Jede Minute ohne Notarzt beim kritischen Patienten ist eine Minute die einen als NFS besonders fordert und es nötig macht, sein gesamtes Wissen in die Behandlung des Patienten zu stecken. Diese Momente machen die Arbeit aus, da weiß man dann wofür man sich die ganze Ausbildung angetan hat.
Einem Notarzt nachdackeln kann ich so auch, das macht es nicht aus. Und viele der sonstigen Codes mach ich inzwischen auch fast automatisch. Da muss man zwar wachsam bleiben um nichts zu übersehen (Alltagstrott) aber die machen es auch nicht aus…
Aber interessant, du scheinst einer der wenigen Augenzeugen des NEF-Nö in Wien zu sein
Erstmal DANKE für die klarstellung, und an den OP: such dir ein nettes HB-Team in Wien beim ASB da lernst was und hast auch hin und wieder die von dir gewünschte „„Action““
Redtiger und die ihnen beipflichtenden ja sie haben Recht, allein soll unsere Intention sein als Taxifahrer zu arbeiten? Sie schreiben:
nun da sehe ich aber ein Organisation und Auftragsgeberverschulden. Dieses Problem wäre man binnen drei bis sechs Monaten los, wenn bei nicht indizierten Einsätzen die betreffenden Personen in Regress genommen würden und für Fahrten auch adäquate Preise verlangt würden und spätestens wenn so den ersten Rechnungen über 300 - 500€ auf den Tisch flattern werden sie es sich überlegen die Rettung zu benötigen. Selbstverständlich werde ich den Patienten höflich und zuvorkommend versorgen und transportieren, der Rest ist Sache des Kostenträgers welcher dann die Rechnung schreibt.
Sie haben Recht das man diese Probleme nicht vor dem Patienten aufzuarbeiten hat, sondern mit der eigenen Führung, wenn diese sich denn bei den Paramilitärs dazu herab ließe nicht nur zu klagen wie wenig man doch mit dem Rettungsdienst einnimmt und das der Bereich defizitär ist, sondern auch einmal mit den eigenen Fußvolk auf Augenhöhe zu sprechen. Aber der Bundesverband des Rettungsdienstes beschäftigt sich nach dem was ich lese nur damit Buchstabenkurse zu vermarkten, aber nicht damit sinnvolle Konzepte des Qualifizierung des Personals, der Strukturierung von Einsätzen, der konzeptionellen Gliederung der präklinischen Versorgung usw. zu erarbeiten. Sorry damit nehme ich sie nur als Verkäufer für Fortbildungskurse war, welche versuchen ihr Kurssystem unverzichtbar zu machen und den Sanis die eh meist keine Spitzenverdiener sind noch Geld abzuknöpfen. Ich habe nichts gegen eine Kammer des Rettungsdienstpersonals für welche ich einen Beitrag leisten muss, wenn hier für mich auch ein Mehrwert entsteht, nur davon ist der österreichische Rettungsdienst noch Aeonen entfernt, wenn nicht politisch massiv interveniert wird. Aber Redtiger ihre Ansicht stört mich auch, weil sie damit jedem Fortschritt im Weg stehen. Denn das „Image“ ist halt auch ein Problem, das „Image“ des österreichischen Rettungsdienstes ist das ein paar „Träger“ kommen die sonst nicht können, wenn man weh, weh hat und einen dann in das Spital fahren.
Wie gesagt das gehört nicht in den Patientenraum, doch im Anschluss sollte man schon sich vor allem wenn man es beruflich betreibt befassen. Wobei beruflich ist es mir egal, weil das man mir am Ende des Monats sagt: „Sie haben nur 20 Prozent zweier bzw. dreier gehabt der Rest waren sechser bis neuner ihr Gehalt ist daher geringer“ geht auch nicht. Nur wenn man halt nur Einser bis Vierer fährt und hierfür auch entsprechend qualifiziert ist kann man auch ein anderes Gehalt erwarten, weil von diesen Fahrzeugen wesentlich weniger benötigt werden als Heute.
Das ist richtig, nur es gibt solche und solche. In der Krankenpflege wollen einige eher mit dem Patienten reden und es nicht zeitkritisch haben, die werden nicht unbedingt auf die Intensivstation gehen und andersrum. Nur wenn ich einen kritischen Patienten versorgen will muss ich auch eine Routine habe und diese nicht bestehende Routine wird ja gerne gegen die Ehrenamtlichen angeführt. Doch wenn die Person auf dem „RTW“ „nur Dialysetaxi und Arztzubringer“ ist wird dieser RS auch nicht die notwendige Routine erlangen.
Nun wenn einem jeder Einsatz nicht herausfordernd genug ist stimme ich ihnen zu. Nur das Berufsbild sollte auch einer Evolution unterworfen sein denn gehen sie einmal in ein Spital und sagen dem „Krankenwärter“ er sei nur für die Überwachung und Kontrolle des Patienten und die wortgenaue Befolgung ärztlicher Anweisungen zuständig ich glaube man würde sie gerne im Schmutzraum bei den benutzten Inkontinenzprodukten einquartieren. Nur im Rettungsdienst wird immer noch agiert nach dem Motto jeder kann Rettung fahren, wir transportieren nur, mehr Wissen schadet usw. Aber wenn man so auftritt braucht man sich dann nicht zu wundern. Wie schon geschrieben es gehört nicht an den Patienten und auch nicht zur Übergabe im Spital, aber es gehört in das eigene berufliche Selbstverständnis und da müssen sich dann halt irgendwann einmal mehr zusammen finden und praktikable und vor allem kostenneutrale Varianten der Politik vorlegen und dann bekommt man was man will, nur werden dann nicht mehr so viele RS (Neu) oder wie auch immer es dann heißen wird benötigt wie jetzt, da für den KTW reicht der derzeitige RS völlig.
Wunderbar!
Dem kann ich nur voll und ganz beipflichten- Taxifahrten haben absolut nichts mit qualifiziertem Rettungs- und Krankentransport-Dienst zu tun.
Dieser Bundesverband ist ja auch keine echte Interessenvertretung und auch so nicht gedacht. Fakt ist, dass die NAEMT die Kurse nur an Berufsverbände lizensiert. Und dafür hat man halt in Ö einen gegründet, der hat aber meines Wissens nach noch nie irgendwas für den Beruf des Sanitäters gemacht. Das ist einfach nur ein Vehikel um die Kurse veranstalten zu dürfen und in Wahrheit nichts anderes als ein gewöhnlicher Verein.
Ach ja… bin gespannt. Mich als EA betrifft das nicht und ich kann mir sowieso sicher sein, dass „meine Interessenvertretung“ das RK alles blockiert was mich an der Entfaltung meines Hobbys hindern würde.
Ich bin grundsätzlich sehr dafür, dass der Ehrenamtliche unter den selben Voraussetzungen wie der Hauptamtliche die selbe Tätigkeit ausüben kann (und für die JUH würde ich sagen, dass wir EAs uns vor absolut niemandem in Wien verstecken müssen (ich rede vom durchschnittlichen Qualitätslevel)).
Jede Initiative eine Tätigkeit zu schaffen, die realistisch nur von HBs ausgeübt werden kann muss scheitern. Und das liegt an einer ganz einfachen Sache: Der Präsident (die Präsidenten) sind im Prinzip von allen Mitgliedern des RK gewählt (halt mittelbar über die Bezirksstellen - Delegierte - Landesverbände). Damit IST der Präsident der ÖRK der gewählte Vertreter von zehntausenden Sanitätern in Österreich und der große Beschützer der Ehrenamtlichkeit.
Kann man gut finden oder nicht (ein gewisser Interessenkonflikt besteht ja wohl) - aber ist wohl so. Wenns um was geht werden also die HiOrgs eingeladen und nicht irgendein Verein. Wenns blöd hergeht gründe ich morgen mit nem Freund die „Interessensgemeinschaft Rettungsdienst“ oä, wir machen ne schöne Website und schreiben auch Stellungnahmen Mit der schönen Website wären wir dem ÖBS schon einen Schritt voraus ^^
Nachdem es keine Kammer sondern ein Verein ist fehlt jede Legitimation (Da können 100 Feichtelbauers und Reisingers im Vorstand sein) weil jeder der Lust hat nen Verein gründen kann den er Interessensvertretung, Berufsvereinigung, Gewerkschaft oder sonst wie nennen kann. Legitimation kann nur durch tausende bis zehntausende Mitglieder kommen - und das ist wirklich unrealistisch.
streng genommen ist die größte HiOrg auch nichts anderes als ein „Taubenzüchterverein“ sie hat primär keinerlei Mitspracherecht, dass sie generell eingeladen wird basiert auf ihrer teils monopolistische Stellung auf dem Markt in manchen Teilen Österreichs und ihrer politischen Vernetzung.
@ Redtiger ich weiss das sie keine schlechten Vorschläge ansonsten beschreiben für eine Fortentwicklung, nur einige ihrer Ausführungen erinnern doch sehr an das was einige Goldfasanen ständig sagen bezüglich der Tätigkeit als RS und da kommt mir die Galle hoch.
@ Zeillerkommentar
Nun etwa ähnliches hatte ich in Deutschland, Medizinischen Transportmanagement (Sitzendtransport) von der Dialyse nach Hause, RTW und Notarzt. Nach Dialyse ist auf dem Heimweg der Shunt ruptiert und das ist dann halt ein Notfall, aber wenn ich dieses Fallbeispiel als Begründung nehme, dann brauch ich eigentlich überall NAW’s weil immer kann etwas sein und dafür ist dann halt eine bessere Ausbildung notwendig und seitens der Ärzteschaft halt eine genauere Befassung mit dem Thema was brauch ich. Denn wenn man sich in Österreich mit einem Hausarzt unterhalte, dann ist die Indikationsstellung für einen Transport mit Sanitäter die ob der Patient getragen werden muss und nicht ob er wehrend des Transportes medizinischer Betreuung bedarf.
@ Redtiger , Leibschüsselfahrer das in Österreich die Termini RTW , KTW sehr eigen interpretiert werden ist ein Problem nur bringen da BLS, ALS usw. auch nichts, denn die österreichische Lösung wird sein: „Wir haben ein BLS Fahrzeug, was als ALS eingesetzt wird, wenn es mit einem ärztlichen First Responder (Hausarzt) besetzt ist und die Hauskrankenpflege die Medikamente bringt.“ oder anders: „Müllers Pferdekutsche ist mit einem Arzt, 2 Sanis und einem Strohsack ein ALS Fahrzeug.“
Ansonsten bin ich ganz bei euch mit den Vorschlägen, aber wir verletzen wie es der Kurier heute schrieb die „heilige Dreifaltigkeit Österreichs“ aus das haben wir immer so gemacht, warum sollten wir und da könnte ja jeder kommen.
Da fände ich das britische System sehr spannend. Dort fährt eine Nurse zu, die solche „Katheterprobleme“ oder eine exazerbierte COPD ambulant zuhause behandelt. Das spart den Patienten in erster Linie eine Menge Stress, eine Nosokomialinfektion im KH und in weiterer Folge auch Kosten. Könnte mir gut vorstellen, dass ein solcher Tätigkeitsbereich im Zuge der Intensivausbildung nach der Grundausbildung erworben wird. Passt nur nicht ins österreichische Weltbild und ist im Zuge der vor kurzem verabschiedeten GuKG Novelle eine verpasste Chance und bleibt somit ein Wunschdenken. Der eigenverantwortliche Tätigkeitsbereich wurde ja kein Stück erweitert…
Dass eine Krankenschwester eine exazerbierte COPD, wegen der ursürnglich der Rettungsdienst gerufen wurde, zu Hause behandelt, passt definitiv nicht in mein Weltbild.
In einem Forum wo’s Leute gibt, die wollen, das Sanis Brustkörbe punktieren, Intubieren und Narkose einleiten, Morphine und sonstiges verabreichen, denke ich kann man sowas äußern. Abgesehen davon ist das ja kein Hirngespinst meinerseits, sondern gelebte Praxis in anderen Ländern. Ich hatte erst vor wenigen Wochen an meiner FH einen Vortrag von 2 Engländern die für einige Tage in Österreich waren, die uns ihr System näher gebracht haben. Und bei ihnen ist so etwas durchaus üblich, dass speziell ausgebildete Nurses solche Aufgaben übernehmen. (Nicht jede critical care nurse darf und kann automatisch Rezepte ausstellen) Gerade die Engländer haben auch ein sehr striktes System. Wenn da jemandem ein Fehler passiert, wird die Person suspendiert und vor eine Art „Arbeitsgericht“ gebracht, die über die weitere Zulassung zum Beruf entscheidet…aber gut…zu weit weg vom Thema.
Das ein schlechter exazerbierter COPD’ler oft mehr braucht, als Cortison und Antibiotika, das steht ja außer Frage…
Zwar ein bissl OffTopic, aber auch wieder doch nicht so ganz:
Vor einigen Wochen war ich eine reizende, dem besten viktorianischen Klischee entsprechenden, Londoner Lady vorbereiten, welche sich während ihres Urlaubes den Humerus gebrochen hatte …
Es war irgendwie bizarr als sie mir mehrfach während des Aufklärungsgesprächs strahlend erklärte wie froh sie sei dass ihr das im Urlaub und nicht zu Hause passiert sei …
Die Lobpreisungen die man häufig über den Rettungsdienst in GB, das NHS und die Versorgungsstruktur hört passen irgendwie so gar nicht zu den Schilderungen von Leuten die mit diesem System intimer zu tun haben/hatten oder darin arbeiten.
Ein typischer Antriebsfaktor für derartige „revolutionäre“ Systeme und die Einführung von „Specialists“ für diverse Teilbereiche ist der Sparstift. Leider wird eben häufig (Kosten)Effizienz mit Qualität vertauscht. Wobei, das mit der Qualität ist auch kein Problem, man braucht nur die „richtigen“ Kennzahlen und Scores evaluieren, dann passt das eh alles. Ich bin sicher, wenn man sich die Spitalsliegedauer von den daheim behandelten COPD-Patienten anschaut wird man sensationelle Ergebnisse bekommen! Hurra!
Ich glaub worauf wir uns einigen können, ist die Tatsache, das es in Österreich etwas gibt, bzw. eigentlich nicht gibt, was vom Aufgabenfeld und der Handlungskompetenz zwischen einem Sanitäter und einem Notarzt liegt. Das ist nämlich der Punkt auf den ich hinaus will.
Natürlich kann immer den Notarzt hinschicken oder hinholen, wenn man das möchte und wenn es genug davon gäbe (!). Nur passiert das oft nicht und der oder die Patientin wird dann präklinisch unterversorgt ins Spital gebracht. Beide Varianten sind eher besch…eiden