Arbeiten im Rettungsdienst in Wien neben dem Studium

Hallo an alle,
ich studiere seit letztem Oktober in Wien und würde gerne nebenbei im Rettungsdienst arbeiten, um mir etwas dazuzuverdienen. Ich bin anerkannter Rettungsanitäter mit Berufsmodul. Die Ausbildung habe ich in Italien abgeschlossen und anschließend in Österreich anerkennen lassen.

Ich habe mich bereits etwas umgehört und hatte ein Orientierungsgespräch beim ASB Ottakring. Dort wurde mir gesagt, dass es prinzipiell möglich wäre, beim ASB geringfügig bis teilzeit im Rettungsdienst (und Krankentransport) zu arbeiten. Außerdem gibt es eine ASB Gruppe, die nur auf Honorarbasis arbeitet, in der auch einige Studierende tätig sind. Genaueres auf Honorararbeit und über diese Gruppe konnte ich nichts finden. Zum Schluss vom Gespräch wurde mir empfohlen, einfach eine Bewerbung beim ASB einzureichen und “zu schauen”…

Bevor ich das mache, wollte ich euch nach Tipps oder Erfahrungen fragen.

  • Kann man in Wien im Rettungsdienst bzw. Krankentransport auf Honorarbasis oder geringfügig arbeiten?
  • Gibt es Hauptberufliche, die ausschließlich Wochenenddienste übernehmen?
  • Ist es üblich, dass Studierende im Rettungsdienst aktiv sind (z. B. ehemalige Zivildiener)?
  • Gibt es vergleichbare Möglichkeiten (geringfügig/Teilzeit) auch beim Roten Kreuz?

Ich freue mich über jegliche Rückmeldung oder Erfahrung.

MfG,
David

Was ich gehört habe, gibt es hauptberufliche/nebenberufliche Studenten die ausschließlich Ambulanzdienste machen. Meist kleine Sachen und Alleine. Welches Anstellungsmodell es da gibt weiß ich aber nicht.

Es gab dazu mal was hier im Forum. Irgendjemand hier müsste da mehr dazu wissen.

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Auf Honorarbasis ist es ausdrücklich vom Gesetzgeber untersagt…! Sämtliche Tätigkeiten des Sanitäters dürfen nur ehrenamtlich ODER beruflich (angestellt) ausgeübt werden.

Was möglich ist: Ehrenamtlich tätig zu sein, und ein paar Euro als „Aufwandsentschädigung“ zu erhalten. Du kannst auch Kilometergeld und Tagesdiäten bekommen. Das ist sozial- und steuerrechtlich in Ordnung.

Falls Du Vortragender bist, geht es auf Honorarbasis, jedoch mit Deckelung. Bei Überschreiten wirst nachträglich angemeldet.

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Der ÖAMTC sucht aber btw. gerade nach HEMS auf Honorarbasis….

NEIN…! Geboten wird vom ÖAMTC ein „freies Dienstverhältnis“:

„…freies Dienstverhältnis, € 270,–/Dienst mit Zulagen (Feiertag, Nacht), € 297,–/ Dienst am ITH, Alpin mit Zulagen (Feiertag, Nacht)“

Zum Nachlesen:
https://www.arbeiterkammer.at/beratung/arbeitundrecht/Arbeitsvertraege/Freier_Dienstvertrag.html

Und die Abrechnung eines freien Dienstverhältnisses erfolgt über Honorarnoten….

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Ich weiß, dass das RK Wien durchaus Studenten in Teilzeit hat. Üblich ist es eher nicht. Allgemein muss man anführen, dass es innerhalb von Wien wohl schwierig wird, als Teilzeitkraft regelmäßige Dienstzeiten wie z.B. Wochenende zu bekommen.
Da ist auch ein Faktor, wie flexibel dein Studium ist. Im Umfeld von Wien kann ich berichten, dass einige Bzst. des RKNÖ im Speckgürtel meines Wissens immer wieder Studenten geringfügig anstellen für z.B. einen Dienst in der Woche.

Als jemand, der selbst 60% im RD angestellt ist und studiert, kann ich berichten, dass ich wohl das Glück hatte, bereits einige Jahre auf meiner Bezirksstelle als Vollzeitkraft gearbeitet zu haben. Ausgeschrieben werden Teilzeitstellen sehr selten.

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Ich habe mal gehört, dass es beim RK keine geringfügige Anstellung gibt, weil das die Ehrenamtlichkeit zerstören würde.

Und das kann ich mir sogar durchaus vorstellen. Wenn ich sowieso meinen ehrenamtlichen Fixdienst pro Woche fahre, warum nicht geringfügig anstellen lassen und ein paar Hunderter dazu verdienen?

Beim ASBÖ Wien ist grundsätzlich nur im Schulungsbereich eine Arbeit auf Honorarbasis möglich. In der Regel verbunden mit dem Trainer für Erste-Hilfe.

Unabhängig davon, empfiehlt sich es eher bei Teilzeit oder geringfügiger Tätigkeit entweder nach NÖ oder einer anderen HiOrg in Wien zu blicken. Da der LV Wien bei TZ grundsätzlich dich so einplant, wie sie dich gerade haben möchten.

Alternativ werden auch Rettungssanitäter in Arztpraxen oder anderen karitativen Einrichtungen gesucht.

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Vielen dank für eure hilfreichen Antworten!

Ja, davon habe ich gehört. Ich denke, dass das in meiner Sitation am realistischten sein könnte. Das Rote Kreuz hat(te) ein eigenes Stellenangebot auf derer Website über Sanitätsdienste auf geringfügiger Basis. Finde es aber nicht mehr (Vielleicht gibts das Angebot auch nicht mehr). Auf der Website vom ASB sind Sanitätsdienste im Stellenangebot vom RS eingefasst. Wobei Stellenangebote oft von der Realität/Aktualität abweichen.

Mein Studiengang ist eher Praxisnah, was in den höheren Semestern Anwesenheitspflichten mit sich bringt. Wenn in Wien nichts klappt, werde ich versuchen im nördlichen Speckgürtel zu suchen. Habe auch vom persönlichen Umfeld gehört, dass auf ländlichen Rettungswachen ausschließliche Wochendienste oder 1-2 Tage/Woche möglich sind.

Dieses Gespräch bezüglich Sanitätsdienste hatte ich mit Jemandem vom ASB. Dieser argumentierte, dass man in Wien, vor allem im Sommer, schwer die ganzen Frewilligen für Sanitätsdienste zusammenfindet. Bevor man die Hauptamtlichen her nimmt, öffnet man geringfügige Stellen oder man setzt ehemalige Zivis kurzzeitig ein, bis im Herbst die nächste Zivi-Welle von den Oberschulen ankommen. Wie es beim RK und Johanniter ist, weiß ich nicht.

Danke. Das habe ich total vergessen. Es gibt den KV-Dienst, der neben dem Arzt einen Fahrer mit RS-Ausbildung benötigt. Der ASB stellt manchmal Stellen diesbezüglich aus.

Ich denke beim ASB ist es am realistischsten bei den Bezirksgruppen. Auf die Schnelle würden mir hier Rudolfsheim-Fünfhaus (Rapid, Stadthalle) und Favoriten (Austria und mittlerweile mehrere Autos) als Kandidaten einfallen. Ich würde einfach mal anfragen, ob sie aktuell jemanden suchen und mir als eine negative Antwort kann eigentlich nicht passieren.

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Ich kann nur für das Wiener Rote Kreuz sprechen! Dort gibt es eine eigene Teilzeit Schicht wo mehrere Medizin Studenten fahren. Soweit ich weiß machst du dir Tage aus an denen du Zeit hast und hast dann nur an diesen Tagen (zb Sa u So) Dienst, ein Diensttausch sollte allerdings kein Problem sein. Eingesetzt wird man vor allem im KTW u NKTW Bereich, aber manchmal auch bei Ambulanzdiensten.

CAVE: Das WRK stellt nur Leute mit mind B Führerschein ein.

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Kann mir jemand sagen ob diese Teilzeitkräfte bzgl. AZG kontrolliert werden?

Oder sind die 11h Ruhezeit vor einem Dienst eigenverantwortlich einzuhalten?

  1. Willkommen!

Frag vllt einfach beim Personalmanagement vom ASB Wien an was sie dir bei deinen in Betracht kommenden Stunden anbieten können. Vllt hast du ja Glück und sie haben im Bereich Ärztefunkdienst was frei. Dort arbeiten naturgemäß viele Student*innen, da Dienste ja vor allem nachts und sonntags/feiertags zu besetzen sind. Führerschein B + (ich glaube) mind. zwei oder drei Jahre Praxis natürlich Vorraussetzung. Als ich beim ÄFD gearbeitet habe war es noch so, dass man zu einem Stichtag seine Dienstmöglichkeiten für den Folgemonat angeben musste und aus diesem Topf dann eine gewisse Anzahl an Diensten entsprechend der Stunden des Dienstverhältnisses eingeteilt wurden. Aber Cave: Das war vor 5-6 Jahren und der ASB hat sich seither nicht unwesentlich verändert.

KTW fahren sollte TZ auch möglich sein soweit ich weiß (zB. 2x 12 oder 3x 12 pro Woche). Rechne dort aber mit weitaus weniger Kulanz für deine Studium Zeiten als zB. beim ÄFD. Nicht weil die Dienstplanung so böse ist, sondern einfach weil Rettungs u. Krankentransport 24/7 zu besetzen sind und sie nicht auf jede Vorlesung/Übung Rücksicht nehmen können (und auch werden). Einvernehmlicher Diensttausch mit Kolleg*innen ist aber kein Problem normalerweise, vorausgesetzt du findet jemanden und beantragst ihn rechtzeitig. Weiters sei erwähnt, dass auch 12h “nur KTW” fahren in Wien ziemlich anstrengend sein kann und dein Studium je nach Anspruch auch daran leiden könnte (ich glaub ich hab nach einem 12er noch nie noch was für die Uni gemacht, aber vllt liegts ja auch nur an mir :wink: ).

Dann gibts(gab’s?) noch geringfügige Ambulanzdienst Sanis die beim ASB Landesrettungskommando angestellt sind. Pro: Oft Kurze Dienste zu Uhrzeiten an denen eher keine Vorlesungen stattfinden (zB. Abends Kabarett 20:00/21:00-24:00 Uhr). Oft wenig zu tun und viel Zeit zum Lernen vorraussgesetzt du bist bei keiner Großveranstaltung (was dann doch regelmäßig vorkommt).

Contra: Oft viele kurze Dienste in der Woche an unterschiedlichsten Orten mit langen Anfahrtswegen ergo viel Zeit, die du mit der wunderschönen knallgelben ASB Uniform in den Öffis verbringst. Oft kurzzeitige Bekanntgabe der Dienstzeiten und Orte da die Veranstalter oft erst spät anfordern. Viel Sitzen, oft wenige bis keine Interventionen, Dekubitusgefahr.

Seit dem Med Studium arbeite ich bevorzugt in größeren Ordinationen / Gruppenpraxen, da man dort Studenten mit ihren nicht ganz so vorhersehbaren Uni Zeiten eher gewohnt ist als im RD und ein kurzfristiger Ausfall einer Assistenzkraft leichter zu kompensieren ist als wenn dann ein ganzer KTW zB. fehlt. Wie bereits weiter oben erwähnt gibt es (größere) Ordinationen, die auch RS/NFS im Sinne der Ordinationsassistenz nehmen für Ruhe EKG, Ergo, Oszillographie usw. Bewirb dich vielleicht auch dort. Auf die schnelle würden mir die Internisten Nord, direkt bei der Klinik Floridsdorf einfallen. Auf der Homepage werden unter Jobs explizit auch RS/NFS Ausschreibungen gelistet.

Hoffe das hat bisschen geholfen, viel Erfolg im Studium. LG

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Wenn man es will: Der SMD war immer ein beliebter Teilzeitarbeitgeber. Dort arbeiten meines Wissens nach wie vor einige 20-Stunden-Kräfte neben dem Studium, und zwar auch auf NKTW, RTW und SNAW (12 Stunden-Dienstw - dh eigentlich 12 bis 24 Stunden pro Woche, je nachdem wie das Rad fällt). Ambulanzen gibt es dort aber kaum bis gar keine. Wenn man sich mit einer 20-Stunden-Kraft einen Platz im Schichtdienst teilt, wurde auch immer ganz gern mit dem Gegenpart getauscht, das dürfte dort meist recht gut funktionieren.Man hat halt auch Nachtdienste.

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Weil ichs dauernd als Instragram-Werbung sehe:
Die Johanniter in Niederösterreich werben damit, dass bei ihnen Teilzeitarbeit möglich ist.
Standorte wären Rund um Wien z.B. Wiener Neudorf und St. Pölten.
Geht dort halt nur um Sekundärtransporte.

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Vielen dank für deine Antwort! Ich habe vor paar Monate gegenteiliges gehört, also dass es keine Teilzeitschichten beim Roten Kreuz gibt. Wenn es nirgendwo klappt, werde ich es beim WKR probieren.

Auf deren Website zumindest ist angegeben, dass sie für den aktiven Dienst nur Medizinstudenten annehmen. Ich studiere nichts in medizinischer Richtung. Also fällt das leider weg. Aber ich habe gesehen, dass ÄFD auch Disponenten sucht. Die angegebenen Aufgaben klingen alle interessant, Arbeitzeitgestaltung passt super zu meinem Studium und dem Gehalt ist auch nichts gegenzusetzen. Das werde ich sicher in betracht ziehen.

Weißt du evtl. was die Verbindung zwischen ASB und ÄFD ist? Ich habe nicht ganz verstanden, wieso die beiden so verknüpft sind. Meine aktuelle Vermutung ist, dass die ÄFD die Ärzte (selbstädige Arbeit), Administration und Leitung als GmbH übernimmt und die ASB und andere HiOrg die Fahrer (RS) sowie den Fuhrpark anbietet…

Das hab ich mir auch in Betracht genommen. Weil mir haben bisher Ambulanzdienste am meisten gefallen (mehr als RTW und KTW :sweat_smile:).

Nie verstanden wieso das Tragen von Uniformen in Öffis (bzw. außerhalb vom Job) gängige Praxis ist in Österreich. Ich finde das total unhygienisch und rücksichtslos. Bei meiner HiOrg würde man für sowas rausgeschmissen werden. Aber andere Länder andere Sitten… Aber danke für deine sehr ausführliche Antwort.

Da bin ich ganz Deiner Meinung…! Die Uniform wird nicht als medizinische Bereichskleidung wahrgenommen bzw. bewusst verschleiert. Und ist kostenlose Werbung für die Hilfsorganisation. Hier geht es auch um Wichtigtuerei (besonders mit den Dienstgraden).

Dass da Keime ohne Ende drauf sind, ist den Verantwortlichen egal. Und die Sanitäter haben nicht die Ausbildung, um die Gefahr zu verstehen.

Es gab mal vor vielen Jahren eine Studie vom Roten Kreuz Steiermark, welche sehr schnell abgebrochen wurde. Man hat da die Keimbelastung von den Rettungsdecken (Wolldecken) untersucht. Ein und dieselbe Decke wird ja täglich/wöchentlich/monatlich für den Patienten verwendet. Sind keine sichtbaren Flecken drauf, geht sie auch selten in die Wäsche.

Ich habe mal das RK Klagenfurt und Villach bei der Bezirksgesundheitsbehörde angeschwärzt. Dann haben sie eine Zeit lang Einmaldecken verwenden müssen.

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Aso, jetzt verstehe ich. Bei uns ist es nicht erlaubt aus zwei Gründe. Der Hauptgrund ist die Hygiene und der zweite Grund ist es, nicht dem Image der Hilfsorganisation zu schaden. Also genau das Gegenziel, wie in Österreich. Werbung muss man bei uns aber auch nicht machen, da es andere HiOrgs nicht wirklich gibt und jeder dritte Mitglied bei dem Verein ist.

Also wenn die Leitstelle ebenfalls eine Option ist: Notruf NÖ sucht laufend Mitarbeiter für den Leitstellenbetrieb. Home-Office ist da ebenfalls möglich und wird seitens der Mitarbeiter gerne angenommen