Über 40 Minuten bis Notarzt eintrifft…!

Selbst mit einer Verdichtung wird man einfach nicht überall in Österreich eine Eintreffzeit unter 40 Minuten bei Schlechtwetter schaffen. Insbesondere bei den schon anhaltenden Diskussionen in der Gegend ist das Stichwort “Notarzt” einfach gut öffentlich wirksam. Wichtiger wären in meinen Augen aber folgende Punkte, die sich aber medial nicht so gut verkaufen lassen →

  • Alarmierung von First Responder und Lebensretter
  • NFS NKV/NKI vor Ort mit zumindest gesamt 3 Helfern oder mechanisches Reanimationsgerät
  • Kompetenz iO Zugang für CPR für NFS NKV/I

Es steht halt nirgends im Artikel, was in den 40 Minuten passiert ist. War gar niemand vor Ort? Gab es miesen BLS oder hochwertigen ALS? Was hätte der NA am BO zusätzlich machen können?

7 „Gefällt mir“

Genau dafür wurden Notfallkompetenzen ja eingeführt. In dem Fall bin ich mir zwar nicht sicher ob ALS-Maßnahmen unter CPR dem Patienten hier das Leben gerettet hätten, aber spätestens im ROSC brauchen die meisten Patienten Katecholamine, eine vernünftige Atemwegssicherung und Analgosedierung um nicht wieder Reanimationspflichtig zu werden.

Sofern man Adrenalin, Esketamin und Midazolam auf der Arzneimittel Liste hat könnte man mit einem TNA in einer solchen Situation einigermaßen die Zeit überbrücken bis das NEF den Patienten transportfähig machen kann.

1 „Gefällt mir“

Esketamin wurde vor einiger Zeit wieder von der AML gestrichen. Wenn man in der Steiermark nicht Teil des Medizinercorps ist, darf man relativ wenig im Vergleich zu so anderen Bundesländern :slight_smile:

2 „Gefällt mir“

Jetzt wird wieder ein tragischer Fall ausgeschlachtet und von allen Seiten werden die Stimmen lauter schreien denn je dass man unbedingt mehr Notarztstützpunkte braucht um die Versorgung in den ländlichen Teilen der Steiermark zu sichern.

Dass hier, egal wo genau zwischen Altenmarkt und Admont das Ereignis stattgefunden hat, in unter 15 Minuten (selbst am entferntesten Punkt sind die nächstgelegenen Dienststellen jeweils 14min ohne SoSi entfernt) qualifiziertes Personal vor Ort eine ALS Reanimation durchführen könnte, wenn man endlich die festgefahrenen Strukturen des steirischen Rettungswesen ändern würde bleibt unausgesprochen - nein, lieber diskutieren irgendwelche alten Männer die mit dem Rettungsdienst nichts (mehr) am Hut haben darüber warum der nächste Notarztstützpunkt jetzt die die Lösung für all unsere Probleme ist.

Da kommt stolz auf das heimische System auf…

8 „Gefällt mir“

Stellt man sich vor wie frustrierend der Bericht für die Mitarbeiter die dort waren sein muss. Wenn man sich denkt vielleicht war eine 3er Besatzung “RTW” dort und ein First responder. Wenn einer/e davon NKV ist, wäre ALS schon begrenzt möglich mit den sehr bescheidenen Mitteln in der Steiermark. Muss deppert sein die Situation dann so in der Zeitung zu lesen…

3 „Gefällt mir“

Ich denke selbst in der Steiermark ist zu dritt mit einem NKV ein recht ordentliches ALS möglich?

Defi, Medikamente und ein SGA Device der Wahl werden sie ja haben?

2 „Gefällt mir“

Ja, mit einem trainiertem Team durchaus. Sind Kollegen halt noch nicht so “gewohnt”.

„Schleppende Umsetzung der Reform des Sanitätergesetzes“

Auch der Bundesverband Rettungsdienst meldete sich nach dem tragischen Unfall des jungen Mannes zu Wort. „Wir möchten darauf hinweisen, dass die schleppende Umsetzung der Reform des Sanitätergesetzes aus unserer Sicht ein ebenso maßgeblicher Faktor ist, weshalb Patienten nicht die Versorgung erhalten, die sie im Notfall benötigen würden“, heißt es gegenüber „Heute“.

Und weiter: „Notfallsanitäter mit Notfallkompetenzen und entsprechendem Equipment könnten venöse Zugänge etablieren und relevante Medikamente verabreichen.“ Dass aber nur Notärzte Patienten helfen können, sei nicht richtig und auch international nicht üblich.

„Präklinisches nicht ärztliches Personal ist egal wo in Europa in der Lage, Patienten eigenverantwortlich zu versorgen und zu stabilisieren. Bei besonders komplexen Fällen bedarf es dann der Kompetenzen von präklinisch tätigen Notärzten. Gleichzeitig können Notfallsanitäter in Fällen, wo es nicht unbedingt eine Hospitalisierung benötigt, Patienten vor Ort belassen“, teilt ein Sprecher vom Bundesverband Rettungsdienst mit.

https://www.heute.at/s/19-jaehriger-tot-rettungsheli-konnte-nicht-landen-120139670

2 „Gefällt mir“

Jedes mal die selbe Diskussion in dieser Region….

Die Feuerwehr-Rettung Admont betreut diese Region und fährt direkt vom Admonter Rüsthaus aus zu den Einsätzen. Wenn wir jetzt annehmen , dass ein SEW/RTW von dort ausgerückt ist , ist dieser in nicht mal 10min vor Ort (Ergo: Eine CPR wird schon mal durchgeführt…)

Das NEF Rottenmann, welches vermutlich das nächstgelegene Notarztmittel war, braucht circa 30min bis zum Einsatzort. Welche Maßnahme hätte hier jetzt einen wesentlichen Teil dazu beigetragen , dass der Junge Herr wohlmöglich überlebt hätte?

Zeitweise kommt mir vor, dass manche Zuständige dort oben hinter jedem Bauernhof einen Notarztstützpunkt haben wollen.

3 „Gefällt mir“

Aktive oder ehemalige SPÖ Politiker und RK Funktionäre schießen natürlich lieber gegen Land Steiermark als gegen sich selbst zwecks Ausbildung und Qualität Rettungdienst.

3 „Gefällt mir“

Und weiter gehts:

Ich sehe hier keine Ausschlachtung eines tragischen Falles, da es sich bei solch kritischen Patienten immer um “tragische Einzelfälle” handelt.
80% der Einsätze, die man in ganz Österreich betreut, brauchen keinen Notarzt/Notärztin um ein Krankenhaus zu erreichen. Notärztliche Betreuung zielt gerade auf diese Einzelfälle ab und braucht eine funktionierende Rettungskette, sonst ist sie zahnlos.
Man kann es jetzt wieder zu Tode diskutieren, aber solange sich das System nicht wesentlich ändert wird es immer wieder Meldungen über solche “Einzelfälle” geben. Ganz egal ob der NA diesen einen Patienten vielleicht hätte retten können oder nicht. Unter Systemänderung versteht sich , dass “Notkompetenzen” der Rettungssanitäter endlich zu “Regelkompetenzen” werden müssen, das das freiwillige System endlich ein professionell hauptberufliches wird - so wie in anderen Ländern dieser Erde, dass die NA Stützpunkte einer entsprechenden Geographie und Einsatztaktik stationiert werden, und nicht nach Befindlichkeiten des Landes, Bezirkes oder des Bürgermeisters oder anderer Lokalpoitiker.
Alle diese Dinge sind in unserem Staat in weiter Ferne bzw. nicht in Planung oder in Aussicht. Deswegen wird es weiter Zeitungsmeldungen über “tragische Einzelfälle” geben, die kurz Aufregen, aber übermorgen vergessen sind. Bis zum nächsten “tragischen Einzelfall” .
Wir entwickeln uns in diesem nur mit Schneckentempo vorwärts bzw auch manchmal rückwärts - getrieben immer von der politischen Macht, die gerade am Ruder steht. Leider kommt auch kein Druck sich diesbezüglich schneller zu entwickeln, da uns der wirkliche Leidensdruck fehlt. Wen interessiert schon ein “tragischer Einzelfall” ? Die Luftfahrt zB. hatte es da einfacher - dort ist ein tragischer Einzelfall im schlimmsten Fall ein Absturz eines Flugzeugs mit 300 Toten. Da ist der Druck sich zu entwickeln schon etwas größer wenn ihr versteht was ich meine,…:upside_down_face:

2 „Gefällt mir“

:backhand_index_pointing_right: "Direkter Anflug abgebrochen" – 4. Fall! Notarzt braucht 45 Minuten – Familienvater tot | Heute.at

Hier scheint sich medial ein System abzuzeichnen. Basierend auf wagen Aussagen “bricht zusammen” wird postuliert “gestorben weil Notarzt zu lange braucht”.

Damit wird in der Bevölkerung weiterhin Stimmung gemacht, nur Notärzte hätten den Tod verhindern können aber wir (in einem Land mit der mitunter höchsten Dichte an NÄ) haben davon nicht genug. Flood the zone …

Dabei gäbe es schon jetzt, und das schon seit 20Jahren, die Möglichkeit ausreichend qualifiziertes Personal für genau dieses Zeitintervall auszubilden. Aber anstatt das auszuschöpfen was der rechtliche Rahmen schon hergibt wird nur wieder nach mehr NA gerufen.

2 „Gefällt mir“

Es waren 5 Frist Responder vor Ort, und die haben nix gemacht? Finde da sollte sich das RK zu Wort melden, auch wenn der Fall tragisch ist, kann man hier doch kommunizieren, was tatsächlich gefehlt hat bis NA vor Ort ist.

1 „Gefällt mir“

sicher haben die was gemacht! nur es sind first responder, laien mit erweitertem erste hilfe kurs! nicht so wie in wien wo NFSXX daher kommen! in dieser region (umkreis von 35km) gibt es derweil 3 NFS, 2sind eherenamtlich! 1er Beruflich! auch kommen die RTW’s ohne EKG daher die haben nur automatische Defis in den Autos!

Gibts Lebensretter-App in der Steiermark (warum dann 5 auf einmal?) oder waren das nicht doch eher zumindest RS?

Das wird halt im Artikel nicht erwähnt wie wichtig die First responder sind, deshalb hab ich das so geschrieben. Eigentlich muss es eine Aufschrei geben wenn kein First responder < 5 min vor Ort ist