Die Aufzeichnung vom Live Event wurde nun auf YouTube hochgeladen, für alle die es verpasst haben.
Es gibt noch nicht einmal die künftigen Basisfahrzeuge für die nächste Fahrzeuggeneration RTW/KTW, somit wird das schon noch einige Jahre dauern ![]()
Lediglich ein Feldtest mit einem neuen Tragensystem (wo aufgrund von Normen ein anderer/abgeänderter Ausbau notwendig ist) wird zeitnah stattfinden.
Mittlerweile ist ja das RETTS im LeoDok implementiert. Hat jemand zwischenzeitlich schon erste Erfahrungen damit sammeln können ?
Habe bislang 5 Einsätze “gerettst”. Im Prinzip ist das ganze super einfach.
Du suchst dir die passende Vitalzeichentabelle und triagierst einmal nur danach. Die Farbe für die VZ wird anschließend im LeoDok dokumentiert.
Anschließend gehst du nach dem führenden Leitsymptom und suchst die entsprechende ESS Karte dazu (auch das ist intuitiv). Dann gehst du von Rot nach Blau die Indikationen für die Triage durch und dokumentierst die ESS Farbe.
Am Schluss soll man selbst noch eine klinische Einschätzung treffen und so zu drei “Farben” kommen. Die jeweils höchste wird dabei genommen, wobei man die eigene klinische Einschätzung im Zweifel “stechen” lassen soll.
Zu beachten ist, dass man dazu wirklich alle VZ erheben muss.
Negativ fand ich bisher nur, dass es in der LeoDok keine Möglichkeit gibt, die klinische Einschätzung ebenfalls zu dokumentieren. Hier scheint nur VZ und ESS auf.
Alles in allem ganz nett. Daheim gelassen habe ich seither niemanden, ich hatte einen NFS Azubi am Auto, die brauchen für ihr Hefterl alle Einsätze “gerettst”.
Ich hätte mir ja eigentlich irgendeine Art Eingabemaske erwartet ( vorallem für die VZ). Eigentlich sind es nur Abbildungen von Karten und ein Inhaltsverzeichnis. Nicht mehr und nicht weniger.
Ich habe es jetzt bisher zweimal verwendet. Einmal auch daheim gelassen.
Dafür haette ich RETTS aber nicht gebraucht, war mehr aus Interesse. Ist halt wieder ein Tool mehr im Einsatzverlauf. Wenn ich zu dritt bin kann ich eine Schreibkraft abstellen. Leider sind die Texte und Inhalte nicht an die Präklinik angepasst worden. Man merkt es ist für die Triage im KH geschrieben worden
Die Oberfläche find ich sehr altmodisch. Rein text basierend. Auch das ich die Einstufung und Symptome nicht auswaehlen kann (und damit eine Zusammenfassung erhalte). So hast zig Karten offen, bzw du kannst nur zwei gleichzeitig verwenden. Eine wieder schliessen, andere Audmachen. Als Fleissaufgabe darf ich es dann im Leodok nochmals haendisch eingeben, weils ja keine Schnittstellen gibt. Das geht 2025 klar besser.
Mein bisheriges Fazit. In der Idee gut, in der Umsetzung noch stark verbesserungswuerdig. Ich frage mich warum man nicht zuerst einen Testlauf gemacht hat um sich solch Feedback zu holen und damit das retts zu verbessern bevor man es ausrollt.
Es hat einen Testlauf gegeben mit einigen NFS auf “Hochfrequenz Stützpunkten”
Ob du es nun brauchst oder nicht, es ist nun bei jeder Belassung Pflicht….
Für eine Pflicht fehlt mir sowohl die Dienstanweisung als auch die rechtliche Grundlage im SanG.
Da fragt man sich was das Feedback war. Die Punkte dürften entweder nicht aufgefallen sein oder es war ihnen schlicht egal.
Mit der neuen OLL sieht der LV das als ähnlich bindend wie die BLLs.
Du hast recht - im SanG bist du dazu nicht verpflichtet. Jedoch lässt sich auch streiten, ob das SanG eine Belassung durch Sanitäter überhaupt vorsieht.
Ich verstehe deine Kritikpunkte und kann mir vorstellen, dass sich da noch was tut. Wir sind sicher noch nicht am Ende der Fahnenstange. Allerdings denke ich zumindest, dass es sicherer ist, das RETTS anzuwenden, zumal das unmissverständlich so vom LV gewünscht ist.
Die neuen “OLL” (ja scheiß Abkürzungen) sind den Dienstanweisungen gleichzustellen (laut Frühwirt und Schreiner) und da steht klar drinnen:
“Vor einer Untersuchung/Behandlung ohne Transport sind alle Vitalparameter zu erheben und die RETTS Dringlichkeitseinstufung durchzuführen.”
Und ohne das entsprechende e-learning darfst du RETTS garnicht verwenden weil Medizinprodukt und somit auch niemanden belassen….
Dan darf ich hier an die Erklärungen zu den BLL erinneren, die dann ja auch für die OLL gelten.
Die Leitlinien sind rechtlich nicht bindend sondern eine Hilfestellung, die immer in Zusammenschau mit dem gesamten Wissen und dem Pat Zustand zu sehen sind. So sehe ich auch Retts, eine Hilfe die ich bei Bedarf verwende.
Letzlich bin ich als Sani laut SanG eingenverantwortlich und nicht die Software.
Mach was du willst, laut SanG darfst du garnichts belassen. (Ja, Streitfrage)
RETTS ist ein zertifiziertes Medizinprodukt und deine rechtliche Grundlage wenn hinterher doch etwas schief geht.
Aber wenn du so ein guter Jurist bist, sind dir eventuelle Risiken und Auswirkungen ohnehin bekannt.
Wenn ich nach SanG gar nicht belassen darf, dann hilft mir aber auch Retts nicht. Die Einschulung auf ein Medizinprodukt schafft noch keine Rechtsgrundlage. Sonst könnten wir schon Knochenbohren.
Was ich als Organisation natürlich machen kann, meinen Mitarbeitern eine Hilfestellung an die Hand geben um eine fundiertere Entscheidung zu treffen.
Mich stört das hier mit der Zwang und Pflicht Keule drüber gefahren wird.
Das erinnert mich im Vorgehen an vergangene Tage, wurde in den letzten Jahre doch so sehr auf Vetrauen und Eigenverantwortung gesetzt
Die neuen “OLL” (ja scheiß Abkürzungen) sind den Dienstanweisungen gleichzustellen (laut Frühwirt und Schreiner) und da steht klar drinnen:
“Vor einer Untersuchung/Behandlung ohne Transport sind alle Vitalparameter zu erheben und die RETTS Dringlichkeitseinstufung durchzuführen.”
Wer auch immer diese Kasperl sind, aber von der Praxis dürften sie schon länger weg sein. Selten so etwas dummes gelesen.
Also sollte man dem 14 jährigen Burschen mit paar kleinen Schürfwunden nach einem Sturz mit dem Rad ALLE Vitalparameter messen? ![]()
Man versucht scheinbar regelmäßig im RD Dinge mit Muss aufs Auge zu drücken die scheinbar nicht gut durchdacht sind. Für viele Anfänger vielleicht eine gute Stütze, erfahrene Leute können dabei nur schmunzeln.
“Alle Vitalparameter” ist wahrscheinlich einfach nur schlecht formuliert; so wie ich das verstehe sind damit einfach die für die Dringlichkeitseinschätzung relevanten Parameter gemeint. Zumindest würde es keinen Sinn machen bei jedem Patienten SpCO und etCO2 zu bestimmen…
RETTS verlangt grundsätzlich Atemfrequenz, Puls, Blutdruck, Temperatur und GCS bzw. ACVPU. Je nach Symptom zusätzlich noch EKG und/oder BZ. Das ist mMn. schon vertretbar.
Was ein bisschen unglücklich ist, ist dass es bei den VZ keine Kategorie Blau gibt.
Ab Grün „soll eine ärztliche Vorstellung innert 24h angestrebt werden“.
D.h. streng genommen kann ich niemanden belassen ohne ihm einen Arztbesuch in den nächsten 24h zu empfehlen.
Natürlich kann man jetzt über das Wort „soll“ und den Unterschied zu „kann, muss, darf“ etc diskutieren, aber so wies jetzt dasteht is eigentlich blöd.
Das lässt sich meines Erachtens sehr leicht mittels dem AEFD (141) lösen. Ein kurzer Anruf beim diensthabenden Disponenten genügt, und der kümmert sich um die Disposition vom Bereitschaftsarzt. Gerade so Sachen wie Atemwegsinfekte, Fieber bei Kindern usw. lassen sich da sehr gut bespielen und sind für die Angehörigen wie auch Spitäler eine gewisse Entlastung.
Wenn einer im Dienst ist. Meine letzten 5 Versuche waren da alle frustran.
Ja mir gehts aber um die wirklich blauen. Wenn der nix hat oder aus rein sozialer Indikation den Rettungsdienst holt, dann will ich eigentlich auch keinen 141 Arzt hinzuziehen.
Man orientiert sich an einem internationalen Standard den in Österreich zb auch die ACN im Bereich Belassungen machen müssen. Ein wesentlicher Mitgrund für die Einführung dürfte der Themenbereich Belassung und Revers sein, hier hat man ja schon seit längerer Zeit versucht eine rechtlich saubere Lösung zu finden.
Wie du vielleicht aus der Praxis weißt, gab es bisher in einigen Organisationen Reverse/Belassungen unter teils fragwürden Abläufen mit teils auch Problemen/Beschwerden oder erneuten Anrufen. Deswegen die Idee lieber zu viel zu messen oder zu machen, bevor man insbesonders bei einer Belassung etwas übersieht und für alle Seiten Probleme entstehen.
Aktuell wird noch niemand gezungen RETTS zu verwenden, in 2 Wochen wäre aber eine Belassungauf eigenes Risiko ohne Rückendeckung der Organisation. Dann muss man einfach alles hospitalisieren was sich nicht aktiv dagegen sträubt. Die einzigen die es müssen, sind ab Herbst neue NFS iA. Wobei hier RETTS eine wesentliche Erleichterung ist im Vergleich zu den bisherigen Dokumenten.