In der aktuellsten Ausgabe von RDInfo wird vom RKNÖ geschrieben, dass dies auf Grundlage einer neuer Studie passiert (aus Australien glaub ich war das) und da keine nennenswerten Nebenwirkungen oder Schäden aufgezeigt wurden und es deswegen ab 6 Jahren freigegeben wurde.
Meines Wissens nach wird Methoxyfluran z.B. in UK auch bei Kindern ohne Probleme angewendet, ebenso auch bei Schwangeren während der präklinischen Geburt (in NÖ nur nach TeleNA-Callback).
Ich hab das nicht grundsätzlich gemeint – mir ist schon klar, dass es sonst auch bei U18 verwendet wird. Ich hatte nur verstanden, dass es in Österreich nicht freigegeben werden konnte, weil das Medikament für unter 18-Jährige nicht zugelassen war und man deshalb einen (Tele-)Notarzt gebraucht hat.
Methoxyfluran war in AT erst ab 18 Jahre zugelassen. Deshalb war es im RKNÖ unter 18 nur mit TNA zulässig. Jetzt ist es seit einiger Zeit ab 6 Jahre zugelassen, deshalb hat das RKNÖ jetzt die Behandlungsleitlinien aktualisiert und Penthrop ist jetzt ab 6 Jahre “normal” freigegeben und unter 6a mit TNA.
Unabhängig davon ist in Australien eine Studie mit ziemlich hoher Fallzahl publiziert worden, die die Sicherheit bei Kindern belegt. Ob das was mit der Zulassung zu tun hat, weiß ich aber nicht.
Ich hab Esketamin nun insgesamt 14mal als NFS-NKV eigenständig ohne NA-Anwesenheit verabreicht. Ich hatte bis jetzt noch nie einen Blutdruckanstieg, aufgrund der Schmerzlinderung ist der Druck bisher immer zumindest gleich geblieben oder leicht gesunken.
Generelle Nebenwirkungen waren hauptsächlich Übelkeit, 4 mal leichte Angstzustände.
Ich bin auch der Meinung, das Esketamin in unseren niedrigen Dosen nicht unbedingt ein 12-Kanal EKG erfordert und es mit Pulsoxy und manuellem RR ausreicht.
Bei den Dosen die Notärzte oftmals verabreichen (bei uns häufig die 2-3-Fache initialdosis als ich es dürfte) sieht die Sache schon anders aus, da kommt es öfters zu RR-Erhöhung, gesenkt musste der RR in meinem Beisein aber noch nie werden.
Beim gestrigen RDaktuell: Telenotarzt-System (ab 1:11:28) wurde verkündet, dass das RK NÖ daran arbeitet ab Herbst die Delegation der ACS Therapie durch TN zu ermöglichen.
Kurze Frage wo darf man bzw wer von euch gibt das Odensatron solo, also nicht zwingend gekoppelt an zb. eine Ketanest Anwendung? Weil ein Kollege hat mir vor kurzem erzählt, dass er das gern etwas liberaler bei immobilisierten Patienten zwecks Aspirationsrisikos gibt.
Beim RKNÖ soll in Kürze Dimenhydrinat (kennt man u.a. als Vomex) als Alternative zum Ondansetron kommen und hoffentlich direkt mit einer BLL ohne extra TNA freigegeben werden. Es ist prinzipiell ein Diphenhydramin mit 8-Chlortheophyllin gemischt (das wirkt etwas stimulierend und damit gegen die Müdigkeit vom H1-Blocker)
Im Flurfunk wird übrigens auch über folgende Ergänzungen gemunkelt (ACS-Behandlung wurde hier eh schon erwähnt)
ACS mit Clopidogrel, Heparin, Morphin und dazu weiters noch Atropin, Esmolol und Oxytocin.
ASBÖ hat Ondansetron auch bei Übelkeit/Erbrechen freigegeben, zumindest in Linz auch ohne NA (bzw. halt Verständigung über LS via Funk ausreichend, keine Alarmierung/Nachforderung notwendig)
Ich frag mich an der Stelle, ob es hier viele Sanitäter gibt, die gern „liberaler“ mit Medikamenten umgehen.
Wir haben hier schonmal z.B. über TXA bei der gestoppten starken Blutung usw. gesprochen. Das meine ich hier nicht.
Verwendet ihr z.B. Ondansetron solo bei Übelkeit? Midazolam beim Erregungszustand? Macht ihr davor immer ein TNA-Callback? Wie sicher seit ihr im Umgang mit der Substanz?
UND: wie fassen die TNA´s derartige Anfragen auf? Ist das 15min „Übergabe & Anamnese“ für 4mg Ondansetron oder einfach ein „jo, mach“
Hab jetzt über den Sommer 3 Mal Ondansetron bei exikkotischen Patienten die dazu noch Übelkeit und Erbrechen hatten, mit dem Vorschlag an den TeleNA: 500 mL Elomel und 4 mg Ondansetron, immer ein OK nach kurzer Zeit bekommen. Aber halt auch alle vitalparameter übergeben und Patient kurz vorgestellt. Und auch jetzt fast jeden Patient aus dem Altersheim mit „AZ Verschlechterung“ eine Leitung und 500 mL Elomel, weil die alle entweder hypoton, fiebrig, tachypnoetisch oder verwirrt waren oder die Kombination daraus.
Denke das ist liberal in der Steiermark.
Die TNA fassen das super auf, also nie was negatives gehört sondern nur gut so. Außer einmal ein „ja wennst es schaffst die Leitung“ aber das war dann noch besser, da tatsächlich geschafft
Kommt ein wenig auf den TNA an. Es gibt dort halt wie immer Leben solche und solche. Der eine will, bevor es um den Patienten geht, zuerst die Adresse des BO und die SV Nummer des Patienten, der andere gibt es nach einer kurzen strukturierten Übergabe frei.
Obwohl zweitere zum Glück deutlich überwiegen, sonst würde ich vermutlich nicht mehr anrufen.
Ich finds immer wieder interessant, das ihr für beispielsweise ein Ondasetron einen TNA konsultieren müsst. Bei uns wird es ganz normal gegeben, nachdem entweder eine Kompetenzverständigung durchgeführt oder eine NEF-Nachforderung aufgrund eines kritischen Patienten veranlasst wurde