Krankentransporte ohne KTW

Nachdem das Thema „Krankentransport ohne KTW“ immer wieder aufscheint, aber ich offen gesagt keine Ahnung habe, wie das anderswo geregelt wird, würde mich mal als Vergleich interessieren, wie das bei euch gehandhabt wird.
Wenn wer was beitragen möchte, bitte wenn möglich mit:
Bezeichnung, Aufgabengebiet , Fahrzeugart (Anzahl der Tragsessel, Rollstuhlplätze, Sitze; welche Notfallausrüstung; welche sonstige Ausrüstung wie O2 etc., etwaige Sondersignalanlage), Besatzung.

Ich fang mal an (Stadt Salzburg):
Am Tag fahren rund 10 Fahrzeuge als BTWs (Behindertentransportwagen, fälschlicherweise oft als BKTW bezeichnet), die neben fixen Fahrten (Tageszentrum, Schülertransporte) prinzipiell alles übernehmen, was als Tragsessel, Rollstuhl oder relativ selten gehend angemeldet wird. Dazu zählen Dialysen, Heimtransporte, Termine im Krankenhaus oder beim Arzt, und auch Behindertentransporte (gibt da einen eigenen, sehr günstigen Fahrschein für Behinderte). Oft auch als Mehrfachtransporte. Einsätze als First Responder sind sehr unüblich, da kein Defi an Bord ist und Zivis prinzipiell nicht Einsatzmäßig fahren dürfen.

Als Fahrzeuge kommen 7 Mercedes Sprinter (bos-fahrzeuge.info/einsatzfahrz … TW_-_08251) zum Einsatz, die von vorne nach hinten mit zwei 3er-Sitzbänken (erste ist selbstverständlich für Fahrer und Beifahrer, zweite oft für Angehörige), 2 Tragsesseln und einem Platz für einen Rollstuhl ausgebaut sind (sonst kein Sonderausbau, also innen ganz normaler Sprinter). Funk und Car-PC sind vorhanden, ganz hinten befindet sich eine 2l-Flasche O2, zusätzlich führt das Fahrzeug noch Einmaldecken -und Leintücher, Hygienematerialien (SicSac, Flächendesinfektion, Nierentassen) und einen Notfallkoffer mit Verbandsset und Beatmungsbeutel mit sich. Zusätzlich gibt es noch 4 VW T5, die nur einen Platz für einen Rollstuhl und 3 Sitzplätze für gehende Patienten haben. Sie werden bevorzugt für Behindertentransporte herangezogen. Ein bis zwei MTWs (ebenfalls T5 mit 8 Plätzen) fahren auch jeden Tag, die übernehmen die wenigen Gehenden oder Blut- und Sachtransporte. Alle Fahrzeuge haben für den KAT-Einsatz eine fix montierte Leuchte auf dem Dach.

Besatzung sind 2-3 Zivis (oder selten ein angestellter Fahrer, der kein RS ist und ausschließlich BTW fährt), mindestens einer hat die Ausbildung zum Rettungssanitäter absolviert. Die Dienste sind anscheinend recht beliebt, da man wenig tun muss und oft nur 6-8h statt 10-12h (auf KTW od. RTW) hat. Die Fahrzeuge fahren jedoch in dem Zeitraum meist durchgehend ohne große Wartezeiten.

Ich hoffe, dieses recht fad wirkende Thema stößt auf Interesse, da es den Rettungsdient doch im Endeffekt sehr beeinflusst (RTWs und KTWs können besser vorgehalten werden) :smiley:.

Es sind mittlerweile über 15 BTW die im Dienst sind und es haben nicht immer alle einen RS dabei, da nur unqualifizierte Krankentransporte durchgeführt werden. Rest wird von KTWs abgedeckt. Die Dienstzeiten sind 10-12h. 6h haben vereinzelt Touren, welche durch einen EA besetzt sind, der nur Nachmittags kann.

Die Leuch5e ist nicht für KAT Zwecke montiert, sondern ganz einfach aufgrund des Mautgesetzes dür sie Autobahn zur Vignettenbefreiung.
Einsätze werden, wie du richtig erwähnt hast, damit nicht gefahren, da ZDL bei uns keine Einsätze fahren und auch nicht zu solchen disponiert werden (auch nicht am KTW)

Österreichweit sind wir da ziemlich alleine mit diesem Konzept von Trennung RTW - KTW - BTW :wink: m.M. Bringt es viel, weil die Ressourcen da eingesetzt werdne können, wo man sie braucht und vor Allem für was sie eigentlich da sind

Bei uns am Land schauts da leider anders aus… :blush:

Schau mal nach Wien :wink:
Aber du hast recht, Salzburg ist das einzige Bundesland, dass beweißt, dass Patientenbevörderung, qualifizierter KT und Notfallrettung aus einer Hand kommen können und trotzdem getrennt sind (y)

Wien nehme ich sowieso immer aus :slight_smile:

Tja, wenn bei Euch nur RTW stehen, seids selbst schuld … im restlichen Bundesland stehen auch KTW und RTW und fahren auch meistens das, wofür sie da sind :slight_smile:

Hab da eher das mit den Zivis gemeint, die dürfen bei uns auch RTW´s alleine besetzen; werden aber halt meistens dann nur zu KT´s disponiert, solang ein anderes Auto mit einem Hauptberuflichen da is.

das ist korrekt - dann fährt er auch als KTW und nicht als RTW :wink:

Das Problem ist die Krankenkassen sollten mit den Taxiunternehmen abrechnen und dann erledigt sich das Problem von alleine, da derzeit ist es ein muss mindestens einen KTW anzufordern, wenn ich eine schwergehfähige Person habe auch wenn es reicht, wenn man die Person zum Taxi und vom Taxi zum Arzt begleitet.
Nur eine Aufschlüsseilung der Krankentransporte in Liegendtransport ohne medizinische Intervention, Liegendtransport mit medizinischer Intervention ( in der Masse Sauerstoffgabe), medizinischer Krankentransport sitzend mit oder ohne Begleitung und Krankentransport schwer gehfähiger, würde halt mit dem letzten Bereich ca. 60 % der Fahrten an Taxiunternehmen fallen, welche dies in Deutschland schon seid Jahrzehnten bewerkstelligen und dies ganz ohne Ehrenamtliche.
Doch damit würden die Gelder für die Vereine halt auch entfallen und daher wehren sich die Vereine massiv.

Das glaube ich nicht. Wenn die Vereine so schlau sind, diese Dienstleistung selber anzubieten, bleibt das Geld da. Siehe Salzburg.
Wenn die Vereine allerdings so stur sind und darauf beharren, das sie nur qualifizierten KT anbieten, wird irgendwann sich so ein böser Privater breit machen. Siehe Wien.

Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber soweit ich das vom RK weiß, dürfen zB in NÖ gar keine „Taxifahrten“ durchgeführt werden, da sonst sofort die Klage der Taxiinnung eintrudeln würde.
Konkret dürfen mit dem BKTW (PKW mit 1x RS, kann nur gehfähige Patienten transportieren) nur Dialyse-, Strahlen und Chemopatienten zur und von der Behandlung gefahren werden. Das ist dadurch argumentiert, dass diese Patienten potentiell die Betreuung durch einen Sanitäter brauchen und deshalb nicht mit dem Taxi fahren können. Den gleichen Patienten dürfte man zB nicht gehfähig vom KH nach Hause fahren nachdem er sich den Finger gebrochen hat, der muss selbst zusehen wie er nach Hause kommt (Angehörige, Taxi, Öffis, …)

Patienten die keine medizinische Behandlung brauchen, aber nicht gehfähig sind (zB Rollstuhlfahrer) dürften meines Erachtens auch nicht mit dem KTW transportiert werden, hier wird aber großzügig trotzdem ein TraPo ausgestellt. Wahrscheinlich müssten diese Personen (keine Patienten) mit privaten Betreibern fahren die ohne RS auskommen, und wahrscheinlich dürfte das RK in diesem Bereich keine Dienstleistung anbieten.

Was dürfen? Man braucht halt eine Konzession (Gewerbeschein) für das Mietwagengewerbe. Die zu bekommen ist jetzt ned schwer, das RK hat vl derzeit keine, aber ein großes Problem ist das nicht.

Genau das ist der Punkt.

Ich glaube nicht das es ein Problem wäre das die Vereine eine Konzession für das Taxigewerbe beantragen und auch erhalten. Was interessanter werden kann ist das die Taxiinnung dann gegen Lohndumping mobil machen könnte, da bei uns der Verein bei der Zahlung der Aufwandsentschädigung von 2,20 € die Stunde die Leistung nicht mehr als freiwillige Stunde wertet. Damit kann dann die Taxiinnung sagen: „Der Verein betreibt Lohndumping und zerstört somit sozialversicherungspflichtige Job’s“
Amsonsten wer kennt sich in der Steiermark aus, ich muss für einen Transport zum Röntgen oder zur Untersuchung Grünes Kreuz, ASBÖ oder ÖRK und ja theoretisch auch den GRK rufen, wenn ich den Transportschein habe auch wenn die Person zum „RTW“ gehen kann? Das einzige wo andere Fahren ist das Dialysetaxi und sorry wir sind halt mit der Pünktlichikeit nicht so ganz zufrieden und bei Taxis klappt es halt, nur können die nicht abrechnen.

Eine GmbH im Besitz des gemeinnütziges Vereins kann sich eine Mietwagenkonzession besorgen, dass ist kein Problem. Allerdings hat diese GmbH dann noch keinen Vertrag mit den Krankenkassen… Ich kenne einen Verein der genau das schon mal probiert hat, ist daran gescheitert, dass es seitens der Krankenkassen keinen Vertrag gab und dieser auch nicht zu bekommen war.

Diese Aussage stimmt nicht so richtig. Die angeführten Behandlungsarten sind die einizigen die von der NÖGKK (zur Gänze) übernommen werden. SVB, WGKK, VAEB… übernehmen auch gehfähige Transporte solange die Patienten einen Transportschein dafür haben. Auch Heimtransporte von der Reha und Sekundärtransporte (KH zu KH) werden oft gehfähig durchgeführt und auch von der KK bzw. von der Landesklinikenholding (in NÖ) bezahlt.

Wenn man halt jemand von der Disco nach Hause (überspitzt gesagt) bringt und dafür Geld verlangt, ist es „illegal“.

Du hast völlig Recht, als ich „in NÖ“ geschrieben habe, bin ich von NÖGKK Versicherten ausgegangen, das trifft aber natürlich bei weiten nicht auf alle zu…

In Wien machen die 6 Hilfsorganisationen qualifizierten Krankentransport, mind. 2 RS Besatzung und entsprechendes Fahrzeug, oft auch als N-KTW (am Land würde das Fahrzeug RTW heißen) ausgerüstet, welche zusätzlich zu den eigenen Transporten und internen Anforderungen (Rufhilfe, Pflegeheime usw.) auch über die MA70 - 144 vorwiegend Omega- und Alpha-Codes übernehmen. Die Berufsrettung fährt hauptsächlich Einsätze, Krankentransporte - selbst wenn sie unter 144 eingehen - werden idR an die Hilfsorganisationen weitergegeben. Die Berufsrettung hat mind. 2 Sanitäter auf jedem Auto, davon ein NFS beim Patienten. Die Fahrzeuge würde am Land „RTW-C“ heißen.
Dann gibt es die Mietwagenunternehmen (fahrtendienstzentrale.com/) die 1-2 Mitarbeiter mit Erste-Hilfe-Schulung (bzw. viele ehemalige Sanitäter der Hilfsorganisationen) auf ihren Autos haben und auch mit Tragebehelfen arbeiten und über die WGKK abrechnen - das was am Land wohl „ATW“ „BKTW“ „KTW-B“ usw. machen.

N-KTW ist meistens ein Flachdach T5/6 oder? Das würde selbst bei der alten NÖ RD MAV kein RTW sein.

Die KTWs sind Wien sind fast alle Mittelhochdach T5/T6.