Was ich bei all diesen Diskussionen auch immer recht erheiterlich finde ist, dass ja nur eine absolute Minderheit tatsächlich auf einen Krankentransport angewiesen ist. Die wenigsten der Patienten, die mit KTWs transportiert werden, benötigen aus medizinischer Sicht Betreuung am Transport, die meisten benötigen einfach eine Beförderung von A nach B. Einige mittels Taxi, andere mittels Rollstuhltaxi à la Haller und Konsorten. Es wurden nur in den letzten Jahren die Krankentransporte völlig inflationär vergeben und durchgeführt, dass man jetzt mit den Folgen zu kämpfen hat.
Auch wenn das jetzt hart klingt und ich mir mit der Meinung nicht überall Freunde mache:
Ich finde das eine gute Entwicklung. Der Rettungsdienst (in dem Kontext der qualifizierte KT) sollte jenen Menschen vorbehalten sein, die wirklich eine Sanitätsdienstliche Versorgung brauchen.
Das heißt nicht, dass alle anderen selbst schauen sollen wo sie bleiben. Es wird hier parallelstrukturen wie die in Wien etablierten Fahrtendienste auch in der Fläche brauchen.
Aber ein reiner Beförderungsbedarf von Menschen die ihr Leben grundsätzlich selbst bewältigen können darf die ohnehin knappen Ressourcen des RD nicht noch weiter strapazieren.
„…Das Rote Kreuz verweist darauf, dass Krankentransporte einen wesentlichen Teil seiner Arbeit ausmachen. Im Jahr 2025 wurden österreichweit insgesamt 3.216.607 Rettungseinsätze durchgeführt. Davon entfielen 1.910.225 auf Sanitätseinsätze beziehungsweise Krankentransporte…“
Und in den Instagram Videos vom RK sieht man nur weise Männer wahrscheinlich über 70, welche definitiv in einer anderen Zeit des RD festhängen ![]()
3,2 Millionen „Rettungseinsätze“ pro Jahr durch das RK. Mit all den anderen Organisationen sind wir dann sicher weit über 4 Millionen.
Das heißt Statisich gesehen fährt fast das halbe Land einmal im Jahr mit der Rettung. Irgendwas stimmt da nicht. Sind wir wirklich so krank, oder ist es unser System?
Allein fast 2 Millionen davon sind Krankentransporte, die meiner Erfahrung nach massiv missbraucht werden. Die wenigsten der von mir transportierten Patienten erfüllen Indikationen für Qualifizierte Krankentransporte.
Was man bei der Rechnung jeder 2. Einwohner 1 Mal im Jahr auch bedenken muss, ist, dass viele der Events Dialysepatienten sind, die 3 Mal pro Woche transportiert werden. Somit die Statistik recht deutlich verfälschen.
An der Argumentation von Dr. Schöpfer finde ich sehr spannend, dass er offenbar die Verfügbarkeit von Öffentlichen Verkehrsmitteln vor die medizinische Notwendigkeit stellt. Die ÖGK sagt ja nichts anderes, als nur Transporte zu bezahlen, die medizinisch notwendig sind, das RK verlangt offenbar, dass auch medizinisch nicht notwendige Transporte bezahlt werden, wenn ein Transport öffentlich nicht möglich ist. Das wären meiner Meinung nach prädestinierte Fahrten für Taxis & Fahrtendienste, oder interpretiere ich hier etwas falsch?
Statistisch es mit der Bevölkerungszahl zu vergleichen ist oberflächlich. Wir wissen alle dass es lokale Häufungen gibt durch Therapiefahrten (Chemo, Dialyse, Bestrahlung, … ) und es tatsächlich Menschen gibt die regelmäßige Untersuchungen oder ambulante und stationäre Transporte benötigen.
Statistisch fahren auch die Wiener Linien
„rund 903 Millionen Fahrgäste, durchschnittlich 2,47 Millionen Fahrten pro Tag und etwa 1,34 Millionen Stammkundinnen. [1, 2]“ oder „Die ÖBB zählten im Jahr 2025 insgesamt 559 Millionen Fahrgäste in Bussen und Zügen“…
Gleichzeitig erwarten Klinikträger und Politik eine zentralisierung von Spezialleistungen und damit immer mehr notwendige Transporte über weitere Strecken