MA 70 - Intubation durch NKI

Kann mir wer mehr dazu erzählen?
Gibts einen Alg.?
Gibts Erfahrungswerte wie oft es funktioniert/ schief geht?
Beatmungsgerät erlaubt? Welche Einstellungen?

mfg

Es gibt eine SOP.

Indikation NACA6 und ein bereits laufender ALS Algorithmus, Intubation nur auf Sicht, Lagekontrolle durch Auskulation + Kapnometrie(/graphie für alle Fzg. die bereits einen LP15 und damit Kapnographie haben), max. 2 Versuche (es kann auch sofort ein LT oder bereits nach dem ersten Versuch ein LT verwendet werden, die Entscheidung obliegt dem NKI) mit max. 30sec. Dauer, bei Fehlschlagen → Larynxtubus.
Bei Pat. mit ROSC → Oxylog 2000 möglich: IPPV/SIPPV mit AF10, AZV 6-7ml/kg/KG, Pmax40, Ti:Te: 1:2, PEEP 0-5
Es gibt bisher keinen Fall einer unbemerkten Fehlintubation. Wie viele erfolgreiche Intubationen durchgeführt wurden ist mir nicht bekannt, wie viele Fälle es gibt wo durch einen NKI sofort der LT verwendet wurde, bzw. nach einem oder zwei frustranen Versuchen eingesetzt wurde, ist meines Wissens nicht statistisch erfasst.

Danke, wie oft intubiert man als NKI in Wien so durchschnittlich und circa?

Ein FISU (Lehrsanitäter NKI) hat mir mal gesagt er kommt so auf 60-80 pro Jahr. Aber der kommt auch mehr oder weniger in jedem Dienst zu passenden Codes…

Genau deswegen sehe ich die NKI auch nur in Wien bzw. Großstädten als sinnvoll. In meinen ca. 500h RTW pro Jahr hab ich vielleicht 2-3 Möglichkeiten dazu.

60-80 im Jahr finde ich ein bißchen viel. Aber gut, war ja ein Fisu-Sani, der fährt ja auch fast hauptsächlich nur zu solchen Indikationen.
Am normalen RTW sind es wesentlich weniger. Und auch nicht jede „Gelegenheit“ wird auch immer genützt. Was aber die grundsätzliche Sinnhaftigkeit der NKI nicht in Frage stellen söllte, weil NKI ist mehr als nur einen Schlauch in den Patienten schieben.

Aber man sieht dass so (hoch)spezialisierte sanitäter-besetzte fahrzeuge ihre berechtigung haben und tlw mehr intubieren als mancher NA in hintertupfing

Wie viele fisus gibts?
Und wie viele sanis dürfen fisu fahren?

Edit: sehr leiwandes konzept, das funktioniert halt leider nur in ballungszentren

Soweit ich weiß gibt es 3 FISUs (Zentrale, Hernals, Aspern).
Es dürfen glaub ich nur Mitglieder der Rettungsakademie / Schulung der MA70 als FISU fahren. Wieviele Personen das sind weiß ich allerdings nicht.

Ich hoffe, dass ich das so korrekt wiedergegeben habe und lasse mich gerne eines Besseren belehren.

Jetzt interessiert es mich mal genau, was ein NFS mit „besonderer Notfallkompetenz zur Intubation und Beatmung“ noch alles darf/kann?
Sind so Sachen wie CPAP-Beatmung über NIV-Maske auch unter "Beatmung " inkludiert?
Das einzige das im §12 SanG explizit erwähnt wird ist die „Durchführung der endotrachealen Intubation ohne Prämedikation und endotrachealen Vasokonstriktorapplikation“.

Blöde frage aber ist das 30 Sekunden limit für die Crush intubation nicht eigentlich eine schwierigere Anforderung die an den Sanitäter gestellt wird als an den NA? Logisch, der NA hat auch mit schwierigen Atemwegen etc. zu kämpfen aber gibt es für den Anästhesisten als solchen auch so ein timelimit in der präklinik? Ich frage deshalb, da ich schon intubationen beobachtet habe die deutlich länger gedauert haben.

Streitfrage auch juristisch. Siehe halmich
Das wissen und die praxis hautnah zu erleben is aber von unschätzbarem Wert. Ua die bmv

Es geht nicht immer nur darum, was man darf, sondern auch, was man lernt, sieht und erklärt bekommt im Zuge einer Ausbildung.
Die NKI war mit Abstand die interessanteste Ausbildung inhaltlich, wie auch vom Praktikum her, im Vergleich zu NFS oder NKA/NKV.
Wer zum Beispiel einmal in einem OP manuell beatmen musste, weiß was ich meine. Das Ding annähernd dicht zu bekommen, damit es überhaupt funktioniert war einer von vielen Aha-Momente in meiner Ausbildung. Etwas, was man dir nie mit einem herkömmlichen Beatmungsbeutel vermitteln kann.

Jap, recht hast

Sollte hier nicht „Ideales Körpergewicht“ stehen?

Auch wenns nur ein „me too“-Posting ist: als NKI ohne chefärztliche Ermächtigung sehe ich das genauso, bin froh, dass ich die NKI gemacht habe und halte absolut nichts von endotrachealer Intubation durch ungeübtes Personal (also mich z.B.). Die NKI ist eine wertvolle Ausbildung.

Ganz aktuell dazu wurde dieses Thema auch unter anderem beim AGN Symposium gestern in Graz gestreift. Sehr interessant dazu der Vortrag von Marcel Rigaud, der das englische System mit dem österreichischen verglichen hat. Der Vortrag wird sicher bald auf der AGN Youtube Seite verfügbar sein. Nur soviel vorweg, die „NKI“ in UK zu erreichen ist alles andere als einfach für Paramedics. Lange, lange Ausbildung, Überprüfungen, weiteres Training etc…etc… Nur die Erfahrendsten Paramedics mit ca- 12 Berufjahren (alles Hauptberufliche mit Bsc Studium) haben diese Kompetenz und üben sie auch aus, in London sind es nur sehr wenige. Präklinische Narkoseeinleitung ist im Übrigen noch kein Thema für die engl präklin. Paramedics ! Einfach mal ansehen wenns online ist. Der Vortrag lautet „Vom Sinn und Unsinn eines arztfreien Rettungssystems“.

Bei dem Vortrag ging es darum dass sich die Paramedics die Intubation nicht zutrauen. Ich würde meinen da gehts um die Intubation im Zusammenhang mit der RSI. Im Rahmen einer CPR finde ich das eim bissl absurd da wird es andere Gründe geben. Ua wurde außerdem bei einem anderen Vortrag erwähnt, dass es in der Ausbildung eine Atemwegsausbildung geben sollte. Die gibt es nur wenn es auch weiterhin eine Nki gibt. Dann soll man wenn man es dem Sanitätspersonal nicht zutraut zu intubieren eben keine chefärztliche Freigabe erteilen, die NKI bietet weit mehr als die ETI und sollte weiterhin ausgebildet werden.

Sechs bis Sieben Millilieter pro Kilogramm Körpergewicht.

Nur weil ein Mensch dick ist hat er keine größere Lunge. :laughing:

Dann sollte das auf „IBW“ (Ideal Body Weight) geändert werden.