NEF-Praktikum: Zählt die Qualifikation – oder die Organisation?

Hallo zusammen,

mich würde eure Meinung zu einem Thema interessieren, das mir in letzter Zeit öfter untergekommen ist.

Mir wurde mehrfach berichtet, dass Sanitäter*innen anderer Einsatzorganisationen beim Roten Kreuz Burgenland offenbar kein NEF-Praktikum absolvieren können. Konkret habe ich kürzlich mit einem Bekannten vom ASB Niederösterreich gesprochen, der im Rahmen seiner NFS-Ausbildung ein NEF-Praktikum im Burgenland machen wollte. Trotz Kontaktaufnahme und Nachfrage kam jedoch nie eine Rückmeldung. Ähnliche Erfahrungen habe ich auch von anderen gehört mit dem Tenor, dass Praktika von „externen“ Sanitätern grundsätzlich abgelehnt werden, ohne dass jemals eine offizielle oder nachvollziehbare Begründung genannt wird.

Das wirft für mich einige Fragen auf:
Sollte bei einem qualitativ hochwertigen Rettungsdienst nicht die fachliche Kompetenz und Motivation im Vordergrund stehen und nicht die Farbe der Uniform? Gerade im präklinischen Bereich arbeiten wir im Einsatzfall organisationsübergreifend zusammen, verfolgen dieselben medizinischen Standards und letztlich dasselbe Ziel: bestmögliche Versorgung der Patient*innen.

Natürlich verstehe ich, dass es organisatorische, haftungsrechtliche oder ausbildungsbezogene Gründe geben könnte. Umso unverständlicher ist es für mich, wenn diese nicht offen kommuniziert werden und stattdessen der Eindruck entsteht, dass man sich pauschal abschottet.

Wie seht ihr das?
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht – sei es im Burgenland oder in anderen Bundesländern?
Findet ihr es gerechtfertigt, NEF-Praktika ausschließlich organisationsintern zu vergeben, oder sollte man hier offener sein?

Bin gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen.

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Ich seh nicht unbedingt den Auftrag „fremde“ Mitarbeiter auszubilden. Das ist ja kein bloßes schauen, sondern ein Teil der Ausbildung der seriöserweise gut geschult werden sollte - SOPs, Behandlungsleitlinien, MPG-Einschulung usw.

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NEF Plätze für NFS Praktikanten sind meistens relativ rar. Bei uns ist es zu „Stoßzeiten“ so, dass es eine Art Dienstrad für NFS-Praktikanten gibt, um zu ermöglichen dass alle fair zu ihren Praktikumsdiensten kommen. Da wäre schlicht gar kein Platz um externe einfach so fahren zu lassen.

Ich weiß auch von Bezirksstellen wo man als Externer Praktikumsdienste machen kann, allerdings eine Aufwandsentschädigung an die Bezirksstelle zahlen muss, was ich auch nachvollziehen kann.

Aber da wir die Beweggründe des RK Burgenland nicht kennen, ist es in meinen Augen sinnlos über diese Punkte in Bezug auf das RK Burgenland zu diskutieren. Allgemein ist das ein spannendes Thema aber diese Punkte zu implizieren:

Sollte bei einem qualitativ hochwertigen Rettungsdienst nicht die fachliche Kompetenz und Motivation im Vordergrund stehen und nicht die Farbe der Uniform?

finde ich persönlich nicht in Ordnung, weil dir für eine solche Einordnung wichtige Informationen fehlen

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Da scheitert es tatsächlich schon daran, dass man nicht gleichzeitig beim ASB Burgenland und dem RK Burgenland sein kann. Ohne RK Mitgliedschaft keine Dienstnummer und somit kein Eintragen in den Dienstplan möglich.

Außerdem muss man wissen, dass ASB und RK im Burgenland keine Freunde sind. Damit meine ich nicht die Mitarbeiter sondern die jeweiligen Obersten. Also so hart sich das auch anhört: Das RK Burgenland hat nichts von gut ausgebildet ASB Mitarbeiter. Ganz im Gegenteil.

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Geht bei uns auch nicht, da wir mit Müh und Not die eigenen NFS Anwärter und NA Anwärter unterbringen. Die Organisation würde dabei denke ich keine Rolle spielen. Anfragen bleiben aber jedenfalls nicht unbeantwortet so weit mir bekannt.

Also aktuell gibt es immer noch gewisse Abweichungen zwischen den Orgs und (zumindest in meinem Bundesland) auch keine übergeordnete Instanz, die da etwas anderes anweisen könnte. Das SanG gibt Grenzen vor, nicht aber Standards.

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Kann mich jmd bitte aufklären (als Wiener ohne RD Erfahrung außerhalb meiner Stadt), versteh ich das richtig:

Also im Burgenland, wo soweit ich weiß NEF Lenker und Fahrzeug exklusiv vom RK LV gestellt werden, hab ich z.B als burgenländischer ASB NFSiA defacto keine Möglichkeit ein NEF Prakitkum in meinem eigenen Bundesland zu absolvieren? Heißt das die gegenwärtig existierenden burgenl. ASB NFS sind in ihrem „Notarzt System“ Praktikum entweder nur RTW gefahren oder mussten für einpaar NEF Dienste in ein anderes Bundesland ausweichen? Oder bezog sich die Frage auf Organisation+Bundesland Externe?

Nachtrag: Frage hat sich geklärt. Hab offenbar überlesen dass es um Kolleg/Kollegin vom ASB NÖ im geschilderten Fall geht. Dann verstehe ich es schon mehr.

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Vorweg: Willkommen im Forum!

Weißt du warum genau der Bekannte so interessiert an einem NEF Praktikum in einem anderen Bundesland ist?

Ein NEF Praktikum in dem Bundesland und Notarztsystem in dem ich schließlich tätig sein werde (und das ich auch schon kenne) bist doch besser würde ich sagen?

BTW….es ist auch in NÖ nicht möglich als ASB Sani auf einem RK NEF Dienste oder Praktikum zu machen ohne RK Mitglied zu sein. Das ist jetzt keine Burgenland Eigenart.

Das kenne ich anders. Auf meinem heimischen NEF sind regulär NEF-Praktikanten des ASB. Diese verrichten auch in ASB Uniform den Dienst.
Möglicherweise müssen Sie im System erfasst werden, damit man sie im Dienstplan eintragen kann aber von Mitglied würde ich da noch nicht reden.

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Also in NÖ geht es grundsätzlich auf einigen NEFs, dass ASBler beim RK fahren (sofern der ASB nicht sowieso selber das NEF abwechselnd hat). Und teilweise war es bei uns in der RK Woche auch schon der Fall, das ASB NEF Lenker eingesprungen sind. Wird dann halt mittels Platzhalter im Dienstplan gelöst. Außerdem nehmen zu gewissen Zeiten die externen NFS Praktikanten von der FH durchgehend die Plätze ein. Ich denke das Problem sind leider oftmals Befindlichkeiten von Personen in den niedrigen Führungsebenen.

Als Problem wird teilweise auch der Versicherungsschutz genannt, wobei dann ein KH-Praktikum oder ein Praktikum bei der MA70 auch ein Problem darstellen müsste. (und das ist soweit mir bekannt ja alles gedeckt)

Genaues steht im RKNÖ Handbuch und das ist sehr positiv gegenüber externen Praktikanten.

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Ok dann lieg ich da tatsächlich anscheinend falsch. Zu meiner Entschuldigung muss ich aber sagen, dass ich im gesamten Industrieviertel tatsächlich in den letzten 20 Jahren noch nie was anderes als RK auf den NEF bzw. früher NAW gesehen habe. Wird wohl im Raum Sankt Pölten anders sein.

In Neunkirchen zB ist das problemlos möglich. Hier fahren regelmäßig ASBler als Praktikanten am RK NEF.

Die bekommen eine RK Nummer für die Zeit des Praktikums, aber RK Mitglied sind sie keines.

Man sieht zum Beispiel am NEF Baden auch des öfteren Azubis in ASB Uniform, teils sogar aus dem Burgenland.

Kurze allgemeine Frage in die Runde dazu:

Wer, außer Wien und NÖ bildet aktuell regelmäßig NFS am RTW aus?

Nachdem die Ausbildungszahlen ja aktuell fast überall steigen, die NEF Plätze aber nicht (oder sogar rückläufig sind) wärs ja an der Zeit, dass sich die primäre Ausbildung am RTW mit nur mehr einem Teil am NEF durchsetzen sollte.

Beim RK Tirol darf eine gewisse Anzahl an Praktikumsstunden am C-RTW verrichtet werden, mindestens 144h müssen am NEF stattfinden.

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Meines Wissens nach erlaubt OÖ, ASBÖ zumindestens, um die 40h am RTW-C

Nach etwas Recherche scheint es so zu sein, dass das Rote Kreuz beim NEF lediglich den Lenker stellt, während der restliche Betrieb vom Land Burgenland finanziert wird. Zusätzlich habe ich mit einem NFSiA aus dem Burgenland gesprochen, der selbst im eigenen Bundesland kein NEF-Praktikum absolvieren kann.

Der Bekannte von NÖ, will früher oder später im Burgenland als NFS tätig sein und wollte gleich im Zuge seiner NFS-Ausbildung das Burgenländische Rettungswesen kennenlernen.