Schockraum-Alarmierungen durch NFS

Hätte ich mich über die von mir beschriebenen DGKP gestellt und sie herabgeputzt könnte ich deine Annahme diesbezüglich nachvollziehen.

Es hat schon eine gewisse Ironie dass ein Pfleger so reagiert wenn ein Nicht-Pfleger sich darüber erbost dass Teile des Pflegekollegiums Sanis im Übergabe-Setting fertig machen wegen irgendwelchen Kleinigkeiten. Und einen dann beschuldigt man würde sich selbst aufpolieren, was ich auch bisher nicht nötig hatte und eine Täter-Opfer-Umkehr ist in diesem Setting natürlich wie immer ein Foul und zeugt von mangelnder Diskussionskultur und außerdem auch ein schlecht gewähltes obendrauf, weil es nicht mal einen Vorteil bietet. Aber das hat nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun und ist nur ein Ratschlag meinerseits wie du deine Diskussionskompetenz aufbessern kannst. :slight_smile:

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Was geht denn hier schon wieder ab?!

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Wenn ich mir die vorherigen Postings so durchlese, wundert es mich nicht, das es zwischen dem Rettungsdienst und NFA teilweise erhebliche Dispute herrschen. Leute, auf der einen Seite Respekt einfordern, jedoch zeitgleich spinnen wenn etwas anders läuft als erwünscht funktioniert nicht.

Wenn ich im KH auf der ZNA einen Patienten übergebe und etwas nicht rund lief schaue ich das ich mit der betreffenden Kollegin oder dem Kollegen danach ein kurzes offenes, auf Augenhöhe basiertes Gespräch suche. Ich kann euch den Tipp geben, dass es in den meisten Fällen auch sehr gut funktioniert. So gut, das sogar die KollegInnen sich im Nachhinein ebenfalls melden, wenn ihrerseits was war und sich genauso auch ggf. entschuldigen.

Ein Beispiel, wo ich kurz nach meinem NFS einen Mist baute:

Wir waren auf einen 6C1 solo alarmiert. Der Patient war bei den STEMI-Kriterien als nicht akut PCI-Pflichtig einzustufen, nach den OMI-Kriterien aber schon. Wir hatten den Patienten dementsprechend normal über die NFA, ohne Aviso gebracht. Der übernehmende Triagepfleger hat vollkommen richtig erkannt, dass der akut in den Katether muss. Anstatt das es von einer Seite Vorwürfe für den Fehler unsererseits gegeben hat, hat das übernehmende ZNA-Personal trotz vollem Haus von sich aus gesagt, dass sie gerne gemeinsam mit uns kurz aufschlüsseln würden, was wir in Zukunft beachten müssen damit der Fehler nicht mehr vorkommt. Das anschließende Debriefing dauerte 10 Minuten und war das was sich alle Berufsgruppen wünschen: Ein kollegiales arbeiten auf Augenhöhe.

Vielleicht sollten wir also uns alle ein wenig weniger wichtiger nehmen und mehr versuchen an einem Strang zu ziehen. :wink:

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Ist es in NÖ nicht so dass ich für eine Schockraumbuchung via Tablet ein Begleitfahrzeug brauche (NEF od. AcN) ?

Oder wurde das schon geändert ?

Soweit mir bekannt kann man solo per ESAPP einen Schockraum buchen (ist jedoch schon ein paar Jahre her, dass ich das zuletzt gemacht habe). Damit wird dann der Pager im KH ausgelöst und der Rest ist telefonisch mit dem KH zu klären.

Man hat nie ein Begleitfahrzeug benötigt. Es gab eine Phase wo bei jeder Buchung nach Begleitfahrzeug gefragt wurde, auch wenn keines alarmiert war. Aber habe schon des öfteren in Dringlichkeitsstufe kritisch/Schockraum gebucht und bin dementsprechend den Schockraum angefahren. Das Krankenhaus bekommt dabei automatisch einen Anruf vom System, der sie auf die Buchung hinweist. Den Rest können sie in ihrer Webansicht nachlesen (zB gebuchtes Symptom, ABCDE Auffälligkeiten (sofern die vom RTW bei der Buchung korrekt ausgefüllt wurden), jegliche anderen Infos die im Zuge der Buchung ergänzt wurden, die Sandoku (sofern diese ausgefüllt ist, etc.)

Wieder mal ein Thema mit anscheinend genügend Trigger Potenzial:-)

Ich wiederhole gerne was ich iR meiner Instruktor / PAL Tätigkeit den frischen und nicht frischen Sanis immer wieder vor Augen führe:

In der Notrufrettung tätig zu sein bedeutet vor allem dass wir betreffend SOP/BLL etc. immer sehr straight arbeiten aber dies betrifft nur 25% unserer Arbeit- der Rest ist situationselastische Anpassung an die nie selben Gegebenheiten vor Ort, sei es wie man Angehörige vor Ort einbindet (oder weg-beschäftigt) , oder aber wie man die Übergabe gestaltet.

Diplomatie, Empathie und viel Doku eintippen- daneben ein wenig versorgen/therapieren, so würde ich einen Standard Notrufeinsatz zusammenfassen.

Aber um beim topic zu bleiben, bei mir beginnt es beim

Buchen via AVN (quasi Online Bettenmann in NÖ) . Wenn man sich die Zeit nimmt zusätzlich zum gewählten Symptom (zb Allergie Dringlichkeit gelb) bei Bemerkungen ein paar Stichworte beizufügen (RR 80 initial, 6,5mg Supra erhalten jetzt stabil) dann ergibt es sich oft dass man bei Eintreffen in der Rettungsgarage bzw. Anmeldung bereits durchgewinkt wird zur Triage und man dort Fast-Lane mäßig gleich drankommt. Kann hier aber nur von meinem Haus sprechen, aber subjektiv führt frühere Info auch zu reibungsloseren Übergaben, und ich meine da keine minutenlangen Telefonate sondern wirklich nur ein paar Stichwörter bei den Bemerkungen im Buchungsfeld des AVN.

Oft ist es auch hausgemacht wenn die Pflege die Augen verdreht: wir nehmen keine Schuhe mit (war zu stressig), vergessen Rückrufnummer der Angehörigen (dafür war keine Zeit), Hausarzt (wen interessierts) usw. Diese Infos sind aber für das Spital ebenso wichtig wie für uns unsere 7 Zwerge und die Info wieviele ml Elomel durch welchen x färbigen PVK geflossen sind. Und dann steht man viell auch noch beim gefühlt langsamst tippenden Triage Kollegen und wird an die Szene aus Zoomania erinnert.

Und immer vor Augen führen: wenn ich um 2 Uhr früh mit Patient Nr 2 im RtwC Dienst (Stehzeit lt Statistik 69%) total ausgeruht und motiviert mit einem frequent traveller auf der Internen aufschlage, ist das viell der 50. Patient seit Dienstbeginn für die Kollegen der Pflege- 48x Hausarzt und 2 mit Tendenz irgendwann mal ein Notfall zu werden. (Bitte keine Diskussion „falsch im Job, so ist das halt etc“ daraus machen) da muss man so feinfühlig sein und auch die andere Seite verstehen, wenn die Übergabe suboptimal verläuft.

Insgesamt denke ich dass wir (in NÖ) ganz gut unterwegs sind- die ACN filtert via 1450 einiges weg, im operativen Dienst haben wir dank RETTS/TNA\EVA ebenfalls die Möglichkeit unseren Klienten einen Transport auf eine NFA zu ersparen- und wenn es zu einer Übergabe im KH kommt sollte man sich wie ein Diplomat an die Befindlichkeiten vor Ort anpassen: „Du fragst doch eh lieber die Patienten, aber die Werte hab ich dir aufs EKG geschrieben,ok?“, „wir haben schon umgelagert, das ist euch lieber hab ich gehört“, „übernimmst du unsere Werte oder kontrollierst du noch den RR?“.

Ich kann mir für mich sprechen aber es ist ein angenehmeres Zusammenarbeiten je mehr man sich gegenseitig aufeinander einlässt und manchmal die eigenen Prioritäten zurücksteckt im Sinne unserer Patienten- irgendwann wird es eine für alle gültige sop „Übergabe“ geben, welche Buchstaben Kombi auch immer das wird, ich hoffe ich erlebe das noch :slight_smile: Dann wird es mit den Übergaben leichter (für beide Seiten) und wir können uns ein anderes Thema vornehmen.

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Antrag auf Friedensnobelpreis für @G-Wesen

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#machswiekerni :heart:

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Es geht in dem Thema immerhin noch um eine Schockraum-Alarmierung und die setzt voraus, dass der Patient akut kritisch ist. Ich glaube es ist allgemein bekannt, dass dann aber wirklich keine Zeit bleibt sich um Schuhe zu kümmern, oder den Hausarzt zu erheben. Manchmal ist selbst eine Rückrufnummer zu erheben nicht möglich. Auch wenn diese Dinge zwar wichtig erscheinen mögen, im ersten Moment werden sie kein Leben retten. Finde ich daher ein nicht sehr gelungenes Argument/Beispiel.

Und dennoch kann man kollegial bleiben, auch wenn man ausgebrannt ist. Gehört für mich zu einem professionellen und seriösen Auftreten.

Respekt beruht aber auf Gegenseitigkeit. Da gehört auch dazu, dass man dem übergebenden Personal zuerst zuhört und dann den Patienten den Rest fragt. Ich finde da Unterwürfigkeit zur Besänftigung des Personals vor Ort den falschen Zugang zur Thematik und wird auf Dauer keine Probleme lösen.

Ich stimme prinzipiell zu, aber „die eigenen Prioritäten zurückstecken“ darf nicht nur einseitig passieren. Der Patient profitiert am meisten von einem kollegialen und respektvollen Umgang miteinander und nicht nur von einer Seite.

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Dabei wär das so ein schönes Schlusswort für diese unsäglichen Verallgemeinerungen gewesen. Schade.

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Mea culpa, da gab es parallel ein topic betreffend Übergabeprobleme, da sollte es landen also bitte @modmod kann ruhig verschoben werden- zum Thema SR mit RTW hatte ich ja deshalb auch gar nix geschrieben, sorry hierfür.

Ich lese auch aus den Antworten dass es doch einiges Aufgestautes und viell auch ein wenig Frust gibt hier im Forum, aus der Perspektive dass Rückfragen und Absprachen mit dem (Triage)Personal als unterwürfig/nachgebend wirken habe ich ich noch nie so gesehen, eventuell sind wir hier auf der Insel der Seeligen wenn meine einzige Sorge darin besteht ob die angenommenen Blute reichen oder die Interne noch gerne Was für die Kulturen gehabt hätte. Und wahrscheinlich sehe kann ich auch gar nicht „unvoreingenommen“ schreiben da ich- literally- jeden auf den Ambulanzen die wir anfahren kenn, daher Übergaben immer zu meiner/unserer Zufriedenheit ablaufen. Deshalb auch der Bericht „aus meiner Sicht“.

Ich danke jedenfalls jedem Einzelnen die wir hier schreiben , nur so sieht man mal über den Tellerrand hinaus wie es sonst in Good old Austria so abläuft bei Übergaben.

Einen Punkt möchte ich aber noch Explizit wiederholen- gerade und wirklich gerade bei kritischen Patienten/Patienten die endlich mal als notfall und nicht Notruf Patienten kategorisiert werden durch uns als RTW, gerade hier ist muss (ohne natürlich Zeit liegen zu lassen) auf die gesamte Infrastruktur fokussiert werden und nicht nur auf Patient/load and go; wer wenn nicht wir vor Ort haben Zugriff auf Infos (Arztbriefe, TelNummern, Nachbarn als Notfallkontakt ), Infos die für den weiteren Verlauf sicher keinen Nachteil bedeuten.und ich denke keiner von uns packt einen Patienten ein, füllt eine PLT aus mit "Nomen nescio " und düst ins Spital als ob es kein Morgen gäbe- gerne aber lese ich weiter mit und sammle Einfrücke undErfshrungen aus dem RD Umfeld, vielen Dank für den interessanten Exkurs!

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Ich denke unsere Pflicht als NFS+ ist es einzuschätzen welche Versorgung unser Patient benötigt. Sollte es aus welchen Gründen auch immer (Zeitvorteil, NA nicht verfügbar, Verschlechterung des Zustandsbild etc) zu einer Schockraumindikation kommen, müssen wir das dem KH Personal fern von irgendwelchen Richtlinien/Aussagen/„war scho immer nur fürs NEF“ kommunizieren. Sollte das KH das Aviso ablehnen - gründlich dokumentieren und mit den Verantwortlichen nachbesprechen. Unsere Verantwortung ist es im Sinne des Patienten zu handeln - und der hat sich bei entsprechender Indikation die bestmögliche Versorgung verdient egal ob im Wagen grad ein Dr. oder NFS sitzt. Bei dieser Diskussion kann der zuständige/abweisende Oberarzt bei entsprechender Indikation auch nur verlieren!

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Mein Take dazu ist folgender:

Mir hat keiner zu sagen, was in meinem Auto passiert wenn ich da die Verantwortung habe. Im Gegenzug nehm ich mir aber auch nicht das Recht heraus, dem Krankenhauspersonal zu sagen, was in Ihrem Haus passiert.

Wenn ich, aus was für einen Grund auch immer, Solo ein KH mit einem kritischen Patienten anfahre, ready or not, here I come. Dass ich komme, können die sich nicht aussuchen (sofern buchbar im AVN). Ich ruf an, avisiere den Patienten, und gebe die Info das der Patient meiner Einschätzung nach kritisch ist und warum.

-> ich habe noch keinen Arzt erlebt, der nicht sagt: „bitte kommts gleich in den Schockraum“.

In der Regel wollen die Ihren Job auch gut machen, und für stressige Patienten das richtige Setting haben. Und wie die das machen, liegt wiederum in Ihrer Kompetenz. Nicht in meiner. Aber Sie brauchen mal alle notwendigen Infos von mir, um eine Entscheidung treffen zu können. Ich kenn keinen Sani, der nicht allergisch auf Hausärzte ist die keine Ahnung vom RD haben aber Anweisungen geben was im Auto zu passieren hat.

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Ich kann aus meinem „Heimatkrankenhaus“ berichten:

Wenn ich einen Patienten telefonisch vorankündige, ist die 1. Frage „Bist du der Notarzt? Nein? Dann bitte ganz normal zur Anmeldung und dann zur Triage“. Erklärt man am Telefon dass es sich um einen notarztplichtigen Patient handelt oder es sich um einen Transport handelt, der im entsprechenden Bundesland zu 99% ein NA-begleiteter Transport wäre, wir in NÖ aber andere Kompetenzen haben und deshalb ohne NA kommen wird man trotzdem zur normalen Anmeldung und Triage verwiesen… Auch nach Beschwerde bei der zuständigen Stelle konnte ich (noch) nicht erreichen, dass das Bild „Rettung= kein Notfall, Notarzt= Lebensbedrohung“ sich ändert. Ziemlich frustrierend teilweise muss ich sagen. Von einer Schockraumalarmierung ohne NA rede ich da schon garnicht.

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Oder liegt die Ironie darin, dass du im KH auf Augenhöhe sein willst, aber derartigen verallgemeinernden Mist bezüglich DGKP von dir gibst.

Es wird dein Geheimnis bleiben, wo hier eine Täter-Opfer-Umkehr stattfindet oder stattgefunden hat.

Von dir Ratschläge anzunehmen wäre in etwa so, wie sich von einem Blinden etwas über Farben erklären zu lassen. Also danke nein.

Ich glaube, es wäre ein guter Zeitpunkt für euch beide, euch wieder ein wenig zusammen zu reißen. Dieses Auftreten tut weder für euch noch für eure Berufsstände was gutes.

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