[RK] OOE und das SanG

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Beitragvon anker » Di 30. Aug 2022, 10:23

Not-Sanomat hat geschrieben:
Fabixx20 hat geschrieben:Also das mit 5-8 Transporten stimmt absolut nicht. Alleine beim ASB in der Zentrale sind 10-13 Transporte die Regel.

5-8 ist vielleicht noch in Wien-Umgebung der Fall.


Die MA70 schafft nie mehr als 7. Da seid Ihr wirklich fleissig und habt sehr kurze Wege.



du redest ganz schön viel für jemanden der offensichtlich keine ahnung hat...
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Beitragvon gehtscho32 » Di 30. Aug 2022, 11:00

Not-Sanomat hat geschrieben:In Wien werden pro Tag von einer Mannschaft maximal 5-8 (Im Durchschnitt 6) Transporte / Einsätze gefahren.


völliger Unsinn
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Beitragvon Menico » Di 30. Aug 2022, 13:17

anker hat geschrieben:?

Die EKGs waren nicht konklusiv, ebenso die Symptomatik. Auch die Ärzte gingen von einer Magen-Darm geschichte aus. Nachdem sie aber plötzlich vom Leibstuhl gefallen war und reanimationspflichtig wurde, kam dann auch das Labor zurück mit massiv erhöhtem Trop T.
Zuletzt geändert von Menico am Di 30. Aug 2022, 13:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon gehtscho32 » Di 30. Aug 2022, 13:33

.
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Beitragvon Menico » Di 30. Aug 2022, 13:54

Logisch. Danke. Habs geändert.
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Beitragvon anker » Di 30. Aug 2022, 15:50

Menico hat geschrieben:
anker hat geschrieben:?

Die EKGs waren nicht konklusiv, ebenso die Symptomatik. Auch die Ärzte gingen von einer Magen-Darm geschichte aus. Nachdem sie aber plötzlich vom Leibstuhl gefallen war und reanimationspflichtig wurde, kam dann auch das Labor zurück mit massiv erhöhtem Trop T.


troponin zeigt myokardschaden an, aber nicht einen "massiven infarkt". und das klingt eher so, als ob das EKG zwar ischämische veränderungen hatte, diese aber vom behandelnden team nicht als solche erkannt wurden (wegen dem altbekannten STEMI/NSTEMI-paradigma).

fyi: bei passender klinik und ekg-veränderung fahrt man direkt in den HK, ohne aufs TnT zu warten...
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Beitragvon anker » Di 30. Aug 2022, 15:53

Menico hat geschrieben:
anker hat geschrieben:?

Die EKGs waren nicht konklusiv, ebenso die Symptomatik. Auch die Ärzte gingen von einer Magen-Darm geschichte aus. Nachdem sie aber plötzlich vom Leibstuhl gefallen war und reanimationspflichtig wurde, kam dann auch das Labor zurück mit massiv erhöhtem Trop T.


ich weiß nicht mehr woher genau das zitat kommt, aber mir fällt dazu nur ein: "Patients don't suddenly become critically ill. Healthcare personnel just suddenly notices their illness" oder so

also dass eine patientin im einen moment komplett stabil ist und im nächsten moment tot umfallt, noch dazu in anwesenheit von qualifiziertem (?) personal, klingt für mich viel weniger wahrscheinlich als das, was viel öfter passiert - nämlich dass einfach atypische ischämiezeichen übersehen wurden. hast du zufällig noch ein bild vom ekg?
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Beitragvon Menico » Di 30. Aug 2022, 16:14

anker hat geschrieben:troponin zeigt myokardschaden an, aber nicht einen "massiven infarkt". und das klingt eher so, als ob das EKG zwar ischämische veränderungen hatte, diese aber vom behandelnden team nicht als solche erkannt wurden (wegen dem altbekannten STEMI/NSTEMI-paradigma).

Na gut. Für die i-tüpfelchen-reiter halt so herum. Myokardschaden laut labor, massiver infarkt laut Pathologe 😏

Ein Bild vom EKG hab ich nicht mehr. Es war ein Sinusrhythmus mit linksschenkelbockartiger(!) Veränderung. QRS dauer war noch deutlich unter den 120ms.
Leider hat das übermitteln der alten EKGs aus der anderen Klink viel zu lange gedauert.

anker hat geschrieben:fyi: bei passender klinik und ekg-veränderung fahrt man direkt in den HK, ohne aufs TnT zu warten...

Die Klinik war Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Mehr nicht.

Der Fall hat mich sehr lange beschäftigt und ich habe auch das Gespräch mit unserem Chefarzt gesucht deswegen. Ob man etwas hätte anderst machen können / sollen. Er hat sich auch Input von den Ärzten der Notaufnahme geholt. Leider kam nicht viel verwertbares. Schlussendlich hab ich mich damit abgefunden, dass wenn selbst die Ärzte es nicht erkannt haben, ich noch viel weniger Chancen hatte es zu erkennen. Begleitet mich auch heute noch sehr oft. Ich hoffe, dass es mich zumindest zu einem vorsichtigeren und besseren Sani gemacht hat 🤷. -> Ich wäre genau darum auch sehr dafür eine Art Feedbacksystem aus der Klinik zu haben. Bei den meisten Pat. erfährt man nie was wirklich Sache war nachdem man sie abgeliefert hat.

Wir haben in der Region leider nur ein HK. Normalerweise wird das Ekg telemtriert und der Kardiologe entscheidet dann ob man zu ihm kommt. Für gewöhnlich braucht es dazu ein 100% eindeutiges EKG, sonst schickt er einen ins nächstgelegene KH.

Ich kann mich an einen Fall erinnern, als er dem NA gesagt hat er darf nicht kommen. Als wir dann noch ein Rechtsherzekg geschickt haben hat er seine Meinung aber doch noch geändert. Obwohl es auch im normalen EKG recht klar war in kombination mit den Symptomen.
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Beitragvon anker » Di 30. Aug 2022, 16:31

Menico hat geschrieben:Es war ein Sinusrhythmus mit linksschenkelbockartiger(!) Veränderung

Die Klinik war Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Mehr nicht.


gerade bei frauen sind diese symptome typisch für ein ACS (!). eines der wichtigsten und frühesten beispiele der notwendigkeit der gendermedizin, weil eben bei frauen seltener die in alten lehrbüchern "typischen" symptome wie brustschmerzen in einen arm ausstrahlend vorkommen sondern viel eher übelkeit und erbrechen im rahmen von inferioren/diaphragmalen infarkten. das wurde mir schon im NFS-Kurs beigebracht, und im 1. jahr auf der uni auch nochmal... einmal wieder wurde bestätigt, wieso das notwendig ist. mein verdacht erhärtet sich umso mehr, dass hier die symptome UND das EKG fehlinterpretiert wurden. bleibt nur die frage, ob diese patientin überlebt hätte, wenn sie sofortige ACS-therapie erhalten hätte.
die begründung, dass auch die ärzte das nicht anders erkannt haben, sollten wir als gewissenhafte NFS heutzutage nicht mehr zählen lassen. nicht umsonst schreibt Dr. Smith von Smith's ECG blog folgendes:

Smith comment: one does not even need an ECG for this case, even though it is diagnostic of OMI. There is a patient with persistent chest pain and an initial troponin I over 52 ng/L; 52 ng/L has an approximate 70% PPV for acute type I MI in a chest pain patient. Any patient with type I MI and persistent symptoms should go to the cath lab within 2 hours of arrival, according to both the American and European guidelines. In reality, cardiologists do not follow their own guidelines. This is something we have always known by anecdote, but not there is a study showing that only 11% of patients who meet this guideline go to angiography in a timely way.

Lupu L, Taha L, Banai A, et al. Immediate and early percutaneous coronary intervention in very high-risk and high-risk non-ST segment elevation myocardial infarction patients. Clin Cardiol [Internet] 2022;Available from: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/clc.23781
[...]
Learning Points:

Many cardiologists and physicians of all specialties do not yet understand these ECG findings of obvious acute coronary occlusion, even when they almost meet formal STEMI criteria. There is likely no specialist or radiologist who has your back on ECGs in your practice, so currently you must be the one who learns and understands these patterns. You must be the one who knows the ECG and indications for angiography, and who knows it well enough to be confident to push for angiography.


(quelle: https://hqmeded-ecg.blogspot.com/2022/0 ... chest.html )
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Beitragvon Menico » Di 30. Aug 2022, 16:45

Naja.. Meines Wissens wird ja der isolierte LSB in den ACS guidelines eher kontroversiell diskutiert und wird evtl. rausfliegen. So wie der RSB damals. Weils eben auch schwer zu eruieren ist ob das nicht schon vorbestehend ist.

Wir hatten damals nicht mal einen kompletten LSB, mit einer QRS Dauer < 120ms.

Mal davon abgesehen, ist die Infarktdiagnostik bzw. interpretation der Ischämie bei Schenkelblöcken alles andere als einfach und geht weit(!) über das erforderliche Wissens eines NFS hinaus. Dafür haben wir Ärzte / Notärzte und Fachärzte.

Dass Frauen keine "klassischen" Symptome zeigen ist mir klar und ich habs auch bei jeder Patientin im Hinterkopf.

Wenn ich aber Übelkeit nach dem Essen als Kriterium hernehme müsste ich auch meine Frau zweimal die Woche ins HK fahren wenn sie vollgefuttert auf der Couch liegt 😂
Und von den Pat. im Dienst haben gefühlt 50% Übelkeit als Symptom.
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