Servus, ich bin aktuell in der RS-Ausbildung und fahre jetzt schon neben der Theorieausbildung meine ersten Praxisdienste.
Wir waren zu dritt am SEW (2 RS und ich) und wurden zu einem Einsatz an einer Schule alarmiert.
Ein Schüler wurde im Turnunterricht an den Beinen gezogen und verspürt deswegen sehr starke Schmerzen entlang der Wirbelsäule, neurologisch aber unauffällig.
Unser Plan war, ihn mittels Schaufeltrage auf die Vakuumatratze umzulagern und dann ins KH. Weil seine Schmerzen aber beim Umlagern so stark waren, haben wir erst mal davon abgesehen und ein NEF dazugeholt. Ein SEW-N (SEW mit C3 und einem Notfallsanitäter NKV) kam zwischenzeitlich auch dazu, fuhr aber wieder, weil der NFS laut seiner Aussage bei einem Kind keine Schmerzmittel verarbreichen durfte.
Während wir auf das NEF gewartet haben, habe ich die Trage geholt und die Vakuumatratze vorbereitet, die beiden RS haben den Patienten betreut. Als das NEF kam, habe ich die NEF Besatzung zum Unfallort gebracht und durfte mir gleich vom NEF-Fahrer eine blöde Bemerkung anhören („Ich wollte gerade die Vakuumatratze vorbereiten, dann seid ihr gekommen. Ich zeig euch mal wo der Pat liegt“ - „Ja und warum machst du das dann jetzt nicht mehr?“). Als die Vakuumatratze einsatzbereit war, ging ich zurück zum Patienten, der gerade aufgeschaufelt wurde. Die Notärztin hat sich übrigens gegen die Verabreichung eines Schmerzmittels entschieden und half nur bei der (sehr schmerzhaften) Umlagerung. Wir haben dann den Pat. auf der Schaufeltrage zum Eingangsbereich getragen, wo bereits die Trage mit der Vakuumatratze bereit stand. Wir haben ihn einvakuumiert, ich trage die Schaufeltrage, Tablet, Gegenstände des Patienten und soll das Auto aufsperren; die RS haben den Patienten transportiert, die Notärztin trug einen unserer Rucksäcke und noch eine Tasche aus dem NEF, der NEF-Praktikant den C3 und NEF-Rucksack.
Der NEF-Fahrer stolzierte mit dem Autoschlüssel zum NEF, während ich mich abschleppte und versuchte, ohne freie Hände unseren SEW aufzusperren. Auf meine Bitte, ob er mir etwas abnehmen könnte, lachte er nur und meinte: „Nein, das gehört in dein Auto, nicht in meines. Das geht mich nichts an.“
Dann fuhr das NEF, die Notärztin begleitete unseren Transport nicht. Der Patient hatte während der Fahrt weiterhin starke Schmerzen.
Das war mein erster und bis jetzt einziger Einsatz mit Notarzt. Eine richtige Nachbesprechung gabs nicht, laut den beiden RS und auch anderer Kollegen ist der NEF-Lenker eh schon für seine schroffe Art bekannt.
Wie bewertet ihr die Entscheidung, dem Patienten keine Schmerztherapie zu geben? Hättet ihr in dem Fall Schmerzmittel verabreicht? Wieso (nicht)?