Arzt vor Ort

Wie immer in Österreich. Das hat man schon bei der Einführung des SanG prophezeit und gekommen ists nicht.

Es bräuchte eine Gruppe von Leuten die das gemeinsam auf die Beine stellt und nicht eine Einzelperson wenns Hand und Fuß haben soll. Das Forum bietet da sicherlich einiges an Potential. Ich wäre auf jeden Fall bereit tatkräftig mitzuarbeiten.

Zu der Sache mit den §§ 9 und 10 des SanG (ich habe den Gesetzestext unten angefügt, Quelle: RIS, konsolidierte Fassung Bundesrecht) und der Frage, ob RS Notfallpatienten betreuen dürfen oder nicht. Ich kann hier keine weiteren schriftlichen Quellen angeben, lediglich Rechtsmeinungen verschiedener rechtskundiger Personen.

Es geht immer um § 10 (2):

Die eine Fraktion (Halmich & Co.) sieht den § 10 so, dass dieser Satz besagt, dass die Aufgabe des NFS die Unterstützung des Arztes ist UND unabhängig davon die Betreuung und der Transport von Notfallpatienten.

Die andere Fraktion (Koppensteiner & Co.) interpretiert, dass dieser Satz gesamt zu sehen ist, dh. der Arzt setzt notfall- und katastrophenmedizinische Maßnahmen einschließlich der Betreuung und des sanitätsdienstlichen Transportes von Notfallpatienten - und wird dabei vom NFS unterstützt.

Es sind sich aber alle Juristen, die ich kenne, und die ich auf diversen Veranstaltungen (inkl. ÖGERN-Symposien usw.) gehört habe, darin einig:

  1. Dass der Gesetzgeber ursprünglich wollte, dass RS nur Krankentransporte machen und NFS Notfallrettung
  2. Dass das auf Widerstand gestoßen ist und deshalb der Text so aufgeweicht wurde, dass er jetzt beide Interpretationen zulässt

Es ist zweifelsfrei sinnvoll, dass es richtige RTWs gibt, und diese mit NFS besetzt sind - aber leider, die aktuelle Gesetzeslage in Österreich hilft uns da nicht weiter. Die ist nämlich ziemlich eindeutig, wenn man sich die Landesrettungsdienstgesetze anschaut. :cry:

Kollegen, wir sind in Österreich, sich gegenseitig das Gesetz vorzulesen und zu interpretieren versaut einem nur den Tag.
A.) wir sind nun meilenweit von dem ursprünglichen Thema abgewichen.
B.) die Notfallrettung ist lt. Bundesverfassung Gemeindeangelegenheit. Wie sie es halten ist ihre Sache, der Bund kann jammern was er will siehe Heta etc.
C.) wir haben und wollen keinen professionellen Rettungsdienst in allen Gemeinden! bis auf eine Gemeinde in Ö. die eben selbst Rettungsdienst betreibt.
(Änderung) ist irgendwie im Schreiben abgebrochen…
D.) wobei mann immer wieder erkennen kann, dass trotzallem in .at (noch) besser gerettet / geholfen wird als in vielen anderen Ländern
im ernst, dier Massenanfall von Verletzten, egal ob Graz oder die beiden Reisebussunfälle, das war aus meiner Sicht schon eine leistung mit der man sich nicht verstecken muss.

E.) was wollen wir haben, wer zahlt´s, wer kontrolliert ob „geliefert“ wurde was bestellt war … da muss ich schon immer Schmunzeln, wir haben definitiv zu wenig aktiv arbeitende ärzte in Österreich, speziell Fachärzte fehlen in der Prärie, auf der anderen Seite befinden wir uns in einer Phase der Bewohnerzuname, unglücklicherweise sind die meisten der Zuwanderer bis dato medizinisch eher unterversorgt gewesen, es gibt ein großes Potential an zu versorgenden Personen. hat man was gehört, wurde die meduni Quoten erhöht? meines wissens nach nicht;
F.) und da soll es etwas ausmachen dass wir mit minimum Ausbildung in minimumausgestatteneten Fahrzeugen (eben fast flächendeckend ist es so), unterwegs sind?

Wie wahr, wie wahr. :wink:

Uh ja noch eine Bürgerintiative, am besten einfach mal eine Facebookgruppe gründen, damit verändert man ja bekanntlich schon die Welt -.-

Ganz ehrlich, interessiert keine Sau. Nicht nachdem vor kurzem erst die ganze Bevölkerung dazu aufgerufen wurde, auch darüber abzustimmen, ob der Rettungsdienst in Zukunft professionell abgewickelt werden soll oder ob man weiterhin von Zwangsverpflichteten mit zweimonatiger Ausbildung gerettet werden will. Und das war sicher für viele die zentralere Frage als jene der Landesverteidigung. Und wie das ausgegangen ist, wissen wir ja.
Man könnte doch auch jetzt schon den Sanitäterberuf über die Arzneimittellisten massiv aufwerten, seitens der Organisationen. Verbunden mit massivem Schulungsaufwand und gut ausgearbeiteten SOPs, Erweiterung der Lehrmeinungen etc… Interessiert aber auch niemanden.
Sorry für meine Worte, es ist halt einfach der Punkt da, dass es derzeit niemanden, außer einige derer, die direkt involviert sind, auch nur ansatzweise interessiert, den Beruf aufzuwerten.

Es wundert mich absolut nicht dass sich nie was ändert, wenn es schon diejenigen die es direkt betrifft nicht versuchen etwas zu ändern…
Was meint ihr warum gewisse Berufsgruppen in Österreich so viel Macht haben? Weil sie sich organisieren und auch das Maul aufmachen damit die Dinge so laufen, wie sie es gerne hätten…

Ha putzig.
Nein, weil sie das passende Argument haben! Und das heißt nun mal Geld. Anders funktioniert es nicht. Sonst wären die ganzen Initiativen irgendwie erfolgreich. Solange es kein Geld bringt, wirds auch nicht gemacht.
Ähnlicher Fall bei der Pflege, die ja gerade Akademisiert wird… Wegen der Professionalisierung? Wegen Personalmangel? Wegen Benefit für die Patienten? Geh bitte, alles in allem ists einfach billiger. Deswegen und nicht wegen irgendwas anderem. Kann man übrigens auch mit den so genannten „Paramedics“ in NÖ rechnen.
Also bitte, all die Initiativen: Bietet einen finanziellen Benefit und es wird was. Anders nicht.

Hallo Kollegen!,

Meine Meinung zu Normen entspricht nicht- einer verbindlichen Einhaltung dieser- wie es ein Gesetz vorgibt- sondern- sie ist als „Maßstab der Sorgfältigkeit“ zu sehen!!!

Dieser „Maßstab an Sorgfältigkeit“ gehört in eine Situationsbewertung einfach(mit)- beurteilt.

KG!

Und welche Konsequenz leitest du daraus ab?

Stellt die Tatsache, dass ein Sanitäter in einem Betrieb arbeitet, der zwar gesetzliche Bestimmungen einhält nicht aber den „Gold Standard“ der Normen eine Sorgfaltswidrigkeit (eine subjektiv vorwerfbare…) dar? Ist die Conclusio dann „Hättest halt kündigen sollen.“ !?