RDaktuell: Telenotarzt-System: Erfahrungen, Entwicklungen und Zukunftsperspektive

Laut Maßnahmen im österreichischen RD haben alle ASS zumindest p. o. freigegeben, außer das RK Kärnten :see_no_evil_monkey:

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Ja, wenn es die Übernehmende PCI will.

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Danke für die Rückmeldungen, mir kommt nur vor selbst nach Rücksprache mit dem übernehmenden Herzkatheter wurde es nie mehr gegeben bei den Patienten, die ich seit der Anpassung der Leitlinie hatte. :sweat_smile:

Ich glaube, man muss die Kirche im Dorf lassen und STEMI/OMI Patienten (sofern sie richtig diagnostiziert wurden) weiterhin großzügig mit einem Notarzt alias notärztlich therapieren.

In einem nicht unbeträchtlichen Umfang gibt es rhythmologische Events oder KL-Stillstände. Sanitäter sind in Ö weiterhin nicht vollumfänglich für die Präklinik ausgebildet. Im Sinne der Patienten sollte somit immer ein NA disponiert werden.

Ein STEMI kann z.b. auch eine extreme Einschränkung des kardialen Outputs bewirken, was nur mit Sono zu diagnostizieren wäre. Sedoanalgesie wäre daher für ryhthmologische Events und konsekutiver Kardioversion in höheren Dosen gefährlich - ein weiterer Punkt für notärztliche Betreuung.

Ad Heparin: Neuere Daten zeigen, dass Heparin durchaus beim ACS indiziert ist. Prehospital Heparin Administration in Patients With STEMI Undergoing Primary PCI: HEPARIN-STEMI Randomized Controlled Trial - PubMed

Nach Durchlaufen von NKI und Notarzt und Anästhesie/Intensivmedizin kann ich nur zu Demut in der Präklinik bzw. bei Notfällen aufrufen. Oft bekommt man (leider) in der Präklinik nicht das volle Ausmaß der Erkrankungsschwere mit bzw. mitgeteilt.

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[quote=„Dr.med.den.Rasen, post:24, topic:3978“]

In einem nicht unbeträchtlichen Umfang gibt es rhythmologische Events oder KL-Stillstände

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Gibt es da Daten zu? Weiter oben wird ja gesagt die allermeisten brauchen präklinisch keine weiterführende Intervention (was auch meine persönliche Erfahrung ist). Aber mehr Evidenz würde da der Diskussion sicher gut tun.

[quote=„Dr.med.den.Rasen, post:24, topic:3978“]

Ein STEMI kann z.b. auch eine extreme Einschränkung des kardialen Outputs bewirken, was nur mit Sono zu diagnostizieren wäre.

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Persönlich habe ich noch keinen NA erlebt der vor einer lebensrettenden Kardioversion den Schall ausgepackt hat um die EF zu messen. Wenn die Pat ne schlechte Auswurfleistung hatten dann erkannte man das anhand der Klinik. Wer hat das von euch präklinisch schon beobachtet oder in welchen Systemen ist es etabliert eine Echokardiographie vor Kardioversion zu machen, bzw bei jedem OMI Patienten vorsorglich?

Woran, denkst du, versterben OMI-Patienten? Genau, ryhthmologische Events. Die Erfahrung, aber auch die Daten zeigen, dass das so ist. 90% aller Stemi Patienten entwickeln in ihrer akuten Phase irgendeine Art von Arrhythmie. Natürlich ist davon nicht jeder eine VT oder VF, aber man merkt das Ausmaß. (Daten einfach googeln)

Dadurch erklärt sich auch, warum jeder STEMI/OMI Defielektroden im Sinne einer möglichen Frühdefibrillation erhält.

Leider hat noch nicht jedes NEF einen Ultraschall. In Wien jedoch schon und wenn der Notarzt/die Notärztin interessiert ist, hält er/sie schnell den Schall darauf. Mehr Information ist immer sinnvoll.

In den paar Jährchen als NA in Wien war die Anzahl an schlechten OMIs mit Arrhythmien durchaus nicht unbeträchtlich.

Das ist btw eine der Studien von der ich sprach: Notärztliche Maßnahmen bei der Versorgung von Patient:innen mit akutem Koronarsyndrom | Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin | Springer Nature Link

Ich glaube niemand hat eh Problem sich zu einem OMI bei Bedarf (nicht kontrollierbare Rhythmusstörungen oder kardiogener Schock) ein NEF nachzualarmieren. Solange auf diesem NEF dann auch jemand sitzt der wie bin dir beschrieben zu differenzierten Maßnahmen fähig ist.
Eine pauschale Alarmierung zum Brustschmerz von NEFs scheint eine Ressourcenverschwendung zu sein.

Ohne Frage sehen wir nur einen kurzen Zeitausschnitt und auch der unkomplizierte stabile STEMI kann im Verlauf noch dekompensieren. Ich glaube aber nicht dass eine Leitlinien gerechte Therapie davon besser wird dass das Heparin ärztlich gespritzt wird. Der Auftrag bleibt den Menschen zügig und gut versorgt zur Intervention zu bringen

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Danke für die Daten

In 2,5 % der Fälle wurden Maßnahmen durchgeführt, die die Anwesenheit eines Notarztes erforderten. Signifikante Prädiktoren für notärztliche Maßnahmen waren ein nichtdokumentiertes (Odds-Ratio [OR] 2,7), ein getrübtes (OR 7,77) oder ein fehlendes Bewusstsein (OR 24,5), eine nichtdokumentierte Atmung (OR 5,13), eine Dyspnoe (OR 2,1), Zyanose (OR 4,48), Apnoe (OR 8,82) oder Kaltschweißigkeit (OR3,2).

Also alles Symptome die ein NFS zu Erkennen vermag

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Bitte darum, seriös mit Zahlen umzugehen: Man sollt halt schon erwähnen dass bei den 90% „Rhythmusstörunen“ div benigne Reperfusionsrhythmen wie AIVR oder auch einfach Afib und VES dabei sind. Wenn wir über maligne Rhythmusstörungen sprechen bewegen wir uns eher bei 5-10%.

Ad sono: der Mehrwert beim STEMI dabei ist mehr die differenzialdiagnostik (vlt. Is es ja doch die dissektion?) oder zur Evaluierung einer mechanischen Komplikation. Wenn der Pat eine hämodynamisch wirksame VT hat unterstelle ich ihm mal sowieso eine schlechte EF während des Rhythmusevents und sediere entsprechend auch ohne vorheriges Echo.

Aber ja: bei instabilen STEMIs streitet ja keiner die Notwendigkeit eines Notarztes ab. Aber bei jedem 10D ein NEF mitzuschicken geht am Bedarf vorbei. Da ist ein TNA find ich eine ziemlich gute Zwischenlösung.
Und analog zur COPD: auch die können manchmal ziemlich krank sein. Aber trotzdem haben’s wir vor einigen Jahren geschafft, dass der 6D fast immer ohne NEF beschickt wird und es funktioniert so auch ganz super.

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Unseren geliebten 6D wollte ich auch gerade anführen-

Hier hat sich über die Jahre gezeigt dass 9 von 10 Copdler mit der RTW-Combivent-Lippenbremse-Lagerungstherapie durchaus Safe auf der hiesigen Internen ankommen und der erschöpfte Atemweg nach tagelanger Exacerbation mit NEF-Niv-etc gewürdigt wird.

alleine was der 10C3 mich früher am NEF beschäftigt hat- jetzt bespielt den der RTW NKV Solo und falls hinter der Hypertonie mit AP Symptomatik doch eine den Kriterien entsprechende EKG Dynamik zu erkennen ist, ist dies sicher mit TNA und den entsprechenden Medis auch RTW mäßig transportfähig.

Wir reden hier ja nicht vom schweissig marmourierten im Kammerersatz Rhythmus befindlichen Kardiogenen Schock Patienten.

ich bin sicher unsere Fachabteilung hat sich dazu schon was realistisches überlegt und ausgearbeitet- die bisherigen BLL s sind ja auch gut durchdacht und strukturiert, also warte ich mal entspannt auf Herbst :hugs:.

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Ich mag auch so ein gutes Bild von meinem LV haben :sweat_smile:

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Danke.

Ich glaube, dass wir uns - zumindest einmal in der Diskussion - von absoluten Ja/Nein-Algorithmusentscheidungen lösen sollten.

Wie ESC so schön sagt, handelt es sich beim ACS um ein ein breites Spektrum. Wenn wir jetzt noch die Einflussfaktoren des rettungsdienstlichen Alltags dazu geben: Entfernung und Transportzeit zur PCI, Erfahrung und tatsächliches Können des RTW-Teams, konkrete Notarztmittelverfügbarkeit… dann kommt meiner Meinung nach am Ende raus, dass es manchmal sinnvoll sein kann, einen ACS-Patienten mit Indikation zur Primären PCI ohne physisches Notarztmittel zu versorgen.

Im Übrigen, auch wenn ein Notarztmittel nachgefordert wird, kann es die Zeit bis zum Eintreffen in der PCI verkürzen, wenn ich am RTW schon einmal alles machen kann. Vor allem, wenn der NAH kommt, kann ich so einen fix fertigen Patienten übergeben.

Ich muss halt als verantwortlicher NFS vor Ort entscheiden, was das beste für meinen Patienten ist. Und vergessen wir nicht: Es geht ja nicht drum, unbedingt Notarzteinsätze zu reduzieren. Es geht drum, dass Patienten mit (potenziellem) Gefäßverschluss schneller am PCI-Tisch liegen.

Bleibt noch die eine Frage offen: Trauen wir so viel Clinical Reasoning unseren NFS tatsächlich zu?

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Und hier greift doch perfekt der TNA wieder in die Kette ein. Falls sich der NFS unsicher ist kann er die Expertise für die Entscheidungsfindung dazu holen. Dazu muss es nicht persönlich vor Ort sein

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