BVRD-Umfrage: Potenzialerhebung für den Rettungsdienst in Vorarlberg

Der BVRD hat im Herbst 2024 eine Umfrage unter den Sanitätern in Vorarlberg gemacht. Die Ergebnisse davon wurden gestern beim ersten ThinkTank des BVRD in Vorarlberg präsentiert.

Es ist schade, dass von ~1400 Sanitätern in Vorarlberg es nur 127 Rückmeldungen gab. Ein Grund dafür ist sicher, dass das RK Vorarlberg sich geweigert hat die Umfrage an seine Mitglieder weiter zu leiten.

Die Ergebnisse sind nicht all zu überraschend. Gewünscht wird unter anderem:

  • Zielgerichtete Ausbildung und Einsatz (RS am KTW, NFS am RTW)
  • Elektrohydraulische Tragen/Raupenstühle
  • Standardisierte Notrufabfrage
  • Etablierte Verweismöglichkeiten (Hausarzt, Soziale Dienste, ..)
  • Eine dreijährige Ausbildung
  • Durchgängige Trennung KTP/RD
  • Durchlässigkeit in andere Gesundheitsberufe

Auf die Frage wie gut der Rettungsdienst in Vorarlberg für die Zukunft gerüstet ist, war das Ergebnis ein NPS Score von -74 (Werte liegen zwischen -100 = schlecht und +100 = gut).

Die Ergebnisse zur Umfrage findet ihr unter Potenzialerhebung für den Rettungsdienst in Vorarlberg

Ein Interview dazu erschien zeitgleich online Sanitäter in Vorarlberg fordern besser Ausrüstung und Ausbildung (leider mit Paywall)

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Scheint eine Gegendarstellung vom RK zu geben

Leider auch hinter einer Paywall

Ich paraphrasiere die wichtigsten Punkte in dem Artikel:

  • Österreich kann nicht mit Schweiz oder Deutschland verglichen werden da die Organisation, Finanzierung und das Gesundheitssystem unterschiedlich sind und wir viel mehr Ehrenamtliche haben
  • Elektrische Tragen ist hinfällig, weil man gerade an der Einführung dran ist
  • Der Telenotarzt startet jetzt durch und wird die Spitäler entlasten
  • Wir brauchen keine starken Schmerzmittel wie das RK NÖ, weil wir im Vergleich zu Niederösterreich kurze Wegstrecken haben
  • Wir haben viel mehr Ehrenamtliche die beim Großschadensereignis von Vorteil sind
  • Und zur dreijährigen Ausbildung: “Man darf in Österreich die Frage nicht außer Acht lassen, wie das Ehrenamt integriert werden kann”

Wie lange sind denn die Strecken in Niederösterreich?

Vom Bregenzer Wald oder dem hinteren Montafon bis ins Schwerpunktkrankenhaus dauert die Fahrt mindestens 45 Minuten, vom Lechtal aus mindestens 50 Minuten. Bis zum lokalen Krankenhaus kann es je nach Standort bis zu 40 Minuten dauern.

Da ich ab und zu auf einem der entlegensten Stützpunkte in NÖ Dienst mache, kann ich berichten, dass von hier aus in ein Schwerpunktkrankenhaus mit Traumatologie der Transport mit SoSi zwischen 50-60 Minuten dauert. Gerechnet ab Wache. Es gibt manche Ecken, da brauchst du länger. Bei uns heißts also praktisch immer wenns geht gelbe Tonne :wink:

Das Argument ist also Blödsinn. Vor allem weil hier wieder nur die Zeit zwischen Eintreffen RD und Ambulanztür gerechnet wird, nicht die Zeit zwischen Eintreffen RD und Therapie im KH.

edit: Abgesehen natürlich davon, dass mein Patient sein Recht auf Schmerztherapie nicht verliert, nur weil er in einer Stadt mit Maximalversorger lebt!

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Also wenn man nur kurz fährt, was auch immer nur kurz ist, dann darf der Patient ruhig Schmerzen haben?

Sowas 2025 immer noch hören zu müssen ….

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Selbst bei relativ kurzen Transportwegen ist das Argument Unsinn.

Mein Patient bekommt ja nicht nur eine Schmerztherapie wenn der Weg lang ist. Oft ist diese ja für Umlagerungen oder dergleichen indiziert.
Wenn ich also nur 10 min ins KH fahre darf er beim umlagern Schreien?

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Und im Krankenhaus darf er auch noch die Ersteinschätzung abwarten, dann evtl. nochmal warten bis ein Arzt Schmerzmittel anordnet und die Pflege Zeit hat das Medikament zu verabreichen. Wenn das Team gerade einen Schockraum versorgt oder anderwärtig gebunden ist, kann das auch Mal über 30 Minuten dauern…

Ah ja hab außerdem ganz vergessen: wenn der Patient keine Schmerzen hat kann der Arzt ja keine Untersuchung mehr machen /s.

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Ich versteh es nicht. Warum sagt jeder, dass sich Ehrenamt und eine gute Ausbildung widersprechen muss? Hat doch im NAW-System auch lange genug funktioniert, dass eine Position aufgrund der langen Ausbildung fix Hauptberuflich besetzt wurde…

Abgesehen davon hat Deutschland auch ehrenamtliche Katschutz Einheiten und First Responder, trotz 3 Jähriger NFS-Ausbildung. In Großbritannien und Australien gibt’s ebenso Ehrenamtlich besetzte First-Responder Dienste.

“AbEr DaS EhrEnAmt” war schon DAS Totschlagargument aufgrunddessen wir 2002 nur die Minimalvariante des SanG bekommen haben. Das darf uns nicht schon wieder passieren (Siehe: BVRD Timeline San-Gesetz. Wir könnten seit 20 Jahren einen 2 Jährig ausgebildeten “Diplomierten Rettungsassistenten” haben)

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aber wie sollen dann die ganzen ehrenamtlichen ihre blaulichtgeilheit ausleben wenn die ausbildung länger dauert!

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