AML-Sammelthread

Da gebe ich dir recht, dass eine vernünftige Analgesie oft vorenthalten wird, das ist mit Sicherheit auch ein Mangel im System. Bei den anderen Punkten muss ich jedoch teilweise widersprechen.

Du sprichst von angemessener Analgesie, aber wenn jemand der zuvor noch selbstständig ins Auto steigen wollte, dann (nahezu?) bewusstlos ist, ist das alles andere als eine angemessene Analgesie. Jemanden mit Erfahrung mit den Medikamenten wäre das vermutlich nicht passiert.
Und daran sollte man sich orientieren.
Und ob es dem Patienten vermutlich gut dabei geht, bin ich mir nicht so sicher. Wenn man sich mal selbst in die Situation des Patienten sieht, was wäre einem dann lieber: besser selber ins Auto gehen bzw ein gelinderes Schmerzmittel bekommen (novalgin zb) oder ein starkes Schmerzmittel bekommen sodass man ab dann sämtliche Kontrolle verliert und wieder irgendwann im Spital aufwacht. Mir persönlich ist Variante 1 lieber, vorallem da ich weiß dass die anwesenden Sanis wohl nicht genügend Erfahrung haben bei dem was sie machen.

Der Gesundheitsberuf der über längere Zeit 1:1 überwachen und behandeln kann ist übrigens die Intensiv, nicht der RD. Außer du sprichst bei 1 Stunde von einer „längeren Zeit“, ich hätte das aber eher für sehr kurz angesehen. Da wirken manche Medikamente länger als die Transportzeit.

Ich versteh schon, worauf du hinauswillst, und ich finde den Fortschritt auch gut und wichtig. Aber dennoch bedarf es genauerer oder engerer Indikationen für manche Medikamente, abgesehen davon dass man mehr klinische Praktika haben sollte (und damit mein ich nicht die Notfallambulanz, denn da sehe ich je nach Standort diese beiden Medikamente so gut wie gar nicht). Einerseits sind manche Algorithmen sehr restriktiv und überforsichtig, z.b 5mg Ebrantil Bolus bei hypertensiver Krise oder 100ml G20 bei einem hypo und andererseits gibts das harte Zeug bei gehfähigen Bauchschmerzen. Passt für mich nicht zusammen.

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Ich verstehe deine Meinung und teile sie bis zu einem gewissen Grad auch.

Aber deine Argumentation, die sich hier auf einen(!) Einsatz bezieht bei dem keiner von uns dabei war, finde ich dann schwach um ehrlich zu sein.

Ich bin froh die schmerzen meiner Patienten auf ein erträglicheres Maß zu senken und dabei auch noch zwischen verschiedenen Medikamente und Applikationswege abwägen zu können um die beste Lösung zu finden. Ich denke den meisten anderen geht es genauso.
Ich bin auch der Meinung - und ich hoffe die wird von der Studie bestätigt - dass in NÖ Esketamin sicher verabreicht wird und sich die Sanitäter ihrer Verantwortung mehr als bewusst sind.

Darüber hinaus gibts für genau sowas SOPs.

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Ergänzen darf ich noch, neben der Behandlungsleitlinie, dass ich mir bei Fragen jederzeit den TNA dazu holen kann.

Im konkreten Fall kennen wir viel zu wenig gesicherte Informationen um ihn als negatives Beispiel heranzuziehen. Wir wissen ja nicht mal ob zb noch Novalgin davor gegeben wurde (wie im RDmed eigentlich vorgesehen) oder Dormicum zum Ketanest dazu oder nicht.

Bei der in der Behandlungsleitlinie vorgegebenen Dosierung von Ketanest bin ich in der Regel nicht im narkotischen Bereich. Vor allem wenn ich langsam vorgehe (start low go slow). Falls doch hätte das auch einem erfahrenen Anwender passieren können (weil es eben keine zu erwartende Reaktion ist). Das ist dann unabhängig welche Berufsgruppe hinten auf den Spritzenkolben drückt.

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Mir hat es vor der Durchführung von Schmerztherapien mit auch Esketamin geholfen, einige Eindrücke von Einsätzen mit Notärzten mitzunehmen. Bei nun selber auch einigen schon durchgeführten Therapien hatte ich keine wesentlichen Probleme wahrnehmbar. In einem Einsatz mit unaushaltbaren Schmerzen wurde mangels Wirkung der üblichen RKNÖ BLL Dosis eine Wiederholung mit höherer Dosierung gegeben zum Wohle des Patienten. Alternative wäre eine NEF Nachforderung gewesen, hätte einige Minuten mehr Schmerzen bedeutet und eine Gabe von Opiaten. Endergebnis wäre auch hier eine Besserung vom Zustandsbild gewesen, aber kein Patient der gehend in die KH Ambulanz reinspaziert.

Neuere Kollegen können sich hier natürlich auch gegenseitig beobachten oder unterstützen mittlerweile und erleben vielleicht auch weniger Therapien durch Na.

Im beschriebenen Fall wäre es falls für den Patienten zumutbar, vielleicht einsatztaktisch einfacher gewesen schnell in den RTW zu gehen und dort die Therapie durchzuführen.

Ich habe auch schon überschießende Schmerztherapien durch NA erlebt, würde ich somit nicht unterschreiben. Gleichzeitig auch Einsätze, bei denen der Patient durch NA sicher zu wenig bekommen hat und in meinen Augen unnötig leiden musste.

Auch wenn die Praktika nett sein können, zweifle ich an ob man für alle NFS/NKx Plätze auf Stationen findet an denen garantiert eine Schmerztherapie stattfindet und diese dann auch der NFS/NKx vielleicht leiten darf. Nicht alle meiner KH Praktika (NFS/NKV/NKI) waren auch immer zu jedem Zeitpunkt sinnvoll oder in guter Betreuung, besonders wenn Personal schon grundsätzlich gestresst ist.

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Wir müssen uns am Ende des Tages einfach der Realität stellen, dass die Medikamentengabe sehr selten ist. Laut Daten aus Deutschland nur 1,7% der Einsätze

Ein Praktika in der Ausbildung (ja es darf gerne mehr sein) wird hier nur kurzfristig helfen. Es braucht aus meiner Sicht eine andere Hilfestellungen (interne Leitlinien, TNA, Rotation der Stützpunkte, Qualitätssicherung, Training, usw…) um eine langfristige Handlungssicherheit sicher zu stellen.

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Achtung, subjektiv natürlich. Ich habe mir meine Einsätze der letzten Monate am RTW-C angeschaut, und ich habe in etwa 50 % der Fälle etwas gegeben (und wenns nur VEL war wegen Exsikkose). Und ich überlege schon, was ich tue und wäge Risiko und Nutzen ab.

(Und eine kurze Ergänzung zum jungen Mann mit Bauchschmerzen: Das “wollte runtergehen” hab ich übersehen. Ich bin davon ausgegangen, dass es halt tatsächlich behandlungsbedürftig war und nicht ein wacher Mensch mit bisschen Aua ausgeknipst wurde.)

Aber nochmal: Die ganze Literatur deutet darauf hin, dass wir zu wenig Schmerztherapien durchführen.

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Weiß wer was man in der Stmk für die Q1/26 Änderung erwarten kann?

Nein, aber das ist scheinbar kein Hindernis für die Freigabe :wink:

Es wäre definitiv spannend zu erfahren wie oft Atemwegsmanagement gebraucht wird nach Keta/Mida und ob es da messbare Unterschiede (z. B. mehr/stärkere Hypoxämien) zwischen NKV und NKI gibt. Macht es einen Unterschied ob der NKI Kurs 2 Monate oder 5 Jahre her ist?

Apropos: Wie sieht es mit der PEPPER Studie aus? Haben sie schon die notwendigen Rückmeldungen zusammen?

Wenn ich die Ausführungen von Dr. Schreiner dazu richtig in Erinnerung habe (kann bei YT nachgeschaut werden) waren bei den bisherigen Anwendungen bisher zwei Fälle von zumindest kurzzeitiger Beatmung notwendig.

Vögelchen zwitschern, die JUH dürfte für das Sekundärgeschäft in NÖ die AML 2 spürbar überarbeiten. Scheinbar vor allem, damit Perfusor-Therapien durch SRTW aufrechterhalten werden können.

Vielleicht zwitschern Vögelchen aber auch Blödsinn :wink:

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AML der ACN in NÖ wurde umfassend erweitert. Neu ist Nalbuphin zur eigenständigen Anwendung. Und nach TNA-Freigabe umfassende weitere Medikamente (u.a. diverse Opiate, Lyse, Rocuronium, Propofol, etc. - schaut so aus, als ob das jetzt einfach die Medikamente sind, die auch auf NEFs vorgehalten werden), siehe https://notrufnoe.com/wp-content/uploads/2025/11/251107_ACN-Kompetenzkatalog.pdf

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Was macht die acn eigenständig mit rocuronium? Gemeinsam mit TNA Einleiten ? :hugs:

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Ich bin ja ein Freund von TNA, aber bei Propofol und Roc hörts dann sogar bei mir auf.

Gut es sind jetzt keine SOP hinterlegt, aber was ist der Anwendungsfall? RSI mit TNA? Das gehört dann doch in die Hand eines NA vor Ort.

Über die Verwendung von Propofol bei zB einer Kardioversion, Krampfgeschehen könnte man ja nachdenken in Verbindung mit dem TNA. Aber warum das Roc auf die Liste?

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Wie schlimm ist der Notarztmangel? NÖ: Ja

Das ermöglich eine rechtlich saubere Gabe wenn ein NA anwesend ist. Der NA kann sich schon einmal hinter dem Köpfchen platzieren und dann ACN das Medikament iV verabreichen. Wenn das ein NFS NKV aus anderen Organisationen macht, ist das zwar vielleicht üblich, rechtlich aber nicht gedeckt.

Ok da habe ich andere Aussagen dazu erhalten. Die Rechtsmeinung die in unserer Organisation vertreten wird, die Gabe ist durch die Notarztassistenz abgedecket:

§ 10.
  1. (1)Der Tätigkeitsbereich des Notfallsanitäters umfasst:

      die Tätigkeiten gemäß § 9,

      die Unterstützung des Arztes bei allen notfall- und katastrophenmedizinischen Maßnahmen einschließlich der Betreuung und des sanitätsdienstlichen Transports von Notfallpatienten,

Weil du sagst das sei rechtlich nicht gedeckt. Gibt es dazu ein Urteil oder nur anderslautende Rechtsmeinungen?

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Wobei ja die ACN auch DGKP ist und denen sowieso die Gabe angeordnet werden kann, unabhängig von einer AML

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Mir ist kein Urteil bekannt, auch nur Interpretationen in meiner Organisation RKNÖ die zb in diversen Unterlagen zum Umgang mit dem Telenotarzt beschrieben sind.

Das SanG spricht im § 10 und §11 neben der Unterstützung explizit bei der Verabreichung von den Arzneimitteln nach Liste 1/2. Könnte man sich natürlich schon die Frage stellen, warum hier nicht die Verabreichung von Arzneimitteln durch einen Arzt erwähnt ist?

Aber bleibt natürlich persönliche Interpretation außer irgendjemand krammt ein OGH Urteil hervor.

Also das ein NFS auf direkte Anordnung eines Notarzt keine Medikamente ausserhalb der AML spritzen dürfen sollen ist ja lächerlich

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Wir haben sogar eine direkte Dienstanweisung dass wir das machen MÜSSEN, und nicht sagen können wir spritzen nur Sachen der AML .