T5 Hochdach vs größere RTWs

Hallo Leute,

Da noch sehr viele T5 Hochdach als „RTW“ oder „SEW“ verwendet werden, habe ich mir gedacht man könnte Brainstorming betreiben und eine Vorteile/Nachteile Liste bzgl. größerer RTWs erstellen.
Wenn dann jemand in den „Genuss“ kommt, die Verantwortlichen von größeren RTWs überzeugen zu können, stehen hoffentlich einige Argumente zur Verfügung :smiley:
Ich werde dazu die folgenden Listen in diesem Post anhand eurer Posts aktualisieren .

Warum sollte auf größere RTWs umgestellt werden? Warum nicht?
Was habt ihr so für Erfahrungen mit den T5-RTWs gemacht? Hattet ihr Einsätze wo ein Sprinter/Crafter von Vorteil gewesen wäre und warum?
Oder war es genau umgekehrt?
Weiß jemand, ob es dazu wissenschaftliche Arbeiten oder Studien gibt, welche die Patienten-Versorgung in den verschiedenen Fahrzeugen vergleicht?

Vorteile:

  • Patientenversorgung im T5-RTW dauert länger (Es können nur 2 Leute im Patientenraum arbeiten)
  • Patient wird soweit als möglich vor Ort behandelt aufgrund der Platzverhältnisse im RTW → Schwerere Arbeitsbedingungen wie in einem großen RTW (Licht, Hygiene, Schaulustige, …)
  • Ebene Arbeitsfläche zur Vorbereitung Medikamente/Intubation/…
  • Besserer Zugang zu den Geräten
  • Mehr Material kann mitgenommen werden
  • Möglichkeit zum Verstauen außerhalb des Patientenraumes (Schaufeltrage, Sauerstoffflaschen, …)

Kofferaufbau-Vorteile:

  • Kofferaufbau kann auf neuem Grundfahrzeug wiederverwendet werden?

Nachteile:

  • Höherer Preis
  • Infrakstruktur muss auf größere RTWs ausgelegt sein (KH-Zufahrt, Garage der RTWs)
  • RTW Typ C kann nicht als KTW/SEW verwendet werden

Preisunterschied Dlouhy T5 Hochdach vs Mercedes Sprinter:
15.000 - 30.000€ je nach Ausstattung

Vorteile:

Große:
Man kann sie so ausbauen, dass man eine Ebene Arbeitsfläche zur Verfügung hat (Intubation, Medikamente herrichten, etc).
Man kann insgesamt mehr Material mitnehmen und die zweite Schiebetüre hat einiges an Vorteilen
Falls man auf die schlechte Idee kommt, in einen RTW einen fixen Tragsessel einzubauen geht es platzmäßig trotzdem halbwegs (und Dlouhy hat ne Wandhalterung).

Ein Koffer hätte den Vorteil, das man ihn umsetzen kann wenn das Grundfahrzeug eine gewisste Kilometerleitung erreicht hat.

Nachteile:

Ich sehe keine. Der Größe ist nicht wirklich ein Argument, ist eine reine Gewöhnhngssache.

Kleine:

Vorteile: Preis?

Nachteile: Platz, Arbeitsbedingungen, Patientenversorgung, Material (Patient intubiert und beatmet, wie kommt man zu allen Geräten?)

Der einzige wirkliche Grund für T5/T6 ist der günstigere Preis. Sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb (Spritverbrauch,…)
Eventuell kann auch noch die Führerscheinthematik ein Argument sein (Sprinter/Crafter unter 3,5t HzGG geht fast nicht). Wobei das seit dem Rettungsführerschein meiner Meinung nach kein wirkliches Argument mehr ist.

Könntest du das genauer ausführen?
Für mich, der nur T5 gewöhnt ist, ist der einzige Unterschied, dass die Vakuummatratze/Sauerstofflasche/… nur von außen zugänglich ist :laughing:

Wenn man jetzt aber einen Kofferaufbau wiederverwendet und nur das Grundfahrzeug austauscht, dann
sollte es ja im Endeffekt nicht wirklich sehr viel teurer werden.

Wie wirtschaftlich das Tauschen des Fahrgestells und Weiterverwenden des Kofferaufbaus ist weiß ich nicht. Der einzige Aufbauer der damit Werbung macht ist, zumindest soweit mir bekannt, Fahrtec und die sollen ja nicht gerade günstig sein. Genaueres weiß ich aber nicht. Ich kenne keine Preise von Fahrtec. Ev. haben wir ja wen vom RK-Gänserndorf hier, die haben das mit ihrem NAW schon ein paar mal gemacht.

In unserem alten (Strobel Ausbau) NAW ist mal ein Oxylog explodiert und in weiterer Folge musste der Koffer getauscht werden, da der völlig zerfetzt war. Daher nehme ich mal an, dass man den Koffer auch wenn er nicht in Flammen aufgeht, auf ein neues Fahrgestell pflanzen kann :laughing:

Meines Wissens nach wird der Koffer seltenst auf einem neuen Fahrgestell weiterverwendet, weil er meistens am Lebensende des Fahrgestells ebenfalls das Lebensende erreicht hat. Und bei einem Unfall ist auch der Koffer sehr schnell kaputt (bzw. schlicht und ergreifend nicht mehr zertifiziert).

Meines Wissens ist das meist so der Fall. Lediglich die Firma Fahrtec geht da einen anderen Weg und konzipiert ihren Aufbau dezitiert als defacto unabhängig vom Fahrgestell und verspricht zumindest die doppelte Lebensdauer des Aufbaus gegenüber dem Fahrgestell. Auch für Unfallschäden verspricht sie, dass der Aufbau in der Regel wieder instand gesetzt werden kann - dazu soll er auch zu diesem Zweck abmontiert werden und parallel das Grundfahrzeug beim Hersteller und der Aufbau bei der Fa. Fahrtec repariert werden.

Ob das in der Praxis aber auch wirklich so funktioniert, wie es die Fa. Fahrtec in ihrer Werbung verspricht, weiß ich allerdings auch nicht. Ich habe jedenfalls ein Video gesehen, wo die Firma eines ihrer Autos durch einen Stuntman mit ca. 70km/h auf die Seite legen lässt und der Ausbau dabei vergleichsweise geringe Schäden aufweist (keine massiven Deformationen, keine Beeinträchtigung des Überlebensraums, sämtliche Türen lassen sich ohne Hilfsmittel öffnen) - das lässt zumindest vermuten, dass an den Behauptungen schon was dran sein könnte.

Was mich noch interessieren würde, warum wird bei uns größtenteils nur der Kastenaufbau verwendet
und nur in speziellen Fällen der Kofferaufbau? Sind es die Kosten?

Weil immer nur das gerade minimal notwendigste verwendet wird. Irgendwie lässt sich das Polytrauma auch im T5 mit nur 2 Leuten und Zugang zum Patienten von nur einer Seite versorgen. Ob das Optimal ist und den Standards des 21. Jahrhunderts entspricht, ist eine völlig andere Frage…

Der Hauptaspekt wurde meiner Meinung nach in dem Preis schon abgesprochen, doch in meinen Augen ist ein weiterer Hauptgrund für den T5 als „RTW“ dessen Einsatzoptionen außerhalb der Verwendung als RTW deshalb schimpft er sich ja auch SEW, weil mit einem RTW in der klassischen Ausstattung kann ich nur einen Patienten liegend transportieren, seit Anfang dieses Jahres dürfen in einem „RTW“ (T5) nur noch drei Patienten transportiert werden vorher ging es auch mit vier Patienten. Sorry das ist glaube ich neben dem um das 1, 5 fache bis doppelte teurere Anschaffungspreis für einen Kasten der Hauptgrund.

Wird wohl ein ewiges Argument bleiben. Vergleicht man dann einen T6 mit Hochdach (v. d. Stange/nur OÖ glaube ich baut ja noch ein eigenes Hochdach drauf) und einen Sprinter 316CDI mit Hochdach, dann wird man mit Erstaunen feststellen, dass da knappe 3000.- Euro Unterschied sind (beim Normalpreis für Otto-NOrmal-Verbraucher). Also nicht wirklich ein Argument. Schon gar nicht wenn man zentral beschafft. Und die 3,5t sind in Zeiten des Rettungsführerscheines auch kein Problem oder Argument mehr.

Also alles nur Ausreden - genau so wie Bergstrecken o.ä. - bin mit dem Sprinter bis dato auch noch überall raufgekommen. Die Bayern haben über nur Kofferaufbau und kommen damit genauso auf’n Berg rauf. Also auch nicht wirklich ein Argument.

zumindest in manchen LVs - bei uns heißt der nach wie vor KTW und das wird auch so bleiben

4 Patienten in einem T5/T6??? - Halte ich für sehr fragwürdig. Geht sich ja mit Ausbau mit dem höchstzulässigen Gesamtgewicht nie aus? Unabhängig davon, wie sollen die denn bitte ordnungsgemäß sitzen/liegen (bei Annahme von 2x Personal)

Nun vier sind jetzt nicht mehr zulässig, aber es ging wie folgt:
Trage 1
Sessel 1
Drehsitz 1
Klappsitz Sani
Beifahrersitz 1
macht 4 Patienten jetzt darf halt keiner mehr in der Fahrerkabine transportiert werden sonst bleibt alles gleich. :imp: Beim Preis und anderen wäre mal die Frage ob bei Organisationen welche fast ausschließlich über Steuern finanziert werden nicht der Rechnungshof sich mal der Vergabepraxis ansehen kann.

Nachdem wir hier von einem Verein sprechen, ist dieser von etwaigen Ausschreibeverpflichtungen nicht betroffen.
Also einen Patienten am Beifahrersitz zu transportieren ist ja wohl das Letzte … ?

Die Sprinter auf C umtypisieren darf man auch nicht unterschätzen, das ist angeblich auch nicht gerade günstig! Hab aber keine Ahnung in welchem Bereich sich das bewegt. Weiß da wer mehr?

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Wieso? Du kaufst ihn als Werk auf 3,8t+ typisiert und thats it. Ein typisiertes Auto nachträglich untypisieren is natürlich teuer - aber wer macht das?

@ SaniS

wird wohl so interpretiert werden. Ich weiss nicht ob es in Österreich ein ähnliches Gesetz wie das deutsche „Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen“ gibt. Denn nach diesem müßte der Verein sich an die Richtlinien für die Vergabe öffentlicher Aufgaben halten, da er zum überwiegenden Teil mittels öffentlicher Mittel unterhalten wird.

Überwiegender Teil? Der Rettungseuro ist ein Bruchteil der Einnahmen und deckt nicht mal Ansatzweise die Aufwände für den Rettungs und Krankentransportdienst ab.

Zm deutschen Vergleich:
In Bayern beschafft auch nicht das BrK die Fahrzeuge, sondern das StMI (Staatsministerium/Inneres) schreibt die Fahrzeuge aus und alle Organisationen haben dadurch auch die gleichen Fahrzeuge. allerdings sind dort die Organisationen bspw das BRK kein Verein im klassischen Sinne, sondern Körperschaften öffentlichen Rechtes und daher ausschreibungspflichtig. Betrifft im übrigen in Österreich auch die Feuerwehr - ist bei uns Körperschaft öffentlichen Rechtes und muss daher auch in Österreich ausschreiben. (Bundesvergabegesetz Österreich ris.bka.gv.at/GeltendeFassu … r=20004547)

Die üblichen Rettungsorganisationen in Österreich trifft das nicht - sind alles samt Vereine. Tirol ausgenommen, da hier die Rettungsdienst GmbH den Rettungsdienst durchführt und daher natürlich kein Verein mehr ist. Das Wiener Rote Kreuz hat den Rettungs u Kranknentransportdienst glaube ich auch via GmbH laufen.

Ansonsten gilt in Österreich:
Verein - keine Ausschreibung

Ebe so muss man natürlich Beachten, dass eine Ausschreibung ohnehin nur bei einer zentralen Beschaffung sinnvoll wäre und wenn Du Pech hast ist dann der T6 wieder das günstigste Angebot :slight_smile: wegen einem Auto wird wohl keiner auf die Idee kommen, das ganze Ausschreibungsprozedere zu starten

Stimmt. Man könnte das ganze aber ganz leicht lösen, indem man in die Landesrettungsgesetze eine einheitliche zentral beschaffte Ausrüstung schreibt und die Gemeinden dann einen Dienstleister aussuchen, der lediglich das Personal stellt und die laufenden Kosten trägt. Also man schreibt quasi die Dienstleistung aus, stellt aber das Gerät zur Verfügung. Ist eigentlich kein größeres Problem.

Zu den Vereinen: In Wien haben alle gGmbHs (bis auf die Malteser).