In letzter Zeit lese ich regelmäßig hauptsächlich negative Aspekte über den Rettungsdienst in verschiedenen Forumsbeiträgen (ich kann viele nachvollziehen). Ich würde aber genau auf die gegenteilige Seite eingehen und euch einfach mal fragen, was ihr als positiv anseht im österreichischen Rettungsdienst.
Also was hält euch im RD und lässt euch diese Tätigkeiten gerne ausüben (EA, HA)? Gerne auch die positiven Entwicklungen oder Veränderungen im letzten Jahr (z.B. neue AML etc.).
Sehe da kaum eine Überschneidung. Im anderen Thread gings dann hauptsächlich um das Finanzielle, und um negative Aspekte der hauptamtlichen Tätigkeit.
Um die Frage zu beantworten, was hält mich (als Ehrenamtlicher) im Rettungsdienst:
Die Gemeinschaft in der Dienstgruppe. Man findet neue Freunde, es werden auch Sachen abseits vom Dienst gemacht. Aber auch mit gewissen Leuten Dienst zu machen macht einfach grundsätzlich Spass.
Erlerntes Wissen und Fähigkeiten Anwenden. Ich finde das Arbeiten bei Notfällen interessant; vor Allem wenn viel zu Tun ist, und das aber gut ablauft, gibt mir das am Ende schon ein recht befriedigendes Gefühl. Aber auch bei den weniger „spannenden“ Notfällen finde ich das Erarbeiten einer Verdachtsdiagnose (Anamnese, Untersuchen, Überlegen, …) interessant, um dann davon Entscheidungen abzuleiten.
Manchmal hat man Einsätze wo man wirklich spürt, dass man einer Person gerade wirklich geholfen hat (tatsächlich meist eher nicht medizinisch), das ist natürlich auch ein schönes Gefühl.
Ich finde es gut durch die ehrenamtliche Tätigkeit im RD auch einen sozialen Beitrag zur Gesellschaft leisten zu können.
Ich fand die EA-Tätigkeit immer schön, hauptsächlich weil es eben sinnvolle Zeit mit Freunden war. Nebenbei interessante Geschichten und Orte, an die man sonst nicht kommt. Großstadtrettung…
Beruflich als Notarzt ist es primär die Abwechslung zum Klinikalltag, außerdem ist die Belastung im Notarztdienst deutlich geringer als in einem Krankenhausdienst (bei uns 3-5 Ausfahrten bei kurzen Wegen in 24h vs. 14-16h/24h durcharbeiten).
Servus! Ich bin selbst hauptamtlich und ehrenamtlich im Rettungsdienst tätig und ja – die Kritikpunkte in den Foren sind oft berechtigt. Aber wenn ich ehrlich bin: Ich liebe diesen Job, auch wenn ich garnicht wirklich sagen kann warum genau - für mich ist es das Gesamtpaket. Kein Tag ist wie der andere, man weiß nie, was als Nächstes kommt, und das Teamgefüge auf der Dienststelle ist einfach unschlagbar. Man geht zusammen durch dick und dünn.
Und man muss auch die Kirche im Dorf lassen: Medizinisch hat sich im letzten Jahr extrem viel zum Positiven verändert. Durch die neuen Arzneimittellisten und die erweiterten Kompetenzen können wir Patienten präklinisch (z. B. bei der Schmerztherapie) viel besser helfen als noch vor ein paar Jahren. Wir sind heute viel professioneller aufgestellt, arbeiten strukturierter nach ABCDE und das macht einfach extrem viel Spaß, wenn man sieht, dass das eigene Handeln sofort einen Unterschied macht!