Neue AZLM OÖ auf dem Weg?

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Neue AZLM OÖ auf dem Weg?

Beitragvon msan » So 30. Jun 2019, 20:02

Hallo!

Gerücht zufolge soll es in RK OÖ bald eine neue AZML geben, diese wurde anscheinend auch schon bei den BGL Tagungen besprochen. Auch soll es (laut dem Gerücht) zukünftig dann für NKV auf jeder Ortsstelle, wo ein NKV tätig ist, eine Medikamententasche zur Verfügung gestellt werden.

Weiss wer was genaueres wie die neue AZML ausschauen soll bzw. was an dem Gerücht dran ist? Gehört hab ich Ebrantil, Effortil, Novalgin+Buscopan. Wie würde außerdem die Arztverständigung funktionieren -> wie gehabt NEF alarmieren wenn angewendet?

lg
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Beitragvon alexxd_12 » Mo 1. Jul 2019, 09:00

Effortil wär interessant. Dann am ehesten im Rahmen einer Synkope oder wie?
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Beitragvon giulio » Mo 1. Jul 2019, 12:32

Nach ein paar Assessments muss ich sagen dass eine Einführung von Arzneimittellisten höchst fahrlässig ist solange die NFS Ausbildung nicht radikal erweitert wird oder zumindest bestehende adaptiert wird.
Wenn ein NFS in der Analysephase einen ROSC nicht erkennt und wiederholt Adrenalin verabreicht ist das eine Gefährdung des Patienten.
Verstehe immer mehr warum man das RK einfach flächendeckend keine NKs zulässt.
Zum jetzigen Zeitpunkt traue ich den NKV in OÖ keine sichere NK Anwendung zu.
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Beitragvon Einsatzleitner » Mo 1. Jul 2019, 13:00

Ich finde grundsätzlich jeden Schritt nach vorne äußerst begrüßenswert!
Nur wird meines Erachtens wieder mal am falschen Punkt begonnen. Bevor ich mir Gedanken machen kann, ob ich dies und das noch für den NKV freigebe, muss das erste Ziel mal sein, überhaupt ausreichend NKV flächendeckend zu haben, um eine durchgehende Besetzung einer ausreichenden Zahl an Notfallrettungsmitteln (RTW!) zur Verfügung zu haben und dem NFS erweitete Diagnostik wie EKG und Co. ermöglichen.
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Beitragvon woli » Mo 1. Jul 2019, 15:37

giulio hat geschrieben:Verstehe immer mehr warum man das RK einfach flächendeckend keine NKs zulässt

Tja, ein bischen beisst sich da die Katze in den Schwanz: nicht besser ausbilden, nicht mehr zutrauen weil nicht besser ausgebildet, ....

giulio hat geschrieben:Nach ein paar Assessments muss ich sagen dass eine Einführung von Arzneimittellisten höchst fahrlässig ist solange die NFS Ausbildung nicht radikal erweitert wird oder zumindest bestehende adaptiert wird.

Da würde mich jetzt schon interessieren: wie schafft ihr das Niveau eurer NFS?
Kommt eine gute Schule mit dem Stundenausmass das die Ausbildungsverordnung für NFS/NKV vorsieht aus?
Bei idealen Ausbildung und entsprechender Personalauswahl? Oder braucht es mehr? Wieviel mehr?
Setzt euer erweitertes Curriculum schon bei NFS an, oder bei NKV? Oder geht es erst bei NKI los?

Hatte schon das eine oder andere "Encounter" mit NKVs von euch, auch in gemeinsamen Ausbildungen.
Und da muss ich sagen: wir alle kochen nur mit Wasser :-) Und ich habe bei euch ebenso Spitzen Leute getroffen.
Es kommt drauf an was man draus macht - dazu gehört auch sich laufend und über das Minimum hinaus fortbilden, und auch die Kapazität hat das dann zu verstehen.

lG
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Beitragvon giulio » Mo 1. Jul 2019, 17:10

Wir haben fast 500 Sanitäter aktiv im Fahrdienst, da gibt es jede Menge bei denen wir viel Aufholbedarf haben und jede Menge wo wir sehr sehr viel Aufholbedarf habe. Ein Paar werden wir wohl aussitzen müssen. Um das zu verhindern versuchen wir nur wirklich qualifizierte Kollegen auf zu nehmen.
Wir kennen die Diskrepanzen zur RK Lehrmeinung deswegen bekommen die Bewerber Vorbereitungsunterlagen mit unserer Lehrmeinung die sich mit denen der Fachgesellschaften deckt.
Dem muss ein NFS Bewerber entsprechen.

Unser NFS Kurs baut fast ausschließlich auf eigenverantwortlichem Arbeiten am Notfallpatienten auf. Zudem gibt es ein Aufnahmeverfahren.
Die Szenarien bauen aufeinander auf, mit unterschiedlichen Skilltrainingseinheiten zwischendurch. Ein CPR Szenario endet im Gegensatz zu den Szenarien beim RK , nicht wenn der NA nach 5min kommt , sondern nachdem der Patient ROSC hat und zum Abtransport bereit ist. Die Larynxtubusschulung sieht so aus wie der Hersteller das vorsieht. Usw

Zugegeben wird die NA Assistenz hinten angestellt, weil zum Einen die RS schon recht fit darin sind und zum Anderen weder Perfusoren verwendet werden noch sonstige komplizietrte Maßnahmen draußen gemacht werden ( Großstadtrettungsdienst)
Das KH Praktikum wird auch um die gesetzliche Möglichkeit auf ein Maximum von 4 Wochen ausgedehnt, was sicherlich auch zur Qualität der NFS beiträgt.
Zuletzt geändert von giulio am Mo 1. Jul 2019, 17:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon SaniS » Mo 1. Jul 2019, 20:04

giulio hat geschrieben:Das KH Praktikum wird auch um die gesetzliche Möglichkeit auf ein Maximum von 4 Wochen ausgedehnt, was sicherlich auch zur Qualität der NFS beiträgt.


Sbg dito und ja das ist auch gut so - den Rest seh ich gleich wie gulio - man muss sich schon ganz klar sein wem man was gibt, aber Ebrantil ohne Monitoring bringt wohl keinem was ....
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Beitragvon alexxd_12 » Mo 1. Jul 2019, 21:27

SaniS hat geschrieben:Sbg dito und ja das ist auch gut so - den Rest seh ich gleich wie gulio - man muss sich schon ganz klar sein wem man was gibt, aber Ebrantil ohne Monitoring bringt wohl keinem was ....


Vor allem sollten die Leute wissen, dass man das nicht im Schuss geben kann :lol:

Ich hätt ja gern einfach eine jährliche Rezept für die Listen wie beim LT/Defi, ich glaub damit bekommt durchaus eine halbwegs gute Qualitätssicherung hin.
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Beitragvon msan » Mo 1. Jul 2019, 22:10

Ich wollte jetzt nicht erneut ein Ausbildungbashing starten, dafür gibts genug Threads...

Wenn wer was genaueres weiß, bitte um Infos ansonsten bitte beim Thema/ursprüngliche Frage bleiben.
Zuletzt geändert von msan am Mo 1. Jul 2019, 22:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon RedTiger » Mi 3. Jul 2019, 09:22

alexxd_12 hat geschrieben:
SaniS hat geschrieben:Sbg dito und ja das ist auch gut so - den Rest seh ich gleich wie gulio - man muss sich schon ganz klar sein wem man was gibt, aber Ebrantil ohne Monitoring bringt wohl keinem was ....


Vor allem sollten die Leute wissen, dass man das nicht im Schuss geben kann :lol:


Können tut man viel...
...so manche Ärzte machen es ja leider auch. - Sollte halt nicht so sein.

Man braucht sich ja auch nur die Medikamentengaben sowohl von vielen Ärzten aber auch Sanitätern beim Krampfanfall anschauen - zack&bumm Maximaldosis Midazolam oder Lorazepam rein - viel hilft viel - geht dann halt mit Wendeltubus und O2-Maske auf die Überwachung. Gibt man es langsam und titriert - so wie es in den Algorithmen steht - kommt man oft mit einer geringeren Dosis aus und der Patient kommt einfach nur auf eine Notfallambulanz...
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