schließen. Anderes Beispiel, in Graz Stadt gibts öfters einzelne Autos die sich freiwillig melden um den Nachtdienst durchzufahren, damit die anderen Mannschaften etwas mehr Ruhe bekommen, und auch das wird individuell mit dem Dispo ausgemacht.

Wie ist das in anderen Bundesländern vergleichbarer Größe, zB Niederösterreich, disponiert da ein beliebiger Dispo in sämtliche Regionen gleichzeitig ? Kümmert sich ein Dispo gleichzeitig ums letzte Winkerl im Mostviertel, um St.Pölten Stadt und um Mistelbach ?

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