Rettung bringt Frau wegen Corona nicht ins Spital – tot

Diverse Artikel im Print und online unter:
heute.at/s/rettung-bringt-f … -100085253
kurier.at/chronik/oesterreich/t … /400929218
krone.at/2165338

Meine pulslosen Patienten unterschreiben auch immer einen Revers [emoji23][emoji23][emoji23]

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Holy Fuck, da kann man nur hoffen, dass die Patientin tatsächlich nicht ins Spital wollte und das auch entsprechend dokumentiert wurde.
Ansonsten weitet sich das mediale Desaster fürs RK auf ein juristisches für die beiden Kollegen aus.

Beziehe mich dabei allerdings auf den Kurier, da ich diesem noch am ehesten seriöse Berichterstattung attestieren kann…

naja… klingt alles mehr als Suspekt… Pat. spricht aber man spürt keinen Puls?? Wohl fehlerhafte Berichterstattung… Genaues erfährt man hoffentlich noch.

So „arg“ kann auch das Notrufgespräch nicht gewesen sein, sonst wäre ja vmtl. direkt ein NA entsandt worden oder der Jumbo.

Bei Frauen sind bekanntlich die Symptome eines Infarktes oft nicht „klassisch“ und wird auch häufig von Ärzten erst verspätet entdeckt.

Ich hoffe man hört noch was von der Obduktion / Verfahren / etc…

Man wird hier vmtl. sehen wie viel ein unterschriebener Revers wert ist…

Ich taste keinen Puls != Pat hat keinen Puls

Ab unter 80sys wirds schwer mim Radialis-Puls tasten, je nach Patient liegt diese Grenze auch deutlich höher. Schließt aber dennoch nicht aus, dass der Patient sprechen kann.

Siehe Antwort von eklass.

Die Medien geben nur wieder was der Mann gesagt hat und der scheint es wohl so aufgeschnappt zu haben.

Interessant auf alle Fälle ob die Dame wirklich nicht mit wollte und wenn sie mit wollte, wie man ihr den Revers verkauft hat.

Naja RR habens ja hoffentlich gemessen …

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Das RK wird sehr bemüht sein, dass nicht noch mehr an die Öffentlichkeit gelangt.

Das ein Revers als „Bestätigung für Rettungseinsatz“ verkauft wird, saugt man sich nicht so aus dem Finger, da wird schon was drann sein.

Aber so wie ich das RK kenne wird das wieder todgeschwiegen und kein Leason learned.

Ich hoffe nur, dass solche Fälle die Diskussion ob RS bestimmen dürfen/können/sollen ob jemand ins Krankenhaus muss/darf/kann beendet werden.

Sorry… Aber normal lese ich was ich unterschreibe. Man könnte allerdings argumentieren, dass die Dame eventuell in einem Zustand war wo sie nicht lesen konnte bzw. das Gelesene nicht verstanden hat.
Die Frage ist ob sie den anwesenden Ehemann als Zeugen zusätzlich unterschreiben lassen haben.

Bei unseren Revers zum Beispiel sind zwei Felder zum unterschreiben für genau diesen Zweck. Wenn der Ehemann unterschrieben hat, sehe ich nicht viel „handhabe“ gegen die Sanis.

Ich hatte vor drei Wochen auch einen Pat. der eindeutig ACS hatte und partout nicht mit uns mit wollte. Ich habe sowohl ihn als auch die Frau unterschreiben lassen und es auch genau Dokumentiert. Wenn der Pat. allerdings ein paar Stunden später gestorben wäre, würde vmtl. über mich exakt der selbe Artikel in den Zeitungen stehen… Man kennt halt leider weder das Protokoll, noch hat man ein Statement der Organisation / Sanis.

Ähhh… Nein…
Wieviele Belassungen fallen österreichweit tagtäglich an? Hunderte? Tausende? Wegen einem Fall alle paar Monate die Belassungskompetenz zu streichen ist wohl nicht zielführend.
Wenn du da anfängst, kannst du nicht mehr aufhören… Zum Beispiel passieren viele Unfälle mit Rettungsmitteln (auch mit Toten) wegen Fahrfehlern, willst du jetzt allen Rettungsmitteln die Blaulichter vom Dach nehmen?

Außerdem haben die Sanis nicht die Befugnis jemandem zu sagen dass er nicht ins Spital KANN oder DARF. Lediglich ob derjenige mit dem Rettungsmittel transportiert werden soll.
Es gibt wohl in fast jeder Schicht Patienten die man nicht mitnimmt, weil sie auch eigenständig zum Arzt / Krankenhaus gehen können.

Aber es macht nicht viel Sinn über diesen einen Fall zu diskutieren ohne Hintergrundinfos. Man kanns so oder so drehen, wenn man keine Fakten hat.

Das Satzal ist für mich mit 2 gesunden Augen schon schwer zu lesen. Wie sollen das ältere Personen, die vielleicht noch in einer Ausnahmesituation sind ordentlich lesen können.

Es ist durchaus üblich bei einer Belassung den Leuten einen Revers zu verkaufen. So kann man im Nachhinein immer behaupten der Patient wollte ja nicht mit.

Ich kann leider nur für unser System sprechen. Da sind es zwei Absätzchen die zu lesen sind. In versch. Sprachen am Tablet verfügbar und in großer Schrift. Zur Not lese ich es den Pat. auch vor und / oder erkläre den Inhalt bei Fragen.
Das mit der Ausnahmesituation ist mir klar (siehe oben). Darum der Hinweis auf die Unterschrift eines Zeugen der nicht akut selbst betroffen ist.

Hab’ ich leider auch schon mitbekommen. Ich erkläre meinen Azubis immer, dass wenn man sich nicht traut die Belassung auf die eigene Kappe zu nehmen (sich also nicht zu 100% sicher ist), der Pat. transportiert gehört. So halbgare Geschichten sind nix.
Mal ganz von der moralischen Seite abgesehen, den Leuten dinge „zu verkaufen“ die sie so nicht wollen.

Wunderbar, es wird rauskommen, dass sie ins spital wollte und geglaubt hat einen Revers zu unterschreiben.

Ich hoffe auf ein Leiturteil zur elenden Revers-Geschichte, gibt ja öfters den fall, dass die Sanis Patienten nicht mitnehmen wollen (- Belassung) und die Patienten trotzdem irgendwas unterschreiben sollen.

Dazu müsste es aber ein QM gehen, dass die Mitarbeiter dann in Zukunft dementsprechend ausbildet.

Rechtlich lernt man ja im Sani Kurs relativ wenig. Was auch nicht verwunderlich ist, viele Freiwillige würden sonst sofort wieder aufhören.

Soweit ich weiß ist es nicht verboten im eigenen Wirkungskreis da etwas dagegen zu tun. Also zum Beispiel eine gute Fortbildung zu organisieren, bei der das Thema „Der Patient und der Revers“ behandelt wird bei der man sich diesem Thema mit einer 2-stündigen Fortbildung widmet.
2 Stunden sollten zumindest ausreichen einem Sani zu erklären, dass ein Revers keine Bestätigung ist, dass er jetzt nicht ins spital gebracht wird, sondern dafür, dass er eine Maßnahme ablehnt, die die Sanitäter aber empfehlen - Transport wie (spezifische) Therapie.
Auch wenn dieses Thema damit, so wie jedes andere, auch mehr Zeit vertragen würde.

Ich hab mir schon einen Revers ausfüllen lassen dafür, dass der Patient die HWS Schiene ablehnt. Eine spezifische Maßnahme, die ich empfehle und er ablehnt. Ist mit den alten Protokollen perfekt gegangen. Ins Spital wollte er ja…

Edit: Fehler beim Quote

Ich nehme an du hast dir auch einen revers für die schaufeltrage und vakuummatratze unterschreiben lassen?

Wir wissen nicht wie sich die Situation tatsächlich beim Eintreffen der Rettungswagenbesatzung dargestellt hat und bevor wir über rechtliche Weiterbildungen diskutieren, sollten wir uns vielleicht auf die Grunderkrankung der Patientin berufen und dies war einen KHK und da sollte es sich unterdessen bis zum letzten Sani herumgesprochen haben, dass es erstens zwar eine Lehrbuch KHK gibt, dass diese aber zweitens fast nie vorkommt, sondern häufig andere Symptome auftreten oder erwartete Symptome nicht vorhanden sind.
Wenn eine Patientin nach eigenen Aussagen kurze synkopiale Ereignisse unbekannter Genese hat fahre ich und dann soll sich der Arzt seinen Kopf zerbrechen und dann melde ich im System mit V.a. Synkopiales Ereigniss, da die virtuelle EBA eine umfangreichere Beurteilung in den Meldecodes nicht zulässt.
Ein cardiales Geschehen könnte ich nur abschließend mittels EKG feststellen oder Troponintest und D - Dimer verifizieren oder eben anhand der Symptome.
@ Maximillian

Naja in der Steiermark stehen Ihnen dafür auch nur 2h im Jahr zu, weil alle anderen vom LV vorgegeben sind und das Fortbildungsthema ist zu genehmigen und wenn der BV schon nur vermutet, dass damit der Einsatzwille und die Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter gefähdet wird findet es nicht statt.
Aus dem medizinischen Kontext ist mir sehr wohl bekannt, dass wenn der Patient im Rahmen seines Patientenautonomie Massnahmen die Stand der medizinischen Wissenschaften sind ablehnt ist dies zu dokumentieren und am Besten durch den Patient gegenzuzeichnen und vorallem der Formsatz des ÖRK im Revers hat vor Gericht null komma null Aussagekraft, da er nicht belegt, dass die Rettungswagenbesatzung den Patienten ausführlich über die Folgen aufgeklärt hat. Da nach Medizinjuristen muss diese Aufklärung individuell und situationsabhängig erfolgen und das ist bei einem Formsatz nicht gegeben, sondern bedarf der handschriftlichen Ergänzung um die notwendige Sorgfalt vor Gericht glaubhaft zu machen. Somit wird den Sanis eine nicht bestehende Sicherheit vorgespiegelt, doch so häufig wie ich Revers im Funk höre darf man froh sein das bis dato sowenig geschehen ist.

Entweder ist mein Ironiedetektor schadhaft oder Sie haben das mit der Hws Stabilisierung die abgelehnt wurde :mrgreen: überlesen.

Naja wenn ich schon der Meinung bin die Wirbelsäule gehort immobilisiert dann hätte die hws schiene ja nicht ausgereicht. Insofern muss ich davon ausgehen dass er das ganze Programm angeraten hat :slight_smile:

Die option wird dich jetzt überraschen, da du daran nicht gedacht hast
schaufeltrage und vakuummatratze wurde nicht abgeleht… aufgrund des unfallmechanismus konnte die verletzung von HWS bis LWS nicht ausgeschlossen werden
Ergo: man nimmt was man kriegt. pat ohne HWS schiene soweit als möglich und so schonend wie möglich immobilisiert… :wink: