Verkauf von Arznei in der Drogerie

Das ist eine spannende Frage, die oft für hitzige Diskussionen zwischen Drogerien (wie dm oder Rossmann) und Apothekerverbänden sorgt.

Theoretisch könnte eine Drogerie fast alle rezeptfreien, aber apothekenpflichtigen Artikel verkaufen. Der Hauptgrund, warum sie es nicht dürfen, ist nicht die Komplexität des Produkts, sondern der gesetzliche Apothekervorbehalt. Dieser schreibt vor, dass bei bestimmten Wirkstoffen eine Beratung durch pharmazeutisches Fachpersonal (Apotheker/PTA) garantiert sein muss.

Hier sind die Artikel, die eine Drogerie rein logistisch problemlos verkaufen könnte, da sie fertig verpackt sind und keine Kühlung benötigen:

Leichte Schmerzmittel (OTC-Präparate)

Ibu, Paracetamol, Aspirin → in NL, GB und USA in Drogerie erhältlich

Abschwellende Nasensprays

Xylometazolin, Oxymetazolin

Weitere: Antihistimika, Wundsalben, stärkere Hustenstiller

Wie seht Ihr das? Würdet Ihr euch noch mehr/andere Produkte wünschen?

Meiner Meinung nach wird in Ö wenn überhaupt zu liberal mit nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten umgegangen. NSAR können akute Niereninsuffizient und chronische Niereninsuffizienz selbst bei jungen Patienten ohne vorherige Risikofaktoren dosisabhängig verursachen wenn sie z.B. dehydriert sind. Wenn man Risikofaktoren hat oder vielleicht sogar eine CKD ist es abermals schlimmer. Bei Paracetamol hat man das Problem mit den Nieren zwar nicht, aber eine normale 20 Stück Mexalen 500 Packung reicht potenziell um seinem Leben ein Ende zu setzen.

Ich denke aber auch nicht dass man diese Medikamente verschreibungspflichtig machen sollte oder dass Patienten nicht dazu in der Lage sind sich mit diesen zu therapieren. Allerdings fände ich ein verpflichtendes kurzes Erstgespräch mit einem Arzt (Telemedizin) sinnvoll, bei der u.a über Indikation Dosierung aufgeklärt wird und andererseits relevante Kontraindikationen ausgeschlossen werden (z.B. Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, CKD, Medikation die ohnehin schon die GFR senken). So dass man quasi einen vom Arzt unterschriebenen Arzneimittel-Pass bekommt, womit ein Apotheker schnell überprüfen kann, welche Medikation an den Patienten abgegeben werden kann.

Das wäre meiner nach ein guter Kompromiss um das Gesundheitssystem zu entlasten aber zu gewährleisten dass keine Patienten gefährdet werden. Eine Abgabe solcher Medikamente wie in den USA, wo man teilweise 500 oder 1000 Stück Packungen Ibuprofen im Supermarkt oder Internet kaufen kann, halte ich für sehr fahrlässig.

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