Ich finde Ultraschall zwar auch sehr interessant, habe aber bis jetzt noch kaum positive Erfahrungen damit sammeln können.
Ein Schall bei einem auffälligen aber nicht eindeutigen EKG, im Rahmen der CPR,… von mir aus gerne.
In allen Trauma-Szenarien konnte ich allerdings nur 2 Sachen beobachten:
Entweder es hat die weitere Behandlung einfach nur verzögert oder es hat nichts an der weiteren Therapie geändert.
Ein Patient, der aus dem 2. Stock gesprungen ist, wurde von mehreren erfahrenen Ärzten geschallt, um festzustellen, dass sie nichts finden können und man mit 10 Minuten Verzögerung in den Schockraum fährt. Um dann dort im CT festzustellen, dass die Leber gerissen ist und die Niere nicht einmal mehr am CT richtig erkennbar sei. Aber was hätte es für Konsequenz gehabt, wenn wir das im Schall gesehen hätten?
(Kein Einzelfall- Szenarien wie diese konnte ich jetzt schon einige beobachten…)
Sie ist dennoch in einen Schockraum gekommen, sie hat trotzdem TXA usw. bekommen.
Wenn ich den Verdacht habe, dass der Patient Verletzung X hat und der Schall dies allerdings nicht bestätigt behandle ich ihn allerdings trotzdem so als könnte er dies haben. (z.B. Abdominal-Trauma → ich vermute eine Blutung → Sono negativ → ich gehe dennoch davon aus, dass er eine haben könnte)
Für mich muss eine Maßnahme, speziell bei einem zeitkritischen Patienten eine für den Patienten positive Konsequenz haben. Und rein die Diagnose ohne Therapiemöglichkeit bringt mir auf der Straße nichts.
Für Patienten die nicht schockraumpflichtig sind muss ich Zeillerkommentar zustimmen. Welche Konsequenz hat es für mich draußen.
Ich bringe den Patienten lieber 10 Minuten schneller in eine Klinik und übergebe den Patienten einem geschulten/geübten Personal. Ein Pneumothorax wird mittlerweile sehr oft konservativ behandelt auch wenn ich ihn auskultatorisch entdecke.
Da finde ich eher, dass es so eine Art Schockraum-Light oder ähnliches geben sollte, damit ein Pat. mit möglichem Pneu nicht 2 Stunden auf der Unfall Ambulanz sitzt vor der Erstbegutachtung.