Zum Desktop-Style wechseln
Rettungsbezogenes in den Medien
Antwort erstellen

Rettung bringt Frau wegen Corona nicht ins Spital – tot

Fr 5. Jun 2020, 10:38

Wir wissen nicht wie sich die Situation tatsächlich beim Eintreffen der Rettungswagenbesatzung dargestellt hat und bevor wir über rechtliche Weiterbildungen diskutieren, sollten wir uns vielleicht auf die Grunderkrankung der Patientin berufen und dies war einen KHK und da sollte es sich unterdessen bis zum letzten Sani herumgesprochen haben, dass es erstens zwar eine Lehrbuch KHK gibt, dass diese aber zweitens fast nie vorkommt, sondern häufig andere Symptome auftreten oder erwartete Symptome nicht vorhanden sind.
Wenn eine Patientin nach eigenen Aussagen kurze synkopiale Ereignisse unbekannter Genese hat fahre ich und dann soll sich der Arzt seinen Kopf zerbrechen und dann melde ich im System mit V.a. Synkopiales Ereigniss, da die virtuelle EBA eine umfangreichere Beurteilung in den Meldecodes nicht zulässt.
Ein cardiales Geschehen könnte ich nur abschließend mittels EKG feststellen oder Troponintest und D - Dimer verifizieren oder eben anhand der Symptome.
@ Maximillian
Soweit ich weiß ist es nicht verboten im eigenen Wirkungskreis da etwas dagegen zu tun. Also zum Beispiel eine gute Fortbildung zu organisieren, bei der das Thema "Der Patient und der Revers" behandelt wird bei der man sich diesem Thema mit einer 2-stündigen Fortbildung widmet.

Naja in der Steiermark stehen Ihnen dafür auch nur 2h im Jahr zu, weil alle anderen vom LV vorgegeben sind und das Fortbildungsthema ist zu genehmigen und wenn der BV schon nur vermutet, dass damit der Einsatzwille und die Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter gefähdet wird findet es nicht statt.
Aus dem medizinischen Kontext ist mir sehr wohl bekannt, dass wenn der Patient im Rahmen seines Patientenautonomie Massnahmen die Stand der medizinischen Wissenschaften sind ablehnt ist dies zu dokumentieren und am Besten durch den Patient gegenzuzeichnen und vorallem der Formsatz des ÖRK im Revers hat vor Gericht null komma null Aussagekraft, da er nicht belegt, dass die Rettungswagenbesatzung den Patienten ausführlich über die Folgen aufgeklärt hat. Da nach Medizinjuristen muss diese Aufklärung individuell und situationsabhängig erfolgen und das ist bei einem Formsatz nicht gegeben, sondern bedarf der handschriftlichen Ergänzung um die notwendige Sorgfalt vor Gericht glaubhaft zu machen. Somit wird den Sanis eine nicht bestehende Sicherheit vorgespiegelt, doch so häufig wie ich Revers im Funk höre darf man froh sein das bis dato sowenig geschehen ist.

Rettung bringt Frau wegen Corona nicht ins Spital – tot

Fr 5. Jun 2020, 10:51

Homo Viennensis hat geschrieben:Ich nehme an du hast dir auch einen revers für die schaufeltrage und vakuummatratze unterschreiben lassen?

Entweder ist mein Ironiedetektor schadhaft oder Sie haben das mit der Hws Stabilisierung die abgelehnt wurde :mrgreen: überlesen.

Rettung bringt Frau wegen Corona nicht ins Spital – tot

Fr 5. Jun 2020, 11:07

Naja wenn ich schon der Meinung bin die Wirbelsäule gehort immobilisiert dann hätte die hws schiene ja nicht ausgereicht. Insofern muss ich davon ausgehen dass er das ganze Programm angeraten hat :)

Rettung bringt Frau wegen Corona nicht ins Spital – tot

Fr 5. Jun 2020, 15:50

Die option wird dich jetzt überraschen, da du daran nicht gedacht hast
schaufeltrage und vakuummatratze wurde nicht abgeleht... aufgrund des unfallmechanismus konnte die verletzung von HWS bis LWS nicht ausgeschlossen werden
Ergo: man nimmt was man kriegt. pat ohne HWS schiene soweit als möglich und so schonend wie möglich immobilisiert.... ;)

Rettung bringt Frau wegen Corona nicht ins Spital – tot

Fr 5. Jun 2020, 19:32

Amphiaraos hat geschrieben:. ..... ein Revers als "Bestätigung für Rettungseinsatz" ......


Das Thema driftet vom Medienbericht in eine rechtliche Diskussion ab.
Auch ok.
Wenn ich es könnte hätte ich den Pfad verlinkt ...
Im Forumsbereich Recht gibt es schon seit längerer Zeit eine ausführliche und kompetente Betrachtung des Themas.
Recht - UBG, Revers und Belassung.
Lesenswert aber auch traurig die Erkentnis dass sich hier seither nichts :oops: geändert hat.

Rettung bringt Frau wegen Corona nicht ins Spital – tot

Di 7. Jul 2020, 18:25

Lan hat geschrieben:
Den schmerzlichen Verlust der geliebten Gattin und Mutter will Familie A. aus der Steiermark nicht einfach so hinnehmen. Denn laut Sohn und Ehemann hat die Rettung die 62-Jährige trotz Herzinfarktes nicht ins Spital gebracht. Mutmaßlicher Grund: die Corona-Pandemie.
Rückblick: Am 22. März hatte die 62-Jährige über Schwindel, Atemnot, Hörverlust, Sodbrennen und Durchfall geklagt, ein Familienmitglied wählte den Notruf. „Beide Rettungssanitäter meinten, dass sie keinen Puls mehr spüren würden. Dennoch gingen sie davon aus, dass es sich nur um eine Verkühlung handle“, sagt die Anwältin der Familie.


Diverse Artikel im Print und online unter:
https://www.heute.at/s/rettung-bringt-f ... -100085253
https://kurier.at/chronik/oesterreich/t ... /400929218
https://www.krone.at/2165338


Ja das kann alles durchaus sein. Ich meine, es gibt sov iele Kollateralschäden des Lockdowns. Das wird sich alles erst noch zeigen und ist wirklich gar nicht schön.

Rettung bringt Frau wegen Corona nicht ins Spital – tot

Sa 18. Jul 2020, 16:07

Und. Der sprichwörtliche "Sturm im Wasserglas" hat sich wieder gelegt oder gibts was neues dazu?

Rettung bringt Frau wegen Corona nicht ins Spital – tot

Sa 29. Aug 2020, 16:48

Durch einen Zufall hab ich heute den Zeitungsbericht in der ganzen Woche noch mal gelesen.
Was mir darin aufgefallen ist. Der RD ist schuld der hat nicht ins KH befördert! Ich kann nur von meiner Warte aus sagen, wenn es meiner Frau nicht gut geht und der RD kennt es nicht und nimmt nicht mit, dann packe ich halt meine Frau ins Auto und fahre selbst ins KH. Immer noch besser als zu Hause liegen lassen. Oder ich rufe den Ärztenotdienst usw.
Auf jeden Fall warte ich ohne Besserung nicht bis am späten Nachmittag.
Zuletzt geändert von don.pedro am Sa 29. Aug 2020, 16:50, insgesamt 2-mal geändert.

Rettung bringt Frau wegen Corona nicht ins Spital – tot

So 30. Aug 2020, 16:45

Naja, aber da kann ich den medizinischen Laien schon verstehen, dass er das Vorgehen des RD weniger kritisch hinterfragt als der Durchschnittsposter dieses Forums. Wenn die Rettung sagt, muss/soll nicht ins Spital, kann ich mir als Bürger grundsätzlich erwarten, dass das richtig ist.

Aber ja, ich hätte sicher auch was unternommen.
Antwort erstellen