"RK: Sanitäter kurz vor Streik"

Rettungsbezogenes in den Medien

"RK: Sanitäter kurz vor Streik"

Beitragvon Fabixx20 » Di 19. Mai 2020, 22:36

https://zackzack.at/2020/05/19/rotes-kr ... or-streik/

Kurze Zusammenfassung des Artikels:

Laut der Zeitung "ZackZack" fühlen sich Hauptamtliche Rettungssanitäter gegenüber den außerordentlichen Zivildiener benachteiligt.

So soll es teils große Gehaltunterschiede geben, welche für Probleme sorgen sollen. Aber auch bei den Zulagen soll es Diskrepanzen geben.
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"RK: Sanitäter kurz vor Streik"

Beitragvon eklass » Mi 20. Mai 2020, 04:58

Klingt mehr nach einer anonymen Einzelmeinung von einem gefrusteten Mitarbeiter, der die Krise zum Anlass nimmt, darüber zu sudern, dass es eh schon immer falsch läuft und dabei leider keine Ahnung hat, wie das mit dem streiken eigentlich funktioniert.

Ich arbeite schon jahrelang beim Roten Kreuz hauptberuflich, verdiene knapp meine 1550 €, möchte jetzt meinen Unmut kundtun, jetzt in der Corona Krise, arbeiten wir auf Hochtouren, & sind nur noch am Limit.

Auf hochtouren und am Limit? Reicht für einen spannenden Artikel aber entbehrt doch jeglicher Grundlage... Egal mit wem man redet, überall sind die Einsatzzahlen eigentlich eingebrochen, oder hat das irgendjemand noch so erlebt, wie der Kollege das berichtet?
... aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen
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Beitragvon RK_RD » Mi 20. Mai 2020, 07:28

Was soll denn eine Blaulicht Zulage sein? Belastet ihn das Fahren mit Blaulicht so sehr, dass er dafür eine Zulage möchte?
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Beitragvon don.pedro » Mi 20. Mai 2020, 08:46

In österreich gibt es je Branche ca. 1/3 des Gehaltes nach einem komplizierten Zulagensystem. Daher der Wunsch nach einer Zulage. Ich kann mir die Berechnung nur mit einem elektronischen Fahrtenbuch vorstellen. Andererseits kenne ich viele EA Mitarbeiter die nichts lieber als mit Licht und SoSi zu fahren wünschten! ;-))
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Beitragvon maximilian » Mi 20. Mai 2020, 10:00

also die quelle zackzack ist ja mal alles andere als neutral und eher populistisch als gut recherchiert.
Aber das ganze hat einen wahren Kern.

Dass der RS in Österreich unterbezahlt ist und das mit dem Gehalt kaum ein Job ist, den man sein Leben lang machen will, ist wohl wahr.

In OÖ, mit 48 Stunden Woche (statt 40 bzw. 37,5 normal), auch im höheren alter noch Nachtdienste und 12 Stunden Dienste, ist nicht gerade das was man unter stundenreduzierungen in anderen Bereiche versteht (pflege wollte ja 35h oder?).
Körperliche Anstrengung kommt ja noch dazu, die zu Rückenbeschwerden und ähnlichem führen können.

aber der RS ist hald leicht zu ersetzten, hat wenig Ausbildung und relativ viel nachwuchs. Viel Angebot, wenig Nachfrage. Wie in der Marktwirtschaft drückt das leider auf den Preis.

Ich kenne nur wenige, die diesen Job wirklich für lange zeit machen. Aufstiegschancen sind nahezu nicht vorhanden. In OÖ kann man wenn an etwas älter ist in die Leistelle wechseln, das geht in NÖ mit einer externen Leitstelle nicht einmal.

Also ein attraktiver Job ist was anderes - kenne nur wenige, bei denen sich das gut weiterentwickelt hat. In OÖ zB diejenigen, die Vollzeit am NEF sind und nicht mehr im normalen RD. Aber auch das muss man mit 60 Jahren mögen, mehrmals mitten in der Nacht zu Einsätzen aufstehen. Das ist mit mitte 20 noch lustiger.

Ich sehe da aber tatsächlich keine der Rettungsdienst-Organisationen in der (alleinigen) Verantwortung. Da gehört auch die Politik dazu. In Zeiten in denen der Rettungsdienst nur wenig finanzielle Mittel erhält, kann man eben das Personal nicht überdurchschnittlich entlohnen, sondern leider eher unterdurchschnittlich.

Evident wird das eben in Zeiten wie diesen, wo freiwillige Zivildiener mehr erhalten als neue hauptamtliche Mitarbeiter.
Da dieser Gehalt allerdings einen Bezug zur Milizentschädigung, kann da keine Organisation was dafür - aber es passt tatsächlich nicht.
Zuletzt geändert von maximilian am Mi 20. Mai 2020, 16:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon don.pedro » Mi 20. Mai 2020, 13:32

Maximilian, eventuell versuchst Du den Text vorm Senden noch mal zu lesen. Fehlende Wörter und Satzzeichen machen es nicht leicht den Sinn zu verstehen. Auch sollte nicht nur der Postingzähler hochgeschraubt sonder der Inhalt des Posts möchte doch zum Thema passen.
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Beitragvon RedTiger » Do 21. Mai 2020, 10:13

don.pedro hat geschrieben:In österreich gibt es je Branche ca. 1/3 des Gehaltes nach einem komplizierten Zulagensystem. Daher der Wunsch nach einer Zulage. Ich kann mir die Berechnung nur mit einem elektronischen Fahrtenbuch vorstellen. Andererseits kenne ich viele EA Mitarbeiter die nichts lieber als mit Licht und SoSi zu fahren wünschten! ;-))


Gewisse Zulagen (SEG-Zulagen wie Schmutz/Erschwernis/Gefahren-Zulagen) sind Lohnsteuerbegünstigt. Der Arbeitnehmer erhält also damit deutlich mehr Netto-Lohn. Bei einem guten Kollektivvertrag werden soweit zulässig diese Zulagen bis zum maximal möglichen Betrag ausgeschöpft. Ist prinzipiell auch für den Arbeitgeber angenehm, da er mit weniger Geldaufwand dem Arbeitnehmer mit einem höheren Netto-Lohn zufrieden stellen kann. Warum dies beim BARS Kollektiv nicht in allen Bundesländern in vollem Umfang genutzt wird ist mir schlicht und einfach schleierhaft.
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Beitragvon Mani » Sa 30. Mai 2020, 13:27

Ich bin schon einige Jahre Freiwillig beim Roten Kreuz tätig, und habe daher auch schon sehr viel Kontakt mit Hauptberuflichen Mitarbeitern gehabt und mit Ihnen Freundschaften geschlossen. Also von denen die ich kenne ist derzeit wirklich fast jeder frustriert, aber ich glaube nicht dass Sie streiken werden oder würden. Wer wäre nicht frustriert, wenn einer mit weniger Ausbildung und weniger Erfahrung in einer Firma Anfängt und plötzlich um einiges mehr Verdient als jemand der schon Jahre lang dort arbeitet. Also ich glaube, ich wäre es. Bei meiner Arbeitsstelle haben wir jedes Jahr Ferialpraktikanten, wenn die plötzlich mehr verdienen würden, als ich, würde ich mir auch meinen Teil denken. Habe mir die Auflistung jetzt inzwischen auch selbst angeschaut und sie verdienen wirklich mehr, ich finde es nicht gerecht meinen Hauptberuflichen Kollegen gegenüber.
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