Unfall rk wien in wien 10

http://wien.orf.at/news/stories/2845006/

Das hätte vermieden werden können, indem man bei der Kreuzung stehen bleibt oder mit minimaler Geschwindigkeit hineinrollt, oder? Wenn der Artikel stimmt, ich war natürlich nicht dabei.

So, wie sich das liest, befürchte ich Schlimmes für den Einsatzlenker… :frowning:

Ich hoffe, dass alle das Ganze unbeschadet überstehen!

alles gute dem kollegen!

Und das Horn verwendet.

Ohne jetzt zu wild spekulieren zu wollen, aber für mich klingt das so, als ob der Kollege zwar das Horn verwendet hat, aber wohl einfach zu schnell - und ohne Vergewisserung, ob das Überfahren der Kreuzung ungefährlich möglich ist - über die rote Ampel gefahren ist. Solche Situationen sollten bei einer angemessenen Fahrweise niemals passieren. Einmal mehr ein Beweis dafür, dass man an uneinsichtigen Kreuzungen besser einen Gang runterschaltet und die paar Minuten länger zum BO braucht, letztlich jedoch wenigstens in einem Stück dort ankommt. Ich hoffe jedenfalls, dass sich alle Beteiligten schnell von dem Unfall erholen und so etwas hoffentlich nicht zu bald wieder passiert…

Vorallem ein KTW für einen niedrig priorisierten Einsatz. Nicht jeder Einsatz muss mit Blaulicht gefahren werden.

Naja, ich würde eine starke Blutung nicht als „einen niedrig priorisierten Einsatz“ bezeichnen. Gut, ich bin noch immer ein Landei, eine starke Blutung bedeutet für mich „Motorsäge vs. A. femoralis“ o.Ä., hab aber mittlerweile gelernt, dass in Wien mit Alarmierungen und Einsatzcodes oft stark übertrieben wird. Was mich wundert ist, dass man einen KTW zu so einem Einsatz schickt (als FR?)…

Soweit ich informiert bin, muss zumindest JEDER Einsatz blau (= zum BO) angefahren werden, sobald er von der Leitstelle als Einsatz ausgegeben wird.
Dass man danach nicht blau ins Spital fahren muss, ist eine andere Sache.

Ich glaube wirklich nicht, dass das stimmt. In Wien wird imho eigentlich nie ein KTW zu einer „starken Blutung“ (lt. AMPDS) geschickt, sondern ein RTW.
Ich kann mir eher vorstellen, dass das so was wie „Blutung nicht gefährliche Körperregion“ war (ist ein Alphacode, glaube ich).

Unabhängig davon ändert es nichts dran, dass man über rote Ampeln nur fährt, wenn man sicher ist, dass man nicht abgeschossen wird… :slight_smile:
(und dazu muss man in aller Regel zumindest kurz/fast stehen bleiben)

Darauf kann sich der Fahrer aber nicht ausreden. Er alleine entscheidet und trägt die Verantwortung.

Erst letztens ein KTW fährt Blau zu einer Adresse und dann steigen sie zu dritt aus und gehen ohne Ausrüstung ganz genütlich Richtung Patienten.

Naja, ich würde jetzt auch nicht sagen, dass KTW-Einsätze absolut nie ihre Blaulichtberechtigung haben, es besteht durchaus die Chance, dass man zu einem Einsatz disponiert wird, wo Zeit einen wichtigen Faktor darstellt. Prinzipiell sollte man jedoch absolut nie die eigene Sicherheit aufs Spiel setzen, sprich im Ernstfall brauche ich eben ein oder zwei Minuten länger, garantiere dadurch jedoch ein sicheres Ankommen am BO.

Und zur ‚starken Blutung‘: Das kann natürlich alles sein, aber am KTW sind das, wie bereits oben anderweitig erwähnt, meistens nur halb so wilde Sachen. In meinen Fällen hat sich diese starke Blutung meistens als Epistaxis bei Patienten, welche Blutverdünner zu sich nehmen, entpuppt. Zum Thema Blaufahrt: Zumindest in Wien muss man blau zum Pat. fahren, wenn man einen Einsatz von der Lst. als Blaulichteinsatz bekommt. Erst am Weg zum AO obliegt die Entscheidung beim Transportführer, ob mit oder ohne Licht gefahren wird. Aber letztlich ist das ja auch irrelevant, da eine ordentliche Einsatzfahrt eigentlich kein enormes Risiko für die Mannschaft darstellen sollte - falls man dennoch um sein Leben bangen muss, dann sitzt der Problemfaktor in der Regel hinter dem Steuer des Einsatzfahrzeuges…

Wie geschrieben, in Wien ist man verpflichtet, einen Einsatz blau zum BO anzufahren. Das hat nichts mit „hat der Fahrer zu entscheiden“ zu tun, sondern ist Fakt.
Worüber der Fahrer natürlich entscheidet, ist über das wie und wo - aber einen Einsatz weiß anzufahren, ist nicht gestattet.
Und das ist auch absolut geboten und sinnvoll, da die Abfragecodes teilweise wirklich gar nicht stimmen - und das kann für den Patienten manchmal ganz böse ausgehen, würde man so manchen Alphacode nicht blau anfahren…

Über Sinn/Unsinn mancher Verhaltensweisen von Kollegen können wir natürlich immer diskutieren, hat aber nichts mit der Blaufahrt zum BO (in Wien) an sich zu tun. :slight_smile:

Ich hoffe, dass mein Kommentar hier nicht falsch verstanden wurde (nur um sicher zu gehen):
Ich meinte nicht, dass ein KTW nie Blaulichtberechtigung hätte oder ähnliches, sondern lediglich, dass eine Einsatzindikation von starker Blutung (mit möglicher gefährlicher Körperregion) vom Einsatzcode her nicht an KTWs disponiert wird, sondern sich hier einem RTW bedient wird.

Ansonsten stimme ich Dir absolut zu. :slight_smile:
Die Verantwortung des Fahrers wird leider oft unterschätzt (und leider auch heruntergespielt, was die Belastung betrifft) - meiner Meinung nach jedenfalls.

Ist zwar off-topic, aber nachdem es jetzt so oft in diesem Thread gefallen ist: Der Code für „starke Blutung“ ist 21-B-2 (Kategorie: „Blutung“ - Detail: „Starke Blutung“). Laut Ausrückordnung der MA70 wird ein RTW oder ein KTW bei Anfahrt < 10 min entsandt.
Auch aus meiner Erfahrung handelt es sich bei 21-B-2 häufig um Epistaxis.

Die Frage ist: Wien und NÖ arbeiten beide mit AMPDS. Warum kann es in NÖ „RD-Aufträge“ (=nicht Blau) geben, ohne dass laufend die Patienten sterben, während das für Wien von vielen angenommen wird?

Weil die Codes in Niederösterreich stimmen, während sie in Wien oft völlig daneben sind. Das hat etwas mit der Abfragequalität zu tun-die ist in Niederösterreich bekanntlich sehr viel besser (Center of Excellence etc).

Kannst du mir die entsprechende Gesetzeszeile bitte zitieren?

Das Gesetz kenn klar Gefahr in Verzug als Grund für eine Blaufahrt. Vorm Richter steht dann auch der Fahrer ganz alleine und nicht die Leitstelle oder der Sani. Also mit solchen blinden gehorsam wär ich sehr vorsichtig.
Mag zwar so irgendwo in einer Dienstanweisung stehen, aber man steht als Person vorm Kadi und nicht die Dienstanweisung.

Wie gesagt, man weiß oft nicht, was einen am Zielort erwartet. Manchmal hat vielleicht die Lst. mehr Informationen/Vermutungen, als die Besatzung am Einsatzfahrzeug (ja, die Kommunikation hapert manchmal nicht unwesentlich, vor allem wenn in Wien Gemeindeeinsätze an befreundete KTW abgegeben werden, wird das ein nicht zu unterschätzender Faktor), und da wäre es meiner Meinung nach eigentlich schon fahrlässig, wenn man einfach kurzerhand beschließt, nicht Blau zum BO zu fahren. Ich wünsche dir eher viel Glück mit deiner Argumentation vor dem Richter, wenn eine Person bleibende Folgeschäden davonträgt, wenn der Notfall vielleicht doch dringlicher war, als durch den Einsatzcode zu vermuten, und du entgegen der Anweisung der Lst ohne Blaulicht zum BO gefahren bist.

Im Gesetz mag es vielleicht nicht definiert sein, aber ich glaube wenn du regelmäßig direkt Dienstanweisungen missachtest, dann wirst du wohl nicht allzu lange bei der jeweiligen Organisation tätig sein. Und ich wage auch zu bezweifeln, dass man sich jemals vor Gericht verantworten muss, warum man einen spezifischen Einsatz mit Blaulicht gefahren ist, wenn diese Order direkt von der Leitstelle kommt, da die für gewöhnlich bei der Alarmierung der jeweiligen Einsatzkräfte noch den besten Überblick hat. Viel problematischer sehe ich, wie gesagt, eher die Situation, wenn der Einsatzfahrer meint, sich über die Entscheidungskraft der Leitstelle zu stellen und deren Anweisungen missachtet.

Prinzipiell hast Du ja Recht, wobei ich schon noch 2 Dinge ergänzen möchte:

  1. Es steht Gefahr in Verzug ODER „zum Ort des sonstigen dringenden Einsatzes verwenden“ - und das kann man ja sehr wohl als Rettungseinsatz verstehen
  2. Natürlich steht der Fahrer als solcher vor Gericht, aber dass das ganz ohne die Organisation und/oder Umstände passiert, ist auch nicht wahr
    (zumindest die Beispiele, die ich kenne, standen keineswegs „allein“ da. Dafür gibt es ja u.a. die Dienstanweisungen)

Ja, aber wenn in der Alarmierung schon drinnensteht „Sturz-ungefährliche Körperregion, alte Verletzung älter als 6 Stunden“ und im Zusatztext vielleicht noch „Finger tut weh“ - dann kann mir keiner eine Fahrlässigkeit unterstellen, wenn ich dort nicht blau hinfahre. Tut mir leid. Wenn wir sogar bei sowas Lebensgefahr annehmen müssen, dann sollte die MA70 ihre Leitstelle vielleicht gleich zusperren…

Absolut deiner Meinung !