Arzneimittelgabe durch NFS OÖ

…was jetzt dem „Widerstand“ der NA zugeschrieben wird.

Fakt ist, es wurde schlicht und ergreifend nicht mit den ärztlichen Kollegen geredet. Es wurde nicht ordentlich kommuniziert. Bei den Ärzten kam an „die NFS machen jetzt dann und ihr müsst die Verantwortung übernehmen“. Einfach nur grottenschlecht umgesetzt.
Vöcklabruck scheint da eine Ausnahme zu sein. In meinem Wirkungsbereich ist alles was aktuell passiert (SEW-N/RTW, AML adaptiert) einfach nur - und selbst das ist gelinde ausgedrückt - scheiße umgesetzt. Schade drum.

Da müsste aber auch jeder Kollege mit halbwegs einem Rechtsverständnis erkennen, dass das Bullshit ist…

Summa summarum ist das echt traurig, was da in OÖ passiert bzw. nicht passiert, aber gibt ja auch noch andere Bundesländer wo der RD in der Steinzeit ist (siehe z.B. Kärnten) :cry:

Neinein… Die Frage kam bei uns auch auf. Gewisse Herrschaften in ausflussreichen Positionen haben drauf bestanden, dass der diensthabende Notarzt des Bezirks per Pager „benachrichtigt“ wird, wenn eine NK angewendet wird und der NA aufgrund der Pagermeldung entscheiden kann ob er dazualarmiert werden will oder nicht (ohne Rücksprache mit der Mannschaft vor Ort). Da gab es dann schon auch Fragen nach Verantwortlichkeiten und Haftung etc.

Nachdem die Ärzte 10 mal pro Nacht durch sinnlose Pagermeldungen geweckt wurden, hat man das bald wieder abgedreht ???

Aus den entsprechenden Aussendungen diesbezüglich kann man entnehmen, wenngleich es mal wieder - gelinde gesagt - schade ist dass eine an sich gute Idee in der Umsetzung äußerst holprig verläuft, ist die Absicht durchaus noch vorhanden die Einführung dieser Regelung noch (wenn auch verzögert) weiter voranzutreiben…

Würde ansonsten ja auch dem geplanten Konzept des SEW-N die Luft aus den Segeln nehmen, wenn dieser erst Recht wieder lauter vermeidbare NEF-Einsätze verursachen würde.

Meine persönliche Beobachtung ist, dass es sowohl innerhalb des Landesverbandes als auch innerhalb der Ärzteschaft gespaltene Lager gibt, und die Kommunikation eher mangelhaft zu sein scheint.

Es würde sicher nicht Schaden wenn man da in Punkto Transparenz und Kommunikation noch nachbessern würde…

Aber in Oberösterreich hat man halt im Vergleich zu anderen LVs noch einiges an Entwicklungsarbeit zu investieren, dies braucht nun mal leider seine Zeit - wenigstens macht es nun zumindest den Anschein der Wille dazu wäre grundsätzlich Vorhanden

In Ktn sind mittlerweile ca 16 Arzneimittel auf der Liste (es wird die nächste Reform aber schon erwartet um ggf. nochmal zu erweitern nach steirischem Vorbild). Die Arztverständigung läuft über die RLS und wird per stiller Pagermeldung an den NA weitergeleitet (ob er/sie das liest oder nicht sei mal dahingestellt, dem Gesetz ist aber Genüge getan). Wenn ein NA-Mittel alarmiert ist und es Grenzfälle gibt, klären wir ggf auch nochmal telefonisch mit dem zufahrenden Arzt ab sollten weitere Maßnahmen gesetzt werden, weil er muss ja dann die Therapie weiterführen und da hats dann wenig Sinn „draufzuschießen“ und der Arzt muss dann „aufräumen“.

In OÖ ist halt das Politikum das Problem das es in Ktn auch gab. Die Ärzte hatten Angst um ihre Legitimation und auch die Haftungsfragen werden nicht richtig erklärt - so entsteht das „Gerangel“ was aber keines sein muss. In Ktn hat es sich mittlerweile so etabliert, dass Ärzte zT schon fragend rein kommen „was der Pat hat noch keinen Zugang?! Ah hast du ihm noch nix gegeben?!“ weil einfach richtig kommuniziert wurde und somit das Politikum entschärft werden konnte. Vorab gabs halt auch einen Generationenwechsel an den richtigen Stellen und somit ist das jetzt möglich.

Du sagst es!

Das war ja in NÖ genauso (+ Vorgaben seitens Land)

Bin gespannt ob das auch in OÖ so laufen wird.

Welche Vorgaben gibt es vom Land Niederösterreich betreffend Arzneimittelgabe bzw -liste für Notfallsanitäter? In der Mindestausstattungsverordnung ist nur für den RTW-C ein NFS gefordert und im Anhang die Fahrzeugaustattung. Was der können oder dürfen „muss“ hingegen nicht. Gibt’s da zusätzliche Verordnungen oder vertragliche Bestimmungen?

Schonmal darüber nachgedacht, dass dem RK vollkommen egal ist, ob ein NEF Einsatz „vermeidbar“ war oder nicht?
Es gibt keine Qualitätssicherung beim RKOÖ wie wir es aus Wien oder NÖ kennen. Bedeutet, dass es gar nicht erhoben wird, ob der Einsatz nun vermeidbar war oder nicht. Auch weiss das OÖRK nicht, ob es gute oder schlechte Arbeit leitet. Es gibt keine Feedback Routinen von den KHs → OÖRK. Und eigentlich ist das auch egal. Weils eh keinen Interessiert. Das Land fragt von Zeit zu Zeit nach und die Antwort ist immer, dass die Qualität super ist (Siehe RH Bericht). Das RK bewertet sich selbst anhand nicht vorhandener Daten.

Ein NEF Einsatz ist fürs RKOÖ immer das Beste Szenario.

  1. Weil es nichts kostet (Bezahlt vom Land)
  2. Weil man weiter Freiwillige zu harten Einsätzen schicken kann (und Sie damit halten kann)
  3. Weil man hier keine Haftungsproblematik aufmacht, weil der NA haftet wenn was schiefgeht. Und der NA ist nicht beim RK angestellt.

Das ganze Projekt SEW-N ist NICHT dazu da um irgendwelche Redundanzen zu eliminieren oder die NEFs freizuspielen. Es ist nur da, weil das Land hier nach den Medienberichten letztes Jahr nachgedrückt hat und das OÖRK eben irgendwas liefern muss um den Wind aus den Segeln zu nehmen.

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Die Einführung und konsequente Erweiterung der AML ist durchaus zu begrüßen, jedoch besteht der RD aus weitaus mehr als nur einer AML. Die Punkte die ich in Kärnten besonders schlimm finde und wieso ich auch finde, dass das Steinzeit ist, vor allem wenn man größtenteils in Wien und NÖ im RD tätig ist:

  • Willkürliche Disposition seitens der RLS (keine definierte Ausrückordnung) - ja es gibt eine Dienstanweisung, dass NFS bevorzugt zu Einsätzen geschickt werden sollen. Wird leider nur von einigen Wenigen umgesetzt, wenn sie grad Lust dazu haben. Die Qualität der RLS bzw. das Personal dort lässt generell zu wünschen übrig (Funkdisziplin, Einsatzunterstützung → „fahrts halt mal schauen“ etc.)
  • Für den nicht vorhanden Tetra-Funk kann das RK per se jetzt nichts, aber die Verständigung mit anderen EM bzw. der RLS ist sehr oft unbrauchbar.
  • Ausstattung der Autos: in anderen Bundesländern fährt sowas mit ähnlicher, oder sogar besserer Ausstattung als KTW herum
  • Qualitätsmanagement ist generell nicht vorhanden
  • NFS-Kurs und NKA / NKV- Kurs bzw. Prüfung: Das Niveau ist unterirdisch im Vergleich zu Wien/NÖ. Da ist noch sehr, sehr viel Luft nach oben (den Vergleich hat man sehr gut, wenn man österreichweit Buchstabenkurse unterrichtet)
  • Innovationen/Neuerungen: Ein paar wenige entscheiden über Neuerungen. Diese Personen sind aber seit Ewigkeiten nicht mehr im RD tätig (z.B. Umstellung NEF auf Rucksäcke → man muss scheinbar unbedingt eine Sonderanfertigung produzieren, die total unpraktikabel ist). Man darf ja auf keinen Fall von einem anderen LV was abschauen bzw. übernehmen. Das selbe passiert mit den für die weit entfernte Zukunft geplanten „Großraum-RTW“…
  • mir würde noch einiges mehr einfallen, aber das war jetzt genug „Frust“ :wink:

Natürlich ist es mehr, und mein Post bezog sich lediglich auf die AMLs aber du hast recht: es bedarf hier einer breiteren Betrachtung. Die AMLs sind mMn gute Ergänzungen um Versorgungsengpässe ggf zu kompensieren und das therapiefreie Intervall kürzer zu machen. Es braucht halt dann auch eine entsprechende Ausstattung auf den Autos um ggf. Verdachtsdiagnosen zu bestätigen oder das klinische Bild zu ergänzen - wie zB ein EKG - um dann auch ggf bestimmte Medikamente zu geben (bsp ASS, was ja aktuell nicht in Ktn drauf ist).

ad RLS: es ist leider wirklich so, dass es sehr stark auf den Dispo ankommt wie disponiert wird. Es gibt dort Leute die alarmieren zT nichtmal First Responder auch wenn sie quasi ums Eck wohnen, dann aber gibt es wirklich fähige Kollegen die echt drauf schauen wer am RTW sitzt und ggf. den NFS+ zu Notfällen schickt. Meistens ist es jedoch so, dass einfach der nächste in der Reihe geschickt wird - wurst welche Qualifikation da drauf sitzt.

ad Tetra-Funk: Dazu will ich lieber nichts sagen, weil dann fang ich glaub ich an zu weinen.

ad Ausstattung Autos: Definitiv Aufholbedarf, aber das muss halt auch mit der Qualifikation der Besatzung einhergehen und beherrscht werden.

ad QM: würde ich sofort einführen, es haben aber halt einige Platzhirsche Angst, es könnte was aufkommen was nicht so toll ist (was auch würde, also machma lieber nix, weil worüber nicht gesprochen wird passiert auch nicht)

ad Kurse: die sind OK würd ich sagen - jetzt nicht auf dem Niveau wie in W aber mit ergänzenden Ausbildungen wie PHTLS, AMLS, EPC und Selbststudium kommt man ganz gut zurecht

ad Innovation: Das Thema umfasst halt wirklich auch alle oA Bereiche. Vieles wird blockiert, bzw. Entscheidungen werden auf der Basis der „Kosten“ getroffen und nicht aufgrund wie praktikabel Lösungen wären oder wie umsetzbar die auch sind. Die Leute die „an der Front“ draußen am Patienten wirklich damit arbeiten sollen werdne nicht eingebunden - da hast du recht.

Ich glaube diese Punkte lassen sich so oder zum Teil auch auf OÖ übertragen, weil da ist es ja ähnlich wie in Ktn. Ich glaube die anderen Bundsländer sind gar nicht so schlecht unterwegs was ich so mitbekomme - aber halt allen voran W und NÖ - Da sollte sowohl OÖ als auch K mal benchmarken!!!

Also ganz aktuell (Stand 09/24)l schauts so aus:

AML1 & AML2 ist quasi jetzt eine ganze Liste die sich bei manchen Notfallbildern halt unterscheidet ob NFS oder NKV (zb Krampfanfall Midazolam via MAD vs. i.V usw…)

Bzgl Notarzt schauts so aus das die Liste in Gelbe („Erwäge NA“ → kein NA erforderlich quasi) und Rote (NA zwingend alarmieren) Medikamente unterteilt wurde.
ABER die gelbe Liste geht NUR dann ohne NA wenn man ein C3-Monitoring zur Verfügung hat🙈
Sprich auf einem SEW-N/RTW/ITF…

Möchtest du bzgl der einzelnen Medikament auch was wissen?

Lg

Gelb:
Akuter Bronchospasmus (Combivent)
Fieber m. Krampfanfall b. Kinder (Paracetamol)
Allergische Reaktion (Dobondrin)
Hypoglykämie (Glukose)
Hypovolämie (Nacl)
Hypertensiver Notfall (Ebrantil)
Starke Schmerzen (Paracetamol+Penthrop)

Rot:
Schwere anaphylakische Reaktion (Dibondrin+Cortison+Adrenalin i.m)
Schwellung oberer Atemwege(Adrenalin vern.)
Akutes Koronarsyndrom (ASS)
Opiat Intoxikation (Naloxon)
Bestehender zerebraler Krampfanfall (Midazolam)
CPR Kind+Erwachsen
Starke Blutung (Tranaexamsäure)

So ungefähr schauts aus👍🏻

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Die findest du hier RK OÖ - Arzneimittellisten

Danke! Aber verstehe ich das richtig, dass hier lediglich Mini-Dosierungen freigegeben werden (zB. Krampfanfall 2mg (!) Midazolam iv.)…?

Es ist wirklich peinlich was da in OÖ immer noch abgeht.

2 mg Midazolam 1x wiederholbar → viel zu wenig
20 ml / kg Elomel bei Kinder → zu viel, 10 ml ist aktuell
Cyklokapron 1g i.v. → sollte über 10 min. gegeben werden
Suprarenin 1 mg inhalativ → zu wenig, 3 - 5 mg

Gleicher Wirkstoff, gleiche Konzentration, wo soll da ein Problem sein?
Aber in der AML steht eben Suprarenin (R) und nicht der Wirkstoff Epinephrin!

Wie sagt schon die Maus in gleichnamiger Sendung: klingt komisch, ist aber so!

Ein Generikum (Plural Generika) oder Nachahmerpräparat ist ein Arzneimittel, das wirkstoffmäßig mit einem bereits früher zugelassenen Arzneimittel übereinstimmt. Von dem Originalpräparat kann sich das Generikum bezüglich enthaltener Hilfsstoffe und Herstellungstechnologie unterscheiden.

Noch gar kein Methoxyfluran in OÖ, dachte das wäre mittlerweile österreichweit?

In den steirischen Algorithmen werden auch die Alternativen ausdrücklich angeführt und nicht nach Wirkstoffen. Manchmal greift man sich halt auf den Kopf was für andere Leute „Sinn“ ergibt…

Also im obigen Beispiel ist der Wirkstoff identisch (Urapidil). Und ohne einen Wirkstoff kann man keine Arzneimittelliste festlegen (Arzneimittel = Wirkstoff oder Wirkstoffkombination).

Hast du evtl. die Handelsnamen gemeint?

Handelsnamen sind angeführt, und in Klammer Wirkstoff. Ich würde es halt umgekehrt machen und ein z.b. Präparat anführen in Klammer.