OÖ: „24jähriger erschlich sich als falscher Sanitäter mehrer

Wieder ein „falscher“ Sanitäter.
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http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/24-Jaehriger-erschlich-sich-als-falscher-Sanitaeter-mehrere-tausend-Euro;art4,2825517

Quelle: nachrichten.at

Es ist wirklich Zeit für eine entsprechendes Register, die Pflege wird ja ohnehin ab 1.7.2018 erfasst - aber Sanis sind da nicht dabei.

Dieser „Kollege“ hat auch schon als Famulant in zumindest einem hier nicht genannten KH sein Unwesen getrieben. Das müsste das Register auch noch abdecken…
Sprich, wenn man genügend Emergie vorgeht, knacke ich jedes System.
Wenn sich ein neuer Mitarbeiter „bewirbt“, der schon RS/NFS/… ist, kam man ja jetzt auch schon bei der alten Dienststekke anrufen und sich nach Soft Skills erkundigen. Das wäre in diesem Fall wirkungsvoll gewesen.

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Also jede Eventualiiät abzudecken wird interessant. Aber wenn ich den Artikel lese steht da im letzten Satz: „…mehrmals wegen ähnlicher Delikte angezeigt und verurteilt worden.“ Also zumindest in dem Bereich wo ich bin verlangt der „Verein“ einen Strafregisterauszug und da braucht es kein seperates Register, wie es jetzt bei der Pflege bei der Arbeiterkammer ??? :blush: kommt und selbst da dient der Herr dann vermutlich noch als Beispiel, wieso es notwendig ist, da er sich ja auch als „Pfleger“ ausgegeben hat.
Bezüglich der Abfrage

bei dem alten Arbeitgeber sehe ich etwas Probleme bei den „Soft Skills“ da das österreichische Recht dem Arbeitgeber schon viele Rechte einräumt sich zu erkundigen. Siehe hierzu: https://derstandard.at/1259280893882/Sie-fragen—wir-antworten-Ex-Mitarbeiter-und-Datenschutz-Was-ist-erlaubt
Für die Pflege sehe ich derartige Erkundigungen mit der Implementierung des Berufsregisters für Gegenstandslos, da der Ex-Arbeitgeber dem neuen Arbeitgeber nicht mehr sagen darf als im Register steht, aber die Personaler gerne das „Nichtgesagte“ und die paraverbalen Äußerungen am Telefon seitens des Ex-Arbeitgebers mit einbeziehen.
Mit Verlaub bei beruflichen Rettungskräften gibt es das Dienstzeugnis, was der Arbeitgeber bei Kündigung auszustellen hat und daraus ergibt sich die Verwendung der Person im Unternehmen und das sollte reichen. Wenn man hier noch eine Instanz einführen wöllte, müsste man Vorschreiben, dass das Dienstzeugnis dreifach zu erstellen ist und eine beim ehemaligen Arbeitgeber verbleibt, eine an die Arbeiterkammer (oder besser „Gesundheitsberufekammer“ als registerführende Instanz und eine an den Dienstnehmer zu übergeben ist. Wenn jetzt der neue Arbeitgeber meint, die ihm vorgelegten Dienstzeugnisse passen nicht kann er bei Kammer anfragen und diese schicken ihn gegen Bezahlung zur einmaligen Verwendung die Dienstzeugnisse des Bewerbers, weil dann wird die paraverbale Kommunikation zwischen den Arbeitgebern ausgeschaltet.

das verlangt beim Sanitäter nicht der Verein sondern tatsächlich das SanG

und da werden solche sachen nicht drinnen stehen schätze ich - da diese betrugsgeschichten wohl auf dem bezirksgericht abgehandelt werden vom strafrahmen her und diese verurteilungen nicht in den Auszug gehen.
lediglich Landesgerichtsverurteilungen sind dann drinnen (quasi ab körperverletztung oder schwerem betrug usw)

einfache verurteilungen scheinen dort (aus gutem Grund) nicht auf

Gerade beim sehr eingeschränkten österreichischen „Sanimarkt“ (wurscht ob EA oder HB) braucht man aber als Personalverantwortlicher üblicherweise nur zum Telefon zu greifen, da man ziemlich sicher über maximal 2 Ecken wen kennt, der die in Frage kommende Person kennt.

Das stimmt nicht.

In einem Strafregisterauszug steht alles, außer:

Freiheitsstrafen bis zu drei Monaten
Freiheitsstrafen bis zu sechs Monaten, wenn die Straftaten vor dem 21. Geburtstag begangen wurden
Bei einer Verurteilung, die eine Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher anordnet
Freiheitsstrafen bis zu sechs Monaten, wenn seit Beginn der Tilgungsfrist drei Jahre vergangen sind
Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr, wenn die Straftaten vor dem 21. Geburtstag begangen wurden und seit Beginn der Tilgungsfrist drei Jahre vergangen sind

Dabei ist egal ob es bedingt oder unbedingt, bei Geldstrafen kommt es auf die Ersatzfreiheitsstrafe an (2 Tagessätze = 1 Tag Haft → 180 Tagsätze sind 3 Monate, dh ab 181 Tagessätzen).

Es gibt Tilgungsfristen zu beachten - https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/30/Seite.300030.html - bei Erwachsenen steht eine Verurteilung zu max 1 Jahr Haft oder zu einer reinen Geldstrafe 5 Jahre, zwischen 1-3 Jahre (Freiheitsstraße) 10 Jahre und eine mehr als 3-jährige 15 Jahre drinnen.

Und es gibt die relativ neue Strafregisterbescheinigung Kinder- und Jugendfürsorge", die kann sowohl für Ehrenamtliche als auch für Hauptamtliche Tätigkeit verlangt werden. Bei der JUH muss die soweit mir bekannt auch vorgelegt werden.

Die einfache Körperverletzung (§ 83 -Bezirksgericht zuständig) hat eine Strafdrohung bis 1 Jahr oder 720 Tagessätzen, die steht also leicht amal im Auszug. Ebenso der einfache Diebstahl (§ 127) mit einer Strafdrohung von 6 Monaten oder 360 Tagessätzen.

heruntergebrochen auf den Inhalt hast du recht

ändert aber nichts an meiner aussage - selbst wenn er wegen leichten betrügerein hier geahndet wurde (unter 3 Monaten) - stehen diese sachen nicht im Strafregisterauszug.
Da geht es um eher „milde“ Delikte die niederschwellig behandelt werden.

deswegen habe ich geschrieben - die delikte die der person vorgeworfen wurden, werden nicht drinnen stehen - schätze ich.
Wenn es speziell als 1 Delikt abgehandelt wurde (gleiches vergehen an verschiedenen bezirksstellen), dann ist auch die tilgungsfrist hinfällig, weil er ist 1x verurteilt wegen dem selben delikt an mehreren aktenkundigen stellen

aber es tut mir leid, das ich es vereinfacht oberflächlich ausdrücken wollte, die in einem anderen thread angesprochene detailabhänigkeit bei rechtlichen themen wurde hier nicht berücksichtigt

wollte einfach sagen - das wofür er verurteilt wurde, stand wohl nicht im Strafregisterauszug weil dort nicht alles drinnen steht

In der Praxis muss man aber sagen, dass es es eher unwahrscheinlich ist, dass er bei mehreren Tagen weniger als 3 Monate bekommen hat.

Ein Betrug mit gefälschten Urkunden (also Zeugnissen) ist außerdem gleich amal ein schwerer Betrug (bis 3 Jahre Strafdrohung), da ist es sogar unwahrscheinlich das er mit einer bedingten davon kommt (ok, wenn junger Erwachsener vielleicht, wenn zuvor unbescholten vielleicht), aber jedenfalls werden es da mehr als 3 Monate.

Strafzumessung funktioniert so, dass man bei 1/3 der Strafdrohung anfängt und dann die Milderungs- und Erschwernisgründe anwendet (§§ 33, 34 StGB). Mit mehreren Taten (mehrere Leute betrogen) über einen längeren Zeitraum (Da reichen Wochen) hat er gleich amal einen fetten Erschwernisgrund.

Milderungsgründe gibt es viele (auch so Schmankerl wie „(wenn der täter…) durch eine nicht auf Arbeitsscheu zurückzuführende drückende Notlage zur Tat bestimmt worden ist“), da muss man halt eine gute Erklärung haben.

Der vielen bekannte G.S. kam doch auch mit einer bedingten davon. War zwar was ich mich erinnern kann mehr als 3 Monate, aber trotzdem bedingt. Obwohl das Spiel mit den gefälschten Urkunden bei ihm viele Jahre ging…
Mit den Milderungsgründen das er bis dahin unbescholten war, niemand zu Schaden gekommen ist, es ihm zu leicht gemacht wurde, usw. ist er ja anscheinend gut durchgekommen.

Und der war sogar mehrere Jahre hauptberuflich mit gefälschten Dokumenten tätig.