Danke für das Beispiel!
Ein paar Fragen bzw. Gedanken zum RR-Management habe ich dennoch. Das Ziel, den RR nicht über 15% zu senken, ist bekannt. Auch wissen wir aus klinischer Erfahrung, dass es Patienten gibt, die mitunter mehr Urapidil benötigen.
Hier wird mitunter recht hart formuliert:
oder
… und das wie folgt begründet:
Ich habe mir daher die betreffende Leitlinie der DGN angeschaut und bin etwas unschlüssig, denn in 6.1.5 „Blutdruckmanagement“ steht das nicht ganz so:
Das ideale Blutdruckniveau, das in der hyperakuten Phase erreicht und aufrechterhalten werden soll, ist derzeit unbekannt und variiert möglicherweise patientenindividuell aufgrund der klinischen Konstellation (Konsens 100 %).
Bei Patienten mit erhöhtem Blutdruck, die für eine systemische Thrombolyse oder endovaskuläre Schlaganfalltherapie in Betracht kommen, sollte der Blutdruck ≤ 180/105 mmHg gesenkt werden, bevor eine rekanalisierende Therapie eingeleitet wird
Auch werden Ergebnisse einer großen (ENCHANTED-)Studie zitiert, wo bei einer Gruppe der Ziel-RR auf <180mmHg und bei der anderen aggressiv (systolischer Zielblutdruck 130-140 mmHg innerhalb einer Stunde) gesenkt wurde. Ergebnis:
Die Autoren interpretierten diese Ergebnisse so, dass obwohl eine intensivere Blutdrucksenkung sicher ist, und weniger intrakranielle Blutungen auftraten, dies nicht zu einem verbesserten klinischen Ergebnis führte.
Woher kommt euer Konsens, dass das ein massiver Behandlungsfehler ist? Denn in der zitierten Leitlinie kann ich einen direkten Hinweis darauf nicht finden.