Fragwürdiges Vorgehen des RD

Ich bin über diese Folge von Feuer&Flamme gestoßen, wobei der Einsatz ab 30:10 min höchst fragwürdig verläuft.

Was sind eure Gedanken dazu, insbesondere warum glaubt ihr, dass keiner der Beteiligten die richtige Therapie vorgeschlagen bzw. umgesetzt hat?

ich bin erstaunt,

bei einem BD von 82/49 Oberkörper erhöht zu machen
das Spo2 an die Hand mit der BD Messung zu hängen
Dazu noch den Venenstauer am Unterarm zu geben
und versuchen einen ZVK auf der Hand zulegen

Alles sehr fragwürdig

Meine Maßnahmen wären gewesen als RS wohlgemerkt:

  • Beine hoch
  • NF Patient ist anzudenken 15l O2
  • Richtung KH zu düsen
  • Rendeszous mit dem NEF an der Strecke

Epipen wäre eine Lösung gewesen, aber kein Einstich sichtbar. Falls 100% sicher mit Sichtbarkeit des Einstiches, hätte ich als RS dem ANgehörigen oder dem Pat den Epipen in die Hand gedrückt

Gute Frage warum so gehandelt wurde. Der S2k Leitlinie, die in DACH üblich ist, entspricht die hier gezeigte Therapie nicht. Auf Seite 30 ist nachzulesen wie laut ihnen eine Anaphylaxie mit Hypotension zu therapieren wäre. Ich hätte das was die Leitlinie vorgibt (und bei uns üblich ist) gemacht. Alarm NEF, Allergenexposition beenden, Flach lagern, Epi i.m, O2, i.v Volumen, Diphenhydramin, Prednisolon

Dabei handelte es sich nicht um einen ZVK sondern einen PVK also einen Venflon. Mich stört eher weshalb man bei einem hypotensiven anaphylaktischen Patienten zu einem rosanen greift.

Da bist du mit deinem Approach der Leitlinie schon näher als die Kollegen aus dem Norden.

Bei Minute 32:30 steht am unteren Bildschirmrand

Die Rettungskräfte sind in dieser besonderen Einsatzsituation von der Leitliniengerechten Behandlung in Duisburg abgewichen

Das war in der ersten Fassung dieser Folge noch nicht drinnen.

Soweit ich mich erinnern kann gab es diesen Einsatz als Video auf Youtube. Die Kommentar haben aufgezeigt, wie schlecht die Patientenversorgung lief.

Daraufhin hat die Feuerwehr Duisburg sich in den Kommentaren zu Wort gemeldet. Der genaue Wortlaut fällt mir nicht mehr ein, aber es war sowas ähnliches wie

Wir haben mit dem RTW- und NEF-Team den Einsatz nachbesprochen und auf die aktuellen Leitlinien hingewiesen

Sollte das so sein, finde ich das ehrlich gesagt sogar besser, als wenn alles perfekt gelaufen wäre. Ich finde es sehr gut, wenn man mal sieht, dass mit Fehlern gut umgegangen wird.

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besser ein gut laufender rosa venflon als ein verstochener grauer :wink:

aber schließ mich den vorherigen Kommentaren an. Leitliniengerecht ist etwas anderes.

Als die Folge damals raus gekommen ist meine ich mich zu erinnern, dass viel über das Handeln diskutiert wurde, bis hin zur Sinnhaftigkeit eines feuerwehrbasierten RD.

Sowas ähnliches gab es mal bei einer anderen Doku auch:

Geht um die Performance des Notarztes beim ersten Einsatz (Polytrauma bei PKW vs Radfahrer). Ist passend zum Thema und hatte auch nen Shitstorm sondergleichen unter dem Originalen Video.

Ja der erste Intubationsversuch ohne RSI sucht schon Seinesgleichen. Ich glaub aber wir haben diesen Fall schonmal in einem anderne Thread diskutiert.

Und mit den blutigen Handschuhen das NEF lenken ist schon auch richtig g’schmackig.

Und das Highlight im Schockraum, wenn der Patient anfängt dagegenzuatmen.

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Eine absolute Legende der Dokumentarfilmgeschichte. Wurde bei uns im NFS Kurs sogar als Negativbeispiel verwendet.

Ich glaub das ist ein Klassiker und wird in Kursen im ganzen deutschsprachigen Bereich als “so bitte nicht Beispiel” verwendet

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Wieder ein anderes Beispiel:

Die beiden hatten auch schon einen sehr fragwürdigen Auftritt bei einem Fall, wo sie zu einem Kardiologischen Notfall nur mit Liege und Rucksack in ein PH sind , wo dann im Endeffekt eine CPR im vollem Gange war.

Die gesamte Versorgung ist in meinen Augen dermaßen Schlampig und unkoordiniert , das mir fast schlecht wird.

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Auweia… Ja… nicht das nicht wohl viele so arbeiten…
…aber hey das noch vor laufender Kamera so durchziehen und die Kommentare im Nachhinein dazu. :see_no_evil_monkey:

Etwas sarkastisch überspitzt: “Unterleibsschmerzen, naja weil die Kamera da ist, nehmen wir halt den Rucksack mit. Na klar… brauchen wir eh nicht, nimm den gleich wieder mit und hol den Sessel. Ich knall mein Fingerpulsoxy drauf, ich bin so gut mit HF und SpO2 ist meine Anamnese komplett. Schaut schlecht aus wenn wir die da mit den Schmerzen vor der Kamera runterwandern lassen. Verdammt sitzen kanns auch nicht. Na bravo. Also dann… Vakuum, Tragehilfe… alter Schwede… ach ja und hol den Rucksack wieder, dann machen wir halt noch was wegen den Schmerzen. Könnte die vielleicht eine Beckenfraktur haben? Ja nein weiß nicht? Eigentlich sollte dann ja die Beckenschlinge drauf? Ach ja wegen den Schmerzen haben wir noch nix gemacht. Egal, das was wir da haben hilft eh nix, lass uns mal einen Notarzt holen. Ach und dann geben wir die Beckenschlinge halt mal drauf, sieht besser aus.”

“Puuuh das war ein Einsatz, das ist immer mehr eskaliert.” - Nö Kollege. Du hast einfach am Anfang mal abgeschaßelt und bist erst nach einer vermutlichen Viertelstunde draufgekommen was du mutmaßlich vor dir hast und was du damit machst.

Du bringst einen Patienten in den Schockraum und “na das hätte ich nicht geglaubt das die gleich Notoperiert wird.” Ja ne. Is klar. Anscheinend sind auch 4 Jahre Ausbildung weder ein Garant für Hausverstand und auch nicht für Professionalität.

Das sieht nach verdammt alter Schule aus. Mit heutigem strukturiertem Arbeiten im RD hat das leider nix am Hut.

Man kann sich vielleicht nicht immer aussuchen wen man bei sich anstellt. Denn NFS_de wachsen auch nicht auf den Bäumen. Aber wenn man schon solche Mitarbeiter hat, dann schickt man doch nicht ausgerechnet bei denen das Kamerateam mit. :see_no_evil_monkey:

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Einschränkend muss man hier sagen, dass die Performanz hier wenig bis gar nichts mit der 3 Jährigen NotSan Ausbildung zu tun hat.

Dem Alter und dem Auftreten der Kolleg:innen nach sind das zum überwiegenden Teil alte Assistent:innen und dieses Mindset bekommt man leider nicht aus allen Kolleg:innen wieder raus. Warum das mit oft mit großen Feuerwehren vergesellschaftet ist, ist wahrscheinlich Zufall und hat absolut nichts damit zu tun, dass sie sich primär als Feuerwehrmänner sehen….

Im obigen Beispiel muss allerdings angemerkt werden, dass hier das DRK Celle begleitet wurde die ja mit der BF dort nix am Hut haben.

Zu @bluelight :

Genau so wie du es beschreibst hab ich es mir auch gedacht beim Ansehen. Je länger der Einsatz voranschreitet umso mehr merkt man , dass die beiden versuchen die Patzer zu Kaschieren.

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Als Ergänzung zu meinem Post mit der Beckenfraktur/Gyn-Geschichte:

Das hier war der Notfall im Pflegeheim den ich erwähnt habe.

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Unabhängig vom Rest find ich ja Kollegen prinzipiell verdächtig, die den Monitor nicht mitnehmen … und sich auf ihr Fingerclippulsoxy von Temu verlassen.

Der Einsatz ist ja eigentlich ein fast klassisches Prüfungsbeispiel - dass das ein Z.n. Fahrradsturz vor einer Stunde war, wussten sie bereits auf Anfahrt. Umso rätselhafter ist es für mich, dass die Patientin am Anfang gar nicht und im Einsatzverlauf offenbar nicht vernünftig untersucht wurde - aus irgendeinem Grund hat der Eine sofort seine “Symphysensprengung” in den Raum geworfen und ist von dieser Fixierung nicht mehr abgewichen. Eine andere Option gibt’s nicht?

Witzig - und ein bisserl ein Lernpunkt - ist sein ja durchaus nachvollziehbarer innerer Konflikt “Ich will sie nicht in der Wohnung hinsetzen lassen, weil wir sie sonst kaum mehr aufbekommen, aber was soll ich tun?” …

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Der Rettungsdienst in der Steiermark würde dir gefallen😂

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Unabhängig von den groben Fehlern wie der Versuch mit dem Stuhl bei NRS 10 und die sehr späte Analgesie, sowie eine nur halbherzig angelegte Beckenschlinge. Völlig abgesehen Patientenbetreung.

Wie würdet ihr an diesen Einsatz angehen und was sind eure Differntialdiagnosen?

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Also diese Formate hatte ich echt noch nicht am Schirm- ist ja quasi wie Forsthaus Rampensau für Sanis; du kannst nicht wegschauen aber schämst dich fürs zuschauen :smiley:

Und bitte nicht die älteren Sanis so schlecht machen, also so arbeitet meine Generation nicht- zumindest zieht man sein altes Schema durch und wechselt nicht willkürlich zwischen a-b-canyouwalk und stayplayfeuerwehrfürbergung (btw das Stiegenhaus wäre absolut VAK Transport kompatibel gewesen, aber was weiß ich schon).

Man merkt beide waren gedanklich im Auto- der eine mit seinem Stairchair Wunsch der andere bringt schon mal den Rucksack runter.

Schmerztherapie hätte sie sich schon vor dem NA verdient aber ich hab keine Ahnung was die Sanis da freigegeben haben.

Beim Fahren stehen im Pat.Raum, hat das gesamte Bild schön abgerundet #not

Kontrolliert niemand die Aufnahmen bevor die ausgestrahlt werden, oder war das für das QM auch ein normales Vorgehen?

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Also hier fehlt schon sehr viel um diesen Einsatz nachzukonstruieren,

) Gesicht sieht man nie: blass, schweig, Grimassierung?

) keine Werte zu sehen (RR? SpO2 Piepen ist ja mal zu hören klingt mal normal schnell)

) ist das jetzt eine penetrierende Verl der Vagina/Analbereich, blutet es, stumpfe Verletzung, Nabelbruch, Prolaps… kommt nicht raus so wie die Folge geschnitten ist. Also Open book fracture wird es mal nicht sein, generell bewegt sich die Gute viel zu geschmeidig für eine Fraktur, die ist ja auch die 3 Stockwerke in die Whg gekommen- bergab würde es ja irgendwie noch gehen , aber rauf? Never. Man möge mich erleuchten falls es jemand schon anders rum erlebt hat. (Mit dieser Arbeitsdiagnose)

) Schmerz 10/10 kennen wir alle, diese Pat erweckt jedenfalls nicht den Eindruck einer 10/10. Spricht recht ruhig, bewegt sich langsam aber kontrolliert. Ob die Übelkeit Kreislauf oder Schmerz getriggert ist kommt leider net raus. Schmerz Therapie jedenfalls asap, das Wursteln mit dem T-pod Teil tut jedenfalls in den Ohren weh , da hatte die Pat fix das erste Nal vas 10/10.

) die Bergung mittels FW halte ich (man sieht ja Teile des Eingangs/ Stiegenhauses für Overkill- assistenz durch (filmende) Helferleins/BNachbarn etc. nicht möglich? Also ich weiß nicht wie das rechtlich in .de aussieht aber ich teile fähige Zivilisten ein um Geräte/ Equipment zu tragen oder einen Griff der vak in die Hand zu nehmen. Gerade diese „alte Garde“ Sanis sollten da keine Bedenken haben.

) also meine Arbeitsdiagnose wäre nicht primär Beckenfraktur oä gewesen sondern fragl Penetration im vag/ anal Bereich , stumpfes Trauma- KH mit Gyn/Unfall .

) nachdem nur eine Inf ohne Druckmanschette läuft gehe ich nach einem 10410 im Auto von einer stabilen Pat aus, durch mich hoffentlich genügend schnerzgedämpft würde es solo ins Ziel Spital gehen. Mit VAK, aber ohne Rettungstuch unter dem Leintuch. Ready Heat ist seit der Wohnung drauf, frieren muss bei uns keiner.

Edit: kein Perfusor, mit dem roscimpflegeheim Video verwechselt

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