Umstellung auf den Tag-/Nachtdienst

Aus einem aktuellen Schreiben unserer wirtschaftlichen Leitung geht folgender Zeitplan für die weitere Umstellung auf den 12,5 Std. Tag-/Nachtdienst hervor:

  • September 2014: 2 RTW + 1 NEF
  • Dezember 2014: Wienweit 7 RTW Umstellung von 3er- auf 2er-Besatzung
  • Dezember 2014: 4 RTW + 2 NEF
  • Februar 2015: 1 RTW + 1 NEF
  • Mai 2015: 3 RTW + 1 NEF + HIO + OA
  • Juni 2015: Wienweit 10 RTW Umstellung von 3er- auf 2er-Besatzung
  • Juni 2015: 3 RTW + 1 NEF
  • Oktober 2015: 4 RTW + 1 NEF + K-Zug
  • Februar 2016: 1 RTW + 1 NEF
  • Juni 2016: Wienweit 7 RTW Umstellung von 3er- auf 2er-Besatzung
  • Oktober 2016: Leitstelle
  • Februar 2017: Akademie + BK (8 Std. Td.)

Die jeweilige Anzahl an Fahrzeugen lässt somit auf folgende Stationen schließen:

  • September 2014: LEO
  • Dezember 2014: MHF
  • Februar 2015: FLO (ASP?)
  • Mai 2015: HER (BRI?)
  • Juni 2015: BRI (HER?)
  • Oktober 2015: ZTR
  • Februar 2016: ASP (FLO?)

Interessant wird auch die Reduktion der Besatzung der 24 angeführten RTW werden. Unter der Annahme, dass Aspern mit der neuen Station in der Seestadt ein weiteres Auto bekommt (wobei dann der Zeitplan Juni 2016 etwas fragwürdig erscheint), entspräche das genau den Bereichen Nord und Süd. Gespannt bin ich auch auf die Art der Umsetzung - angeblich soll sich ja die reduzierte Besatzung nicht auf 2 Mann am Fahrzeug beziehen, sondern auf 2 HA + 1 Zivi / BH’ler. Sieht also aus, als würde es die Berufsrettung den anderen Wiener HiOrgs gleichmachen und in Zukunft vermehrt auf Zivis setzen. :unamused:

Ich kenn das Wiener RD-System leider nicht wirklich - aber was spricht gegen eine 2er Besatzung?
Ich mein der Fahrer ist von der MA70 uns sicher gut ausgebildet und der Transportführer ist sowieso NFS…auf den 3. Platz kann man ja jetzt wirklich Zivis setzen oder BH-Sanis (fertige Sanitäter - „zur Aufrechterhaltung der Qualifikation“, sicher auch eine gute Möglichkeit) - oder man kann den 3. Platz an die HiOrgs „vermieten“. So würde die MA70 doch „fast gratis“ immer ein 3. Besatzungsmitglied bekommen.
Mir ist schon klar, dass das dann kein eingespieltes Team mehr ist - aber dafür gibts ja Fahrer und Sanitäter von der MA70, reicht das nicht?

Gegen eine 2er Besatzung im Sinne von zwei Leuten auf dem Fahrzeug sprechen meiner Meinung nach zwei Dinge:

  1. hat man primär weniger Hände zur Verfügung; freilich kann man argumentieren, dass bei heikleren Einsätzen zusätzlich noch ein NEF dazukommt bzw. man nötigenfalls einen zweiten RTW nachfordern kann, aber bei der Auslastung, die wir in Wien zurzeit haben (und zwar sowohl auf die NEF als auch auf die RTW bezogen), ist nicht garantiert, dass bei kritischen Einsätzen innerhalb angebrachter Zeit ein weiteres Fahrzeug hinzukommen kann. Von der Wirtschaftlichkeit einmal abgesehen, wenn zwar auf jedem Auto ein Mann eingespart wird, dafür dann aber häufiger für einen Einsatz zwei Autos benötigt werden. Ein Ansatz wäre natürlich, nach amerikanischem Vorbild bei Bedarf zusätzlich die Feuerwehr zu entsenden, aber ob unsere FW da mitspielen würde ist eine andere Sache…
  2. ist es einsatztaktisch nicht immer die beste Lösung, das Fahrzeug einfach mitten auf der Straße stehen zu lassen. Gerade in der Innenstadt macht es wenig Sinn, eine enge Straße zu verstellen und durch einen folglich resultierenden Stau die Zufahrt für weitere Fahrzeuge zu blockieren (ist auch ein Grund, warum für den Bereich Mitte keine Reduktion der Besatzung vorgesehen ist - aber auch in den Außenbezirken gibt es teils enge Gassen). Und bei Erreichen des Berufungsortes erst mal einen Parkplatz zu suchen, bevor man sich zum Patienten begibt bzw. den Transportführer alleine zum Patienten gehen zu lassen, ist wohl auch keine gute Herangehensweise.

Eine 2er Besatzung im Sinne eines Zivis bzw. BH’lers als San 2 sehe ich als nicht annähernd so problematisch an - Zivis fahren bei uns ja auch jetzt schon vereinzelt als San 2, auch wenn es nur wenige sind. Allerdings sei dazu gesagt, dass es zwar eine handvoll brauchbarer Zivis gibt, aber leider auch viele, die mit der Arbeit einfach überfordert sind. Aus schmerzlicher Erfahrung muss ich sagen, dass man sich absolut alleine auf dem Fahrzeug vorkommen kann, wenn der Lenker nur auf seinem angestammten Platz klebt und man dem Zivi jeden Schritt erklären muss und er selbst dann ansteht. :frowning:

Und bezüglich Transportführer gleich NFS sei gesagt, dass zwar unseren internen Vorschriften nach theoretisch jeder RTW so zu besetzen wäre, dass der Transportführer mindestens NKV ist, in der Praxis schaut es aber anders aus - oft genug befinden sich drei RS auf dem Auto bzw. ist der einzige NFS der Lenker, der sich jedoch nicht von seinem Sattel bewegt…

Naja, das klingt eher nach Macht der Gewohnheit …

In vielen Teilen Österreichs fahren die RTW nicht zu dritt und das auch in Städten. Ich kenn es auch nicht anders und hatte in meinen über 15 Jahren nie ein Problem (Landeshauptstadt u. land). Und bei uns wird äusserst selten ein Fahrzeug zur Unterstützung angefordert - liegt im Promillebereich würd ich sagen.

Was mich aber eher interessieren würde, wieviele Stunden hat die Leitstelle der MA70 - 24h Stunden Schicht? Stelle ich mir in einem Leitstellenbetrieb etwas heftig vor …

Ich fahre sowohl in der Bundeshauptstadt RTW als auch am Land „RTW“. Da herrscht schon ein großer Unterschied. Wenn ich jetzt dran denke dass man in wien in 12h Tagdienst seine 8-14 Einsätze fährt, und am Land draußen von 0-6,7,8 in der selben Zeit. Abgesehen vom parkplatztechnischen Problem: allein 12h durchgehen Einsatzmäßidg durch Wien gondeln, ist eine Belastung. Da kommen hin und wieder schon einige hundert Kilometer zusammen. Am Land einsatzmäßig fahren, finde ich hingegen sehr entspannend - Kaum Verkehr, Kaum Ampeln etc…
Klar würden 2 am RTW reichen, allerdings sehe ich gerade in Großstädten dadurch die Qualität gefährdet. Der RTW in Wien muss auch allein von der Ausrückordnung her viel mehr „Einsätze“ zumindest theoretisch ohne NEF abwickeln. (auch wieder weniger Personal am BO) Dazu kommt auch: am Land gibt es kaum mehrstöckige Gebäude. der Abtransport ist also im Durchschnitt viel weniger kompliziert und weniger kräfteraubend als in Wien.
Hinzu kommt auch der rechtliches Aspekt: Einen Notfallpatienten (auch einen normalen Patienten) sollte ich nicht alleine lassen. Soll der Lenker/gleichzeitig 2er Sani dann alleine die Trage in den 5ten Stock tragen?

Sei mir bitte nicht böse, aber auch in anderen Städten in Österreich fährst du in 12h an die bis zu 15 Einsätze bei Berufsverkehr und keinen Parkmöglichkeiten. Nur wird das das Fahrzeug dort abgestellt und aus - das ist ein Einsatzfahrzeug und kann für die Dauer des Einsatzes entsprechend abgestellt werden. Das funktioniert wie bei Wasser, der restliche Verkehr fließt schon drum herum (straßenbahn natürlich net).

Funktioniert beispielsweise in DE auch ohne Problem und da gibt es die selben Bedingungen wie in Wien. Auch in Wien wird nur mit Wasser gekocht - so hochgepriesen wie es immerwird, ist es nämlich auch nicht …

In den 5. Stock trage ich keine Trage, ausser dort ist ein Lift. Entweder mit Bergsessel oder wenn notfalltechnisch nicht anders möglich mit dem Bergetuch. Und da kann man sich einen KTW zur Bergung holen.

Auch bei uns fahren die RTW nur einen geringen Teil der Einsätze mit NEF - ist also auch kein Argument.

Na da werden sich die Wiener KTW aber freuen, wenn sie jetzt bei jedem zweiten Einsatz der MA70 als Tragehilfe nachbeordert werden (was bislang zumindest bei der MA70 nicht üblich war, beim RK-RTW habe ich das schon mal erlebt). Theoretisch bräuchte man bei jeden Einsatz mit Bergetuch einen dritten Mann/eine dritte Frau, laut Bedienungsanleitung auch beim Raupensessel.
Und der Vergleich mit DE hinkt insofern, weil dort die Zusammenarbeit mit der FW eine ganz andere ist. Das sind in den meisten Städten unmittelbare Kollegen, in Wien ganz und gar nicht.

Ich glaube, du malst dir das Ganze etwas zu optimistisch aus… Wir hatten gestern auch einen Einsatz am äußersten Stadtrand in einer Kleingartensiedlung, wo die Gassen so schmal waren, dass der dort verkehrende Bus letzten Endes nicht an unserem Auto vorbei kam (und das war nur ein kleiner KTW…). Sodass der Fahrer letzten Endes auch das Fahrzeug umparken musste. Gerade in engen Innenstadtgassen oder eben in den angesprochenen Kleingartensiedlungen ist so etwas keine Seltenheit, da fließt der Verkehr dann nicht einfach um das Einsatzfahrzeug herum, weil schlicht kein Platz ist.

Wie auch bereits schon weiter oben angeführt wurde, ist es praktisch, 3 Leute am Auto zu haben, damit sich immer mindestens einer um den Pat. kümmern kann, während je nach Bedarf 1-2 Leute den Transport vorbereiten. Ich denke hier nur an diverse Altbauten, die noch keinen/einen für Sessel bzw. Trage viel zu kleinen Lift haben, da möchte ich sehen, wie der Fahrer dann allein Sessel oder Trage 4 Stockwerke nach oben schleift… Ich muss gestehen, dass ich schon ziemlich verwöhnt bin, da wir in der Regel selbst am KTW zu dritt fahren, außer es sind grad zu wenig Zivis da. Aber ich kann dadurch auch aus dem direkten Vergleich bestätigen, dass eine 3er-Besatzung einerseits für die Mannschaft wesentlich entlastender ist, und zudem zu einer drastischen Beschleunigung der Einsatzabwicklung führt. Somit macht es für mich sogar am KTW Sinn, zu dritt zu fahren, über den RTW brauchen wir jetzt gar nicht diskutieren…

Genau kann ich es dir leider auch nicht sagen, aber die Leitstelle arbeitet in einem Rotationsprinzip, wobei ein Leitstellenmitarbeiter verschiedene Blöcke hat (Dispo, Calltaker, Bettenplatz, Ruhezeit). Soweit ich weiß dauern diese Blöcke 3-4 Std. (?) - vllt. weiß jemand anderer hier mehr dazu.

Das mit dem Parkplatz muss ein Missverständnis gewesen sein - natürlich sehe ich kein Problem darin, auf einer mehrspurigen oder zumindest etwas breiteren einspurigen Straße den RTW einfach stehen zu lassen; aber es gibt etliche Gassen in Wien, die aus einer Einbahn mit (zugeparktem) Parkstreifen links und rechts bestehen - und man braucht nicht glauben, dass die Autofahrer das ein paar Querstraßen vorher realisieren und ausweichen würden, anstatt die Straße hinter einem zu blockieren…
Dass die Verbringung des Patienten von der Wohnung ins Auto auch zu zweit funktioniert, stelle ich gar nicht in Frage - ist ja zum Teil auch jetzt schon Praxis (die angeklebten Lenker habe ich bereits angesprochen), wenngleich ich dir da schon sagen kann, dass ein dritter Mann in der Wohnung einiges an Abhilfe schaffen kann. Vielmehr geht es aber um den Transport ins KH, wo dann die gängige Praxis, bei schwierigen oder heiklen Patienten beide Sanis hinten zu haben nicht mehr umsetzbar wäre. So müssten wir dann für jeden rabiaten Patienten die SW nachfordern (die bei uns in Relation zu der Nähe der PIs teils grauenhafte Anfahrtszeiten hat) und auch beispielsweise bei der Reanimation hätte man dann nur zwei Leute im Patientenraum (Arzt beatmet, ein Sani drückt, aber ein weiterer Sani für die Medis fehlt - natürlich kann man da wieder argumentieren, dass man den Patienten ja durch den Oxylog beatmen und dem Lucas die Thoraxkompressionen überlassen kann, aber qualitativ finde ich es hochwertiger, wenn sich einer auf das Airwaymanagement, einer auf die Kompressionen und ein weiterer auf das Drumherum konzentrieren kann).

Nein, male ich mir nicht - sind mehr als 15 Jahre Erfahrung im Stadtrettungsdienst. Was ist nun wichtiger? Der Einsatz oder der Bus der nicht vorbeikommt? Der Bus kann warten und wird auch warten.
Wenn ich eine Möglichkeit zu parken habe, dann werde ich die auch nutzen - gibt es die nicht, dann bleibe ich da stehen. Das hat noch nie, aber nicht mal annähernd ein Problem oder Gemeckere gegeben.

zum Thema „praktisch“:
na klar ist es praktisch, aber dass damit der Rettungsdienst in Wien zusammenbricht, so ist es halt auch nicht. In ganz Europa funktioniert das und nur in einer Stadt in Österreich soll das nicht der Fall sein? In der heutigen Zeit kann man 3 HA wohl nicht mehr rechtfertigen - auch meine Meinung. Aus den ehemaligen 3. HA würde ich zusätzliche Fahrzeuge aufmachen und damit die restlichen entlasten, da ja 10-15 Einsätze als zuviel angegeben werden (die es auch überall anders gibt).

Die Leute werden für die Umstellung von 24 auf 12,5 Stunden Dienste benötigt. Es wird keine zusätzlichen Fahrzeuge geben.

OK, aber mit der Umstellung sinds ja dann eh nicht mehr die 15 Einsätze - also auch eine Verbesserung so gesehen - wobei Du bei uns wie erwähnt auch zwischen 10-15 Einsätze am RTW (in 12h) haben kannst … - ergibt sich aber daraus, dass halt nur 4 im Dienst sind :wink:

Im fahrenden Auto einen drückenden Sani für qualitativ hochwertiger als den LUCAS zu halten find ich dann doch etwas gewagt. Gerade beim Transport spielt der LUCAS seine Vorteile am meisten aus. Und von der Sicherheit für die (stehende) Mannschaft red ich da noch gar nicht.
Das soll jetzt aber nicht gegen 3er Besatzungen gehen, bin selbst ein großer Fan davon und die besch*sten Einsätze hat man immer dann wenn ma gerade keinen San2 mit hat…

Interessant finde ich die Formulieren aus einer Tageszeitung: Bei Notfällen werden weiterhin Rettungsautos mit 3 Sanitätern entsendet. Wie wollen sie das umsetzen? RTW light mit 2 Sanis als Omgea/Alpha/Beta-Blocker, und RTW (richtig) mit 3 Sanis? Aber sie wollen doch alle Autos Umstellen? Kollegen Aus Hernals haben mir erzählt dass es schon mal den Versuch gab, RTW-lights zu schaffen mit 2 RS die das niedrig priorisierte fahren. Sie sind aber sehr schnell wieder davon abgekommen. Das hat scheinbar nicht funktioniert.

Den entsprechenden Artikel werde ich später Raufladen!

@SaniS: wo fährst du?

Wir haben in Wien in Hinblick auf die Auslastung jetzt schon teils große Probleme - das bezieht sich gar nicht so sehr auf die reine Anzahl der Einsätze in 24 Std., sondern vielmehr auf die Menge an Paralleleinsätzen zu den Stoßzeiten. Von der bekannten Auslastung der NEF in Kombination mit dem Mangel an Notärzten einmal abgesehen, kommt es auch gehäuft vor, dass es in der ganzen Stadt keinen einzigen freien RTW gibt. So ergeben sich dann immer wieder mal, wenn man sich bei hohem Einsatzaufkommen einsatzbereit meldet, für unsere Standards groteske Anfahrtswege und -zeiten.

Den „Artikel“ aus der besagten „Zeitung“ habe ich vorhin auch gelesen - interessantes Detail finde ich, dass zwar einerseits von RTW-lights gesprochen wird, andererseits aber auch davon, dass in der Innenstadt eine 3er-Besatzung bleiben wird. Ganz erschließt sich mir das nicht - die vor einigen Posts angesprochenen 24 RTW, die mit 2er-Besatzung fahren sollen, entsprächen ja den Bereichen Nord und Süd, womit der Mitte eine 3er-Besatzung bleiben würde; dies würde das Konzept der 3er-Besatzung für die Innenstadt bestätigen, allerdings jenes der RTW-lights widerlegen. Denn wenn zu Notfällen ein Auto mit 3 Sanis hinzukommen sollte, so bedeutete dies, dass für jeden Notfall in einem Randbezirk ein mittig stationiertes Fahrzeug zufahren müsste…
Ganz zu schweigen von dem obig angesprochenen Mangel an Fahrzeugen zu den Stoßzeiten.

Ich wollte damit nicht sagen, dass ein drückender Sani besser ist als der Lucas - im Gegenteil, ich bin ein absoluter Fan des Gerätes. Dennoch finde jene Situation ideal, in der sich ein Sani rein auf die Thoraxkompressionen (auch wenn dies lediglich die Bedienung des Lucas bedeutet) bzw. bei mechanischen Kompressionen auch die Bedienung des Defis konzentrieren kann. So hat immer einer freie Hände für Medis etc.

Ah ok - aber wenn die Stoßzeiten bekannt sind - wieso werden zu diesen Zeiten nicht zusätzliche Schichten eingezogen? Oder werden die RTW mit Husten-Schnupfen-Notfällen belegt?

@Subjournal - fahre in S

Weil das Personal dazu fehlt - jetzt schon, mit 1 RTW pro Notfalleinsatz (soweit die Zahl der Patienten dies zulässt). Wenn nun aber behauptet wird, dass zu jedem Notfallpatienten zusätzlich zu einem allfällig dort befindlichen RTW mit 2er-Besatzung ein weiteres Fahrzeug mit 3 Sanis geschickt werden kann, wird das für die Leitstelle sicher spannend werden…
In Anbetracht der aktuellen Situation wage ich stark zu bezweifeln, dass das Versprochene eingehalten werden kann.
In der Realität wird es dann so aussehen, dass 1 RTW mit 2er-Besatzung in einem gut bebauten Außenbezirk ein enges Gasserl versperrt, was aber weiter nicht tragisch sein wird, da es ja ohnehin weder freie NEF noch zusätzliche RTW geben wird, die man dorthin schicken könnte…

Heyho,

fast die ganze Welt schafft es, mit Zweierbesatzungen Leben zu retten. Die 70er wird es auch schaffen… Und bei der vielzitierten Reanimation kommt ja noch ein NEF dazu, dann sinds 3 Sanis und ein Arzt, da sollte man dann wohl ALS hinkriegen.

Zu den Zivis: die sind ausgebildete Rettungssanitäter… wenn sie ihren Job am RTW nicht beherrschen, dann haperts vielleicht an der Ausbildung oder an der Einschulung am Fahrzeug? :wink:

Zum Stress und der Arbeitsbelastung: aus genau diesem Grund gehört auf 8-Stunden-Schichten umgestellt! 24- oder 12,5-Stunden-Schichten sind ein Wahnsinn, was die Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit betrifft.

Zum internationalen Vergleich sei jedoch angemerkt, dass vielerorts zwar zu zweit am RTW gefahren wird, jedoch schnell einmal die Feuerwehr vor Ort und Stelle ist, um zu helfen. Schaut man beispielsweise nach Nordamerika oder sogar Deutschland, erkennt man, dass die Zusammenarbeit zwischen RD und FW dort eine ganz andere ist als bei uns (vor allem, aber nicht nur, in Gegenden, in denen der Rettungsdienst in die Feuerwehr integriert ist). Dann hat man schnell einmal genug Hände vor Ort, um effizient Hilfe leisten zu können. Die Wiener Berufsfeuerwehr schafft es im Gegensatz dazu nicht einmal, sich als First Responder in die Rettungskette einzugliedern (obwohl es vom System her möglich wäre, mit der SW ist es bereits umgesetzt).

Weiters möchte ich in Hinsicht auf die Reanimation auch nicht bestreiten, dass, sobald ein NEF hinzukommt, genug Leute am BO sind. Aber am Weg ins KH hat man dann nur noch 1 Sani und 1 Arzt beim Patienten - machbar? Natürlich. Doch von der Qualität her dem Status quo inferior.

Bei den Zivis haperts eher daran, dass das 18-, 19-jährige Burschen sind, die maximal 8 Monate Praxis auf dem Auto haben (1 Tag vor dem Abrüsten). Auch hier gilt wieder: machbar? Klar. Aber auch hier leider einfach die Qualität darunter, denn ein Zivi wird im Regelfall weniger kompetent sein als ein Hauptamtlicher.

An dieser Stelle möchte ich überhaupt einmal hervorheben, dass ich in keiner Weise anzweifle, dass eine 2-Mann-Besatzung am RTW in Wien machbar ist. Irgendwie lässt sich die Arbeit immer bewältigen. Aber man büßt halt einiges an der Qualität ein, für die sich die Wiener Berufsrettung eigentlich selbst so rühmt. Es ist traurig anzusehen, wie einerseits für zig Millionen Euro die Mariahilfer Straße neu gestaltet wird, andererseits jedoch im Gesundheitswesen auf Kosten der Qualität Einsparungen vorgenommen werden.

Zunächst mal: danke für die freundliche Antwort. Ich habe da durchaus ein wenig provokativ mal reingeschnauzt in den Thread. Deine Argumente sind absolut valide und so zu unterschreiben.

Trotzdem möchte ich dich/das Forum wieder mit meiner (externen) Meinung konfrontieren. Ich musste mich - LEIDER! - in meinem Job recht schnell von der Illusion verabschieden, dass Hauptberufliche per se bessere Qualität leisten als Zivis. Ich bin auch absolut überzeugt, dass es bei der MA70 absolute Spitzensanis gibt - und vermutlich, dass du da dazugehörst. Fakt ist aber auch (ich weiß schon, keine repräsentative Stichprobe), dass 4 von 4 Zusammentreffen, die ich mit der MA70 hatte Korresponenz bis hinauf zum Chefarzt nach sich gezogen haben und dass schon 2 mal Zivibomber von mir mit der MA70 zusammengearbeitet haben und jedes Mal der MA70-RTW die Katastrophe war. Das Problem war jedes Mal das gleich: die MA70-Teams wollten einfach ihre Arbeit nicht machen, da „Patient einsteigen lassen und fahren“ einfach bequemer ist. Ich persönlich denke einfach nicht, dass die MA70 eine höhere Qualität liefert, als irgendeine andere Organisation. Wie gesagt, nochmal: meine persönliche subjektive Meinung.

So, und jetzt werden wir wieder produktiv: vielleicht haben ja viele Menschen, vor allem die Verantwortlichen im Rathaus eine ähnliche Meinung von der MA70? Wozu brauch ich 3 qualifizierte Leute, wenn 95 % der Einsätze ohnehin nur aus „kennans einsteigen“ bestehen?

Nochmal: bitte nicht als persönlichen Angriff interpretieren - ich wollte auch einfach mal bewusst einen Kontrapunkt in die Diskussion einbringen. Und ja: ich denke, dass die MA70 nicht so gut ist, wie sie glaubt zu sein… Und mir wird ein bissi schlecht, wenn von SOPs und Zusatzqualifikationen für „Berufssanitäter“ gesprochen wird, aber so Basics wie Stabile Seitenlage oder Verwendung von Schaufeltrage und Spineboard nicht sitzen.