Keine Pflege mehr an NEF

Wie aus einem Unikum ein derartiges Angstgespenst werden kann ist schon interessant :joy: Erinnert mich irgendwie an die Diskussionen zur ACN, da konnte man die Angst, dass einem irgendwer was wegnimmt, auch spüren.

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Ich möchte festhalten, dass ich die Pflege als wohl einer der wichtigsten und systemrelevantesten Berufsgruppen sehr schätze und ihre Kompetenz (durch die im Vergleich zu Sanis auch ausreichend lange Ausbildung) nicht im geringsten anzweifeln möchte. Ich habe nur die Rechtslage wiedergeben und die ist - so mein Überblick - nicht strittig. Pflege profitiert aber von verkürzten Sani-Ausbildungen. Sie muss aber Sani (der entsprechenden Ausbildungsstufe) sein, das kann man (wohl oder übel) nicht wegdiskutieren und das meine ich umfassend wertungsfrei.

Fachliche Argumente für und gegen Pflege als NA-Assistent:innen gibt es (auf beiden Seiten) gute und weniger gute, das möchte ich auch
anerkennen. Was nicht sein kann - und das ist meine (Nicht-Rechts-)Meinung - dass der NFS am NEF zum Lenkradbeamten degradiert wird. Auch am RTW ist der RS-Lenker schon lange nicht mehr der „Hirntote links vorne“ (man verzeihe mir bitte die überspitzte Aussage), man ist ein Team., unabhängig ob der eine Transportführer oder NEF-Mitfahrer zusätzlich GuK ist oder nicht.

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In Österreich hat man noch nicht ganz verstanden, dass die präklinische Notfallmedizin sich bedeutend von der innerklinischen unterscheiden kann. So gewisse Persönlichkeiten hier anscheinend auch noch nicht so ganz.

Sofern du dabei mich meinst, sei dir gesagt, dass eigentlich hier in keiner meiner Aussagen beinhaltet war, dass der DGKP den NFS ersetzen soll. Es ging lediglich um eine spezielle Lösung in einer Region, die dort offensichtlich lange Zeit gut funktioniert hat und zwar für alle Beteiligte.

Wenn dann aber der eine oder andere daherkommt und mit teils abschätzigen Aussagen über die eine Berufsgruppe den Status der eigenen stärken will, dann passt mir das einfach nicht.

Aber wie gesagt, ähnlich wie bei der ACN scheint die Angst vielfach groß zu sein, dass einem was weggenommen werden könnte.

Niemand hat Angst, dass einem was weggenommen wird. Es ist einfach ein komplett anderer Beruf. Ende. Ein Maurer würde auch komisch schauen, wenn bei jedem Rohbau ein Elektriker dabei wäre in der Maurerpartie.

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Niemand hat Angst. Ja genau so wirkt es auch :joy:

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Ich seh es auch weniger in Thema „Angst“ als in Thema „Gerechtigkeit“.

Es ist einfach ungerecht, und auch nicht förderlich, wenn in einem Berufsfeld, dass seit langem um Professionalisierung kämpft, irgendeinjemand daherkommt und meint das man den Beruf auch komplett ohne Ausbildung machen kann. Das zerstört einfach jegliches bestreben den eigenen Stand zu stärken.

Genauso bei der ACN - ist eine gute Sache. Für AkutPFLEGEtätigkeiten. Am Ende des Tages ist aber die reale Gefahr da, dass sich irgendwer denkt: „Pflege + Sani funktioniert eh. Warum sollten wir den Sani dann Aufwerten?“

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Bitte nur als Gegenbeispiel: Wie groß wäre der Aufschrei, wenn statt DGKP billigere NFS im Spital Dienst machen würden. Zb. statt der Anästhesiepflege?

Weil für was muss man das lernen? Medizinische Ausbildung ist medizinische Ausbildung oder?

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Der Aufschrei wäre nach jetziger Sicht denkbar gering, da bereits jetzt der billigere PFA nahezu alle Tätigkeiten des DGKP in vielen Settings bei geringerem Gehalt ausführen kann und dies auch tut. In Bereichen wie Anästhesie oder ICU noch nicht, aber auch da wird es mit der Zeit wohl mehr und mehr Tätigkeitsfelder für den PFA geben. Und ob dann der Mitarbeiter ein PFA oder ein NFS ist macht für mich als DGKP ehrlicherweise keinen Unterschied.

Zumal genau dieses Szenario ja auch Teil der Dipl.-NFS-Idee ist.

Das Beispiel Vorarlberg zeigt sehr schön wie einem gut gemeinte aber kurzsichtige Entscheidungen welche nur auf die Symptombekämpfung abzielen dann später auf die Füsse fallen.

Vor vielen Jahren sah man sich wohl mit der Herausforderung konfrontiert, dass die jungen Ärzte nicht die notwendige Ausbildung und Erfahrung für das präklinische Tätigkeitsfeld hatten. Die NFS am NEF konnten ihnen nicht die Unterstützung geben, von NFS am RTW war vermutlich gar nicht zu Denken.

Statt jetzt die Ausbildung von NFS und auch die Vorbereitung der jungen Ärzte zu verbessern, hat man das Problem mit zusätzlichen DGKP erschlagen. Damit sind die NFS am NEF noch weiter in den Hintergrund gerutscht und die Ärzte hatten ihre Wohlfühlassistenz dabei. Ein österreichisches Novum das in Vorarlberg zur Normalität wurde.

Nun, oh Wunder, kommt man drauf das skaliert nicht (weil Pflegemangel) ist teuer und wir brauchen die gut ausgebildeten DGKP dort wofür sie ausgebildet wurden. In der Präklinik haben wir ja die NFS, die genau dafür vorgesehen sind. Aber stop, was haben diese NFS die vergangenen Jahre am NEF in Vorarlberg gemacht?

Jetzt scheint man den zweiten Fehler zu begehen, das gelebte System braucht nun Zeit sich an die “neue” Normalität zu gewöhnen. Es braucht Ausbildung für die NFS (und Ärzte), Trainings, neue Abläufe, usw. Einfach nur DGKP vom NEF zu streichen birgt zwangsläufig die Gefahr, dass sich die Qualität der Versorgung verschlechtert. Nicht weil die NFS es nicht könnten, es war halt bisher nicht ihre Rolle.

Und /OT, weil das Thema ACN gefallen ist. Die ACN in NÖ hat im Rettungsdienst (nicht Pflege!) doch auch deswegen Fußfassen können weil es damals den Ausbildungs- und Ausstattungsmangel im RD gab (und zum Teil noch immer gibt). Plötzlich gab es einen NFS NKx der Schmerztherapie machen konnte (nur als ein Beispiel). Und was ist geschehen, die RD Organisationen haben begonnen nachzuziehen. Manchmal ist so eine Konkurrenz und die “Angst” es könnte einem etwas weggenommen werden doch ganz gut, vor allem im Sinne der Patientenversorgung

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Faszinierend wie sehr dieses Randthema emotionalisiert. Es geht hier um 2 NEFs von etwa 120* in ganz Österreich.

Wenn wir uns mit der selben Energie für ein modernes SanG einsetzen hätten wir bald den modernsten Rettungsdienst der Welt.

*Quelle: https://www.bvrd.at/was-wir-ueber-den-rettungsdienst-in-oesterreich-wissen-daten-zahlen-fakten/

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Danke für diese gut begründete und überaus sehr nachvollziehbare Darstellung!

Weil es - wenn es so ist, wie @MICA schreibt, wovon ich ausgehe - sinnbildlich für das österreichische Rettungswesen steht. Lieber Umwege über 5 Türen, die wahrscheinlich sogar teurer sind, als die naheliegendste Lösung, denen Kompetenzen zu geben, die zuständig sind - und sowas geht auch ganz ohne neues SanG (wie die MA 70 aber auch mittlerweile andere Orgas wie die JUH Wien, das RK NÖ u.a. zeigen).

Kompetenz und Zuständigkeit sind ethymologisch übrigens Synonyme…

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Auch wenn ich meine eigene Meinung hintanhalten möchte würd ich doch darum bitten, wieder deutlich mehr Sachlichkeit einziehen zu lassen.

Und ist es falsch, wenn ein Sanitäter Sorge hat, dass man ihm etwas wegnimmt? Die Pflege hat ja scheinbar auch Angst, dass ihnen das präklinische Tätigkeitsfeld weggenommen wird. Mit dem feinen Unterschied, dass die Pflege dafür garnicht vorgesehen ist.

Als die ACN eingeführt wurde war die Sorge gerechtfertigt. Hätte das RK nicht nachgezogen, hätten wir, nach Graz, die zweite Insellösung, bei der sich eine fremde Berufsgruppe an unserem Berufsgesetz bedient und die eigentlich dafür vorgesehenen Leute, durch die Finger schauen und klein gehalten werden. Das wäre für die Weiterentwicklung unseres Berufsstandes nicht dienlich gewesen.

Ich glaube es ist Zeit, dass die Sanitäter die Bühne bekommen die sie verdient haben. Gerade in Hinblick auf das Verhältnis zwischen Ausbildungsdauer und Kompetenzen/Verantwortung besteht Handlungsbedarf. Wir haben ein neues SanG verdient. Das GuK wurde 2016, 2024/25 novelliert, das war gut und höchste Zeit. Die Querschüsse von manchen aus der Pflege zum jetzigen Zeitpunkt sind für mich aber nicht nachvollziehbar. Ich meine woher nehmen die Personen das Selbstvertrauen, ihre Tätigkeit am NEF damit zu rechtfertigen, dass ein junger Notarzt ohne sie nicht klarkommt? Zumindest kann ich das aus dem ersten Artikel rauslesen. Eine völlig absurde und unpassende Argumentation und ein passiver Seitenhieb auf die anscheinend unfähigen Sanitäter.

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Ich kann halt nicht nachvollziehen, warum eine isolierte, jahrelang bestehende, Lösung aus Vbg nun solche Emotionen auslöst. Aber seis drum.

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Die RM sind aber keine fremde Berufsgruppe, der Vergleich hinkt in meinen Augen. Nur weil aus ihnen 2-3 Jahre später Ärzte werden sind, sie trotzdem NKIs. Denen man aufgrund einer großen Menge an Ausbildung, auch eine große Menge an Verantwortung anvertrauen kann.

Die ACN ist zwar wirklich zum Teil eine andere Berufsgruppe, aber auch die sind alle NKIs. Und ich finde auch nicht dass die ACN langfristig dazu führen, dass Sanis „klein gehalten“ werden. Ganz im Gegenteil sie beweisen meiner Meinung nach, dass Sanitäter mit entsprechender zusätzlicher Ausbildung mit umfangreichen Kompetenzen ausgestattet werde und mit telenotärztlichem Support wirklich viel erreichen können.

Trotzdem „bedienen“ sich beide (RM/ACN) nicht am Berufsgesetz, sondern sie betrifft es ja direkt weil sie Ausbildungen nach §xyz SanG absolviert haben und (auch) als Sanitäter tätig sind.

(Dabei handelt es sich nur um meine Meinung, auch wenn diese, in diesem Diskussionsforum, vermutlich eine unpopular opinion ist.)

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Die Ausbildung der RM ist halt sehr elitär und nicht für jedermann zugänglich. DGKP und NFS kannst “gleich mal” werden. Und man merkt vor allem in der Steiermark, wie eine “Medizinerdomäne” eine andersartige professionelle Erscheinung von Sanitätern gar nicht erst zulässt, aufgrund von “besser als wir” kann gar nicht sein, dann probiert man es vielleicht erst gar nicht. Bei den RM wird viel weg geschaut und ein “ja mei muss der junge Arzt noch lernen”, bei den NFS-NKV wird sehr viel genauer hin geschaut und eingegriffen. Keine Frage find ich gut, dass es das System der RM gibt, nur flächenmäßig ausgerollt und nicht so elitär wäre genial. Und ich kann mich persönlich eher mit einer Nurse identifizieren als einem RM, also gefühlt ist die Pflege näher an mir als ein RM.

Wenn jetzt in Vorarlberg 2 NEFs mit DGKP besetzt waren, würde ich schön finden wenn man daraus was lernen kann und einen Berufsstand weiter definieren würde und die Ärztekammer sagen könnte: “schaut her das brauchen wir, damit wir uns im Team optimal um den Patienten kümmern können, und wenn wir nicht im kompletten ärztlich fundierten Team auftreten können, dennoch den Patienten am besten versorgen können.”

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Ich finde nebenbei den Begriff Rettungsmediziner so affig. Es gibt im Rettungsdienst RS, NFS, NKA, NKV, NKI und NA.
Dass man sich selber “Rettungsmediziner” nennt (abgesehen davon, dass man kein fertiger Mediziner ist…), weil man meint, die eigene Ausbildung würde alles andere so weit übertreffen und deshalb sei es einem nicht würdig, wie jeder NKI einfach NKI zu heißen, finde ich wirklich beeindruckend.
(PS: Ihr seid nicht die einzigen Notfallsanis, die sich über das gesetzliche Maß hinaus fortbilden, und ihr seid auch nicht die einzigen Medizinstudenten, die Rettung fahren.)

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Ist bei mir völlig anders. Ein RM ist näher an meiner Tätigkeit als eine Nurse.

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