Vorallem weil das ja auch durchaus gefährlich werden kann zb beim zuschwellenden Atemweg nicht gleich sofort mit der Maximaldosis zu starten oder einen Krampf nur halbherzig zu durchbrechen…
Ich glaube, dass die meisten LVs einfach keine Ahnung haben vom Stand der Wissenschaft, weil es einfach keine klinische Steuerung gibt, die sich damit beschäftigt, ob es neue relevante Leitlinien/Studien gibt. Die meisten Rettungsdienste begreifen sich als Patientenspedition und nicht als Gesundheitsdienstleister.
Stand der Wissenschaft und Rotes Kreuz.. ![]()
Wenn man sich die notfallmedizinische Ausbildung in den LVs ansieht… bei den Lehrabteilungen ist meistens eh schon Hopfen und Malz verloren weil es gibt wohl keine dogmatischere Ausbildung als die ÖRK-Ausbildung zum Lehrsanitäter..
Aber wenn man sich auch die Chefärzte ansieht - die ja als letztendlicher Verantwortlicher das über haben - was ich so rausgefunden habe, haben gerade mal die Hälfte einen notfallmedizinischen Background.. (Politik ist sowieso bei allen im Spiel, aber einige wissen zumindest aus erster Hand was Notfallmedizin bedeutet und wie man das betreibt)
Wien: Univ.-Prof. Dr. Siegfried Meryn - Gastroenterologe, hat ein Endoskopiezentrum
NÖ: Dr. Berndt Schreiner - Anästhesist und aktiver NA
OÖ: konnte ich nicht herausfinden wer da der Chefarzt ist
Stmk: Ass.-Prof. Dr. Berthold Petutschnigg: Allgemeinchirurg glaube ich, ist aber aktiver NA und im ERC aktiv
Ktn: Dr. Matthias Schwarz: Anästhesist und aktiver Notarzt
Salzburg: Dr. Udo Berger: Orthopädie/Unfallchir. Schulterspezialist mit eigener Praxis, k.A. ob aktiver NA?
Tirol: Dr. Thomas Fluckinger: Internist im niedergelassenen Bereich, konnte auch nicht rausfinden ob aktiver NA ist
Vorarlberg: Dr. Alexander Vonbank: Internist, Leiter der NFA im LKH Feldkirch
Burgenland: Dr. Reinhold Renner, Allgemeinchirurg, Primar der Chirurgie BHB Eisenstadt und niedergelassen, k.A. ob aktiver Notarzt (denke nicht
)
Was mir in der Diskussion hier noch zu kurz kommt: Wir sprechen über ein hochkritisch krankes Kind, dass ultimo verstorben ist. Gerade lebensbedrohliches Asthma bei Kindern ist selten, extrem schwer therapierbar und erfordert sehr viel Erfahrung. Ohne jetzt dabei gewesen zu sein, aber ich seh nur sehr wenige Notarztteams (nicht nur, aber speziell in OÖ), die so einer Situation präklinisch gewachsen wären. Die Message, dass die fehlende/durch den LV untersagte NFS-Medikation hier imminent lebensrettend gewesen wäre, ist in dem Licht doch eher spekulativ.
Und natürlich: Nichts tun dürfen ist furchtbar. Medikamente aufgrund fehlender Rechtssicherheit nicht geben dürfen ist furchtbar. Aber eigentlich würd ich mir hier den Aufschrei wünschen: Notärzte müssen echte Critical Care Profis sein (auf Ebene: eigener Facharzt, nicht Kurs+Rasterzeugnis) und NFS/NKx müssen in der Lage sein, den NACA 3-Schrott eigenverantworlich abarbeiten zu können, damit wir diese Notärzte genau für den hier gezeigten Fall freihalten können.
Eine gute Gelegenheit wieder mal auf der Seite von Dr Ben McKenzie vorbei zu schauen: https://www.amax4.org/
Ergänzung für Stmk:
Petutschnigg war auch jahrelang am C12 als Notarzt , Leiter des Schiffsfahrtmedizinischen Zentrum bei TUI Cruises (Fokus auf Prehospital Critical Care) und auch beim Medizinercorps recht aktiv.
Zusätzlich sind da ja auch noch Prim. Geza Gemes (Ehem. Rettungsmediziner , Aktiver Notarzt am C12 und Bodengebunden , Primar der Anästhesie im LKH Leoben und ehem. Ärztlicher Direktor BHB Graz) sowie PD Dr. Castellani (FA Kinder- und Jugenchirurgie , Aktiver Notarzt am Boden sowie derzeitig in Sonderfachausbildung in der Anästhesie).
Das Gremium ist ja ned schlecht und die Freigaben sind in meinen Augen auch besser geworden als früher.
Interessant wäre hier was gerade Castellani zu dem Fall sagen würde, da er ja eh die Fachkompetenz für Kinder besitzt.
OÖ: Univ.-Prof. Dr. Jens Meier (Vorstand der Universitätsklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin - Kepler Uniklinikum)
Und dennoch haben sie Esketamin von der AML gestrichen, weil sie eindeutig zu wenig Vertrauen in die NKVs in der Steiermark haben. Sollte man meinen, dass das ein Anlass sein sollte, die Ausbildung aufzuwerten, um solche Freigaben zu ermöglichen.
Es mag zwar viel Kompetenz in dem Gremium herrschen, aber die Fortschrittlichkeit wie in NÖ sucht man dennoch meiner Meinung nach vergebens.
Mich hat die Dienstführung mal beim Landesverband gemeldet, da im Algorithmus steht „EpiPen ODER Supra i.m.“, das oder wurde von der DF übersehen und meinten, ich hätte mich nicht an die Vorgaben gehalten, das muss gemeldet werden. Zusätzlich habe ich keinen NA nachgefordert vor der Anwendung des Supra und das sei gesetzeswiedrig…(NFS, nur Supra verabreicht, Patient nach vor Supra „halbkritisch“, danach stabil). Sie meldeten es tatsächlich, der Landesverband erklärte ihnen dann nur dass das alles goldrichtig war was ich gemacht hatte weil es ja AML 1 war und im Algorithmus ODER steht, somit gab es eine „entschuldigung“ in Form eines Anrufs ob ich nicht einen Dienst übernehmen könnte ![]()
Esketamin bedarf einer Überwachung mittels Monitoring und kontinuierlicher RR-Messung. Nachdem dies nicht auf den RTW’s vorhanden ist, ist die Streichung schon berechtigt. Allerdings könnte man ja auch die RTW’s (zumindest die noch nicht vorhandenen RTW-C) damit ausstatten.
Ist doch schön, wenn der LV einem den Rücken deckt.
Es braucht leider einfach seine Zeit, bis dass das Umdenken in den niederen Ebenen dann durchsickert.
Ich will dieses Fass nicht mehr aufmachen, weil es die Diskussion schon mal gab und es auch Leute gab, die hinsichtlich dessen anderer Meinung waren. Pulsoxymetrie und regelmäßige Blutdruckmessung ist auch ohne einen Corpuls oder ähnliches möglich.
Trotzdem wäre es schön, wenn es endlich Multiparametermonitore am RTW gäbe.
Ergänzung - gibt ein Gremium und einer davon ist aktiver NA, Leiter d. Notfallmedizin und LNA für das Bundesland
Einer war NA, fährt dzt aber nicht.