Die Pflege übernahm die Arbeiten die eig. der NFS machen sollte. Der NFS am NEF war bis auf wenige Ausnahmen nur mehr der Packesel für die Rucksäcke und Geräte.
Ich hoffe die Maßnahme wirkt sich positiv auf die Qualität der Sanis aus.
Waren die Kolleg:innen der Pflege ausgebildete Sanitäter? Soweit ich weiß ist ja im SanG geregelt, dass nur Sanitäter und Notärztinnen im Rettungsdienst tätig sein dürfen.
Ich weiß zwar nicht, wie das alles genau funktioniert (hat), aber es riecht hier sehr nach großen berufsrechtlichen Problemen. In erster Linie: Ist die GuK-Pflege auch Sanitäter:in mit den entspr. Notfallkompetenzen? Wenn nein, dann ist die Einstellung aus rechtlicher Sicht (ebenso) mehr als überfällig.
Nein, nicht alle Pflegekräfte die auf einem NEF mitgefahren sind waren auch Sanitäter/in.
Unabhängig davon ob es rechtlich gedeckt ist, der Qualitätsunterschied ist gut erkennbar bei einer RSI wenn 2xNFS ehrenamtlich + Anästhesist auf dem NEF sind oder Anästhesist+Anästhesie-Pflege (+NFS Fahrer).
Ich wusste nicht, dass es das noch wo gab in Österreich. Ich bin allerdings früher im Burgenland auch noch mit DGKP NAW gefahren. Allerdings vor 20 Jahren und damals mit Personal aus der Unfallambulanz
Es gibt einige die zuerst RS / NFS waren und dann die DGKP Ausbildung gemacht haben. Von einem der zuerst DGKP gewesen wäre und dann den RS / NFS gemacht hätte, wüsste ich jetzt nichts.
Die meisten hatten keine rettungsdienstliche Ausbildung.
Rechtlich dürfte es kein Problem geben, da die DGKP soweit ich es in meiner dienstlichen Praxis mitbekommen habe, niemals eigenständig tätig geworden sind, sondern nur auf Anweisung des Arztes vor Ort.
Ich war oft dankbar um das zusätzliche Paar Hände, weil die Pflege sich nie zu gut war auch mit anzupacken wenns nötig war.
Menschlich oder fachlich gab es auch NIE was auszusetzen an den Pflegern. Es hat mich echt gewundert, wie es sein kann, dass bei so vielen verschiendenen Leuten nie ein Problem aufgekommen ist.
Dem Primar des Standorts an dem ich gefahren bin, war es wichtig, dass seine Pflege in Notfällen auch selbstständig handeln kann wenn es mal nötig wäre (vorranging im OP). Ohne Aufsicht Medikamente verabreichen, einleiten, ausleiten, Intubieren, etc. war bei denen tägliches Handwerk. Also routiniert hoch 10 und in vielen Fällen auch kompetenter als der diensthabende Notarzt.
Auf der anderen Seite, wie oft macht das tatsächlich einen Unterschied? Vll. bei 2-3% der Einsätze.
Der große Haken an der Sache war, dass sich sehr sehr viele NEF Sanis nur mehr aufs Rucksacktragen beschränkt haben und die nicht mal mehr fähig waren ein Medikament aufzuziehen. Das wird sich jetzt nicht mehr spielen.
Vier Leute hatten bisher noch auf jedem NEF Typ Platz.
WAS? Auf einem T6 haben nur drei Leute Platz in Ktn???
Was führen die denn bitte alles mit? Eine ECMO?
Sogar in den alten T5 bei denen der Tragsessel aus dem RTW verstaut werden konnte hatten vorne zwei und hinten zwei Platz. Material ist alles im Kofferraum.
Zwar Off-Topic, aber auch die NEFs in der Stmk und in NÖ haben auf T6 Basis nur 3 Sitzplätze.
Fahrerseitig weicht die Rückbank (bei allen NEF die Ich kenne) einem Schubladenschrank mit Nachfüllmaterial und Kühlschrank. Wenn es gängig wäre, mit 4 Pers zu fahren wäre es sicher möglich den Schrank etwas schlanker zu bauen und dann eine 2er Bank eizubauen, aber aktuell ist die gängige Bauweise hinten nur ein Sitz.
An Selbstbewusstsein mangelt es der Pflege jedenfalls nicht.
Ein zentrales Argument der Pflegekräfte: Notarztdienste würden häufig von jungen Ärztinnen und Ärzten übernommen. Umso wichtiger sei es, im NEF-Team diplomierte Pflegekräfte aus der Anästhesie- und Intensivmedizin dabei zu haben, die über langjährige klinische Erfahrung verfügen.
Übrigens ein Argument für Systeme mit Critical Care-Paramedis. Es gibt keine unerfahrenen Critical Care-Paramedics. Die waren nämlich alle schon vorher 5-10 Jahre ALS-Paramedics.
(Und jetzt bitte nicht das Argument mit dem Turnus - ja, der ist lang und meist sinnvoll, aber es geht nicht nur um “viele Patient:innen sehen”, sondern um Routine in gschissenen Situationen draußen.)
Das war damals tatsächlich ein Grund die Pflege am NEF einzuführen. Unerfahrenere Ärzte bekamen einen Assistenten zur Seite gestellt, den sie innerklinisch schon kannten und vertrauten.
Bei dem inhomogenen Kompetenzlevel der NFS damals war das sicherlich ein ausschlaggebendes Kriterium für viele.
Der Umstieg zurück auf NEF ohne Pflege wird sicher happig werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass so mancher NEF Fahrer für sich jetzt den Zeitpunkt für den Ruhestand gekommen sieht
Spannend wie unterschiedlich die Welten sind. Ich hätte in Wien noch nie eine Pflege am NEF gebraucht. Als ACN oder eher CN schon eher.
Es gibt ein NEF auf dem eine Zeit lange Notfall DGKP als Praktikanten mitgefahren sind, aber die waren tatsächlich nur Praktikanten.
Die Argumentation, dass der Notarzt Unterstützung brauch ist ein Wahnsinn in meinem Augen. Ich kenne auch aus diversen ERC Kursen kaum eine Pflegeperson die dem gewachsen wäre. Von der Anästhesiepflege im Rahmen einer Narkose und eines schwierigen Atemweges vielleicht, aber bestimmt nicht mehr. Wenn bei uns der Notarzt Unterstützung braucht bekommt er die von einem kompetenten Notfallsanitäter, Fisu oder dem OA.
Echt skurril die Argumentation der Pflege. Das es nette Abwechslung war, ist schon klar und der interdisziplinäre Austausch auch super, aber ich dachte die wären in einer Art Praktikantenrolle am Fahrzeug. Ich mein wenn jetzt die NFS nichtmal mehr schaffen ihren Arzt anständig zu unterstützen und es dafür eine DGKP braucht, dann gute Nacht. Jetzt wäre es bald mal an der Zeit dass die Bundesländer bei der Qualität Ausbildung nachziehen. Schrecklich was man da so mitbekommt.
Nachdem das dort ein gewachsenes System zu sein scheint und die eingesetzten DGKP ja immer wiederkehrende Dienste am NEF absolviert haben kann ich wiederum Teile deiner Argumentation nicht nachvollziehen. Wo liegt der genaue Unterschied zwischen Assistenz durch kompetenten NFS/FISU und Assistenz durch kompetenten DGKP? In einem System in dem DGKP im Rettungsdienst nicht tätig werden wird der kompetente NFS wohl die bessere Lösung sein, im dort vorliegenden System wirds keinen Unterschied machen, ob DGKP oder NFS. Die Sinnhaftigkeit kann man natürlich diskutieren, scheint in diesem dort gewachsenen System aber so nie als Problem identifiziert worden sein.
Kombiniere ich zudem deine Argumentation aus der man vielleicht sogar ein klein wenig abwertendes Verhalten gegenüber DGKP rauslesen kann, wenn man das will, mit dem Positionspapier des BVRD, wo die Durchlässigkeit des dipl.NFS in das Krankenhaus ja ein zentraler Punkt ist, dann muss man aber zu dem Schluss kommen, dass der NFS dann aber auch im KH nichts zu suchen hat, oder?
Waren die DGKP eigentlich durchgehend am Stützpunkt oder waren sie zwischen Einsätzen auch im KH tätig?
Auch wenn es sicher auch Vorteile bringt, kann man so ein teures System in Zeiten des Spardruckes nicht rechtfertigen, wenn es überall anders auch gut geht.
Ist auch ein großes Problem mit manchen Pflegern auf den NEFs. Dagegen sind gewisse Kampfsanis fast schon harmlos.
Es gab einige Pfleger, die fast ausschließlich NEF-Dienste gemacht haben. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich meine gehört zu haben, dass es an einem Standort sogar NEF-Pfleger gab, die zu 100% nur das gemacht haben. @Menico weiß das vielleicht. Bei uns am Standort gibt’s sowas meines Wissens nach nicht.
Das eigentliche Problem ist aber ein ganz anderes: Diese Pfleger hatten keinerlei zusätzliche rettungsdienstliche Ausbildung. Das fängt beim Bedienen vom Corpuls an, geht über Guidelines und hört bei Basics auf, wie z.B. wie ein RTW von innen überhaupt aussieht. Natürlich gab es immer wieder Pfleger, die extrem interessiert waren und sich das alles selbst angeeignet haben – aber das war klar die Ausnahme und nicht die Regel. Genau deshalb kann man das auch absolut nicht mit einer ACN vergleichen.
Die NEF-Stützpunkte, an denen DGKPs auf den NEFs eingesetzt waren bzw. sind, befinden sich alle im Krankenhaus. Zwischen den Einsätzen wurden diese Pfleger – sofern möglich und bei Bedarf – in der Ambulanz eingesetzt. Gleichzeitig allerdings sind genau das auch die NEF-Standorte mit relativ vielen Ausfahrten.
Naja
Zusätzlich sei noch erwähnt: An 3 NEF-Standorten in Vorarlberg gibt es seit Ewigkeiten keine Pfleger auf den NEFs und dort funktionierts auch.
Perverser Gedanke, dass das NEF standardmäßig mit mehr Personal ausfährt als der RTW.
Meines Erachtens eine absolut gerechtfertigte Einsparung, natürlich sind die NEF Pfleger jetzt sauer und versuchen dagegen zu argumentieren.
Wir haben in Wien öfters mal PraktikantInnen von der Pflege am RTW und Teilweise NEF. Das fördert die Zusammenarbeit schon, die RD Arbeit wird danach deutlich besser geschätzt!
Ich bin sogar angepisst, obwohl ich ca 900km entfernt Dienst mache. Meinen die das wirklich ernst? Ist niemanden von denen bewusst, dass es so ein System sonst nirgends gibt in Österreich? Was denken die wie im Rest Österreichs gearbeitet wird?