Fragwürdiges Vorgehen des RD

Weil wir ja von fragwürdigen Entscheidungen gesprochen haben:

Kardioversion bei einem Patienten ohne Instabilitätskriterium mit keiner vorhergehenden medikamentösen Therapie. Noch dazu Proporol Mono ohne Analgesie, auf der Couch ohne Präoxygenierung oder Vorbereitung von Atemwegshilfen und weil alles so schön war lassen wir den Patienten danach daheim.

Übersehe ich was oder ist das schon eher verhaltensauffällig vom Notarzt?

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Das ist kein Kritikpunkt. Propofol mono wird in solchen Situationen immer mal wieder genommen.

Elektiv: Viele Varianten, z.B.

Propofol mono (30-50mg iv meist ausreichend)

Propofol / Fentanyl (20mg Propofol + 0,05-0,1mg Fentanyl, Steigerung 20mg Propofol-Boli); Cave Apnoe

Propofol / Ketamin = „Ketofol“ (20mg Propofol + 20mg Ketamin, Steigerung um jeweils 20mg)

Etomidate mono 5-20mg iv (2,5-10ml)

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  1. So geht das nicht, keine Präoxygenierung, keine gscheite Lagerung, nonono

  2. Sedierung vs. Analgosedierung ist hier immer wieder ein Thema. Propofol alleine bietet keine Analgesie (bei der NA-Prüfung wäre es Punktabzug), dennoch ist es klinische Praxis. Es kommt auch darauf an wie schnell man das Propofol spritzt, Sedierungen sind mehr Kunst als Kochrezept.

  3. insgesamt find ich die Truppe irgendwie suspekt, wie sie da rumsitzen… irgendwie kein rundes Bild

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Wie wärst Du das angegangen? Insbesondere bezgl. Substanz vs Strom und Thema Belassung vor Ort?

Bekanntes valvuläres Vorhofflimmern, Antikoagulation wird eingenommen - INR bekannt und im Zielbereich (2,1 sagt er - 2-3 sollts sein).

So gesehen könntest kardiovertieren… (haben sie gecheckt ob er nüchtern ist? Nein oder?)

Würd ichs machen? Nein

Der Patient ist stabil. Vor Ort Frequenzkontrolle (Beta-Blocker und Magnesium) und Transport ins KH. Dort kann man dann schauen, nen Revers unterschreiben lassen, hat kontrollierte Bedingen….

Wenn man muss geht eCV so:

  1. Monitoring und Präoxygenierung, O2 Gabe über Reservoirmaske - Intubationsbereitschaft

  2. Substanz ist wahrscheinlich egal, man sollte das nehmen das man am besten kennt. Ketofol geht sehr gut, Fentanyl + Midazolam (beides antogonisierbar - sehr sicher), Esketamin mono (bei kontrollierter Umgebung)….

  3. Vor Ort belassen würd ich den eigentlich nicht. Ned unbedingt mitfahren, aber einen Checkup hat sich der verdient. Belassen heißt ja, das ich den Patienten aktiv zuhause lasse - und warum sollte man das präklinisch bei Patienten die man nicht kennt, wo man ned alle Infos hat, kein Labor etc - machen? Bin ja kein Hellseher.

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eCV präklinsich bei stabilem Patienten - kann man machen wenn einem langweilig ist, ist aber nicht wirklich der Auftrag des Rettungsdienstes. Propofol Mono passt schon so. Das machen Internisten (die vermutlich 95% der eCVs machen) immer so, und bei mir hat sich noch nie ein Patient über Schmerzen beklagt. Aber: Präoxygenierung muss sein (ITN-Bereitschaft halt ich für übertrieben, aber Ambu sollt schon in Griffweite sein), und ich würd den guten Herren auf einen Untergrund legen, wo man im Fall der Fälle auch mal kurz draufdrücken kann. Belassen geht auf keinen Fall, Patienten gehören nach einer Sedo schon ein bisschen überwacht (idR 1-2 Stunden).

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Pat ist sehr kritisch, was tun?

Ja, alle Fragen einmal abklären, keine sofortige NA Nachforderung und Tragehilfe

Ich weiß ja net was der initiale RR war (im liegen syst 117 bei 60 HF) aber bei dem ungesunden hautkolorit seelenruhig alle 100000 Werte zu erheben und dann überrascht sein wenn er präkollaptisch wird.. der hätt entweder gleich auf den Boden gesetzt gehört oder nach Ersteindruck mit seinem Bürosessel rausgerollt zur RTW Trage. kein Wunder dass sich da immer nur 1 Einsatz pro Folge ausgeht wenn sich das künstlich in die Länge zieht. Hauptsache Elektrische Trage, die reißt sie raus.

Wieder mal was neues für den Thread:

Ein privater RD aus Nürnberg der hier wieder Glanzleistungen von sich gibt :man_facepalming:

Naja, mehr oder minder pragmatisches Vorgehen in der Stadtrettung halt. Medikamentös haben die Kollegen in Kombi mit dem Notarzt eh akzeptabel gehandelt. Dass man vor der Kamera nicht immer die perfekte Aussage trifft, ist halt menschlich.

Die Gabe mit dem MAD war eher eine Naswnspülung? Die Spritze war dafür auch zu gross. Die Dosierung des zweiten Mida war mit 5mg zu gering.

Die Unterdosierung von Midazolam beim Status ist ein häufiger Fehler.

Mich stört eher die ganze Einsatzführung vor Ort:

Warum wird den die Patientin ewig lange im Bus liegen gelassen und ned gleich auf die Trage und ins geschützte Auto?

Kein gscheites Monitoring dran , selbst nachdem das Propo drinnen ist.

Wie von @MICA erwähnt war die Applikation vom Mida eher eine Nasenspülung als eine Gscheite Applikation.

Diese Turnverrenkungen von Gökhan beim Leitung legen im RTW (Warum bitte dreht er den Sessel ned einfach weg?)

“Ja gib ihr noch was!” → zieht Medikament auf → “Was ist das?!”

Aber hautsach lässige Typen aber keinen Tau von Kommunkation und CRM - Bravo!

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und dann, als sich rausstellt dass der gewurschtelte zugang doch geht: “i hab schon nadeln gelegt da hast du nu ind hosn gschissn”…

Diese Serie könnte man auch als NFS Einstiegstest verwenden: finde in den ersten 10min alle 10 Fehler :kissing_face_with_smiling_eyes:

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Wer ab einem gewissen Alter noch nie einen “Rettungsdienst -Dad-Spruch” losgelassen hat, der werfe den ersten Venflon :wink:

Bei diesem Einsatz fällt mir jedenfalls ein sehr professionelles RTW Team auf. Der RTW-Teamleader ist fachlich top drauf. Der Lenker scheint zwar vom Verhalten etwas “alte Schule” aber “macht brav was der junge Teamleader sagt”.
Das Vorgehen des NA ist zwar naja… alles andere als hübsch und auch nicht dem Lehrbuch entsprechend. Aber letzten Endes wie schon gesagt wurde im Bezug auf Narkose auch innerklinisch medizinische Praxis. Den Patienten daheim zu lassen, tja… entweder hat er große Cojones und entsprechende Erfahrung oder keine Angst und Ahnung. Vom Verhalten her, tippe ich auf ersteres.

Innerklinisch gehst du auch spätestens eine Stunde nach Kardioversion nach Hause. Das schockiert mich jetzt nicht wirklich. Nach einer Endo/Gastro mit Propofol in irgendeiner Ordi bist auch genau so lange dort wie du halbwegs gerade stehen kannst.

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Hallo, wieder ein Fall der mich etwas verdutzt.

Vorgefunden wurde eine Patientin, bei der das First Responder Team „kein Puls / fast kein Puls" gemeldet hat, dazu kalte Haut und Blauverfärbung — also eine zentralisierte, schwer kompromittierte Patientin. Die Atmungsqualität wurde nicht kommuniziert. Das RTW-Team beginnt daraufhin mit Thoraxkompressionen. Kaum dass sie aber selbst tasten, ist sofort ein Puls da, und sie atmet spontan (insuffizient, aber vorhanden), Sättigung 60. Die Kompressionen werden wieder eingestellt.

Entweder die FR haben einen sehr schwachen, schwer tastbaren Puls als „kein Puls" fehlinterpretiert, oder das RTW-Team hat ungeprüft auf die FR-Meldung mit Kompressionen begonnen, statt selbst zügig einen Puls zu tasten und die Atmung zu überprüfen.

Auffällig waren weite, entrundete Pupillen mit Herdblick, mit Verdacht auf ein zerebrales Geschehen (Schlaganfall/Blutung). Das RTW-Team erkennt selbst, dass das nicht zur Atemnot und zum schwachen Kreislauf passt. Die Notärztin verabreicht dann aber Heparin bei V.a. Lungenembolie.

Diese Verdachtsdiagnose stützt sich aber im Wesentlichen auf die Auskultation und die Angabe „Atemnot seit Montag" — und diese Angabe kommt von einer Patientin, die im Einsatz stark bewusstseinsgetrübt ist, Herdblick zeigt und mit SpO2 60 unterwegs ist. Wie belastbar ist so eine Anamnese überhaupt? Darauf wird dann eine Antikoagulation gestartet.

Ischämie und Blutung bieten ja präklinisch oft dasselbe Bild. Bei möglicher Hirnblutung wäre Heparin ja durchaus unvorteilhaft. Wie rechtfertigt man die Therapie auf Basis einer so wackeligen Verdachtsdiagnose? Oder sehe ich das zu streng? Ich habe als NFS i.A. natürlich nicht die Erfahrung, die Medikamentöse Therapie genau beurteilen zu können. Würde ein Fokus auf Oxygenierung & schnellen Transport in den Schockraum nicht mehr Sinn machen, statt sich präklinisch festzunageln?

Es ist mmn. durchaus legitim im Zweifelsfall mit der Reanimation zu beginnen, vor allem wenn die Patientin kaum bis gar nicht atmet und der puls kaum tastbar ist.

Eine von Laien oder einem ersteintreffenden Team begonnen CPR soll eigentlich auch nicht mehr unterbrochen werden sondern direkt weitergeführt.

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