Bestehender RS bis NKV in 6 Monaten

Ich bin sprachlos um ehrlich zu sein. Und wir reden seit Jahren darüber die Qualität zu steigern…

Edit zur Klarstellung:
Das Zusammenfassen der Ausbildung NFS/NKA/NKV macht wie ich finde durchaus Sinn und wäre an sich wünschenswert. Abhängig von den Zulassungsvoraussetzungen zu diesem Kursformat fürchte ich aber,dass die so dringend notwendige Erfahrung die bisher zumindest zwischen den Ausbildungsstufen gesammelt werden konnte nun vollends verloren geht.

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Wie lange hat der geblockte Kurs bei Adiuvare gedauert vom Einstieg zur NKV Prüfung?

@FlyingFox inwiefern soll das jetzt dagegensprechen? Adiuvare hat es ja genauso gemacht gehabt. Einzig die Träger von denen internationalen Kursformaten sind teilweise andere.

Meiner Meinung nach spricht das auch eher für mehr Qualität, weil früher ein NKV statt NFS auf die Straße kommt.

Persönlich bin ich auch kein Freund von so Schnellsiederkursen. Formal ist dann zwar die höhere Qualifikation beim Patienten, ob das aber auch mehr Qualität bedeutet ist zumindest fraglich.

Auf Grund der kurzen Ausbildungszeit und der noch viel kürzeren und unzureichenden klinischen Praktika basiert die Ausbildung im österreichischen Rettungsdienst sehr stark auf dem Lernen aus Erfahrung, was Zeit beansprucht (das ist in 6Monaten nicht abbildbar).

„Experience is a hard teacher because she gives the test first, the lesson afterward.“

Die eigentliche Motivation dahinter geht ja aus dem Artikel hervor. Es ist der knappe Zeithorizont bis zur Besetzung der RTW-C durch NKV.

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Genau wie Mica schreibt.

Die Ausbildung ist generell grenzwertig kurz. Mit diesem Format nimmt man auch noch das bisschen Zeit weg, das in der Regel vorhanden war (zwischen den Ausbildungsstufen) um sich zumindest Erfahrungswissen anzueignen.

Interessant wäre ob es abgesehn von der bestehenden RS Qualifikation andere Einstiegskriterien gibt. (Gewisse Zeit im RD, etc..)

Bald haben wir damit NKVs auf den Straßen, die (zumindest potentiell) weniger Erfahrung haben als ein Zivi. Mit umfangreichen Medikamentenlisten und als Heilsbringer am RTW-C+.

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Ich glaube die Überschrift ist etwas schlecht gewählt

Klingt als würde in den 6 Monaten RS, NFS, NKA und NKV erledigt werden.

De facto sind es aber nur NFS, NKA und NKV.
Und ja, die 3 dauern nicht länger.
Der essentielle Faktor ist halt immer noch, welche RS kommen in Diesen Kurs - da ist der Knackpunkt finde ich

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Ich hatte das bereits befürchtet. Es gab ein goldenes Fenster, in dem die Ausbildung in NÖ massiv an Qualität gewonnen hat, und man sich auch seitens der Organisationen (zumindest meiner) darüber Gedanken gemacht hat, welchen „Typ“ Mensch man mit der Aufgabe als Notfallsanitäter:in ansprechen möchte. Da ging es viel auch um Erfahrung, Bodenständigkeit und möglichst wenig Kampfsanitum.

Seit der verlangten Ausbildungsoffensive (die ich an sich begrüße) habe ich die böse Befürchtung, es wird eine Generation an Sanis durchgewunken, um Quoten zu erreichen.

Time will Tell.

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Wie es beim RK gehandhabt wird kann ich dir nicht sagen, was den ASBÖ betrifft wird beim Assesmentcenter auch auf das Profil der Leute geschaut. Die Leute, die jetzt im Kurs sitzen sind allesamt Hauptberufliche und seit mehreren Jahren im operativen Einsatzdienst tätig. Abgesehen von den Dienstjahren spielen beim AC auch weitere Faktoren wie absolvierter Praxisanleiter, EH-Trainer etc. eine Rolle.

RKNÖ aktuell:

576 Stunden Einsatz im Rettungs- und Krankentransportsystem inkl. RTW-Modul (welches bei den meisten RS Kursen bereits als Teil des Kurses absolviert wird)

Dh. Leute die teilweise < 1 Jahr RS sind dürfen den NFS Kurs beginnen bei positiv absolviertem Einstiegstest.
Dieser Einstiegstest besteht aus einer BLS Reanimation und ein paar MultipleChoice Fragen.

Es ist WILD teilweise.

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Das ist zum Glück bei uns nicht so läscher gehalten. Eine der internen Vorgaben, um überhaupt zugelassen zu werden, sind normalerweise mind. 2 bzw. 3 Jahre Erfahrung am KTW und RTW. Und selbst da wird nicht jeder zum AC geschickt.

Ich weiß aber, dass es in anderen LV ähnlich wie dem RK NÖ gehalten wird. Davon bin ich ebenfalls kein Freund.

Wir haben deshalb mittlerweile im Bezirk eine eigene Vorauswahl. Ein Szenario als Teamlead inkl. einwandfreies ABC. Anschließend Fachgespräch und Geräte. Wenn man das nicht hat, darf man nicht zum Einstiegstest.

Wohlgemerkt: Das gilt für HA. Die ehrenamtlichen wollen wir nicht mit Qualitätsansprüchen verjagen /s

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Darf ich fragen welche Organisation, welcher LV?

Danke allen für die Diskussion bisher, ich habe aufgrund eueres Feedbacks sowohl den Threadtitel angepasst, als auch im Initialposting nochmal konkretisiert was mich daran stört. :wink:

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Du hast recht, der Einstiegstest gehört überarbeitet. Immerhin sortiert er die Bewerber ganz grob aus, da man für die Multiple-Choice-Fragen doch ein wenig lernen muss.

Ich fände einen Test angelehnt an die genannte Vorauswahl inkl. eines Gespräches ganz gut.

Nach kurzer Recherche könnte man Argumentieren, dass sowas durch das SanG vielleicht auch gefordert ist.

SanG §36 Abs. 2

Die Auswahl der Bewerber hat unter Bedachtnahme auf die gehobenen Erfordernisse im Notarztsystem zu erfolgen, wobei insbesondere der bisherige Werdegang des Rettungssanitäters, die Berufs- bzw. Tätigkeitserfahrungen und die Bewertung des Eingangstests heranzuziehen sind.

Edit da zu früh auf enter gedrückt :sweat_smile:

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Die Erfahrung zwischen den Stufen ist einer der wichtigsten Gründe, die das System trotz weniger als 1000 Stunden Ausbildung überhaupt funktionieren lassen.

Ich hab meinen NFS vor etwa 5 Jahren begonnen nachdem ich c.a. 2 Jahre RS war (inkl. Zivi) und im Nachhinein betrachtet war ich zu dem Zeitpunkt definitiv noch nicht Reif genug für die Ausbildung. Das kann bei anderen Leuten anders sein, aber man muss im Assessment zumindest ein Auge drauf haben. Insb. wenn man weiß welche Charactere der Rettungsdienst teilweise anzieht.

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Ich war inital auch überrascht von der Pressemeldung, wie auch an anderen Stellen erwähnt ist nach einer guten Auswahl aber nichts daran auszusetzen.

Die Standard Auswahl im RKNÖ ist leider zu wenig in meinen Augen, manche Bezirksstellen machen sich schon Arbeit mit Gesprächen oder internen Assesments, andere schicken Leute einfach dorthin weil der Einstiegstest muss ja eh reichen. Wie genau der ASB das handhabt und auch vielleicht nicht passende RS aussortiert kann ich nicht beurteilen.

In den NFS Kursen des RKNÖ wird an den Praxistagen bei Fallbeispielen schon meistens in der Kompetenzstufe NFS NKV geübt. Von Anfang an ist auch klar das Ziel formuliert, dass der NFS ohne NKA/V nichts bringt und man möglichst schnell NKA/V nachmachen soll. Das man zwischen NFS / NKA / NKV aktuell teilweise dann wegen Anmeldefristen zu Kursen/Prüfungen warten muss, frustriert immer wieder einige Personen.

In Sbg sind es 2 Jahre und 1000h im KTW/RTW-Dienst. Dann man zum Assessment antreten, welches Theorie und Praxisstationen (glaube 3 oder 4) abbildet. Es müssen alle Stationen positiv absolviert werden soweit mir bekannt ist.

Das Antrittsjahr wurde vor ein paar Jahren von 5 auf 2 herabgesetzt.

Normalerweise gibt es einen Frühjahrs und Herbstkurs sowie einen Blockkurs, welcher die Theorie in glaub 1,5 Monate abwickelt.

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Bin ganz deiner Meinung, dass das Erfahrung sammeln einfach dazu gehört. Man muss ein Gefühl entwickeln was wirklich ein Notfall ist und was nicht. Das kann man nicht nur auf ein paar Vitalwerte aufhängen. Außerdem lernst du mit der Zeit auch ruhig zu bleiben wenn es (vermeintlich) stressig wird.
Untermauern kann ich die Argumentation auch mit den Erfahrungen die in S beim Assessment gemacht werden. Die meisten Fallen bei der Reanimation durch.

Da darf doch echt niemand geschockt sein - zeigt nur wieder auf wie kurz die Ausbildungsdauer wirklich ist! Ich finde das Konzept nicht schlecht - mit viel Abstand zwischen den Ausbildungsstufen verliert man leider auch an Wissen. Theoretisch warn wir sicher direkt nach der NFS Prüfung am besten! Erfahrung muss man sammeln, egal ob als RS NFS oder NKV, Selbsteinschätzung ist hier relevant - wann hol ich mir frühzeitig Hilfe. Auch ein NFS NKV darf sich großzügig ein NEF nachfordern, auch wenn das arbeitsfaule Notärzte nicht gerne hören. Viel Spaß bei der Ausbildung!

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Ich denke, dass die Zeit zwischen den Modulen extrem wertvoll ist. Ich bin damals 1 Jahr mit zwei erfahrenen Notfallsanitätern am RTW gefahren bevor ich mich für für NFS Ausbildung beworben habe. In Deutschland hieß diese Zeit Anerkennungsjahr und war Teil der Ausbildung zum RettAss. In Österreich würde ich sagen ist der modulare Aufbau der Ausbildung das einzig Positive an der derzeitigen SanAV und ich würde die Beibehaltung auch einer 3 jährigen Vollzeitausbildung vorziehen.

Keine Ahnung wie das der ASB NÖ exekutiert aber ich würde auch nach dem NFS eine gewisse Stundenanzahl bis zum Eintritt ins nächste Modul nicht verkehrt finden. Vielleicht könnte man in der NFS Ausbildung die NEF Stunden zugunsten eines längeren KH Praktikums kürzen, die dann im Anschluss aber nachgeholt werden müssen, quasi als Zulassungsvoraussetzung für NKA/NKV. Oder irgendwas in die Richtung.

Ich halte jedenfalls nichts davon unerfahrene RS nach 1 Jahr KTW in einen NFS -NKV Kurs zu setzen der gerade den Mindestanforderungen entspricht und die dann auf Patienten loszulassen…

Ich finde das kann man nicht verallgemeinern, es gibt Kollegen die direkt nach dem Zivi für einen NFS Kurs geeignet sind, es gibt auch genauso Kollegen die fahren 5 Jahre Hauptberuflich NKTW und sind trotzdem noch ungeeignet. Das hat in meinen Augen nicht nur mit Erfahrung zu tun, was du nicht behauptet hast, aber ich finde es dennoch erwähnenswert. Wovon ich allerdings überzeugt bin ist dass es immer eine Einzelfallsentscheidung sein sollte und starre XY-Stunden-Regeln kein guter Weg sind um auszusortieren, wer einen NFS-Kurs machen sollte und wer nicht.

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