GW-SAN, GUF-Fahrzeug

Hallo,

gibts in Österreich eigentlich Bundesländer, welche Fahrzeuge ähnlich den deutschen GW-SAN (Gerätewagen Sanität) betreiben? Ich finds eigentlich ziemlich lässig ein fix-fertig zusammengepacktes Fahrzeug in der Garage stehen zu haben, das nur noch besetzt werden muss, um auszurücken. Die Kohle dafür muss man natürlich in die Hand nehmen …
Hat der Wiener K-Zug soetwas?
In Tirol gibts den GUF Tirol Mitte in Innsbruck, der entspricht etwa dem GW-SAN, ist halt ein Großer und wurde im Zuge der EM 2008 beschafft (vom Land finanziert).
Wahrscheinlich gibst Bezirke die sich selber was gebaut haben (Nachnutzung Altfahrzeug), aber gibt es flächendeckend etwas (die etwas kleinere Version auf Sprinter/Crafter-Basis)?

Bin gespannt …

Deutschland hat den gerätewagen Sanität bzw. den gw Betreuung und andere definiert.
Die Fahrzeuge werden meist vom Bund oder vom Land finanziert zum bevölkerungsschutz.
In Österreich ist das Konzept etwas anders, da wird mehr auf kleinere teileinheiten zurück gegriffen, sprich alles was im gw san drinnen ist wird bei uns auf mehrere Anhänger aufgeteilt und diese Anhänger werden dann mit mtf’ sonder ktw’s zur Einsatzstelle gebracht.
Ist also ein anderer Ansatz.

mit KTW’s die keine anhängekupplung haben und fzglenker, denen die entsprechende führerscheinklasse…

wien.gv.at/rettung/aufgaben … ug.html#k5

Das ist dann das Resultat einer schlechten Fuhrparkplanung.

Ansonsten - bei uns auch Anhänger (kHD-Anh und San-Anh)

roteskreuz.at/noe/dienststel … aetewagen/

In der Nachbardienststelle (Gloggnitz) steht auch einer auf Mercedes Sprinter 4x4.

und selbst wenn der Fuhrpark gut geplant ist - unter Tags sind die KTW’s kreuz und quer in NÖ/Wien mit Krankentransporten unterwegs.

Ich kenne einige Dienststellen die dafür einen „Klein LKW“ nutzen wo die Sachen für einen Großunfall drin sind und ich kenne einige die mit Anhängern arbeiten.
Was nun „besser“ ist vermag ich nicht zu beurteilen, braucht man ja glücklicherweise eher selten.

Gut durchdacht und schlagkräftig finde ich das System der MA70, mit der Größe Wiens und der Struktur der Wr. Rettung(slandschaft) lässt sich allerdings leichter Flächendeckung und Effizienz unter einen Hut bringen, als in den weiten Weiten der Peripherie. Das System der dezentralen Anhänger braucht halt eine gute Organisation, sei es jetzt den Fuhrpark, die Strategie oder die „Manpower“ betreffend.

Meinen persönlichen Favoriten zu der Fragestellung hab ich in Zürich gesehen - bevor ein beladener LKW herumsteht, tut´s auch ein Abrollcontainer - falls man auch anderweitig Verwendung für das entsprechende Fahrzeug hat.

Quelle: (https://www.stadt-zuerich.ch/pd/de/index/schutz_u_rettung_zuerich/sanitaet/so_arbeiten_wir/fahrzeuge_u_material/sanitaetshilfsstelle–san-hist-.html)

Wir verwenden bei uns auf der Bezirksstelle für das im Großschadensfall schnell am Einsatzort benötigte Material (MeGUS, Luftzelte,…) Anhänger und verfügen zusätzlich über einen Wechselladecontainer mit Material, das hauptsächlich für KAT-Einsätze ausgelegt ist (Stangenzelte, Stromerzeuger, Werkzeuge, Feldbetten,…)
Der einzige Nachteil ist, dass für unsere Anhänger zumindest ein EzuB-Führerschein benötigt wird, weil die Hänger zu schwer sind. Fuhrparktechnisch gibt es bei uns kein Problem, weil fast alle unserer Fahrzeuge eine Anhängerkupplung haben. Vorteil von Anhäger und Container ist, dass die Kosten für Unterhalt und Wartung geringer sind als bei einem dezidierten Fahrzeug/LKW mit Aufbau.
Wenn ich mir allerdings was wünschen dürfte und die Finanzierung von der öffentlichen Hand getragen wird, dann wären das Sprinter/Crafter oder ähnliches mit Aufbau und auf 5,5t typisiert, damit sie jeder der einen Rettungsführerschein hat lenken darf. Also sowas ähnliches wie der verlinkte NGW aus NK und möglichst einheitlich für ganz Österreich oder zumindest für jedes Bundesland.

Wie siehts unter Tags bei euch aus - diese Fahrzeuge immer schnell greifbar?

Für die einzelne Bezirkststelle sind Hänger sicher billiger, aber wenn man sich dann die Aufteilung und die Anzahl der Hänger im Bezirk ansieht, weiß ich nicht ob ein großer LKW nicht billiger wäre.

Es gibt ja auch kleine 3.5 Tonnen Wechsellader, das wäre mal eine Überlegung wert bzw. die neuen 5.5 Tonnen Führerscheinen für Wechsellader zu nutzen.
Überlegt hab ich mir das schon mal, es scheitert bis jetzt nur an der Finanzierung um das auszuprobieren. :smiley:

Wie schon gesagt, außer NAW, SNAW und bald die neuen Sprinter-RTW haben bei uns alle Fahrzeuge im RKT eine Anhängerkupplung und dürfen die Hänger auch ziehen. Zusätzlich zu den RKT-Fahrzeugen gäbe es auch noch Sonderfahrzeuge, mit denen die Hänger gezogen werden könnten. Wenn, dann ist es eher ein Problem jemand mit dem passenden Führerschein zu finden, als ein passendes Zugfahrzeug. Der Wechselladecontainer wird für den „normalen“ NFG nicht benötigt, und selbst wenn, einer unserer LKW ist im Regelfall verfügbar, und wenn nicht, dann könnte man im Zweifelsfall ja immer noch ein Wechselladefahrzeug der FF oder irgendein anderes Wechselladefahrzeug verwenden.
Die Hänger sind bei uns im Bezirk nicht aufgeteilt. Wir sind in der Hinsicht in der glücklichen Lage, dass es in unserem Bezirk nur eine Bezirksstelle gibt und das gesamte Material für GuK ist an einem Standort konzentriert.
Von der Materialaufteilung ist in einem Hänger ein BaGUS und ein MeGUS laut ÖRK Rahmenvorschrift bzw. LV NÖ Durchfürchungsbestimmungen gelagert, in einem 2. Hänger Luftzelt, Sternverbinder+Zubehör und alles weitere entweder im Wechselladecontainer oder auf Paletten, die dann mit verschiedenen Sonderfahrzeugen zum Einsatzort transportiert werden können (ist eigentlich nur für den KAT-Fall interessant).

Nun das Bild des K5 wurde ja bereits gepostet…
Der Katastrophenzug der MA70 besteht aus
K1 welcher sämtliches Material für Führung und Kommando beinhaltet (Pläne/Kennzeichnungsset/etc.)
K2+K3 Zwei Busse welche als Versorgungseinheit für Leichtverletzte dienen. Sie beinhalten mehrere Sitz/Liegeplätze, zahlreiche O2 Versorgungsmöglichkeiten, sowie eine etwas umfangreichere RTW Ausstattung (mehr Verbandsmaterial/Infusionen/O2-Masken bzw. Brillen/Decken/usw.).
K4 ist ein Anhänger für den K5 und dient zur Versorgung der RD-Einsatzkräfte mit Getränken/Essen für lange dauernde Einsätze
K5 ist der bereits gezeigte LKW welcher über Behandlungsliegen, Spineboards, Schaufeltragen, Behelfstragen, zahlreiche RTW Rucksäcke sowie ein paar NA-Rucksäcke, zusätzliche Helme/Warnwesten, Verbandsmaterial/Infusionen, O2 Flaschen, Decken, etc. verfügt.
K6 ist die mobile Leitstelle mit bis zu 3 Disponentenplätzen sowie einem Besprechungsraum
K7 ist ein Mannschaftstransporter
Zusätzlich gibt es noch einen Zeltanhänger, sowie einen Notstromaggregats-Anhänger welche mit dem K1 oder dem K7 gezogen werden können.

K1+K2+K3 sind permanent besetzt und werden je nach gemeldeter Lage gemeinsam mit RTW(s)/(NEF(s) zum Einsatzort entsandt. Der K1 ist zumindest mit einem Einsatzoffizier (Einsatzleiter Rettungsdienst) besetzt, zusätzlich fährt bei Großeinsätzen auch noch ein diensthabender Oberarzt (LNA) mit. K2 und K3 sind mit einem Einsatzlenker besetzt.
Der K5 wird im Bedarfsfall durch einen diensthabenden K-Zug-Mitarbeiter besetzt und zum BO gefahren. Der K6 wird im Einsatzfall durch einen diensthabenden Disponenten und einem technischen Offizier besetzt.

Die Rotes Kreuz, Samariterbund und Johanniter verfügen ebenfalls über Katastropheneinheiten die im Bedarfsfall mit Vorlaufzeit mobilisiert werden können. Vom Samariterbund weiß ich das dort zumindest das medizinische Material in Anhängern verlastet ist, wie Zelte/Behandlungsliegen/etc. bereitgehalten werden ist mir nicht bekannt, außerdem gibt es ein großes Einsatzleitungsfahrzeug, darüberhinaus hat die Gruppe Floridsdorf Donaustadt eine mobile Leitstelle in einem umgebauten Autobus.
Soweit ich weiß verfügt auch das Rote Kreuz über mehrere Anhänger, manche Sachen sind IMHO aber auch in Kleinlastern verladen, eine mobile Leitstelle gibt es auch.
Wie die KHD Ressourcen der Johanniter transportiert werden ist mir nicht bekannt.

Oberösterreich hat ebenfalls in Linz einen Wechsellader stehen… der steht Standardgemäß mit dem Medizinischen Modul in der Garage, um Ausrückzeiten zu minimieren.

Hab jetzt leider keine Fotos vom Innenraum bei der Hand, ist aber wirklich sehr gut aufgebaut. (War auch beim Feldspital in Traiskirchen damals im Einsatz und von eigentilch allen Landesverbänden (Führungs sowie Mitarbeiterebene) als sehr sehr positiv bewertet…
LKW%20Actros.jpg

Dazu kann ich einiges Ergänzen:
Nahezu jede „größere“ OS, also alle mit 2 oder mehr SEW, haben einen SEA- Schnell-Einsatz-Anhänger, welcher für die Behandlung von ~20-25 Verletzten eingerichtet ist. Diese sind in der Regel 1 Achser mit 750kg und können von jedem SEW gezogen werden.
Der 7717 (Foto oben) hat eine Vorlaufzeit von etwa 30min und liefert Material für die Versorgung von weiteren ~50Patienten + Zelte,Stromerzeuger,Beleuchtung und Co.

Planen-LKW gibt’s beim RK OÖ auch noch in Wels und Steyr, wobei ich nicht weiß ob bzw. was fix verladen ist. Daneben haben einige Bezirkstellen Logistikgruppen, die Transportaufgaben übernehmen

Mein persönliches Wunschkonzert wäre ein Fahrzeug à la KRF-L bzw. KLF-L des OÖLFV. Ein 5,5-Tonner mit Doppelkabine, Pritsche und Ladebordband. Die Ausrüstung wird auf kleinen Rollcontainern mitgeführt, z.B. ff-st-georgen.at/ausruestung … uge/krf-s/ . Da kann man dann z.B. eine standardmäßig verladene SanHiSt daheim lassen und stattdessen mit Feldbetten und Mineralwasser ausfahren.

in steyr ist nichts verladen, der steht leer in der Garage… aber es ist sehr viel auf Paletten vorbereitet die man je nachdem nutzen kann…

sehr viele bezirksstellen haben ja mittlerweile so ein Fahrzeug (pritsche) aber die rollcontainer fehlen… finde den Gedanken zwar auch gut, da hab ich aber deutlich weniger Flexibilität als bei den MSE Anhängern. auch wenn ein KRF viel übersichtlicher wäre, hab ich hald im Ernstfall ein Problem wenn der gerade beim Service steht oder so…
den hänger kann ich quasi überall drann hängen, an SEWs, MTWs oder ähnliches! das ist hald im Ernstfall schon praktischer weil ich viel mehr Flexibilität habe (zB auch in Steyr wo es zB 3 MSEs und einen Schnelleinsatzhänger gibt…
Ist zwar nicht die ordentlichste lösung, aber leider die unkomplizierteste für den wirklichen Ernstfall mit den meisten Redundanzen…

In Tirol gibt’s seit letztem Jahr sowas:
roteskreuz.at/news/datum/20 … ote-kreuz/

Die JUH hat fix fertig eingeräumte Angänger und einen umgebauten Wohnwagen als MLS/Besprechungsraum.

Wirklich in eine Norm passen sie aber nicht, weil soweit ich weiß zb keine Defis verlastet sind sondern man im Bedarfsfall die Defis der Zugfahrzeuge (KTW) nehmen würde.