Nein die MA70 hat den i.o. Zugang nicht für NKV freigegeben.
Und ja die Pläne für eine 3. Dipl. NFS oder NKI plus Ausbildung liegen nicht nur in einer Schublade, sondern der Kurs läuft bereits seit März. Alle Lehrsanis und Hems Crew Member nehmen daran Teil.
Das ganze ist aber nicht offiziell und wird als Pilotprojekt bezeichnet, lt Teilnehmern kann das auch jeder Zeit wieder abgebrochen werden und wäre auch von einer Änderung des SanG abhängig.
Schade finde ich, dass in den Medien kein Wort von uns Sanis zu hören ist und davon dass wir mehr können und dürfen als nur Tragen und der Pat. großteils einfach keinen Arzt braucht. Die Entwicklung der letzen 12 Jahre könnte man da mal hervorheben. Da braucht man sich in meinen Augen nicht ständig am Notarzt aufhängen oder an platt getretenen " wir sind in 8-12min an jedem Notfallort" Aussagen. In keinem Wort wird der Sanitäter und seine Kompetenzen erwähnt.
Außerdem könnte man ja mit dem Dipl. NFS an die Öffentlichkeit gehen. Wir verkaufen uns teilweise unter unserem Wert. Wir haben erstens super Sanitäter und zweitens ich hab in den letzten Jshren nie einen Patienten unterversorgt in ein KH bringen müssen weil ich keinen Notarzt bekommen hab. Wenn ich wollte war immer noch einer frei. Das mit dem wir verkaufen und zu schlecht trifft in meinen Augen nicht nur auf die Ma70 sondern auf vieles in Österreich zu.
Dass selbst leute aus der branche noch nix wissen über den kurs geschweige denn die presse ist irgendwie traurig. Schliesslich gehts hier um schaffung eines neuen berufs.
Denkts euch was passieren würd wenn da semmelbäcker jetzt auch torten backen dürfte, ok blöder vergleich ![]()
Oder is die Geheimniskrämerei etwa absicht?
Ich hab den Eindruck die Ma70 und die österreichische Politik ansich ist geprägt von großer Angst.
Ja nix falsch machen, ja nix falsches sagen und schon garnicht auf irgendeine Art auffallen.
Das merke ich in meinem derzeitigen Aufgabenbereich bei der Ma70, spiegelt sich bei den Berichten über den Notarztmangel und die Lösungsvorschläge wieder. Ja nicht sagen, dass der Sanitäter nen Zugang legen darf und im Falle einer allergischen Reaktion dem Patienten genauso gut helfen kann wie ein Arzt, könnte ja nach hinten losgehen.
Man könnte aber auch in die Offensive gehen. Die Sanitäter und die Änderungen in den letzten Jahren hervorheben, in den Medien, der Öffentlichkeit und für eine bessere Ausbildung eintreten so wie das andere Länder machen. Die schaffen es z.B. einen Sch***dreck als Über-drüber- Neuerung zu verkaufen, Österreich hat herzeigbare Sanitäter, wo noch Potential da wäre und schafft es nicht diese gut zu verkaufen. Das trifft auch auf andere Berufe wie Lehrer oder andere Fachberufe zu.
z.B. Kann sich ein österreichischer NKI in der Schweiz nichteinmal den Transportsanitäter (Ktw Sanitäter) anrechnen lassen. Ein deutscher RettAss bekommt sogar den Dipl. RS angerechnet.
Was ist der Unterschied zw RettAss und NKI ? So gut wie garkeiner ! beim RettAss gibts ein Anerkennungsjahr im Umfang von 1600h. In dieser Zeit fährt der Azubi als dritter oder zweiter am Rtw mit. Ein österreichischer Sani bis zum NKI macht das auch wahrsch sogar umfangreicher wird aber im Gesetz kaum erfasst. Sprich der RettAss verkauft sich einfach besser.
wirklich? wusste nicht, dass der Sanitäter bei einer Resistenz gegen die medikamentöse Therapie als ultima ratio bei der anaphylaxie einen chirurgischen atemweg schaffen kann (kann = darf)
sorry, alle ausbildungen in ehren die ich / wir / ihr / du so habt und auch trotz meinem persönlichen wunsch nach mehr kompetenzen/arzneimitteln/ausbildungen, aber ich habe persönlich ein problem damit wenn es immer so dargestellt wird als ob ein hoch ausgebildeter sanitäter einfach einen Notarzt ersetzen kann.
Ja es ist möglich - allerdings wird wird egal ob wir es paramedic / dipl. nfs / DGKS oder ähnliches nennen, es den effekt haben, dass das notarztsystem zumindest reduziert wird und weniger Patienten einen Arzt bekommen.
ich bin persönlich der meinung, dass wir bei dem personal, dass zum patienten kommt, einen absoluten luxuszustand haben. Einen tatsächlichen arzt zum patienten bringen, machen nur sehr wenige länder, weil es dort nicht möglich ist. Diesen Luxuszustand jetzt nur aus finanziellen bzw. eigentlich organisatorischen Gründen zu verlieren und wegen eben diesen schwierigkeiten eine Ausbildungs/Kompetenzerweiterung zu begründen, fände ich nicht gut für denjenigen der es eigentlich betrifft, nämlich den patienten.
Ich finde, dass beste was der Notfallpatient bekommen kann, und wenn es nur ein Schlaganfall ist, ist ein Notarzt! Das ist ein absoluter Luxus, den wir uns in fast ganz Österreich noch leisten (können). (denn irgendwann mal ist es eine Blutung, er wird bewusstlos, muss intubiert werden und ist ein CVCI und braucht einen chirurgischen Atemweg)
Es sollte in unserem Interesse sein, das zu halten, weil es im Interesse des Patients ist.
Dass bei allen anderen Personen im Einsatz, nämlich dem NEF Sanitäter in welcher Ausbildung auch immer bzw beim RTW (für mich soll mind. NKV Österreichweit - ich weiß auch, dass das nicht realität ist) ganz eindeutiger Ausbau und Aufhol und Optimierungsbedarf besteht, steht für mich außer frage.
Diese Fortschritte sollen aber kommen, weil es sinn macht, und weil es funktioniert und der patient profitiert, und nicht weil einige Krankenhäuser Österreichs keine Ärzte frei spielen WOLLEN! und Wien bei der MA70 mit einer Direktanstellung ohne Aufstiegschance zu uninteressanten Gehaltsschemen im vergleich mit einem freien Werksvertrag für Selbstständige (siehe Notarztbörse und jetzt WRK für das 4fW-NEF) einfach keine Leute mehr bekommt.
Wenn diese Dienste mit freiem Werksvertrag laufen würden, wären sicher alle NEFs besetzt - das vermutlich zum fast gleichen Preis, wenn nicht billiger (diese Leute brauchen keinen Urlaub/Krankenstand/Kur/Fortbildungen/Gehaltserhöhungen/Pensionsrücklagen,…)
Auch ich will Ausbildungen wie der NFS in .de oder der dipl.RS in .ch - aber nicht um unfähigkeiten anderer zu kompensieren - sondern um das system zu ergänzen. Alle aktuellen Ideen wollen aber nur Ärzte ersetzen und einsparen. (was vllt in genau 4 Städten Österreichs möglich ist, sonst würden alle Nortarztstützpunkte erhalten bleiben, komme was wolle, da sie sonst zu lange brauchen würden bei denen, wo du sie brauchst)
Einen Notarzt, einen NFS wie in .de am NEF, und 2 NFS.de + Praktikant im TypC RTW - das ist was sich ein Notfallpatient in einem reichen Land wie österreich verdient hat - darauf könnten wir stolz sein. Und nicht darauf wenn wir die NFS.de auf kosten des Notarztes bekommen.
PS: Ich will jetzt nicht hören, dass es schlechte Notärzte gibt und sehr gute NFS, wo der NFS besser ist als der Arzt, das weiß ich alles, von solchen Leuten reden wir hier nicht. Lasst hier bitte Einzelfälle raus - sondern streben wir den Sollzustand an den wir alle wollen, und suchen wir nicht die Einzelfällen die das System brüchig machen.
lg
Kann mich da nur anschließen.
Glaube aber trotzdem, das die Notwendigkeit für Ärzte in der Präklinik auch aufgrund von Telemetrie und anderen technischen Neuerungen immer mehr zurückgehen wird.
Das der deutsche Rettungsassistent in der Schweiz pauschal den dipl. RettSan bekommt ist so nicht richtig.
Übrigens: Der RettAss hat 1200h Theorie und Klinik-Praktika abgeleistet - Und dann 1600h im RettD gefahren. Bist du dir sicher, dass das mit dem NotSan.ö NKI vergleichbar ist?
Und zur Info: Der RettAss wird in D nicht mehr ausgebildet - Die dreijährige NotSan-Ausbildung tritt an seine Stelle.
@Dorsk:
Die österr. Ausbildung umfass bis zum NKI 980h wenn man noch Kurse wie Erc, Amls, Phtls dazunimmt, knapp über 1000h.
Das sind lächerliche 200h Stunden Unterschied in der Theorie bzw. Krankenhauspraktika. .
Die 1600h Praxis/ Anerkennung hab ich genauso gemacht. Zwischen dem RS 2008 und dem NFS 2010 hab ich gute 3000h als 3ter am RTW verbracht, nur wird das wie gesagt niergendwo erfasst.
Und ja ich bin in De gefahren und kenne einige RettAss. Die fachlichen Fähigkeiten und theoretische Wissen sind nahe zu gleich und die Kompetenzen meistens sogar niedriger.
Und wenn ich jetzt mit meiner österr. Ausbildung nicht mal den Transportsanitäter angerechnet bekomme und der RettAss relativ einfach den Dipl. RS, stimmt die Verhältnismäßigkeit nicht…
Ja ich weiß dass es in De den NotSan gibt. Den kann der österr. NFS/NKI btw. auch nicht verkürzt machen, ohne RettAss geht das nämlich nicht und den bekommt man auch nicht.
@maximilian
Ich kenne in Wien 3 Notärzte die einen chirurgischen Atemweg schaffen können.
In 8 Jahren Notfallrettung hab ich es nicht einmal erlebt. In 99% der Fälle mache ich bei einer allergischen Reaktion das selbe wie der Arzt. Abee egal…
Es geht mir einfach darum dass das nicht nach außen komuniziert wird. Damit mein ich nicht das der Sani den Arzt ersetzen kann, aber zumindest das Eintreffen mit ärztlichen Maßnahmen überbrücken kann. Das ist durchaus ein Punkt den man wenn man von einem NA Mangel spricht, positiv hervorheben könnte. Nur wird das in dem Zusammenhang garnicht angesprochen.
@Giulio
Dein letzter Beitrag hat bei mir mehrfach ein Werbebanner über einen FLASH bzw. eine Werbeseite über DNS-Unlocker ausgelöst…
Woher kommt dieser Sch…? ![]()
Ich hab nix…
Du musst halt immer schön brav bleiben, dann fängst dir auch keine bösen Viren ein! Lass mal einen Virenscanner über Deinen PC laufen - könnte durchaus auch was bei dir sein ![]()
Einen Werbebanner über was ausgelöst? Und was ist ein DNA- Unlocker ?
Ich bin Sani geworden weil ich mich mit sowas genau Stana auskenn …
sorry, aber hoff es liegt nicht an mir…
Zwecks der obigen NA/NFS/etc. Debatte:
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Ich glaube wir sind uns alle einig, dass mehr Ausbildung nicht schaden kann, genauso wenig wie mehr Kompetenzen.
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Ich glaube wir sind uns auch einig, dass einige Sanis oft einen NA nachbestellen wo keiner nötig wäre, sondern bestenfalls ein NKsonstirgendwas. Wenn der jetzt noch ein paar mehr Medikamente geben dürfte (z.B. auch leichte/vgl. ungefährliche Analgetika) dann brauche ich in vielen Fällen einfach keinen NA.
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Dass bei einigen Fällen ein NA absolut unersätzlich ist, sind wir glaube ich auch alle einer Meinung.
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Dass in (sehr) seltenen Fällen der NA nicht oder nur später kommen kann weil er vorher zu irgend einem 2) fahren muss, ist zumindest vorstellbar. Das wird in Wien seltener passieren, am Land nehme ich an eher öfter. Wenn ich also die 2)er weg bekomme und stattdessen Fälle mit NA abdecke, die wirklich für NAs sind, dann wäre das eine Verbesserung, stimmt’s? Das heißt nicht, dass der NA abgeschafft werden soll, nur dass die Ressource NA sinnvoller eingesetzt werden könnte.
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Weiters bin ich der Meinung, dass gerade am Land ein super-NFS-triple-X-Superhero doch besser wäre als gar kein NA. Ich fahre nicht am Land, nur in Wien, aber die Geschichten à la „2 RS am RTW und sonst nix“ und „1h bis der NA kommt“ ist doch abenteuerlich. Wenn ich da einen paramedic-artigen NFS (zb. mit eigenem NotfallSaniEinsatzFahrzeug) hin bringen kann, hat der Patient auf jeden Fall mehr davon als nur 2 RS zu bekommen.
Ad 2) Ich tu mir schwer mit leichten/ungefährlichen Analgetika. Leichte sind eigentlich nutzlos (in der Notfallmedizin - und bissi Kopfweh braucht keine Schmerztherapie vom Sani) und ungefährliche gibts eigentlich nicht. Opiate sind super, gut beherrschbar, aber man muss ebene mit der Atemdepression umgehen können. Wenn man das kann - super! Wenn nicht bringt man die Patienten um. Ich hab da bisschen Bauchweh ob man da wirkliche flächendeckend allen Sani gut schulen kann. Für traumatische Schmerzen wäre natürlich Ketanest eine gute Idee, da hat man wenig bis keine Atemdepression und eine ordentliche Schmerztherapie (solange man es nicht mit einem Benzo kombiniert, manche meinen man muss unbedingt, andere meinen Esketamin (Keta-S) kann man auch ohne geben, bei Ketamin muss mans geben - ich kanns nicht beurteilen). Insgesamt sehe ich aber keinen dringenden Bedarf, Basismaßnahmen helfen sehr viel und viele Krankheitsbilder (zb MCI) brauchen sowieso einen Notarzt und das ist gut so.
Ad 5) Da gebe ich dir durchaus Recht, in Tirol gabs mal das REF (Rettungs-Einsatz-Fahrzeug) Konzept mit einem selbstfahrenden NKI. ISt als Ergänzung sicher eine gute Sache - diese RRVs (auch in Form von Motorrädern) gibts in vielen Ländern. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen ist das aber nur bedingt sinnvoll, da auch ein NKx nicht viel machen dürfte. Es würde nur dazu führen, dass die notärztliche Therapie hinausgezögert wird - das hilft den Patienten wenig (und es bringt auch nix wenn der NKx kommt und beim MCI ein EKG schreibt und eine Nadel legt, solange er keine leitliniengerechte Therapie (ok, ASS) einleiten darf (M(ON)AH) ist es gscheiter ein RTW ruft sich zum „Brustschmerz“ gleich einen Notarzt).
Ich mach zuerst 5)
Ich denke mir das Ganze als Unterstützung zum NA. Noch mal: Es geht um die Überbrückung zwischen „2RS RTW“ eintreffen und NA eintreffen. Du nimmst dir den MCI raus, gut, da geht wahrscheinlich nicht viel. Aber bei allen Traumata, bei diversen Atmungsgeschichten, bei diversen Intoxikationen, und evtl. noch ein paar anderen Sachen kann ich mir gut vorstellen, dass das sinnvoll ist.
Dein Zusatz „unter derzeitigen Bedingungen“ ist auch komisch… wie denn, wenn’s den im Gesetz nicht gibt? Das erklär mir bitte mal!
Zu 2)
Ich kenn mich nicht gut genug aus, sag ich gleich vorweg. Ich verstehe dennoch nicht, warum das in anderen Ländern geht und bei uns nicht. Lassen wir mal den ganzen Ärztekammer-BS weg und bleiben nur beim sachlich-fachlichen. Ich habe auch nicht von „allen Sanis“ geredet, sondern von einem „NKsonstirgendwas“.
Was spricht gegen…
-Livopan? Soweit ich informiert bin wurde das mal benutzt, das Gesundheitsministerium hat’s abgelehnt, die Gründe sind mir nicht bekannt. In der Schweiz machen die das doch mit „wenn’s weh tut, nehmen sie einen Zug“, oder nicht?
-Fentanyl? Als Lolly dürfte es gerade für so Sachen wie „Bandscheibenvorfall, der nur schreit“ reichen. Mag als Notfall-medikation vielleicht nicht geeignet sein (Amputation oder ähnliches) aber warum muss ein Patient Schmerzen erleiden, nur weil’s keine lebensgefährliche Sache ist?
Auch i.v. dürfte das doch ganz gut wirken? OK, ist ein Opioid und atemdepressiv, kann man das nicht managen? Ein Gegenmittel oder so? Wie gesagt, ich frage aus reiner Ignoranz.
-Diclofenac?
-Flupirtine? Soweit ich lese muss man auf die Dosis aufpassen. Bei Guidlines/Algorithmen dürfte das doch kein Problem sein?
-Was ist mit den ganzen COX-2 Hemmern?
Schlussendlich:
Im Krieg (jaja, ich weiß) wurden „Syrettes“ mit Morphin (bzw. Papaveretum) gegeben, 20mg s.c. soweit ich weiß. 20mg dürften den Schmerz weitgehend nehmen aber die Atemdepression nicht zu weit fördern?
OK, gehört wahrscheinlich in einen neuen Thread. Sorry, soll nicht wieder vorkommen.
[size=85](hervorhebungen durch mich)[/size]
sei mir nicht bös, aber das merkt man.
wie kommt man eigentlich auf die Idee, aus einer position des (selbsterkannten) unwissens irgendwelche dinge zu fordern bei denen man sich nicht auskennt, bzw. leuten, die gegen diese dinge sind, von vornherein böse absichten zu unterstellen? ganz theoretisch könnten sich diese leute ja im unterschied zu einem selbst auskennen, und gute gründe haben. also wie gesagt, nur ganz theoretisch.
Äh Kollege, ich hab nie jemandem böse Absichten unterstellt. Ich habe auch nie etwas gefordert, sondern bestenfalls laut überlegt um danach von besser ausgebildeten Leuten informiert zu werden, damit ich mich nachher nicht mehr in einer „Position des Unwissens“ befinde.
Aber gut, anscheinend darf ich weder fragen noch anmerken, dass genau die Mittel die ich aufgezählt habe, in anderen Ländern (mit durchaus vergleichbarem oder niedrigerem Ausbildungsstand) auch benutzt werden.
Vielen Dank für die Sachlichkeit.
Kenne ich persönlich. Ist ganz ok, aber geht auch im Angloamerikanischen Raum immer weiter zurück (nachdem sie inzwischen Opiate haben, also die Paramedics). Man hat sich jahrelang bemüht das Gas aus dem OP zu bekommen, jetzt wollen die Pharmafirmen es halt an die Präklinik verkaufen…
Fenta-Lollys fänd ich gut, ist mit der Compliance halt so ne Sache (wie lutscht die OSH#, die seit 2 Tagen in der Wohnung liegt den Lolly?)
Naloxon dürfen wir als Antagonist schon jetzt geben, das ist halt so ne Sache und hat dir jede folgende Schmerztherapie mit Opiaten zam. Außerdem ist es nach dem SMG unter Arztvorbehalt. Da müsste man wirklich das Gesetz ändern…
Wäre eher für Ketanest (und zwar ohne Benzo).
Ist kein Notfallmedikament.
Wieder kein Notfallmedikament.
Kenne ich mich zu wenig aus. Sind das nicht spezifische Entzündungshemmer? (NSAR gehen doch auf COX 1+2!? Wo sind die Ärzte?)
bin zwar kein arzt aber ich probiers amal:
COX 1 + 2 Hemmer hemmen die Prostaglandinsynthese, die für entzündungs- und schmerzreaktionen verantwortlich sind.
je nach dosierung: thrombozytenaggretationshemmung → schmerzstillend/ antirheumatisch → entzündungshemmend
(COX ist auch für das Gleichgewicht Magensäure - Schleimhaut zuständig, weswegen auch Pantoloc als Magenschutz verabreicht wird)
Die Wirkung ist natürlich (viel) schwächer als Opioide, weswegen es in der Notfallmedizin einen eher niedrigeren Stellenwert bei der Schmerztherapie als Tramal, Morphin, etc hat
Beim Livopan war doch die Belastung der Helfer das Thema, da kein RTW über ein Abluftsystem verfügt oder???
In der präklinischen Notfallmedizin d.h. in der perakuten Schmerztherapie kannst du NSAR sowie Paracetamol und Metamizol getrost vergessen. Lediglich beim akuten kolikartigen Schmerz hat Metamizol präklinisch(!) noch seine Berechtigung. Wobei die Zeiten mittlerweile auch schon vorbei sind wo es hieß Koliken seien eine absolute Kontraindikation für Opiate.
Alles was unter der Gruppe NSAR (Cox1,2 und selektive Cox2 Hemmer) zusammengefasst wird sowie die Substanzen Metamizol und Paracetamol sind absolut wertvolle und unverzichtbare Substanzen in der allgemeinen, peri- und postoperativen Schmerztherapie, haben aber aufgrund der im Vergleich zu den Opiaten und Ketamin weit unterlegenen analgetischen Potenz keine wirkliche Berechtigung in der akuten präklin. Schmerztherapie. Ja, einige dieser Substanzen wirken stark „antiphlogistisch“ also Entzündungshemmend, ein Effekt der dem Notfallpatienten mit perakuten starken Schmerzen bei einmaliger Gabe nur bedingt bis überhaupt nicht nützlich ist.
Das ist nicht unbedingt die feine englische Art dem Notfallpatienten gegenüber. Da wir uns nicht im Kriegszustand und ausserdem in einem zivilisierten Land befinden sollte man wenn möglich bei Verwendung von Ketanest jeglicher Art ( auch Esketamin) ein Benzo dazugeben. Die Patienten werden’s einem danken, da auch bei Esketamin die " dissoziative " Komponente noch immer relativ stark ausgeprägt ist. Die Überlegung Ketanest nur deswegen mono zu verwenden weil Sanitäter ev. mit einer auftretenden Atemdepression oder ähnlichem bei Verwendung von Benzodiazepinen nicht zurechtkommen wäre in höchstem Maße unprofessionell. Wer mit Zb. Midazolam/Esketamin richtig umgehen und seriös arbeiten möchte muss Abseits der unverzichtbaren pharmakologischen Theorie mit diesen Substanzen Hands-On arbeiten ,trainieren, üben, ein Gefühl für die Dosierungen und deren Wirkungen bei den verschiedenen Patientengruppen entwickeln. Kein Algoritmus dieser Welt wird dem Anwender sei es Arzt, Paramedic oder Sanitäter die klinische Erfahrung beim Umgang mit diesen Substanzen vermitteln können. Und möglich ist das meiner Meinung momentan nur in der täglichen klinischen Routine. Und das ist die Erfahrung, von der momentan enen leider fast nur Ärzte profitieren.
Ja, Ketanest hat eine relativ grosse therapeutische Breite, d.h. das Medikament ist in der Anwendung sehr sicher und gravierende Nebenwirkungen bei Überdosierung werden den Patienten nicht gleich killen. Das soll jedoch kein Freibrief dafür sein, eine Substanz bedenkenlos jedem Unerfahrenen zur freien Verwendung in die Hand zu drücken.
und mal ehrlich…schon mal einen Patienten im Mono Ketanest Rausch (oder bei unterdosierung des Benzos) gesehen ? Das würde man selbst auch nicht wollen.
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Auch wenn es nichts mehr mit dem aktuellen aus Wien zu tun hat. So frage ich jetzt mal so gedankenlos in den Raum (vllt habe ich da bisher zuwenig aufgepasst in den Kursen):
In vielen Bereichen Österreichs steht 5/10mg Benzo beim Krampfanfall auf der AML 2
Gibt es da die Atemdepression nicht? Soweit ich verstanden habe schon, der Sanitäter muss (in Österreich wohl sollte) also die Nebenwirkungen kennen und bewältigen können.
Bei richtiger Anwendung der Benzodiazepine (!) kommt es im Regelfall nicht zu einer Atemdepression sondern bei viell. etwas. zu schneller oder sehr tiefer Sedierung manchmal zu einer teilweisen Verlegung der Atemwege durch die zurückgefallene Zunge. Auf die Oxygenierung hat das einen ähnlichen Effekt wie eine Atemdepression. Jemand der also gelernt hat mit diesen Substanzen umzugehen weiß sich zu Helfen… ![]()
NB: Das Antidot Flumazenil habe ich jedenfalls in >15 Jahren präklinischer Tätigkeit noch kein einziges Mal verwenden müssen. (Was nicht bedeutet dass man´s nicht mithaben sollte)
Beim Krampfanfall wirst du im Krampf sowieso einen Patienten vorfinden der „net gscheit schnauft“. Bei Durchbrechung des Krampfgeschehens durch ein zb Benzodiazepin wird´s (meistens) besser. Das „Meistens“ in Klammer weil sich Krankheiten eben nicht immer an Algoritmen halten.