Gaffer, filmende Schaulustige, Selfies...

In verschiedenen deutschen Zeitungen wurden zu diesem Thema verschiedene teilweise erschütternde Artikel veröffentlicht. Über retungsdienst.de bin ich zufällig darauf gestoßen und möchte dieses Thema anhand der Beispiele mal zur Diskussion stellen. Wie aktuell ist dieses Thema bei uns?

Quelle: Nordkurier

Quelle: (Lokales - Duisburg)
Ob da der Dr. Marx tatsächlich recht hat … ?

Quelle: (Lokales - Duisburg)

Quelle: (Panorama)

Quelle:

Das waren jetzt einmal zu Einstimmung einige Zeitungsartikel, die zugegebenermaßen teilweise ziemlich reißerisch sind, aber sie rüttel auf und wecken auch in einem alten Hasen einiges an Emotionen.

Meine Fragen an Euch:

:question: Wie ist die Lage bei uns in Österreich - auch schon so extrem?

:question: Habt ihr selbst schon Zwischenfälle mit Gaffern/Schaulustige… erlebt, ich meine nicht die herumstehenden, sondern die „invasiven Gaffer“ wie hier beschrieben?

:question: Wie war eure Reaktion darauf? Habt ihr versucht, wie vom Ärztlichen Leiter des RD der FW in Duisburg vorgeschlagen, die Gaffer einzubinden… ?

:question: War die Polizei eine Hilfe in dieser Situation, oder überfordert…

Wie auch immer, in einem solchen Ausmaß habe ich noch nicht erlebt, zumindest kann ich mir Gedanken für ein mögliches Szenario machen.
So im Kleinformat kenne ich das von Ambulanzdiensten auf Festen wo Spezln den kollabierten Freund filmen (und ins Internet stellen). bzw. bei der Versorgung (unabsichtlich) stören.
Mein bisheriger negativer Spitzenreiter war eine Versorgung direkt vor einem Würstlstand, der Pat. liegt am Boden und wird von uns versorgt, da steigt eine Person direkt über den Patienten geht zum Standler und schafft sich was an.
Ich habe ihn darauf hin angesprochen und war schlussendlich froh dass ich von ihm keine gelangt bekommen habe.

Einbinden, ich kann mir nicht vorstellen dass es geht. Was soll ich ihnen anschaffen, kann ich erkennen ob sie nicht alkoholisiert sind? Was ist wenn nachher jemand sagt ich wurde vom RD bei der Versorgung gebraucht, seither bin ich traumatisiert und benötige eine Therapie, in .at ist ein „Körper schaden“ nach einer Hilfeleistung einem Arbeitsunfall gleichgestellt;

Auf der anderen Seite ist es nicht verwunderlich dass die Schaulustigen was sehen wollen. Flimmert nicht gerade immer auf irgend einem Pivatfernsehkanal ein Filmbeitrag wie z.B: „im Einsatz“, „auf Streife“, daher ist es für ihn nichts was man nicht aus der Nähe ansehen sollte.

In Wien ist es teilw. extrem.
Auf der einen Seite die Gutmenschen die dich einweisen als würden sie einen Hubschrauber einweisen und dann den Alkintox Pat. im Schoß liegen haben und liebkosen. Das sind dann oftmals Leute,die dir bei der Ankunft gleich eine fundierte Diagnose mitteilen, dir die Arbeit erklären und sowieso alles besser wissen. Oft auch Ärzte oder anderes vermeintliches medizinisches Fachpersonal. Das betrifft meistens die Gegend innerhalb vom Gürtel.

Auf der anderen Seite die Leute, die wie in den Artikeln beschrieben, mit dem Handy filmen und gaffen. Geht oft soweit, dass sie dir im Weg herumstehen und das handy ins Gesicht halten oder noch schlimmer dem Pat.
Die Polizei regelt das meistens sehr gut ansonsten probierst du halt den Pat. schnell in den Rtw zu bringen und dich nicht ablenken zu lassen. Das betrifft meistens die sozialen Brennpunkte in der Dtadt. Gaffer wird’s immer geben, per se auch nicht so das Problem solange ich nicht behindert werde oder mir gesagt wird was ich tun soll.

@user Das sind dann auch die Gutmenschen die alles „herbestellen“ was verfügbar ist, weil irgendein Obdachloser seinen Rausch ausschläft… :wink:

Ich persönlich hab bisher in Wien noch nie wirklich Probleme damit gehabt. Natürlich stehen vor allem bei Einsätzen auf der Straße die Leute herum und schauen (vor allem bei Haltestellen wenn sie auf irgendwas warten :smiley:), aber solange ein gewisser Abstand gewahrt wird und ich mich in Ruhe auf meine Arbeit konzentrieren kann störts mich eigentlich kaum. Man schaut halt, dass man den Patient nach Möglichkeit schnell ins Fahrzeug bringt und damit ist es dann meistens eh erledigt. Ist wahrscheinlich auch irgendwie in der Natur des Menschen drinnen, dass man schaut wenn irgendwas ist…

Ich hab noch von niemandem gehört, dass es schon mal so extrem war wie in Deutschland, wo die Leute den Rettungshubschrauber belagert haben. Sowas geht eindeutig zu weit.
In der Regel lassen sich die Leute eh von uns auch was sagen, genauso wenn wir uns irgendwo durchkämpfen müssen, zB. auf Rolltreppen oder wo auch immer. So viel Respekt ist zum Glück doch noch vorhanden.

Ich hatte am Land bisher eher selten Probleme, bei einem Brandgeschehen in der Innenstadt jedoch viele viele Handies gen Himmel gerichtet. Ich hab dann einfach selber möglichst auffällig in Richtung „Schaulustigenfotografen“ fotografiert und die Message wurde gottseidank auch verstanden.

Nun ein paar duzend Smartphones rundherum sind bei einem Einsatz im öffentlichen Bereich fast bereits Alltag. - Nicht selten findet man sich dann ein paar Stunden später auf youtube bzw. im „Leserreporter“-Bereich der Zeitschrift Heute. - Meist jedoch aus einigen Schritten Entfernung und ohne direkte Behinderung. - Das die meisten von uns darauf verzichten könnten gefilmt oder fotografiert zu werden - klar - aber manchmal lässt es sich in einem Beruf in dem man in der Öffentlichkeit steht, halt leider nicht vermeiden.

Wirklich bedrängt fühlte ich mich bis jetzt erst einmal bei einer Reanimation direkt vor einem Bahnhof wo sich binnen wenigen Minuten eine Menschentraube aus duzenden Schaulustigen eng um uns herum bildete. Ein kurzer Funkspruch um Polizei zwecks Schaulustiger lies bereits 2min. später das erste Fahrzeug eintreffen: Ein Zivilfahrzeug und ein ziviler Krimineser mit einer Polizei-Überwurfweste der durch die Menschenmenge stürmte einen lauten Brüller los ließ, was denn das da solle und das gefälligst alle mindestens 10m zurück gehen sollen - so schnell wie die Traube sich gebildet hatte, löste sie sich auch wieder auf. - Highlight war dann auch noch wie er gleich die 2 Trankler von danebenliegenden Bank verscheuchte, welche die unerwartete Action-Unterhaltung am Bahnhofsplatz quasi erste Reihe Fußfrei genossen hatten.

DAS wäre mal eine gute Idee… oder? :laughing: :laughing: :laughing:


… von heute …

Irgendwie hab ich das Gefühl, der gafft mich an… :open_mouth:


Quelle: Facebook Rettungsgasse

Ist einmal für die Fa. Mkt in Bad Aibling gewaltig in die Hose gegangen.
Die Gafferfotografen haben das Bild des die gafferfotografierenden Sanitäters „umgedreht“ und als selfisanitäter :astonished: vor der Kulisse der Zugkatastrophe betitelt. Immageschaden maximal!
War in vielen Zeitungen zu sehen. Die Erklärung von Mkt dazu ist medial nie angekommen.
Leider kann ich den link zum Bild nicht einkopieren. Google