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Beitragvon Menico » Do 19. Sep 2019, 13:16

gehtscho32 hat geschrieben:In Wien fährt man sowas als NFS alleine, ohne Rückfrage und ohne NEF Nachforderung. Bei gleichzeitig Alarmierung mit NEF wird storniert, spätestens sobald ein EKG vorliegt.


Naja... Eine HF von bis zu 180... Polymorphe Extrasystolen... Sind schon Dinge bei denen man an einen Arzt denken sollte...
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Beitragvon gehtscho32 » Do 19. Sep 2019, 13:43

Ja, an den auf der internistischen Notaufnahme ;-)
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Beitragvon Menico » Do 19. Sep 2019, 14:51

nnnjaaa... Kann schon ins Auge gehen wenn man nicht gleich ums Eck vom KH ist.
Bei so hoher HF leidet meines Wissens nach die Auswurfleistung schon deutlich...

Der "EKG Knacker" zum beispiel stuft Kammerfrequenzen von > 130 beim Vorhofflimmern als "besonders gefährlich" ein.
Das "Nofall-Taschenbuch für den Rettungsdienst" sieht laut dem MEES Herzfrequenzen ab 161 als absolute NA Indikation...
Zuletzt geändert von Menico am Do 19. Sep 2019, 14:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon atomization » Do 19. Sep 2019, 15:09

Mir hat mal wer gesagt, das gefährlichste bei HRS ist ein übermotivierter arzt ^^

Solang der auswurf passt, brauchst keinen NA
… denn sie wissen nicht, was sie tun
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Beitragvon Menico » Do 19. Sep 2019, 15:26

Sehe ich schon auch so. Mit Betonung auf "solange".
Bei derart hohen Frequenzen kann der Auswurf ganz schnell mal weg sein...
Es wird schon nicht umsonst in der Fachliteratur als "akute Lebensgefahr" eingestuft werden...

Darum wird mir der NA telefonisch ja auch gesagt haben "Legts mal vorsichtshalber a Leitung falls was passieren sollte."
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Beitragvon RK_RD » Do 19. Sep 2019, 16:53

Menico hat geschrieben:
RK_RD hat geschrieben:Und der Notarzt unterschreibt es bzw fertigt sein eigenes an? Ansonsten ist es wertlos, weil er, wie bereits gesagt, es ganz anders darstellen wird.

Es geht um eine nachvollziehbare Dokumentation. Wenn man sich das Protokoll durchliest und sich fragt warum eine Leitung gelegt wurde ("ohne Indikation" laut eines Algorithmus).
Und warum der Transport ohne Nachforderung geschehen ist, sieht man, dass eine Kommunikation stattgefunden hat und das so miteinander abgestimmt wurde.

Und FALLS es dann VIELLEICHT mal nach einiger Zeit zu einer Untersuchung kommen SOLLTE, wird sicherlich das direkt nach dem Einsatz dokumentierte mehr zählen als ein aktuelles Dementi.

RK_RD hat geschrieben:Zu wenig Ressourcen ist aber nicht mein Problem. Da müssen sich die Herren weiter oben sich was überlegen ob es mehr Notärzte braucht, eine bessere Leitstelle oder eine bessere Ausbildung der Sanis ;)

:roll:
Ich hab von begrenzten(!) Ressourcen geschrieben. Auf die eine oder andere Art werden Ressourcen IMMER begrenzt sein.
Sinnvolles und sparsames umgehen ist gefragt.

Und du würdest sehr wohl mehrere(!) Probleme sehen, wenn du auch nur ein bisschen nachdenken würdest und nicht immer nur so plakativ herumtrollen würdest...

Wer bezahlt denn das System, die Notärzte, die Autos und Stationen?
Woher sollen die ganzen Notärzte kommen?
Wer bezahlt schlussendlich die Kosten für immer professioneller ausgebildete Sanis (ich bin absolut für eine bessere Ausbildung ala Schweiz)?
Was wenn jemand den Notarzt wegen einer Lappalie blockiert, weil ihn die Ressourcenknappheit eh nix angeht und du ihn gleichzeitig wirklich brauchst, weil dein Patient stirbt?



Nein weil es ein einseitiges Protokoll ist. Im Nachhinein schreibt der Notarzt, dass er dir ganz andere Anweisungen gegeben hat usw.
Was glaubst du wer hier dann im Vorteil ist vor dem Kadi? Der kleine Sani oder der Herr Doktor?

Es ist zwar löblich, dass alles dokumentiert wird, aber da es eine einseitige Dokumentation ist, ist sie defakto für den Fall der Fälle wertlos.

Natürlich kenne und sehe ich die Probleme im RD, aber wie gesagt, wir sind für dieses System nicht verantwortlich und solange wir dafür sorgen, dass es eh immer irgendwie funktioniert, wird sich auch nichts ändern daran.
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Beitragvon Menico » Do 19. Sep 2019, 17:49

RK_RD hat geschrieben:Nein weil es ein einseitiges Protokoll ist. Im Nachhinein schreibt der Notarzt, dass er dir ganz andere Anweisungen gegeben hat usw.
Was glaubst du wer hier dann im Vorteil ist vor dem Kadi? Der kleine Sani oder der Herr Doktor?

Es ist zwar löblich, dass alles dokumentiert wird, aber da es eine einseitige Dokumentation ist, ist sie defakto für den Fall der Fälle wertlos.


Selten was gelesen das weniger Sinn ergibt...

Es ist das EINZIGE Protokoll das erstellt wird und somit wird es niemals zum Vergleich kommen welches denn nun "wichtiger" ist.

Ist mein Protokoll auch wertlos wenns zu Streitigkeiten mit dem Patient / Staatsanwalt kommt weils eine "einseitige" Dokumentation ist?

RK_RD hat geschrieben:Natürlich kenne und sehe ich die Probleme im RD, aber wie gesagt, wir sind für dieses System nicht verantwortlich und solange wir dafür sorgen, dass es eh immer irgendwie funktioniert, wird sich auch nichts ändern daran.


Jeder ist mit verantwortlich dass das System klappt im Rahmen dessen was möglich ist. Dazu gehört selbst zu überlegen welche Ressource ich wann und wo dazuhole.

Immer nur Verantwortung für alles und jeden abzuschieben wird nie irgendwas weiterbringen...
Zuletzt geändert von Menico am Do 19. Sep 2019, 17:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon RK_RD » Do 19. Sep 2019, 20:17

Menico hat geschrieben:
Selten was gelesen das weniger Sinn ergibt...

Es ist das EINZIGE Protokoll das erstellt wird und somit wird es niemals zum Vergleich kommen welches denn nun "wichtiger" ist.

Ist mein Protokoll auch wertlos wenns zu Streitigkeiten mit dem Patient / Staatsanwalt kommt weils eine "einseitige" Dokumentation ist?


Und du meinst, wenn dann was ist, der Notarzt bestätigt, dass er nicht kommen wollte?

Wirklich so naiv, dass du denkst der Notarzt schützt sich und übernimmt die Verantwortung obwohl er nicht vor Ort war?

Und ja, Papier ist geduldig. In meinem Job kommt es oft genug vor, dass Richter/Staatsanwälte das Protokoll anzweifeln und der Partei mehr glauben schenken!

Mit dem Protokoll kommst du nur der Dokumentationspflicht nach, heißt aber nicht, dass es als unwiderlegbarer Beweis angesehen wird.

Jeder ist mit verantwortlich dass das System klappt im Rahmen dessen was möglich ist. Dazu gehört selbst zu überlegen welche Ressource ich wann und wo dazuhole.


Erinnert mich immer an die, die einen NA nachfordern und wenn es dann heißt es gibt nur einen NAH meinen, "nein so arg ist es doch nicht."

Es stimmt dass man mit dem System arbeiten muss, aber sicherlich nicht dass ich deshalb MacGyver spielen muss.
Zuletzt geändert von RK_RD am Do 19. Sep 2019, 20:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon gehtscho32 » Do 26. Sep 2019, 16:38

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