Übergabe im KH - Arzt vs. Sani

is natürlich nicht ernst zu nehmen die Überschrift :wink:
hab jetzt mal einen eigenes Thema erstellt, da es im NEF Wien Thread gewünscht war.

Ich darf die hier ansässigen Ärzte bitten uns Sanitätern zu erklären, was sie sich bei der Übergabe wünschen bzw. was nicht.
Ist - glaub ich - mit einigem Lerneffekt sowie einer starken Verbesserung bei der Schnittstelle verbunden.

Ich bin kein Arzt sondern Sani
… in den von mir angefahrenen kh. wurde ein „triagesystem“ installiert, mein(e) ansprechpartnerIn für das patientenübergabegespräch ist eine extra ausgebildete dks. ein kh arbeitet mit schriftlichen protokoll, das andere bekommt in mündlicher form die patientengeschichte übermittelt.

Die Wünsche in den verschiedenen Häusern/NFAS bei Übergabe werden wahrscheinlich sehr differieren…
Gut fährt man immer wenn man eine kurze Anamnese parat hat und das SAMPLE Schema gibt auch viel Information her…

Am Besten ist wenn man laut dem netten Wiener „PLUMPES“-Schema übergibt, die meisten Ärzte die Hälfte eh überhören und dann das Ganze nochmal fragen. Von daher hab ich mir die Standard-Übergabe abgewöhnt und erzähl ihm was er fragt…

PUMPES ist eine Spielerei von Einzelpersonen innerhalb des WRK (mit Anbindung an 6D) die außerhalb eigentlich niemanden interessiert.

Es gibt ja in jedem Lehrbuch passende Übefganeschemata. Warum man das Rad neu erfinden muss…

Wird wohl eh die effizienteste Variante sein…

Wofür steht PLUMPES?

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Hauptbeschwerden, Zeitlicher Verlauf, relevante Erkrankungen/Medikamente, auffällige Vitalwerte/Befunde
Alles andere auf Nachfrage - ansonsten steht es im Protokoll.

Mehr kann ich mir schenken, hören sich die meisten eh nicht an. Wer mehr wissen will, gerne auf Nachfrage.

Patientendaten (Name, Alter…)
Leitsymptom (Hauptbeschwerde, klagt über, seit…)
Untersuchungsergebnisse (ABCDE, Vitalwerte, EKG…)
Medikation (Medliste)
Patientengeschichte (Vorerkrankungen, schon einmal aufgetreten…)
Erfolgte Maßnahmen (Medgabe, Wundversorgung…)
Sozialanamnese (Risiken/Probleme/Auffälligkeiten, Kontaktperson, Schlüssel beim Pat…)

Uns auf der Uni haben sie SAFE beigebracht:
-Situation (was is passiert, wie wurde der Pat aufgefunden etc)
-Anamnese
-Fakten (erhobene Vitalparameter, Untersuchungsergebnisse)
-Entscheidung (durchgeführte Maßnahmen, evtl warum auf diese Station)

Gesendet von meinem D5503 mit Tapatalk

Übergeben kann man nach jedem Schema. Wichtig ist halt nur das Übergebender und Übernehmender das gleiche Verfahren verwenden, weil sonst gibt es Kommunikationsprobleme. Leider wird die Rettung vielfach im Spital garnicht für vollgenommen, wenn man wieder erwartend versucht den Patienten zu übergen und einem zum Teil der Mund verboten, da man A. die Information vom Patienten haben will, welcher nur leider delirant oder anderweitig offensichtlich nicht dazu in der Lage ist und B. die Daten die von der Rettung erhoben wurden eh falsch sind, weil wir ja noch nicht einmal wissen wie man Blutdruck, Puls, Temperatur oder gar den Blutzucker misst.
Das heißt nicht, dass ich wenn ich in der Aufnahme als DGKPP bin nicht auch alle diese Daten selber erhebe, aber trotzdem übernehme ich die vorhergehenden in die Dokumentation, da sich während des Transportes ja der Gesundheitszustand gebessert oder halt verschlechtert haben kann.

Hab ich leider aber auch schon bei Notärzten, und auch bei Sanis gesehen wenn man zB als First Responder vor Ort ist, gesehen.
Lieber alles nochmal selber machen, man kann ja nix glauben…

Vitalwerte sind halt auch nichts was sich nur langsam ändert wie Körpergröße oder Gewicht.
Nur weil jemand vor 10 Minuten die Vitalwerte XY hatte, heißt das nicht, dass sich diese im Verlauf nicht rapide verändert haben können. Gerade wenn es dann um eine Therapie geht, ist das von großer Bedeutung.

Von sowas sprech ich auch gar nicht. Das ist ja sowieso selbstverständlich.