Erfahrungen mit Assistenzsystemen in Fahrzeugen

Hallo zusammen,

Mich interessiert, wie eure Organisation mit den Assistenzsystemen in Fahrzeugen umgeht. Bei uns gibt’s die Regel, dass Sicherheitssysteme nicht deaktiviert werden dürfen. Das sorgt für Probleme, besonders wenn wir durch die Rettungsgasse fahren – der Spurhalteassistent lenkt ständig gegen und macht das echt schwierig.

Außerdem haben wir ständig Fehlalarme, zum Beispiel von den Sitzsensoren, Rückfahrsensoren und noch ein paar anderen. Das kann ganz schön nervig sein und lenkt beim Fahren ab.

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Bei uns wäre mir dazu keine dezidierte Regel bekannt. Spurhalteassistent schalten viele FahrerInnen beim Blaufahren aus, weil es durchaus schon zu problematischen Situationen gekommen ist. Die restlichen Systeme funktionieren eigentlich ganz gut bei den aktuellen RTWs (bis auf die schmerzlich vermisste Rückfahrkamera).

Sitz- bzw. Gurtsensoren vom Patientenraum sind bei uns nur ein Leuchtmelder (stört also nicht und leuchtet hin und wieder mal z.B. bei Bodenwellen falsch auf). Der Warnton bei einer geöffneten Tür ist mittlerweile recht penetrant laut und kann leider nicht quittiert werden. (bei einer Fehlfunktion vom Sensor recht nervig)

Bei den T6 KTW bzw. Caravelle NEF gab es schon öfters Fehlalarme vom Notbremsassistent bei denen sich nie ein Objekt davor befunden hat.

Gurtwarner sind bei uns Herstellerseitig deaktiviert (genauso wie start stop).

Ansonsten gibt’s dazu auch keine Regeln.

Was genau ist das Problem mit Gurtwarnern? Solange nicht alle angeschallt sind bewege ich als Fahrer das Auto keinen Millimeter. Spurhalteassistent ist nerviv. Da stimme ich zu.

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Gibt halt in meinen Augen zig Gründe bei denen ein anschnallen nicht praktikabel bzw. sinnvoll ist. Ist ja auch nicht dein Kaffee als Lenker solange alle deine Kollegen 14+ sind, wovon ich ausgehe. Da ist es für die Lenker so semi-leiwand wenn vorne der Warner bimmelt.

Danke für die Antworten. Welche Ausbauer werden bei euch eingesetzt?

In Tirol reagieren die optischen Gurtwarner schon auf Decken und Ähnliches, und die Massesensoren piepsen bei starken Erschütterungen.

Vor allem die Sprinter bremsen rückwärts selbstständig. Man wird teilweise beim Einparken in die Garage abrupt abgebremst.

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In welchen Gründen ist es sinnvoll, in einem (eventuell sogar mit Sondersignalen) fahrenden Rettungsfahrzeug, nicht angeschnallt zu sein?

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Schließe mich der Frage an. Das nicht anschnallen vor lauter „brauch ich nicht, engt mich ein, ist nicht cool“ etc sollte seit ein paar Jahrzehnten vorbei sein. Noch mehr in einem Einsatzfahrzeug

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Ich sehe es schon ein, dass es einige wenige Gründe gibt, sich während der Fahrt von den Zwängen des Gurts zu befreien. Das kann dem Fahrer mitgeteilt werden, damit dieser seine Fahrweise hoffentlich entsprechend anpasst.
Was mich jedoch immer wieder aufregt und auch schon zu „Streits“ im Dienst geführt hat, ist das Konsequente nicht-anschnallen. Einerseits bei Patienten die während der Fahrt keinerlei Interventionen benötigen, andererseits teilweise sogar bei Leerfahrten zum Schachtelwirt. Ich persönlich hatte schon die Situation, dass ein Kollege durch den Patientenraum geschleudert wurde (glücklicherweiße ohne Verletzungen), da er es für eine kluge Idee hielt, bei rund 80km/h im Stadtverkehr aufzustehen um sich Handschuhe zu holen.

Dementsprechend befürworte ich Gurtwarner im Patientenraum. Mit einem Piepen wenns einmal nötig sein sollte kann ich leben. Mit einem toten Kollegen nicht! (Auch wenns rein rechtlich „nicht mein Kaffee“ ist

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Bei uns werden mit Blaulicht An die Assistenzsysteme ausgeschalten.

welche Sprinterversion habt ihr - wäre mir noch nie aufgefallen dass die das machen.

Was mehr stört finde ich ist der Spurhalte- und Bremsassistent in der neuen Generation sowie die Geschwindigkeitswarnung.

Ja die neuen Sprinter bremsen wirklich krass oft beim Rückwärtsfahren. Auch wenn das Hindernis wirklich sehr sehr weit weg ist (also wirklich 5-10m entfernt bremst das Auto ganz plötzlich extrem - vor allem wenn z.B ein Auto hinter einem auftaucht - mir kommts manchmal so vor als würd sich der Sprinter „erschrecken“ das wer kommt und bremst dann einfach) - ist wirklich ultra nervig.

Wenn man einen psychotischen Patienten transportiert und in seiner Zeit auf der Psychatrie gelernt hat wie schnell so jemand von 0 auf 200 fahren kann insbesondere wenn er/sie checkt dass die Polizei nimma da ist und der RD sich im Durchschnitt mehr segieren lässt als ein Psych Pfleger oder ein Psychiater.

Wenn man einen Patienten unter laufender CPR transportieren muss und der Lucas A nicht verfügbar oder B eine Fehlfunktion hat.

Wenn man einen Patienten transportiert und sich dieser aus etwaigen Gründen nicht ordentlich maschinell beatmen lässt.

Da kann es halt noch 1000 andere Gründe geben, die auch einen Sinn ergeben können, eventuell macht es aber auch keinen Sinn wenn sich ein Kollege nicht anschnallt, da dann aber drauf zu beharren und sich als Lenker quer zu stellen wäre zumindest bei uns nicht normal und komisch. Und das war mein Punkt, nicht das man sich nicht anschnallen soll. Es ist halt nicht die Aufgabe und Verantwortung des Lenkers.

Witzig wie anders das wo anders gelebt wird. Sobald sich der RTW bewegt ist der Fahrer „in command“. Wie auf einem Boot oder Flugzeug.Da hat jeder ungefragt dass zu machen was der Fahrer sagt. Medizinische Sachen entscheiden natürlich weiterhin Transportführer oder NA. Aber eben im stehenden Fahrzeug.

Wenn der Fahrer sagt er fährt nicht los, bis alles angeschnallt sind, dann ist das zu 100% zu akzeptieren. Als Fahrer hast du nicht nur die Verantwortung für deine komplette Mannschaft inkl. Patienten sondern auch für alle Verkehrsteilnehmer rund um dich.

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