Startmodul? San2?

Hello,

hab eine kurze Frage an euch RK-ler.
Hab gehört das es beim RK ein sogenanntes Startmodul gibt, was einem ermöglicht schon nach einem erweitertem Erste Hilfe Kurs + Gerätelehre als Sanitäter 2 auf einem Auto fahren zu können.

Ist da etwas dran?
Danke euch schon mal :slight_smile:

LG

Ich hoff nicht, aber ich kann beim roten Plus nicht mitreden.
Schnupperdienste gabs früher, wird aber glaub ich auch nicht mehr gemacht (was ich verstehe, aber schade find)

Das ist in der Ausbildung (Sanikurs) so, nennt sich dann Praxisstunden…

Nunja meine RS Ausbildung ist die eine oder andere Zeit her und war nicht in Wien. Aber wir hatten auch Theorie - Praxis - Theorie - Praxis - Prüfung.
So gesehen könnte man ja den ersten Teil auch als „Startmodul“ bezeichnen darin war damals der 16h Kurs, Gerätelehre, BLS und noch A bissl was das im Erinnerungsnebel liegt mit einer Zwischenprüfung.

Rückblickend halte ich es nicht für sinnvoll aber es war nicht meine Entscheidung und ich sowie alle Patienten habens überlebt

Offensichtlich wird also genau der Teil bis zur Zwischenprüfung als Startmodul bezeichnet.

Ich weiß nicht ob das rechtlich/organisatorisch möglich ist, aber so könnte man unter Umständen ehrenamtliche Interessenten besser an die Organisation binden, indem man z.B. 2 mal pro Jahr ein „Startmodul“ aber nur einen kompletten RS-Kurs anbietet. Dadurch ließen sich mit kleinerem Aufwand die Wartezeiten bis man endlich anfangen kann mitzuarbeiten verkürzen. Ich weiß zwar nicht wie genau das in Wien läuft, aber wenn ich als Interessent bei einer HiOrg anklopfe und sage ich würde gerne Sanitäter werden und dann wird mir gesagt „Wunderbar, schön dass sie bei uns mitarbeiten wollen, der nächste RS-Kurs startet in 10 Monaten“ würde ich mich möglicherweise umschauen ob ich nicht wo anders früher anfangen kann.

Über die Sinnhaftigkeit eines halben Jahres Praxis im RKT ohne entsprechendes theoretisches Wissen zu dem was man da so macht kann man natürlich diskutieren, rechtlich möglich wäre es wahrscheinlich die komplette Praxis nach diesem Startmodul zu absolvieren und weitere theoretische Ausbildung erst später bzw. knapp vor der Abschlussprüfung zu machen.

Die Möglichkeit, als Dritter mitzufahren sobald man die Zwischenprüfung hat gibts in OÖ auch (und vermutlich überall sonst auch).
Nur ist bei uns der RS-Kurs nicht in Module unterteilt, sondern man meldet sich immer für den ganzen Kurs an, also vom EH-Teil bis zur kommissionellen Prüfung. Pro Jahr gibts 2 Kurse, die „Sommerakademie“ und den „Herbstkurs“. In der Sommerakademie stehen ~ 1 Monat Theoriekurs am Anfang, und danach ca. 2 Monate fürs Praktikum. Der Herbstkurs dauert ca. 8 Monate und findet an 1-2 Wochenenden im Monat stat. Hier werden die Praktikumsstunden also während dem Theoriekurs gesammelt.
Wo am Ende die besseren Sanis rauskommen, kann ich nicht beurteilen. Aber als Praktikant am Auto ist mir der Sommerakademiker lieber, der hat alles was er wissen muss zumindest schon mal gehört :wink: .

Leider ist es in Wien tatsächlich so, dass dieses Startmodul in der Form, wie im Eingangspost beschrieben, existiert. Inhalt eben dieses Moduls ist ein 16 Std-EH-Kurs sowie die Gerätelehre, am Ende wird eine Prüfung zu diesen beiden Themengebieten abgelegt. Wenn man die erfolgreich absolviert, fährt man bereits als San2 am Auto und sammelt schon Stunden/Ausfahrten für den RS-Kurs, obwohl man von Tuten und Blasen absolut keinen Schimmer hat. Ich glaube, da geht es primär darum, bereits vor Beginn des RS-Kurses zu eruieren, ob der Tätigkeitsbereich den Leuten zusagt oder nicht, um sich danach zu ersparen, auf den Ausbildungskosten sitzen zu bleiben. Ich finde es ehrlich gesagt schon grob fahrlässig, würde eher den herkömmlichen, wie auch bei den Zivis praktizierten, Ausbildungsweg präferieren - also zuerst die komplette Theorie und danach erst das Praktikum als San2. Aber gut, Wien ist eben leider anders…

Ich find das System jetzt nicht schlimm.
Weil als 3 hat man keine Verantwortung und man kann mal mit wenig Zeit vorher sehen ob einem das überhaupt gefällt was man da machen will.

Die andere frage wäre, welche Möglichkeiten gäbe es sonst mal rein zu schnuppern in den Bereich?

Sorry dass ich da widersprechen muss… Es ist weder Fahrlässig noch sonst was einen „Volontär“ mit zu nehmen. Grundsätzlich passiert das einerseits aus den Jugendgruppen heraus (mit 17+ oder 18) und führt die neuen alten Kollegen erfolgreich in das Dienststellen Leben inkl. Kennenlernen der Abläufe und „neuen Kollegen“ heran. Bei fremden Einsteigern und nach persönlichem Vorstellen auf der DS bei den Funktionären erhält man bei uns die Möglichkeit sich mal alles anzusehen und mit Leuten zu reden… ein erstes Abchecken mit Feedbackgespräch vom Kandidaten bzw. den Leuten im Dienst.
Ist beidseitig das Interesse da dies zu vertiefen wird angemeldet und man schaut wo der nächste San Kurs startet. Dabei werden alle Umliegenden Kurse berücksichtigt. Bis dorthin gibts einen EH Kurs und Einschulungen in Geräte etc. wobei dies erweitert geschieht in Form von bereits ersten SAN Hilfe Inhalten. Wir halten auch transparente Gespräche über gute Fortschritte oder auch Dinge die nicht so gut sind ab und wenn der Kandidat von sich aus soweit ist und sich zutraut auch mal den einen oder anderen KT zu begleiten entscheidet der Kdt ja oder nein wobei die Einschätzung des „Begleiters“ (bei uns kümmert sich immer jemand gerne um neue Kollegen und begleitet diese bis zum Sankurs und darüber hinaus wenn gewünscht) hier auch eine Rolle spielt.

Der Volontär ist reiner Begleiter wird auch als Kollege in Ausbildung vorstellig beim Pat. nimmt selbstständig keinerlei Tätigkeiten vor! Er wächst somit schonend in die Tätigkeit des San hinein. Die Verschwiegenheit und der Datenschutz ist kein Thema da er ja das schon längst „erlernt“ und auch schriftlich akzeptiert hat.
Bisher kann ich sagen dass es immer wieder gelobt wird mit welch hervorragendem Wissen unsere Leute in die Ausbildungskurse gehen. Auch der Volontär hat keinerlei Schwierigkeiten den Inhalten zu folgen und freut sich natürlich wenn er den Kollegen auf der DS über seine Fortschritte berichten kann und das dann ausgiebig an den Kollegen „angewandt“ werden darf :wink:

Laufend werden bei uns Übungsabende abgehalten welche gerne von sehr vielen genützt werden. Egal wer bei uns zu Prüfungen antritt wird von vielen vielen Kollegen unterstützt, es ist vielmehr so dass alle da sind um den einzelnen zu Unterstützen. Das fördert auch den Wissensstand aller.

Durch die Begleitung vom ersten Tag an und auch der Möglichkeit für einen Volontär in alle Funktionen bzw. Tätigkeitsfelder hinein zu schnuppern ist es auch leichter seine Stärken zu erkennen und auch begleitend über die Jahre immer Leute für Funktionen in der Hinterhand zu haben. Sehr toll auch dass es bei uns bisher immer üblich war, bei entsprechender Eignung vorausgesetzt, jede Ausbildung angehen zu dürfen!

Ich finde es spannend, dass ein fehlender THEORIE-Kurs die Versorgungsqualität unter AUF- und DRAUFSICHT verschlechtern soll. Die Gerätelehre ist wichtig und kommt auch vor - die entsprechenden Werte zu erheben und das Patientengespräch zu üben kann eh in keinem Kurs wirklich vermittelt werden, da hilft nur die Praxis unter „Beobachtung“. Und vor allem ist ja keinem Praktikant verboten, die Theorieinhalte in seiner Einschulungszeit auch mal in Eigenregie anzusehen und vielleicht sogar dadurch zu lernen. Gerade Aus- und Fortbildung ist meiner Meinung nach viel mehr Holschuld als immer nur Bringschuld! Das Angebot prinzipiell ist nämlich in gar nicht so geringer Menge vorhanden (wenn es nicht aus unerklärlichen Gründen von anderer Seite beschränkt wird). Und wenn ich einen Praktikanten entsprechend führe und zu einem eigenverantwortlichen Sani ausbilde, hätte jeder mehr davon als die Kandidaten erst nach dem kompletten Theoriekurs ins Auto zu setzen…

Ich finde, man muss hier dennoch differenzieren, ob man nach diesem Startmodul nur in die Tätigkeit hineinschnuppert, oder die hierbei gesammelten Stunden, wie es in Wien leider der Fall ist, bereits als Praktikumstunden zählen. Gerade im Praktikum ist es meiner Meinung nach wichtig, dass man möglichst viel bereits selbst probiert, um ein wenig Routine erlangen zu können, was allerdings gerade am Anfang nur mit dem absolvierten Startmodul de facto nicht möglich ist, da man in der Gerätekunde lediglich lernt, wie man die Geräte auf Funktionalität überprüft, aber nicht wie man diese verwendet (dafür ist die Zeit einfach zu knapp). Ich kann mich noch an meinen allerersten Dienst erinnern, da wusste ich zwar, wie man das RR-Messgerät überprüft, aber nicht, wie ich damit den RR tatsächlich messe…

Und bei allem Respekt, es kann nicht im Sinne des Erfinders sein, dass das Praktikum so ausschaut, dass man ‚selbständig keinerlei Tätigkeiten vornimmt‘, wie zwei Posts weiter oben erwähnt, auf gut Deutsch also nur daneben steht und zusieht. Was soll man denn so bitteschön großartig lernen? Natürlich ist es für den Patienten selbst nicht direkt schädlich, wenn ein dritter Sani mitfährt, der sich absolut nicht auskennt, aber die Versorgungsqualität steigt dadurch sicher nicht, wenn vom bereits ausgebildeten Personal jeder Handgriff von Null auf erklärt werden muss und man ständig akribisch überwachen muss, ob der Azubi nicht kompletten Blödsinn baut (den San2 als Alternative einfach abseits des Geschehens zusehen zu lassen halte ich auch nicht für das Gelbe vom Ei).

Mir ist schon klar, dass gerade im RD der Stoff mit Abstand am Besten in der Praxis erlernt wird und das gerade für die Auszubildenden auch mit großer Verantwortung verbunden ist. Aber ich denke, man könnte die Ausbildungsqualität, allen voran im Praktikum, drastisch steigern, wenn die Praxis erst nach der kompletten Theorie stattfindet, da es auch für den Auszubildenden dann um etliches einfacher ist, logische Zusammenhänge zwischen einzelnen Krankheitsbildern und zu setzenden Maßnahmen herzustellen, sowie zeitgleich auch mehr Wissen übermittelt werden kann. Mir werden hier vielleicht einige nicht zustimmen, aber ich halte das Startmodul einfach für ineffizient und rückblickend hätte ich mir für meine Ausbildung auch nichts sehnlicher gewünscht, als die Praxis erst nach dem Theorieteil zu absolvieren.

Ich verstehe nicht warum sich hier alle auf dem „Startmodul“ aufhängen, das sogenannte Startmodul ist fixer Bestandteil der RS Ausbildung und keine extra Erfindung.
Nach dem Teil bzw der „Zwischenprüfung“ startet man ins Praktikum, dazwischen hat man wieder Theorie, dann wieder Praxis usw, das Ganze ist also aufbauend was durchaus sinnig ist.
Es heißt nicht das die Leute draußen nichts machen dürfen, sie dürfen nur eigenständig nichts machen…
Die Ausbildung ist seit Jahren genau so, es hat sich dahingehend nichts geändert.

Naja bei mir sei noch zu erwähnen, das ich ich früher RS beim ASB war,aber leider abgelaufen bin da ich mich nicht rechtzeitig rezertifiziert habe. Somit bin ich kein kompletter neuling.

Mir geht es hier nur darum, das ich echt gerne wieder bei der Rettung fahren möchte aber zeitlich derzeit, weder der 2 monatige RS Kurs bzw. der 1 jährige Berufsbegleitende Kurs möglich ist.

@ cyrux: Ich glaube, es hängt auch davon ab, wo man die Ausbildung macht. Hier in Wien zumindest ist es so, dass du erst einmal 50 Ausfahrten benötigst, um dich überhaupt für den RS-Kurs anmelden zu können. Dadurch, dass nur zwei Kurse mit beschränkter Teilnehmerzahl pro Jahr angeboten werden, ist die Chance, etwas länger auf den nächsten Kurs warten zu müssen, recht groß. In der Zwischenzeit hat man wahrscheinlich durch die Wartezeit zu Beginn des Kurses bereits die erforderlichen Std. für die Prüfung zusammen, und da es hier niemanden interessiert, wie man sich das einteilt, solange man die erforderlichen Std./Ausfahrten beisammen hat, könnte man in diesem Fall dann ohne jegliche weitere Praxis gleich nach der Theorie die Prüfung ablegen. Das ist in meinen Augen nicht die richtige Vorgehensweise, da meines Erachtens nach der beste Lerneffekt in der Praxis mit dem nötigen theoretischen Hintergrundwissen erfolgt, wo man auch nachvollziehen kann, warum man in gewissen Situationen welche Maßnahmen ergreifen muss.

Hier gehen offensichtlich die Meinungen auseinander, ich respektiere deine Einstellung zu diesem Thema, teile sie lediglich nicht… :wink: Und nur weil ein System in seiner jetztigen Form bereits jahrelang existiert, heißt das noch bei weitem nicht, dass es die bestmögliche Lösung darstellt.

@ SanVienna: In deinem konkreten Fall hängt es natürlich auch davon ab, wie lange die letzte Rezertifizierung (bzw. falls noch gar keine erfolgt ist, die RS-Prüfung) zurückliegt. Im worst case müsstest du wirklich den gesamten RS-Kurs nochmal wiederholen. Aber in diesem Falle halte ich es am sinnvollsten, dass du dich einfach auf einer der Bezirksstellen vor Ort informierst, welche Schritte erforderlich wären, um wieder im Fahrdienst aktiv zu werden…

Noch einmal, das angebliche Modul ist bestandteil der Ausbildung und gehört bereits zum Kurs, somit kann das „50 Ausfahrten vorm Kurs“ nicht ganz richtig gschweige denn rechtens sein.

In Wien ist das Startmodul als separater Kurs geführt. Für den RS-Kurs muss man sich extra anmelden, und das ist erst möglich, nachdem man die 50 Ausfahrten nach dem Startmodul gesammelt hat. Ob das nun rechtens ist oder nicht kann ich dir nicht sagen, aber so wird das hier praktiziert, und genau das stößt mir eben ziemlich sauer auf…

Edit: Hab mich vertan, man braucht 60 Ausfahrten, um sich für den Kurs zu ‚qualifizieren‘, nicht wie von mir geschrieben 50…

Das sind am KTW wie viele Dienste? 5, 6?

Ich finde das durchaus ok, man soll sich eine Tätigkeit auch anschauen dürfen. Ich finde da Schnupperdienste oä gar nicht schlecht. Im Krankenhaus begegnen mir öfter Schüler oder andere Jugendliche die Medizin/Pflege/Gesundheit studieren wollen und einfach mal als „Berufsorientierung“ ein paar Tage mitlaufen. Warum soll das im RD nicht gehen?

Den Beruf und die Tätigkeiten des Sanitäters dürfen also nur Sanitäter ausüben. Heißt das also, dass auf einem Rettungsauto nur Sanitäter mitfahren dürfen? Nein natürlich nicht, es ist also natürlich zulässig Interessenten an einer Ausbildung im RD auf einem Rettungsauto mitfahren zu lassen. Wenn die Organisation jedoch beschließt es zur Voraussetzung zu machen ihnen vorher noch einiges im Rahmen eines Kurses zu zeigen - Erste Hilfe, Materialkunde/Fahrzeug/Geräte - damit die Schnupperdienstler (oder wie immer man es nennen mag) im Einsatzfall nicht nur ahnungslos daneben stehen, sondern auch für nicht sanitätsdienstliche Hilfstätigkeiten eingeteilt werden können, bspw. Material zu holen, etc. - so ist das natürlich ihr gutes Recht.

Ich denke dahinter liegt eine organisatorische Idee. Das Startmodul ist der erste Teil des RS Kurses. Dann kommt ein Praktikum indem mind 60 Ausfahrten erfolgen müssen und danach kanns weitergehen - neue Anmeldung zum zweiten Kursblock. Bei vielen Teilnehmern und Kursen vielleicht garnicht schlecht.

Von der Überlegung her, damit mehr Leute den Kurs wirklich durchziehen sicher keine schlechte Idee.